Das Gym Monster 2 steht seit einem Jahr in meinem Büro und wird fünfmal die Woche benutzt. Entsprechend genau habe ich mir auf der IFA 2026 in Berlin den Nachfolger angesehen. Das Gym Monster 3 ist die dritte Generation der digitalen Kabelmaschine, die ohne einen einzigen Hantelscheiben-Stapel auskommt: Zwei Motoren ziehen an den Kabeln und erzeugen so ein Gewicht, das sich per Software auf ein halbes Kilo genau einstellen lässt. Preislich startet das Gerät bei 4.399€, die stärkere Variante 3S bei 4.899€.
Ich konnte am Stand mehrere Sätze an dem Gerät trainieren und mir die neuen Funktionen in Ruhe ansehen. Das hier ist deshalb ein Praxistest von der Messe und kein vollständiger Testbericht: Für belastbare Aussagen zu Haltbarkeit, Kabelverschleiß oder Software-Alltag braucht es Wochen, nicht Minuten. Was sich aber schon jetzt sagen lässt: Speediance hat einigen Stellen nachgebessert, die mich beim Vorgänger gestört haben, ohne das Konzept anzufassen.
| Gym Monster 2 | Gym Monster 3 / 3S | Gym Monster Ultra | |
|---|---|---|---|
| Preis | ab 3.233€ | ab 4.399€ / ab 4.899€ | 7.599€ |
| Max. Widerstand | 100kg | 100kg / 120kg | 120kg |
| Display | 21,5 Zoll | 23,8 Zoll mit 2560 x 1440 Pixel | |
| Klimmzugstange | nein | ja, mit mehreren Griffpositionen | |
| Latzug von oben | nein, nur schräger Zugwinkel | ja, mit Oberschenkelstütze | |
| Zubehör am Rahmen | nein | ja, feste Halteleiste | |
| Fläche zusammengeklappt | 0,25 m² | 0,26 m² | 0,59 m² |
| Stärke | günstigster Einstieg | bester Kompromiss | Klimmzug und echter Latzug |
Was am Gym Monster 3 neu ist
- kein Abo-Zwang
- überraschend natürliches Trainingsgefühl
- riesige Auswahl an kostenlosen Kursen
- intuitiver "Free Lift"-Modus
- "Assist Mode" als digitaler Spotter
- Training bis zum Muskelversagen allein möglich
- extrem platzsparend im eingeklappten Zustand
- "Eccentric Mode" (Game-Changer)
- leicht zu verschieben dank integrierter Rollen
- sehr leiser Betrieb
- Bluetooth-Ring zur Gewichtssteuerung
- helles 21,5-Zoll-Touchscreen-Display
- Adapter für eigenes Zubehör (Griffe) vorhanden
- hoher Anschaffungspreis (ab 3.199€)
- extrem hohes Liefergewicht (bis zu 160kg)
- Handgriffe wirken billig
- 100kg-Limit für Maximalkraft
- Einstellrad am Bluetooth-Ring überempfindlich
- keine Bluetooth-Kopplung für eigene Musik
- Kabelriss im Test (nach 2 Wochen)
- schwankende Qualität der Kurse/Workouts
- kein echtes Form-Feedback (keine Kameras)
Die Grundidee bleibt gleich, und das ist bewusst so. Ihr bekommt weiterhin eine freistehende Maschine, die zusammengeklappt rund 0,26 Quadratmeter Stellfläche braucht, keine Wandbohrung verlangt und ausgeklappt zur Trainingsplattform wird. Neu sind fünf Punkte: ein größerer Bildschirm, eine reagierende Ambientebeleuchtung, festere Zugarme, deutlich mehr Kabelpositionen und Griffe mit eigener Taste. Dazu kommt die Sprachsteuerung, mit der ihr Gewicht ändern oder einen Satz starten könnt, ohne das Display anzufassen.
