Allergiker aufgehorcht! Hausstaub ist euer Feind? Im Bett ist die Allergie immer besonders schlimm? Oder ekelt euch der Gedanke an Staubmilben einfach nur an? Dann könnte der Jigoo T600 Matratzenstaubsauger genau das Richtige für euch sein. Denn dieser formschicke Matratzenstaubsauger wartet mit einem wahren Arsenal an Waffen gegen Staubmilben auf.
Design & Verarbeitung
Ob der Name in Anlehnung an eine bestimmte Filmreihe gewählt wurde? Immerhin terminiert der Jigoo T600 Staubmilben ordentlich, wenn auch nicht ganz so umfangreich wie der Namensvetter. Wie dem auch sei: Einmal ausgepackt und hingestellt, erinnert der Jigoo T600 vor allem an den Kopf eines Staubsaugers. Er misst dabei 329 x 272 x 188 Millimeter und wiegt rund 2,3kg.
Ein leicht ergonomisch geformtes Griffstück, ein großes Display auf der Rückseite und zwei Knöpfe dienen als Hauptinteraktionspunkte. Der Ansaugpunkt liegt, wie bei einem Staubsauger üblich, an der Unterseite und wird durch eine Walze verstärkt. Eine gewisse Ähnlichkeit zu einem Staubsaugerroboter ist hier nicht abzustreiten. Allerdings drückt die Walze deutlich nach unten, wodurch sie den Stoff klopft.
Das war es aber noch nicht. Eine Reihe an UV-Lampen desinfiziert die Oberfläche und die Schicht knapp darunter. Für die tieferen Ebenen heizt der Jigoo T600 die Fläche laut Hersteller auf konstante 60°C, die er innerhalb von fünf Sekunden erreicht. Milben sterben in diesem Bereich tatsächlich ab, allerdings ist das keine harte Schwelle, sondern eine Frage von Temperatur und Einwirkzeit. Und die Wärme kommt nun einmal von oben: Wie viel davon in den tieferen Schichten einer Matratze ankommt, bleibt offen.
Damit ihr die frisch aufgesammelten Staubbatzen nicht direkt wieder in der Bude verteilt, arbeitet der T600 mit einem zweigeteilten System: Der Staubbehälter mit 0,5 Litern Volumen fängt das Grobe auf, im separaten Zyklonbecher sitzen ein Siebfilter und dahinter ein waschbarer Filterschwamm für die feinen Partikel. Jigoo nennt das Ganze „MIF”. Den Filterschwamm solltet ihr laut Handbuch nach 30 bis 50 Betriebsstunden tauschen. Neben den Filtern gibt es noch ein weiteres Fach für eine Aromabombe. Der Jigoo T600 terminiert nämlich nicht nur, sondern verbreitet auch einen blumigen Duft auf dem Polster.
Ein Marketingbegriff sei hier noch eingeordnet: Jigoo bewirbt den MIF-Filter als „besser als HEPA”. HEPA ist über die EN 1822 normativ definiert und mit Prüfwerten belegt, „MIF” ist dagegen eine reine Hausbezeichnung ohne Norm dahinter. Eine unabhängig geprüfte Abscheideleistung könnt ihr daraus nicht ableiten.
Mit einem Preis von rund 150€ liegt der Matratzenstaubsauger in einem gehobenen Preissegment für Staubsauger, im Vergleich zu einer professionellen Matratzenreinigung ist er jedoch günstig. Die Verarbeitungsqualität liegt auf einem hohen Niveau. Die abnehmbaren Teile rasten sauber in ihre Sockel und lassen sich ebenso leicht wieder herausnehmen.
Einige Seitenelemente sind eingefärbt, um ein Bronze- oder ein Goldfinish darzustellen. Den Jigoo T600 gibt es nämlich in einer weißen und einer grauen Ausführung, dementsprechend mit Gold und Bronze. Die äußere Hülle besteht jedoch komplett aus Kunststoff. Die für die Reinigung wichtigen Behälter sind allesamt durchsichtig, damit ihr den Verschmutzungsgrad erkennen könnt.
Lieferumfang
Gut verpackt und mit Styropor gepolstert, gibt es beim Transport keine Beanstandungen. Auch der Lieferumfang wirkt angemessen. Neben zwei Duftsteinen befinden sich auch zwei Filterschwämme in der Packung, wobei einer bereits vormontiert ist. Natürlich liegt auch eine mehrsprachige Bedienungsanleitung bei. Das Stromkabel ist fest verbaut (ca. 5m) und als EU-Variante ausgeführt, ein Adapter ist also nicht notwendig.
