Immer häufiger kommen Produkte auf den Markt, die den Alltag vereinfachen und schon vorhandene Modelle noch einmal verbessern. Einen solchen Ansatz verfolgt auch die VIOFO A119M Pro, die in unserem Test unter anderem durch eine Sprachsteuerung und eine Auflösung in 4K überzeugen möchte. Doch lohnt sich der Kauf der Dashcam und wie gut funktioniert sie im Praxistest?
Der Lieferumfang der VIOFO A119M Pro
In unserem Test zur VIOFO A119M Pro Dashcam haben wir neben dem eigentlichen Produkt auch einige optionale Zubehörteile mitgetestet, die allerdings separat erhältlich sind und somit bei Bedarf zusätzlich erworben werden müssen. Dazu zählen neben dem HK6 Hardwire-Kit eine Micro-SD-Karte mit einem 64GB großen Speicher und die Wireless Bluetooth Remote Control.
Im VIOFO A119M Pro Paket selbst enthalten sind neben der eigentlichen Dashcam ein Ladegerät für das Auto (inklusive Adapter für den Zigarettenanzünder), ein Datenkabel USB-C auf USB-A (zur Übertragung der Kameradaten auf einen Laptop oder PC), zwei Aufkleber für die Windschutzscheiben, ein zusätzliches Klebepad für die Halterung sowie ein Entfernungswerkzeug und ein CPL-100 Filter.
Letzterer lässt sich über die Kamera stülpen und sorgt dank eines eingebauten Polarisationsfilters für schärfere Aufnahmen und reduziert Reflexionen und Blendungen aus der Windschutzscheibe. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen ist der Filter besonders effektiv.
Der Lieferumfang selbst ist unserer Erfahrung nach mehr als ausreichend und gerade der zusätzliche Filter ist ein überraschender Bonus. Schade ist lediglich, dass keine Micro-SD-Karte enthalten ist und diese somit zusätzlich erworben werden muss. Immerhin werden Modelle mit einer Speicherkapazität von bis zu 512GB unterstützt.
Installation & Aufbau: Die VIOFO A119M Pro im Test
Damit die Dashcam auch tatsächlich genutzt werden kann, ist zwingend eine Micro-SD-Karte vonnöten. Diese sollte unbedingt vor dem ersten Einsatz formatiert werden, was entweder über einen Computer oder direkt in der Kamera möglich ist. Letzteres ging im Test fast automatisch, nachdem wir die Speicherkarte eingelegt und die Dashcam zum ersten Mal gestartet hatten.
Als Nächstes habe ich die Kamera an die Frontscheibe des Hyundai i20 montiert, was nur wenige Minuten gedauert hat. Dazu habe ich kurz die Frontscheibe unter dem Rückspiegel mit einem leider nicht im Lieferumfang enthaltenen Mikrofasertuch gesäubert und anschließend die selbstklebende elektrostatische Folie dort befestigt. Danach habe ich die Kamera angebracht und ausgerichtet, bevor ich das Kabel via USB-Anschluss mit dem Zigarettenanzünder verbunden habe.
Zum Schluss musste ich lediglich noch das Kabel etwas „verstecken”, indem ich es durch den Sonnenschutz und an den Rändern der Beifahrertür verlegt habe. Sobald das Auto gestartet wird, schaltet sich die VIOFO A119M Pro ein und beginnt automatisch mit der Aufnahme.
Es lohnt sich tatsächlich, einige Minuten zu investieren und einen Blick in die im Lieferumfang enthaltene Bedienungsanleitung zu werfen. Hier sind sämtliche Funktionen, Möglichkeiten und Tipps auf 35 Seiten dokumentiert. Gerade die Nutzung der Sprachfunktion ist ohne Hilfe nicht gleich verständlich.
Optionale Zusätze ausprobiert
Wir haben für unseren Test neben der eigentlichen Dashcam auch das HK6 Hardwire-Kit sowie die Wireless Bluetooth Remote Control von VIOFO erhalten. Beides haben wir ausprobiert und mit der Dashcam verbunden, was ebenfalls innerhalb weniger Minuten gelang. Der Aufbau ist bei beiden Zusätzen verständlich und leicht.
Der Bluetooth-Button zeigte sich in unserem VIOFO A119M Pro Test eher als nette optionale Spielerei, denn per Druck auf den Button lässt sich das Mikrofon ein- und ausschalten oder die letzte Videoeinheit zusätzlich sichern. Das alles lässt sich allerdings auch direkt über die Dashcam steuern, sodass der Bluetooth Remote Control Button eher ein Add-On für Nutzer ist, die beim Fahren nicht den Knopf an der Dashcam suchen möchten.
Das HK6 Hardwire-Kit hingegen ist wirklich praktisch, da es die Kamera auch dann mit Strom versorgt, wenn das Auto nicht eingeschaltet ist. So lässt sich die Parküberwachung nutzen, die schon bei kleinen Vibrationen ausgelöst wird und drei verschiedene Modi bietet (automatische Ereigniserkennung, Zeitrafferaufnahme, Aufnahme mit niedriger Bitrate). Außerdem überprüft das Kit den Status der verbundenen Autobatterie und schaltet sich automatisch aus, sobald die Batterie zu stark belastet wird.
