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E-Bike & E-Scooter

Smartzone testet für euch jedes Jahr die aktuellen E-Scooter für die urbane Mobilität. Dank stärkerer Motoren, besserer Federung und mittlerweile serienmäßiger Blinker sind moderne E-Scooter längst mehr als eine Notlösung für den Weg zur Bahn. Aktuelle Modelle von Navee, Xiaomi, Segway-Ninebot, iScooter, VMAX, ePowerFun, Isinwheel oder Trittbrett bieten echte Reichweiten von 25 bis über 80 Kilometern und meistern dank verschiedener Antriebstechnologien Asphalt, Feldwege und Kopfsteinpflaster gleichermaßen. Ob Pendler mit 5 Kilometer Arbeitsweg, Freizeitfahrer für die Wochenendtour oder Offroad-Enthusiast mit Dual-Motor-Bolide, für jeden Anwendungsfall gibt es mittlerweile das passende Modell.

Die Preisspanne reicht dabei von rund 300€ für solide Einstiegsmodelle bis über 1.500€ für Premium- und Dual-Motor-Varianten. Umso wichtiger ist eine ehrliche und praxisnahe Testeinordnung, denn Herstellerangaben zu Reichweite und Geschwindigkeit sind erfahrungsgemäß mit Vorsicht zu genießen.

Zur E-Scooter-Bestenliste

In unserer Bestenliste (zur Liste) wählen wir für euch anhand verschiedener Testkriterien den passenden E-Scooter individuell für eure Bedürfnisse aus. Dabei beachten wir nicht nur die reine Fahrleistung, sondern kategorisieren je nach Anwendungsfall, Reichweitenbedarf und örtlichen Gegebenheiten. Für den sicheren und legalen Betrieb testen wir für euch auch relevantes Zubehör.

Rechtliches – das müsst ihr wissen

E-Scooter sind in Deutschland über die eKFV geregelt. Sie dürfen maximal 20km/h fahren, benötigen eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), ein gültiges Versicherungskennzeichen und dürfen erst ab 14 Jahren gefahren werden.

ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis)

Ohne gültige ABE ist der Betrieb im öffentlichen Straßenverkehr nicht erlaubt. Die ABE liegt jedem zulassungsfähigen E-Scooter bei. Modelle ohne ABE dürft ihr ausschließlich auf Privatgelände nutzen.

Versicherungskennzeichen

Für jeden E-Scooter braucht ihr ein jährlich zu erneuerndes Versicherungskennzeichen. Das Versicherungsjahr endet immer Ende Februar, dann muss die neue Plakette aufgeklebt sein. Die Farbe wechselt jedes Jahr, sodass die Polizei abgelaufene Kennzeichen schon aus der Ferne erkennt. Kennzeichen könnt ihr online abschließen, zum Beispiel über Check24. Zur reinen Haftpflicht empfehlen wir ggf. eine Teilkasko-Ergänzung, wenn Diebstahl bei euch in der Gegend ein relevantes Thema ist.

Was die Polizei tatsächlich kontrolliert

Wir haben mit unserer lokalen Polizei gesprochen. Die häufigsten Verstöße sind mit Abstand: erstens das Fahren ohne oder mit abgelaufenem Versicherungskennzeichen (führt zur sofortigen Beschlagnahmung), zweitens das Fahren unter Alkoholeinfluss. Letzteres ist besonders unangenehm, denn viele erwachsene Fahrer wissen nicht, dass sie in diesem Fall auch ihren Autoführerschein verlieren, inklusive Bußgeld, Führerscheinentzug und eventuell MPU. Deutlich seltener, aber ebenfalls konsequent verfolgt: getunte E-Scooter, die über 20km/h fahren. Die Verkehrspolizei nutzt hierfür mobile Rollenprüfstände. 22km/h sind in Ordnung und das werten wir auch als Pluspunkt in unserem Test.

Wo darf ich fahren?

E-Scooter gehören auf den Radweg. Wo keiner vorhanden ist, dürft ihr auf die Straße, aber nicht auf den Gehweg. Verstöße kosten je nach Fall zwischen 15 und 30 Euro.

Blinkerpflicht

Aktuell wird eine Blinkerpflicht für E-Scooter diskutiert und könnte kurzfristig Realität werden. Wer beim Kauf schon jetzt auf ein Modell mit integrierten Blinkern setzt, ist auf der sicheren Seite und gewinnt spürbar Fahrsicherheit, weil klassische Handzeichen mit kleinen Lenkern nicht so angenehm sind wie auf dem Fahrrad.