Beim Widerstand gibt es zwei Ausbaustufen. Das Gym Monster 3 schafft bis zu 100kg, das Gym Monster 3S bis zu 120kg. Verstellt wird in Schritten von einem halben Kilogramm. Die vier Widerstandsmodi sind dieselben geblieben: Standard, Chain mit ansteigendem Widerstand zum Bewegungsende, der exzentrische Modus mit stärkerem Zug beim Ablassen und Fixed Speed mit konstantem Tempo.
Insgesamt ist das eine sanfte Weiterentwicklung und kein Neuanfang. Wer den Vorgänger kennt, findet sich sofort zurecht, weil die Bedienlogik unverändert ist.
Die neuen Griffe
Das ist für mich die wichtigste Neuerung, und ausgerechnet die kleinste. Die Smart Handles haben eine Taste im Griffkörper, mit der ihr den Widerstand direkt aus der Hand zuschaltet und wieder abschaltet. Beim Vorgänger ging das nur über den Bluetooth-Ring am Finger oder über das Display, und beides ist genau in dem Moment unpraktisch, in dem ihr schon in der Position steht und die Hände voll habt. Dazu gibt es einen Vibrationshinweis und einen akustischen Countdown, bevor die Last anliegt, damit euch das Gewicht nicht unvorbereitet in den Arm zieht. Ein LED-Ring zeigt Verbindungsstatus und Akkustand.
Die Griffe heißen bei Speediance PowerGrip und sind kein exklusives Bauteil des neuen Modells. Beim Gym Monster 3S liegen sie ab Werk bei, beim Gym Monster 3 sind es die Standardgriffe. Und das Beste für alle, die schon ein Gerät zu Hause haben: Ihr könnt die PowerGrips einzeln nachbestellen. Sie kosten 199,99€ statt 229,99€ und koppeln sich per Bluetooth auch mit dem Gym Monster 2, der Kabelanschluss ist bei beiden Generationen derselbe. Wer den Klick am Kabel gut findet, muss dafür also keine neue Maschine kaufen. Der Preis ist allerdings ziemlich übertrieben für ein so simples Zusatzequipment.
Insgesamt verbessern die Griffe genau den Punkt, den ich am Vorgänger am unangenehmsten fand. Die alten Standardgriffe wirkten neben der massiven Langhantel billig, die neuen liefern schon ein besseres Gefühl. Dennoch sollte Speediance meiner Einschätzung nach endlich zu echten Metallgriffen wechseln. Vielleicht mit der nächsten Generation…
Display und Beleuchtung
Der Bildschirm wächst von 21,5 auf 23,8 Zoll und löst mit 2560 x 1440 Pixel auf. Er hängt an einem Zwei-Punkt-Gelenk, lässt sich neigen und dreht den Inhalt automatisch mit, wenn ihr ihn ins Querformat kippt. Das ist der Punkt, bei dem ich am wenigsten mitgehe. Ein größeres Display sieht auf dem Datenblatt gut aus, aber beim Training steht ihr ohnehin direkt davor und lest drei Zahlen ab. Der Zugewinn ist im Alltag kaum vorhanden. Nett, aber kein Kaufgrund.
Ebenfalls wenig überzeugt hat mich die Ambientebeleuchtung unter dem Bildschirm. Ein schmaler Leuchtstreifen läuft über die gesamte Breite und reagiert auf das Training. Das ist reine Show, sieht aber wenigstens gut aus und macht in einem abgedunkelten Raum tatsächlich etwas mit der Stimmung. Der Ton kommt aus einem 2.1-System mit 20W.
Auf dem Display ist außerdem ein neuer Assistent namens Sidekick zu sehen. Der nutzt die Kamera eures Smartphones, erkennt Bewegungen und zählt Wiederholungen mit. Das ist interessant, weil dem Gym Monster 2 genau das fehlt: Das Gerät kennt nur Motordaten und kann euch nicht sagen, ob euer Rücken beim Kreuzheben rund wird. Wie gut Sidekick das in der Praxis löst, konnte ich am Messestand nicht beurteilen.
Zugarme und Kabelpositionen
Die Zugarme sitzen fester am Rahmen als bei der zweiten Generation. Beim Anfassen und Umhängen wackelt nichts, die Aufnahme rastet sauber ein und wird über einen Drehknopf gesichert. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist im Alltag aber durchaus ein erwähnenswerter Fortschritt.