Kostenlose App nutzen: Diese Funktionen sind wichtig
Sinnvoll ist es, schon vor der ersten Fahrt die App herunterzuladen, die eine ganze Reihe an Funktionen bietet. Wer wie wir in unserem Test über ein Hardwire-Kit verfügt, kann zum Beispiel die Parkaufzeichnung aktivieren und den eigenen Wünschen entsprechend anpassen. Auch viele Einstellungen zu den aufgenommenen Videos (Länge, Bitrate, Auflösung, Belichtung, etc.) lassen sich hier noch einmal anpassen.
Ich kann jedem Nutzer nur dazu raten, vor der ersten Fahrt die Systemeinstellungen genau zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Wer auf Sprachbenachrichtigungen verzichten, die Sprachausgabe selbst anpassen oder das GPS deaktivieren will, findet hier die passenden Einstellungsmöglichkeiten.
Die technischen Daten der VIOFO A119M Pro Dashcam
Spezifikationen im Überblick
| Modell | A119M Pro |
| Auflösung | 4K UHD |
| Framerate | 30 FPS |
| Nachtsicht | HDR & „Nachtsicht 2.0″ |
| Blende | F 1.8 |
| Displaygröße | 1,5 Zoll |
| Konnektivität | Wi-Fi 6 |
| Betriebstemperatur | -15 °C bis +65 °C |
| Speicher | Micro-SD-Karte bis zu 512GB |
| Bewegungserkennung | STARVIS 2 Sensor, G-Sensor |
| Parküberwachung | 3 Modi |
Design & Verarbeitung
Optisch wirkt die VIOFO A119M Pro zunächst etwas klobiger als klassische Dashcams, was nicht zuletzt auch auf das 1,5 Zoll große Display zurückzuführen ist. Dieses bietet einen sofortigen Blick auf Live-Aufnahmen, kann aber auch gespeicherte Videos abspielen. Die darunter sitzenden Steuerungsmöglichkeiten sind gut zu erreichen, selbst dann, wenn die Dashcam direkt unter dem Rückspiegel sitzt.
Vor allem der große Button in der unteren Mitte, der automatisch die letzte Videoeinheit sichert und vor dem Überschreiben schützt, ist sinnvoll angebracht. Sollte es doch einmal zu einem Unfall kommen, lässt sich so garantieren, dass das Videomaterial geschützt wird.
Die Kameralinse selbst befindet sich auf der unteren Seite des Produkts und lässt sich nach oben und unten drehen, um die Ausrichtung auf die Straße zu optimieren. Hierbei ist auch das Display hilfreich, denn so können Nutzer direkt feststellen, ob die Kamera auch tatsächlich wie gewünscht auf die Straße ausgerichtet ist.
Qualität der Aufnahme: Wie gut ist die VIOFO A119M Pro Kamera?
Die VIOFO A119M Pro Kamera unterstützt eine Auflösung von 4K bei 30 Bildern pro Sekunde, was in unserem Test mehr als ausreichend war, um sämtliche Nummernschilder und andere Details während der Probefahrt zu überprüfen. Selbst bei der Nachtfahrt konnten dank der „Nachtsicht 2.0″-Technologie und der High Dynamic Range (HDR) sämtliche Details in hoher Qualität aufgezeichnet werden. Allerdings raten wir dazu, die HDR-Funktion in der App auf „automatisch” zu stellen, damit sie auch tatsächlich nur dann aktiv wird, wenn sie benötigt wird.
Auch der CPL‑100 Filter, der im Lieferumfang enthalten ist, wurde getestet, konnte allerdings bei den vorhandenen Witterungsbedingungen keinen spürbaren Unterschied liefern. Grundsätzlich ist es seine Aufgabe, die Spiegelungen und Reflexionen in der Windschutzscheibe zu reduzieren, doch ist dies nur bei entsprechender Sonneneinstrahlung sinnvoll. Gerade bei dunklen Verhältnissen sollte er immer abgenommen werden, da er die Aufnahme merklich verdunkelt.
Die 4K-Auflösung benötigt allerdings entsprechenden Speicherplatz. Die VIOFO A119M Pro unterstützt Micro-SD-Karten bis zu einer Größe von 512GB. Die Dashcam selbst lässt verschiedene Längen an Videoeinheiten zu. So lässt sich über die App einstellen, ob die Loop-Aufnahme eine, zwei, drei, fünf oder zehn Minuten lang sein soll.
Eine Minute entspricht etwa 380MB, sodass auf einer 64GB großen Micro-SD-Karte nicht ganz drei Stunden an Videomaterial gespeichert werden können, bevor die ersten Dateien überschrieben werden. Das ist wichtig, um der aktuellen Rechtslage in Deutschland zu folgen. Allerdings lässt sich die Auflösung auf 2K oder Full-HD per App herunterskalieren, wodurch mehr Minuten pro Zyklus gespeichert werden können.
Testergebnis
Die VIOFO A119M Pro konnte in unserem Test Stärken ausspielen und mit einer fast durchweg positiven Leistung überzeugen. Das beginnt schon bei der Aufnahmequalität, die mit 4K hochwertige Bilder liefert, sich über die App jedoch auch bequem auf 2K oder 1080p herunterskalieren lässt. Auch die Anbindung an die Sprachsteuerung hat ohne Probleme funktioniert, dürfte in der Realität jedoch kaum Anwendung finden. Wirklich praktisch ist die Parkfunktion, die in Verbindung mit einem Hardwire-Kit eine 24/7-Überwachung des eigenen Automobils ermöglicht. Insgesamt können wir eine Kaufempfehlung aussprechen.
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