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Nextbase Piqo Test – 2K-Dashcam mit SOS-Funktion

Getestet von Michael am
Vorteile
  • hochwertige Verarbeitung
  • sehr gute Aufnahmen bei Tageslicht
  • umfangreiche Funktionen
  • einfache Installation
Nachteile
  • Nachtaufnahmen können nicht überzeugen
  • permanente Bluetooth-Verbindung zum Handy sinnvoll
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Mit der Nextbase Piqo 2K bietet der Hersteller eine extrem kompakte und dennoch leistungsstarke Dashcam, die nicht nur Schutz für euer Fahrzeug bietet, sondern auch bei einem Unfall Leben retten kann. Mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel (2K), einem Blickwinkel von 140° und einer integrierten Emergency-SOS-Funktion kann die Nextbase Piqo im Schadensfall ein wertvoller Begleiter sein.

Nextbase Piqo Einleitung

Bei Nextbase handelt es sich um einen britischen Hersteller, der sich auf Dashcams und fahrzeugintegrierte Sicherheitstechnik spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 1999 im Vereinigten Königreich gegründet und hat sich vom In-Car-Entertainment zu einem klaren Fokus auf Dashcams entwickelt. Heute gilt Nextbase als der Marktführer in Großbritannien und als eine der bekanntesten Marken für Dashcams in Europa. Entsprechend hoch sind natürlich auch unsere Erwartungen an die 130€ teure Dashcam. Wir haben die Nextbase Piqo für euch ausführlich getestet und zeigen euch alle Stärken und Schwächen des Geräts.

Lieferumfang

Für unseren Test hat uns der Hersteller ein erweitertes Setup zur Verfügung gestellt, das folgenden Lieferumfang beinhaltet:

  • Nextbase Piqo Dashcam
  • 2 x Halterung für die Windschutzscheibe
  • Reinigungstücher für die Montage
  • Dashcam-Aufkleber für die Windschutzscheibe
  • Anschlusskabel USB-C (4 Meter)
  • Montagehilfe für das Anschlusskabel
  • Kfz-Ladeadapter für die Kfz-Buchse (2 x USB-C)

zusätzliches Zubehör:

  • 32GB-microSD-Karte
  • Nextbase Hardwire-Kit (Pro-Install-Cable)

In der Grundausstattung liegt der Kamera keine Speicherkarte bei. Ihr solltet darauf achten, dass die Speicherkarte über eine entsprechend hohe Schreibgeschwindigkeit (Class 10) verfügt. Das optionale Hardwire-Kit (Pro-Install-Cable) ermöglicht es, die Dashcam dauerhaft mit Strom zu versorgen. Dafür wird ein Sicherungsadapter direkt am Sicherungskasten des Fahrzeugs angeschlossen und das Kabel hinter der Fahrzeugverkleidung verlegt. Somit ist ein optisch ansprechender Einbau mit dauerhafter Stromversorgung möglich. Alternativ könnt ihr die Piqo natürlich auch über die Kfz-Buchse mit Strom versorgen. Ein entsprechender Adapter mit zwei USB-C-Ausgängen liegt dem Lieferumfang bei.

Technische Daten

Merkmal Nextbase Piqo 2K
Videoauflösung 2560 x 1440 Pixel
Bildrate 30fps
Blickwinkel 140°
Sensor Omnivision
Display Keins
Speicher microSD, bis 256GB
GPS Ja, 10Hz
WLAN Ja, 2,4GHz
Bluetooth 4.1
USB-Anschluss USB-C
Kabellänge 4,0m
Stromquelle 12V-Autoadapter, Pro-Install-Kabel oder Piqo Quick Connect
Abmessungen 40 x 32 x 108mm
Gewicht 75g
Betriebstemperatur -10°C bis +40°C
Besondere Funktionen Guardian Mode Lite, Witness Mode Lite, Emergency SOS, Smart Parking

Die Nextbase Piqo ist mit 40 x 32 x 108 Millimeter extrem kompakt für eine Kamera mit 2K-Auflösung. Die GPS-Abtastrate liegt bei beeindruckenden 10Hz. Das bedeutet, dass die Kamera zehnmal pro Sekunde ihren Standort aktualisiert. Somit sind sowohl die Koordinaten als auch die gemessene Geschwindigkeit sehr genau. Für die Erfassung von Bewegungen ist ein G-Sensor (Beschleunigungs- oder Erschütterungssensor) verbaut. Neben der üblichen Aufzeichnung des Geschehens bietet die Piqo vier interessante Betriebsmodi, die wir euch hier näher erläutern:

Guardian Mode Lite

Guardian Mode Lite ist ein Schutzmodus von Nextbase, der euch Informationen liefert, wenn euer Fahrzeug außerhalb der von euch festgelegten Geschwindigkeiten oder Zonen gefahren wird. Die Dashcam überwacht Geschwindigkeit sowie Standort und schützt Aufnahmen, wenn vorher festgelegte Grenzen überschritten werden.