Tuning und Gesetz

Mit dem Freischalten höherer Geschwindigkeiten erlischt die ABE sofort. Der E-Scooter darf dann nur noch auf Privatgelände bewegt werden, idealerweise mit Motorradhelm und Protektoren. Im öffentlichen Straßenverkehr sind höhere Geschwindigkeiten nicht nur illegal, sondern lebensgefährlich.

Technologie im Überblick

Moderne E-Scooter unterscheiden sich vor allem in vier technischen Bereichen: Antrieb, Bremsen, Federung und Bereifung. Die Kombination dieser Komponenten bestimmt Fahrverhalten, Sicherheit und Komfort.

Antriebsarten

Der einfachste Aufbau setzt auf einen Motor am Hinter- oder Vorderrad. Ein Heckmotor bietet die bessere Traktion beim Beschleunigen und an Steigungen, ein Frontmotor ist günstiger, aber schwächer am Berg. Aktuelle Premium-Modelle setzen zunehmend auf Dual-Motor-Konzepte mit einem Motor pro Achse. Diese liefern Spitzenleistungen von 1.600W und mehr, was auf Feldwegen und starken Steigungen enorme Vorteile bringt. Die gesetzlich zulässige Dauerleistung ist in Deutschland aber weiterhin bei 500W insgesamt gedeckelt. Hier solltet ihr jedoch beachten, dass wir ähnlich wie bei E-Autos auch bei E-Scootern einen erhöhten Energiebedarf durch den Dual-Motor festgestellt haben.

Bremssysteme

Am unteren Ende stehen einfache Trommelbremsen und die elektronische Motorbremse (EABS). Beide bremsen ordentlich, kommen bei 20km/h aber schnell an ihre Grenzen. Deutlich besser bremsen Modelle mit mechanischen Scheibenbremsen an mindestens einer, idealerweise an beiden Achsen. Die dreifache Kombination aus Scheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten und EABS ermöglicht Bremswege unter 3 Metern bei voller Endgeschwindigkeit und ist unser Referenz-Setup.

Federung

Ein E-Scooter ohne Federung ist auf Kopfsteinpflaster kaum fahrbar. Einfache Stoßdämpfer an Vorder- und Hinterachse sind Standard und funktionieren bei glatter Straße gut. Schlaglöcher und starke Unebenheiten schluckt aber erst eine Schwingenfederung, wie sie bei Premium-Modellen zunehmend eingesetzt wird. Achtung: Auch teure Federungssysteme können falsch abgestimmt sein und viel zu hart federn. Hier lohnt sich der Blick in unsere Tests.

Bereifung

10-Zoll-Luftreifen haben sich als Standard etabliert. Sie bieten den besten Kompromiss aus Komfort und Fahrverhalten. Schlauchlose (tubeless) Ausführungen mit zusätzlicher Pannenschutz-Schicht reduzieren das Risiko von Reifenpannen deutlich. Vollgummi-Reifen sind pannenfest, aber deutlich unbequemer. Offroad-Modelle setzen auf stollenbesetzte Reifen, die auf Asphalt lauter sind, dafür aber auf Wiesen, Sand und nasser Fahrbahn einen sichereren Grip liefern.

Unsere Testkriterien – So testen wir E-Scooter

Ihr interessiert euch für E-Scooter und schaut auch regelmäßig Videos zu diesem Thema? Dann habt ihr sicher schon bemerkt, dass viele Tests immer auf dieselbe Weise ablaufen. Ein E-Scooter wird kurz vorgestellt, die technischen Daten werden erläutert und dann geht es für eine kurze Runde um den Block. Dieser Anspruch erfüllt unsere Testkriterien bei weitem nicht. Wir möchten euch realitätsnahe Tests bieten, die zwar nach einem vordefinierten Schema ablaufen, aber echtes Nutzerverhalten abbilden. Jeder E-Scooter bleibt bei uns mindestens vier Wochen im Einsatz, auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, Feldwegen, bei verschiedenen Wetterlagen und Temperaturen. Alle relevanten Werte messen wir selbst: Geschwindigkeit per GPS, Bremsweg mit definierter Ausgangsgeschwindigkeit, Reichweite unter dokumentierten Bedingungen und die reale Ladekapazität am Steckdosen-Messgerät.

Lieferumfang und Aufbau (Gewichtung 5%)

Der Lieferumfang sollte vollständig sein und alle für den Erstbetrieb notwendigen Teile enthalten, inklusive ABE, Ladegerät, Werkzeug und Montagematerial. Ein einfaches Kabelschloss und eine Transporttasche sind ein Plus. Wir bewerten hier auch den Montageaufwand: Ein moderner E-Scooter sollte in unter 15 Minuten fahrbereit sein.