Die Ersatzteile könnt ihr vorerst nur bei Jigoo selbst bestellen. Ein neuer Filter (zum Shop) kostet noch umgängliche 10€, bei den Aromablöcken (zum Shop) fallen direkt 20€ an.
Saugleistung & Praxistest
Steckt ihr den Jigoo T600 an die Steckdose, passiert erstmal nicht viel. Erst ein Druck auf die Power-Taste erweckt das Gerät zum Leben. Das Display gibt ab sofort eine Reihe an Informationen preis. Der T600 erkennt etwa, ob Feuchtigkeit aufgesaugt wird. Außerdem zeigt er an, ob die UV-Lampe läuft, ebenso die Walze. Zudem seht ihr, ob der Aromastoff zum Einsatz kommt oder nicht.
Über die zweite Taste lässt sich der Jigoo T600 in zwei Modi betreiben: „Smart“ und „Turbo“. „Smart“ arbeitet mit der letzten und gleichzeitig wichtigsten Anzeige zusammen, dem Milbenerkennungswert. Ein Sensor irgendwo im Gerät erkennt, wie hoch die Verschmutzung in der angesaugten Luft ausfällt, und gibt einen ungefähren Prozentwert über die angezeigte Skala wieder. Entsprechend regelt er die Ansaugung herunter, wenn er einen niedrigen Wert misst. Bei „Turbo“ liegt einfach durchgehend die volle Leistung an, egal was die Skala sagt. Simpel also.
Jigoo gibt 700 Watt Nennleistung und 15kPa Unterdruck an. Die Arbeitsbreite liegt bei 230 Millimetern, ein Wert, den ihr euch für später merken solltet, denn er erklärt den Zeitaufwand. Regelt der Smart-Modus herunter, liegen im besten Fall ca. 72dB(A) an. In der Regel ist der T600 jedoch nochmals lauter. Geschlafen wird jedenfalls nicht, während jemand mit dem Gerät das Bett reinigt, da ist das Werbebild auf der Website etwas „euphorisch“ 😅.
Weitere Angaben betreffen Ultraschallwellen, die angeblich die Vermehrung von Milben reduzieren sollen. Etwas handfester sind da schon die Werte zum UV-Licht. Die Lämpchen erreichen zusammen 800mW Leistung. Direkt ins UV-Licht schauen solltet ihr trotzdem nicht. Der T600 schaltet die Lampe aber automatisch ab, sobald der Abstand zum bestrahlten Objekt drei Zentimeter überschreitet oder ihr das Gerät um mehr als 30° kippt. Wollt ihr prüfen, ob die Lampe überhaupt arbeitet, empfiehlt Jigoo, das Gerät aus rund fünf Zentimetern Abstand auf einen Gegenstand zu halten und nach dem Lichtfleck zu schauen, nicht in die Lampe selbst.
Jigoo gibt an, dass UV-C-Strahlen zum Einsatz kommen. Die rund 14cm² messende Fläche, in der das Licht strahlt, würde bei einer Wellenlänge von 275nm ausreichen, um eine UV-Dosis von 57mJ/cm² pro Sekunde abzugeben. Welche Wellenlänge genau zum Einsatz kommt, ist aber nicht klar. Diese eine Sekunde würde dann jedoch bereits genügen, um einen Großteil aller Bakterien an der Oberfläche zu vernichten, und selbst einige Viren wären schon betroffen. Genauso gut kann der Effekt aber verschwindend gering ausfallen, wenn eine andere Wellenlänge zum Einsatz kommt.
Reinigung
Zu Beginn schlägt der Sensor immer voll aus und gibt überwältigende 99% an. Das ist nicht verwunderlich, in der Regel saugt ihr eure Matratze vielleicht alle Jubeljahre mal ab. Na ja. Umso schlechter fühlt ihr euch durch die Anzeige. Also bewegt ihr den T600 langsam vor und zurück. Einen Knopf müsst ihr dabei nicht gedrückt halten. Ihr könnt das Gerät also auch auf besonders hartnäckigen Stellen abstellen, ohne es festzuhalten.