Witness Mode Lite

Der Witness Mode Lite ist die Zeugenfunktion für den Notfall. Per Sprachbefehl („Nexi Zeugenmodus starten”) startet die Dashcam sofort eine Aufnahme und sichert das Video automatisch. Zusätzlich informiert sie einen hinterlegten Kontakt per SMS/E-Mail mit Standortdaten, damit im Ernstfall schnell Hilfe und ein Beweis verfügbar sind.

Emergency SOS

Emergency SOS ist der Notfallmodus, der bei einem Unfall automatisch auslöst. Registriert der Beschleunigungssensor (G-Sensor) in der Kamera einen schweren Unfall, alarmiert das System automatisch Rettungskräfte. Diese erhalten zusätzlich eure Standortdaten und wichtige in der App hinterlegte Notfalldaten (Blutgruppe, Vorerkrankungen, Medikamente).

Smart-Parking

In diesem Modus bleibt die Dashcam aktiv, selbst wenn das Auto abgestellt wurde. Sie zeichnet bei Bewegung oder einem Stoß automatisch das Ereignis auf und liefert wichtige Beweise für mögliche Beschädigungen am Fahrzeug. Dieser Modus funktioniert nur bei dauerhafter Stromversorgung der Kamera.

Rechtliche Grundlagen für die Nutzung einer Dashcam im Auto

In Deutschland sind Dashcams nicht generell verboten, aber eine dauerhafte anlasslose Aufzeichnung des Straßenverkehrs ist datenschutzrechtlich problematisch und grundsätzlich unzulässig.

Erlaubt ist eine Dashcam in Deutschland vor allem dann, wenn sie nicht dauerhaft anlasslos alles aufzeichnet, sondern nur kurz und ereignisbezogen speichert, etwa bei einem Unfall oder einer starken Bremsung. Der Bundesgerichtshof hat 2018 klargestellt, dass die permanente, anlasslose Aufzeichnung datenschutzrechtlich unzulässig ist, eine solche Aufnahme aber im Unfallprozess trotzdem als Beweismittel verwertbar sein kann.

Problematisch wird es, wenn die Kamera den öffentlichen Straßenraum ständig filmt und damit Personen oder Kennzeichen ohne konkreten Anlass erfasst, denn das gilt als Verarbeitung personenbezogener Daten und verstößt regelmäßig gegen Datenschutzrecht. Eine Dashcam ist am ehesten zulässig, wenn sie technisch auf kurze Speicherzeiten, Überschreiben und Sicherung nur im Ereignisfall ausgelegt ist. Zeichnet ihr dauerhaft auf, riskiert ihr datenschutzrechtliche Probleme, auch wenn das Video im konkreten Unfallfall vor Gericht verwendet werden darf.

Design und Verarbeitung

Kompakt, leicht und schwarz präsentiert sich die Nextbase Piqo. Mit einem Gewicht von nur 75 Gramm gehört sie zu den Leichtgewichten auf dem Markt. Das liegt vornehmlich daran, dass Nextbase bei der Piqo auf ein Display verzichtet und die Bedienung auf das Smartphone oder Tablet verlegt. Das Gehäuse besteht vollständig aus Kunststoff und bietet auf der Unterseite einen Gelenkfuß, der eine flexible Positionierung der Dashcam ermöglicht. Die rechte Seite bietet den microSD-Steckplatz, der Karten mit einer Größe von bis zu 256GB aufnehmen kann. Die Stromversorgung erfolgt mittels USB-C-Port auf der linken Seite, der sich gleichzeitig für einen schnellen Datenaustausch von Dashcam zum PC nutzen lässt.

Auf der Rückseite befindet sich unterhalb des Nextbase-Logos der einzige Funktionstaster der Dashcam. Dieser ermöglicht es, die Kamera zu aktivieren, den Bluetooth-Kopplungsmodus zu starten oder die Werkseinstellungen wiederherzustellen. Zusätzlich bietet die Taste eine mehrfarbige Beleuchtung, die euch den momentanen Betriebszustand der Nextbase Piqo anzeigt. Obwohl Nextbase hier ausschließlich Kunststoff verwendet, vermittelt die Kamera dank ihrer Hochglanzoptik eine gewisse Wertigkeit und ist exzellent verarbeitet.