Design und Verarbeitung (Gewichtung 10%)

Design fließt nicht in unsere Bewertung ein, weil Geschmack subjektiv ist. Wir erläutern das grundlegende Design, beziehen es aber nicht in die Wertung mit ein. Wichtigstes Kriterium ist die Verarbeitungsqualität: Rahmen, Schweißnähte, Klappmechanismus, Materialübergänge, Schraubensicherung. Ein E-Scooter sieht sich täglich Vibrationen ausgesetzt. Lose Schrauben nach zwei Wochen sind ein klares Ausschlusskriterium.

Fahrverhalten und Antrieb (Gewichtung 25%)

Das zentrale Kriterium. Wir messen die Beschleunigung von 0 auf Endgeschwindigkeit in Sekunden, prüfen die per GPS gemessene Geschwindigkeit gegen die Displayanzeige (Toleranz max. 10%) und testen das Verhalten an moderaten und starken Steigungen. Bei Dual-Motor-Scootern werden Single- und Dual-Motor-Betrieb separat bewertet. Ebenfalls wichtig: die Kraftdosierung am Daumengas, gerade im Stadtverkehr entscheidend, damit sich die Kraft feinfühlig abrufen lässt und nicht ruckartig einsetzt.

Bremsleistung und Sicherheit (Gewichtung 20%)

Wir messen den Bremsweg bei voller Endgeschwindigkeit (20km/h) und dokumentiertem Fahrergewicht separat für Vorderbremse, Hinterbremse und Kombination. Ergänzend prüfen wir die Beleuchtung: Reicht die Frontleuchte zum Fahren bei Nacht oder nur zum Gesehenwerden? Ist das Rücklicht als Bremslicht ausgeführt? Wie gut sind die Blinker für den Gegen- und Nachverkehr sichtbar? Sicherheitsrelevante Mängel führen zur sofortigen Abwertung.

Federung und Komfort (Gewichtung 10%)

Getestet mit mindestens zwei Fahrergewichten, damit die Aussage nicht am Testfahrer hängen bleibt. Wir prüfen das Verhalten auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten und Schlaglöchern. Verstellbare Federungen werden auf tatsächliche Wirksamkeit geprüft. Bei manchen Modellen ist die Verstellmutter reine Optik. Zusätzlich messen wir die Trittflächen-Grundfläche, die Bodenfreiheit, die Lenkerhöhe (entscheidend für Größentauglichkeit) und den Wendekreis.

Reichweite und Ladung (Gewichtung 15%)

Die Reichweite wird bei höchster Fahrstufe und dokumentierten Bedingungen (Fahrergewicht, Außentemperatur, Reifendruck, Untergrund, Steigungsprofil) gemessen. Bei Dual-Motor-Scootern testen wir Single- und Dual-Betrieb getrennt, das Delta liegt typisch bei 10–20%. Wichtig für unsere Wertung ist zudem die Genauigkeit der Akku-Anzeige: Springt sie bei kalten Temperaturen unrealistisch stark? Wie zuverlässig ist die Restreichweiten-Schätzung? Am Ende messen wir die reale Ladekapazität am Steckdosen-Messgerät und vergleichen sie mit der Nennkapazität in Wh.

App und Bedienung (Gewichtung 10%)

Die App sollte einen echten Mehrwert bieten, nicht nur Werte aus dem Display doppeln. Relevant sind: Diebstahlschutz mit Radblockade, Firmware-Update-Politik, individuelle Anpassung von Rekuperation und Anfahrverhalten, Reichweitenprognose und die Bluetooth-Verbindung selbst. Am E-Scooter selbst prüfen wir das Display auf Ablesbarkeit bei direkter Sonne, den Druckpunkt der Tasten und die Sinnhaftigkeit der Fahrmodi.

Preis-Leistungs-Verhältnis (Gewichtung 5%)

Hier vergleichen wir den jeweiligen E-Scooter mit direkter Konkurrenz in der gleichen Preisklasse und ordnen ihn entsprechend dem Testergebnis ein.

Sonstiges

Selbstverständlich betrachten wir in unseren Tests noch weitere Aspekte wie Gewicht, Klappmaß im Kofferraum (mit Kleinwagen-Test), Widerstand beim Schieben bei leerem Akku, akustische Signale (Blinker-Piepsen abschaltbar?) oder die IP-Schutzklasse. Diese bewerten wir nicht gesondert, sondern lassen sie in die entsprechenden Testkategorien mit einfließen. Ein E-Scooter mit 35kg Gewicht bekommt so etwa eine Abwertung im Bereich Alltagstauglichkeit.