Wichtiger noch: Es gibt deutlich mehr Höhen, in denen ihr die Kabel einhängen könnt. Die Schienen bieten 19 Positionen im 7,5-Zentimeter-Raster, beim Gym Monster 2 sind es 11. Für Übungen wie Butterfly, Face Pulls oder Ruderzüge im Sitzen bedeutet das schlicht bessere Zugwinkel. Genau das war beim Gym Monster 2 die häufigste Einschränkung, weil sich die Übung nach der verfügbaren Höhe richten musste statt umgekehrt.
Insgesamt ist das die Neuerung mit dem größten praktischen Nutzen, auch wenn sie sich im Datenblatt am langweiligsten liest.
Im Praxistest auf der IFA
Am Stand habe ich mehrere Sätze gezogen, unter anderem Butterfly und einarmige Ruderzüge. Das Zuggefühl ist das gewohnte: sauber, ohne Ruckeln, ohne den Schwung, der sich an einer klassischen Kabelmaschine noch ausnutzen lässt. Genau das macht das digitale Gewicht härter als es auf dem Papier wirkt, weil ihr jede Wiederholung sauber ziehen müsst. Die Maschine ist dabei leise, zu hören ist ein Surren der Motoren und sonst nichts.
Das Aufstellen bleibt unverändert einfach. Das Gerät kommt fertig montiert, ihr klappt die Plattform herunter, verriegelt sie mit zwei Hebeln und steckt den Stecker ein. Zusammengeklappt steht es auf Rollen und lässt sich verschieben. Aufgeklappt braucht es rund 0,84 Quadratmeter.
Preise und Einordnung
Speediance verkauft das Gym Monster 3 in drei Paketen. Core kostet 4.399€ und enthält die Maschine mit dem Standardzubehör, aber ohne Bank. Studio kommt für 4.699€ mit Schrägbank, und Station liegt bei 5.099€ mit Schrägbank und Ruderbank. Beim stärkeren Gym Monster 3S mit 120kg Widerstand sind es 4.899€, 5.199€ und 5.599€. Geliefert wird aus Deutschland, angegeben sind 7 bis 15 Tage.
Zum Vergleich: Das Gym Monster 2 gibt es aktuell mit Rabatt ab 3.233€ für das Basic-Paket, 3.464€ für Works Plus und 3.749€ für Family Plus. Der Aufpreis für die dritte Generation liegt also bei gut 1.100€.
Testergebnis
Das Gym Monster 3 ist eine sanfte Weiterentwicklung, und das ist als Feststellung gemeint, nicht als Kritik. Speediance hat das Konzept nicht angefasst und stattdessen an den Stellen nachgebessert, die im Alltag stören: Die neuen Griffe mit eigener Taste nehmen einen echten Handgriff aus dem Ablauf, die Zugarme sitzen fester, und die deutlich größere Zahl an Kabelpositionen bringt mehr Zugwinkel für Butterfly, Face Pulls und Ruderzüge.
Das größere Display mit 23,8 statt 21,5 Zoll ist der Punkt, bei dem wir am wenigsten mitgehen. Ihr steht beim Training ohnehin direkt davor und lest drei Zahlen ab, der Zugewinn ist im Alltag kaum spürbar. Auch die Ambientebeleuchtung ist nichts, was euer Training mit dem Gerät besser macht
Wer bereits ein Gym Monster 2 besitzt, hat keinen Grund zum Wechsel. Alle Neuerungen sind Verbesserungen im Detail und keine neuen Fähigkeiten, und die wichtigste davon, die Smart Handles, könnt ihr für heftige 199,99€ nachbestellen und am alten Gerät weiterbenutzen. Wer dagegen neu einsteigt, sollte zur dritten Generation greifen: Sie ist an mehreren entscheidenden Punkten das klar bessere Gerät. Der Aufpreis von gut 1.100€ gegenüber dem aktuell rabattierten Gym Monster 2 geht dafür in Ordnung.
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