Installation der Nextbase Piqo

Für unseren Test haben wir uns für die dauerhafte Stromversorgung mittels Hardwire-Kit entschieden. Hierbei wird ein kleines 5V-Netzteil mit separatem Kabel direkt vom Sicherungskasten des Fahrzeugs zur Dashcam gelegt. Somit ist die Dashcam selbst bei ausgeschalteter Zündung dauerhaft mit Strom versorgt.

Dafür müssen wir als Erstes den Sicherungskasten des Fahrzeugs finden. Dieser befindet sich meist im unteren Bereich der Fahrerseite. Im Anschluss wählen wir den passenden Sicherungsadapter für die jeweilige Steckplatzgröße aus. Nextbase legt hier insgesamt vier verschiedene Adapterkabel bei, um jegliche Steckplatzgröße abzudecken. Diese haben bereits eine 2A-Sicherung für die Dashcam vorinstalliert und bieten noch einen freien Steckplatz für die Fahrzeugsicherung.

Um eine dauerhafte Stromversorgung zu ermöglichen, müsst ihr eine Sicherung finden, die auch bei ausgeschalteter Zündung dauerhaft aktiv bleibt. Wir haben die Sicherung der Fahrzeuginnenbeleuchtung gewählt. Im Anschluss steckt ihr die originale Sicherung einfach auf den Adapter und platziert diesen wiederum im Steckplatz für die Fahrzeuginnenbeleuchtung. Somit ist sowohl die Innenbeleuchtung als auch die Dashcam über die 2A-Sicherung geschützt.

Das kleine 5V-Netzteil benötigt neben der 12V-Stromversorgung noch einen Anschluss an die Fahrzeugmasse (Minus-Potenzial). Diesen Anschluss konnten wir direkt an einer Schraube oberhalb des Sicherungskastens finden. Somit ist die Stromversorgung aktiv und ihr könnt das Kabel zur Dashcam verlegen.

Wer jetzt denkt, dass man für die Montage den halben Innenraum zerlegen muss, irrt sich. Mit dem beiliegenden Montagewerkzeug wird die Verkleidung des Fahrzeughimmels und der A-Säule einfach ein Stück angehoben und das Kabel darunter verlegt. Das hat im Test erstaunlich einfach und problemlos funktioniert.

Abschließend sucht ihr euch einen Montageort für die Nextbase Piqo aus. Dabei sollte die Kameralinse innerhalb des Wischbereichs der Scheibenwischer liegen und die Kamera eure Sicht bei der Fahrt nicht beeinträchtigen. Wir haben die Piqo rechts neben dem Innenspiegel positioniert. Vor dem Aufkleben der Halterung solltet ihr die Scheibe mithilfe der beiliegenden Reinigungstücher gründlich säubern. Zu guter Letzt verstauen wir die überschüssigen Kabel sauber im Sicherungskasten und fixieren sie mithilfe der zwei beiliegenden Kabelbinder. Obwohl dies meine erste Dashcam-Installation war, hat alles zusammen nur rund 45 Minuten in Anspruch genommen.

Steuerung mit der Nextbase-App

Um alle Funktionen der Nextbase Piqo nutzen zu können, wird zwingend die hauseigene Nextbase-App für Android oder iOS benötigt. Nach dem Anlegen eines Nutzerkontos (E-Mail und Passwort) fügt ihr die Kamera mittels Bluetooth-Suche hinzu. Aufgrund der dauerhaften Kommunikation mit eurem Smartphone benötigt die App sowohl Zugriff auf euer Telefon als auch auf die Standortdaten. Zusätzlich solltet ihr den Energiesparmodus deaktivieren, sodass die App dauerhaft aktiv bleibt. Bei häufiger Kommunikation zwischen Smartphone und Dashcam steigt der Akkuverbrauch spürbar an. Über den Tagesverlauf macht allein die Nextbase-App rund 10% des Gesamtverbrauchs aus. Alternativ könnt ihr natürlich auch den Energiesparmodus nutzen. Dies kann allerdings dazu führen, dass Services wie der Emergency-SOS-Modus oder der Guardian-Lite-Modus im Bedarfsfall nicht einsatzbereit sind.