Dafür müsst ihr allerdings wissen, dass Jigoo empfiehlt, die Matratze zu Beginn zwei- bis dreimal pro Woche zu reinigen. Anschließend liegen insgesamt niedrigere Werte an, wodurch sich der empfohlene Reinigungszyklus auf einmal pro Woche entspannt.
Bis das jedoch erreicht ist, müsst ihr 
Kurzum: Einmal absaugen reicht nicht. Steter Tropfen höhlt den Stein, und wiederholtes Absaugen, Aufrütteln, Ausbrennen und Bestrahlen ist nötig, um den Milben den Garaus zu machen. Je nach Alter der Matratze oder des Toppers fällt der Grad der Verschmutzung unterschiedlich aus. Unser Topper ist noch nicht mal ein Jahr alt. Eine komplette Reinigung füllte jedoch den Auffangbehälter bereits zu geschätzten 80%. Bei älteren Matratzen kann es also notwendig sein, den Behälter noch während eines Durchgangs zu leeren. In Ermangelung eines Vergleichs kann ich aber nicht sagen, ob unser Topper nun besonders schmutzig oder recht sauber war.
Andere Anwendungsbereiche
Ihr solltet euch etwas Zeit einplanen. Das Absaugen einer 2 x 2 Meter großen Matratze dauerte beim ersten Mal rund 1,5 Stunden. Wenn ihr auf deutlich niedrigere Restwerte bei der Stauberkennung setzt, auch gerne deutlich länger. Später reduziert sich der Aufwand dafür erheblich.
Wer nicht bei der Matratze aufhören will, kann den Jigoo T600 auch für andere Polster verwenden. Wir haben ihn auch auf unseren Küchenstühlen laufen lassen. Funktioniert ebenfalls, benötigt aber mehr Zeit auf einer Fläche, da der Stoff gröber und härter ausfällt. Vermutlich fällt der Effekt am Ende auch nicht ganz so gut aus, weil das Gerät eben auf weiche Stoffe ausgelegt ist. Kissen klappen auch. Ebenso sollten Stoffsitze, etwa im Auto, möglich sein. Auch wenn ihr die Falten nicht wirklich erreicht.
Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass der Jigoo T600 nicht für grobe Verschmutzungen gedacht ist. Flecken kann er nicht entfernen. Auch größere Verunreinigungen gehören nicht zu seinen Aufgaben. Der Einsatzzweck beschränkt sich ziemlich stark auf das Entstauben und die Vernichtung von Milben.
Testergebnis
Ich habe zwar keine Stauballergie, was der Jigoo T600 jedoch aus dem Topper geholt hat, war schon ein bisschen gruselig. Ich kann also total verstehen, wenn ihr nach so einer Erkenntnis ein bisschen den Hypochonder heraushängen lasst und alle Stoffe absaugt, die euch vor die Griffel kommen. Durch das beigesetzte Aroma duftet die Matratze danach auch noch gut.
Hauptabnehmer dürften aber definitiv Allergiker sein. Wenn ihr dafür ruhiger schlaft, sind weder die 150€ noch der zeitliche Aufwand zu viel. Oder ihr teilt euch die Kosten mit jemandem, der ebenfalls Bedarf anmeldet. Wie lange es dauert, bis sich eine Besserung einstellt, kann ich leider nicht sagen.
Auch wie sehr die einzelnen „Waffen“ wirklich helfen, ist schwierig zu beurteilen. Das UV-Licht kann absolute Vernichtung hervorrufen oder den oberflächlichen Milben nur einen netten Teint bescheren. Beim Aufheizen auf 60°C hängt die Wirkung an der Einwirkzeit, und die ist beim Vorwärts- und Rückwärtsschieben zwangsläufig kurz. Ein paar Grad mehr oder ein langsameres Tempo würden die Rechnung deutlich sicherer machen.
Dennoch, wer unter einer Stauballergie leidet, kann sich den Jigoo T600 in jedem Fall mal ansehen. Ob sich die Beschwerden dadurch tatsächlich bessern, können wir aber nicht versprechen: Ein großer Teil des relevanten Milbenallergens sitzt tief im Polstermaterial gebunden, und die Studienlage zum Effekt von Absaugen auf Allergiesymptome ist gemischt. Was wir sehen, ist die Menge an Material im Behälter, nicht der medizinische Nutzen. Belastbarer wird das erst mit dem kommenden Langzeittest.
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