Besondere Funktionen

Funktionen, die ein Modell deutlich von der Konkurrenz abheben, betrachten wir gesondert. Beispiele wären die Schwingenfederung des Navee ST3 Pro (zum Test) oder das Dual-Motor-Konzept des iScooter IX7 Pro (zum Test). Besondere Funktionen, die einen echten Mehrwert bieten, können die Gesamtbewertung verbessern.

Sicherheit

Sollte es im Test zu sicherheitsrelevanten Mängeln kommen, führt dies zur sofortigen Abwertung des Testgerätes. Die Sicherheit von Mensch und Verkehrsteilnehmer hat oberste Priorität. In diesem Fall können wir euch auch keine Kaufempfehlung geben.

Welcher E-Scooter ist der richtige für meinen Weg?

Die wichtigste Frage vor dem Kauf ist die nach dem Einsatzzweck: Soll der E-Scooter täglich 5 Kilometer zur S-Bahn und wieder zurück, oder braucht ihr ihn für längere Freizeittouren am Wochenende? In unserer E-Scooter-Bestenliste findet ihr unsere konkreten Modellempfehlungen, aufgeteilt nach Anwendungsfall, Reichweitenbedarf und Preisklasse. Vom kompakten Pendler-Scooter für die letzte Meile bis zum Dual-Motor-Boliden für Offroad-Ausflüge ist alles dabei.

Häufige Fragen rund um E-Scooter – FAQ

Hier klären wir die wichtigsten Fragen rund um E-Scooter. Sollten euch noch weitere Fragen unter den Nägeln brennen, könnt ihr uns gerne kontaktieren.

Nein. Ein Führerschein ist für E-Scooter mit ABE nicht erforderlich. Ihr müsst allerdings mindestens 14 Jahre alt sein und den E-Scooter versichern.
Es gelten dieselben Promillegrenzen wie beim Autofahren: Ab 0,5 Promille winken Bußgeld, Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot. Ab 1,1 Promille handelt es sich um eine Straftat mit möglicher Führerscheinentziehung, auch für euren Autoführerschein. Für Fahranfänger und unter 21-Jährige gilt die 0,0-Promille-Grenze.
Nein. E-Scooter gehören auf den Radweg. Wo kein Radweg vorhanden ist, dürft ihr auf die Straße ausweichen. Auf Gehwegen ist das Fahren mit dem E-Scooter grundsätzlich verboten und wird mit Verwarnungsgeld geahndet.
Die Farbe der Versicherungskennzeichen wechselt jedes Jahr. Damit erkennt die Polizei abgelaufene Plaketten schon aus der Ferne, ohne den Fahrer anhalten zu müssen. Das Fahren ohne gültige Versicherung führt zur sofortigen Beschlagnahmung des E-Scooters.
Die reine Haftpflicht liegt je nach Anbieter zwischen 25 und 50 Euro pro Versicherungsjahr. Eine Teilkasko-Ergänzung, die auch bei Diebstahl greift, kostet zusätzlich rund 20 bis 60 Euro. Vergleichen könnt ihr die Angebote unter anderem auf Check24.
Die Akkus moderner E-Scooter überstehen typischerweise 500 bis 800 vollständige Ladezyklen, bis die Kapazität spürbar sinkt. Bei durchschnittlichem Gebrauch entspricht das drei bis fünf Jahren. LiFePO4-Akkus, die zunehmend zum Einsatz kommen, halten deutlich länger. Wichtig ist die Winterlagerung: bei rund 50–70% Ladestand, trocken und frostfrei.
Die meisten E-Scooter sind gegen Spritzwasser geschützt (IPX4 oder IPX5) und dürfen bei leichtem Regen gefahren werden. Bei starkem Niederschlag oder Pfützen solltet ihr das Fahren aus zwei Gründen vermeiden: Erstens sinkt die Bremsleistung dramatisch, zweitens kann Wasser durch längere Belastung doch ins Innere eindringen. Nach der Fahrt trocknet ihr den Scooter am besten mit einem Tuch ab.
Eine Blinkerpflicht wird seit Längerem diskutiert und könnte in Kürze eingeführt werden. Wer aktuell einen neuen E-Scooter kauft, ist mit einem Modell mit integrierten Blinkern auf der sicheren Seite und gewinnt gleichzeitig deutlich an Fahrsicherheit im Straßenverkehr.

Alle Tests findet ihr oben in der Übersicht, für eine konkrete Empfehlung schaut in die E-Scooter Bestenliste!

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