Nach dem Start der App prüft diese eure länderspezifischen Regularien und weist euch darauf hin, dass in Deutschland keine dauerhafte Aufzeichnung und Speicherung ohne Anlass zulässig ist. Nextbase nennt das „eingeschränkte Geschichte”. Die Übersetzung ist hier etwas unglücklich gewählt. Gemeint ist die Funktion, dass die Dashcam dauerhaft Videos aufnimmt und diese erst überschreibt, wenn die Speicherkarte voll ist. Es liegt in eurer Hand, ob ihr die dauerhafte Aufzeichnung aktiv lasst oder den Modus wechselt. Bei einem Wechsel zeichnet die Kamera drei ungeschützte Videos auf und überschreibt diese anschließend wieder. Bei einem Unfall oder dem Auslösen des Beschleunigungssensors wird das Video automatisch geschützt, dauerhaft gespeichert und nicht überschrieben.

Auf der Übersichtsseite seht ihr direkt oben den Verbindungsstatus eures Smartphones. Ihr solltet darauf achten, dass die Dashcam während der Fahrt mit eurem Telefon verbunden ist. Die Live-Ansicht dient dazu, die Kamera grundlegend auszurichten, sodass ein optimales Blickfeld garantiert ist.

Nextbase Piqo Testbild Skin

In der Bibliothek könnt ihr die gespeicherten Videos der Dashcam einsehen und herunterladen. Dazu baut die Nextbase Piqo eine WLAN-Direktverbindung zu eurem Telefon auf, um den Datendurchsatz zu steigern. Dennoch ist die Geschwindigkeit vergleichsweise langsam, sodass ein Videodownload in höchster Qualität rund 3 bis 5 Minuten dauert. Für die Übertragung mehrerer Videos solltet ihr die USB-C-Verbindung zum PC nutzen. Hier sind Datenraten von bis zu 20MB/s möglich. Nextbase bietet im Videobereich die Möglichkeit, euer aufgezeichnetes Videomaterial mit Overlays aufzuwerten. So werden beispielsweise die Geschwindigkeit, der Standort, Daten des Beschleunigungssensors oder sogar eine kleine Landkarte in das Video eingebettet. Nach erfolgreichem Download lässt sich das Video bei Bedarf mit einem Klick teilen.

In den Dashcam-Einstellungen könnt ihr die Videoqualität anpassen, Belichtungszeiten ändern und die Audioaufzeichnung aktivieren oder deaktivieren. Weiterhin legt ihr fest, welche Informationen (GPS, Zeitstempel, Kennzeichen, Geschwindigkeit, Modellstempel) im Video gespeichert werden.

Die Einstellungen für die Einrichtung bieten noch zahlreiche weitere Funktionen:

  • Gerätetöne
  • Geschwindigkeitseinheiten km/h / mph
  • Parkmodus (Smart-Parking)
  • Aufprallempfindlichkeit (G-Sensor)
  • Eingeschränkte Geschichte
  • Befehls- und Ansagesprache
  • Dashcam-Informationen
  • microSD-Kartendetails
  • Werkseinstellungen

Vom Funktionsumfang her lässt die Nextbase-App keine Wünsche offen. Die Anwendung ist übersichtlich gestaltet und funktionierte im gesamten Testzeitraum anstandslos. Lediglich manche Übersetzungen ins Deutsche wirken holprig. So wird beispielsweise die Auswahl eines Skins mit „Bewerben skin” bestätigt.

Bildqualität und Alltagstest

Mit einer Videoauflösung von 2560 x 1440 Pixel ist die Nextbase Piqo für eine Dashcam solide aufgestellt. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass reine Datenblätter oft nicht die tatsächliche Bildqualität widerspiegeln. Die Piqo leistet sich in dieser Disziplin bei Tageslicht kaum Schwächen. Die Bildqualität überzeugt für eine Dashcam: Kennzeichen, Personen und Fahrzeuge lassen sich in einem Abstand von bis zu 10 Metern klar erkennen. Weiter entfernte Objekte in der Umgebung weisen ein Bildrauschen auf und sind weniger gut zu identifizieren. Für eine direkte Unfallaufnahme spielt dies jedoch eine untergeordnete Rolle.

Die Kamera zeichnet im Betrieb einzelne Videoclips mit einer Länge von 60 Sekunden auf, die auf der Speicherkarte rund 180MB pro Clip belegen. Ist die Kapazität der Speicherkarte erreicht, überschreibt das System die bestehenden Videos beginnend mit der ältesten Datei. Videos, die als schützenswert eingestuft wurden, bleiben erhalten und müssen manuell gelöscht werden.

Die Aufnahmen bei Nachtfahrten oder schlechten Lichtverhältnissen fallen dagegen ab. Vor allem Gegenlicht und reflektierende Oberflächen bereiten der Piqo Probleme. Straßenschilder und Nummernschilder sind lediglich in der unmittelbaren Umgebung (1 bis 2 Meter vor dem Fahrzeug) zu entziffern. Bei Dunkelheit und nasser Fahrbahn verstärkt sich dieser Effekt zusätzlich.

Die Betriebsmodi der Nextbase Piqo arbeiten sehr zuverlässig. Der Guardian-Mode-Lite überwacht mittels Geofencing den Standort eures Fahrzeugs und löst entweder beim Verlassen der definierten Zone oder beim Überschreiten der festgelegten Höchstgeschwindigkeit aus. Dabei startet die Nextbase Piqo ein geschütztes Video und informiert den Besitzer über das Ereignis per Push-Nachricht und SMS. Verleiht ihr euer Auto an Bekannte oder die eigenen Kinder, lassen sich Verstöße oder unsachgemäße Benutzung direkt nachvollziehen.

Der Witness Mode versetzt die Kamera per Sprachbefehl in einen Zeugenmodus, der sofort eine geschützte Video- und Audioaufnahme startet. Hierfür genügt der Befehl „Hey Nexi, Zeugenmodus starten”. Zusätzlich informiert die Nextbase Piqo einen hinterlegten Notfallkontakt per SMS und E-Mail.

Im Smart-Parking-Modus überwacht die Kamera das abgestellte Auto und startet eine Videoaufnahme, sobald der G-Sensor eine Erschütterung registriert. Dieser arbeitet äußerst empfindlich und reagiert bereits bei leichtem Ruckeln am Fahrzeug. Somit zeichnet das System Parkplatzrempler, Einkaufswagen-Unfälle oder Vandalismus zuverlässig auf.

Vor allem für Eltern von Fahranfängern ist der Emergency-SOS-Modus interessant. Viele kennen diese Funktion bereits als Sicherheitsfeature moderner Fahrzeuge, etwa BMWs Intelligent Emergency Call oder das Volvo-Emergency-Call-System. Bei einem schweren Verkehrsunfall (hohe Krafteinwirkung auf den G-Sensor) alarmiert das System automatisch Rettungskräfte und übermittelt den Unfallort. Dank der Standortdaten und optionaler Zusatzinformationen (Blutgruppe, Medikamente, Allergien) erhalten die Einsatzkräfte direkt wichtige Details. Nach dem 30-tägigen Testzeitraum kostet diese Option 2,99€ pro Monat oder 29,99€ pro Jahr und bietet zusätzlich auch ein Cloud-Backup für eure Videos von bis zu 180 Tagen.

Bis auf den Emergency-SOS-Modus haben wir alle Funktionen getestet und können bestätigen, dass diese absolut zuverlässig arbeiten und bei Tageslicht verwertbare Aufnahmen liefern. Allerdings setzen diese Funktionen eine permanente Bluetooth-Verbindung zum Smartphone voraus. Verleiht ihr das Fahrzeug und euer Telefon bleibt bei euch, besteht keine aktive Verbindung zur Dashcam. In diesem Fall erhaltet ihr keine Sofortbenachrichtigungen und auch der Emergency-SOS-Modus greift nicht. Alle Ereignisse bleiben jedoch auf der Kamera gespeichert und übertragen sich bei der nächsten Verbindung automatisch.

Testergebnis

Getestet von
Michael

Die Nextbase Piqo bietet für rund 130€ eine Menge Dashcam für das Geld. Mit Funktionen wie der Parküberwachung im Smart-Parking-Modus, dem Guardian-Mode-Lite und der Emergency-SOS-Funktion sticht der Hersteller aus der Masse heraus und bietet Features, die sonst nur in der Premiumklasse zu finden sind. Die Aufnahmen bei Tageslicht überzeugen und ermöglichen jederzeit das Unfallgeschehen nachzuvollziehen. Lediglich bei Nachtfahrten und bei schlechten Lichtverhältnissen werden die Schwächen in der Aufnahmequalität deutlich. Dennoch ist auch hier das Bildmaterial ausreichend, um ein Unfallgeschehen nachzuvollziehen oder im Nahbereich Kennzeichen oder Personen identifizieren zu können.

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