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Moov Run Plus Test – Laufband fürs Home-Office mit 14km/h

Getestet von Sven Schubert am
Vorteile
  • sehr solide Verarbeitung
  • angenehmer Untergrund mit Schuhen
  • hohe Geschwindigkeit bis 14km/h
  • gute Neigung bis zu 15°
  • sehr gute Fernbedienung
  • zum Training und als Walkingpad geeignet
  • relativ günstig
Nachteile
  • kein Sanftanlauf, sondern kleiner Ruck
  • Bluetooth Speaker leise und schlechter Klang
  • nicht anpassbare Programme
  • 6km/h-Drosselung ohne Bügel
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Der Markt für Laufbänder ist mittlerweile stark gewachsen und es gibt immer mehr Anbieter. Das niederländische Start-up-Unternehmen Moov wirbt für sein Topmodell „Run Plus” mit einer hohen Geschwindigkeit von 14km/h, einer Steigungseinstellung bis 15%, einem leisen Antrieb und einer großen Lauffläche von 120 x 44cm. All das gibt es aktuell für 449€. Wir haben das Moov Run Plus einige Wochen lang zum Walken und Joggen benutzt und klären in diesem Test die Stärken und Schwächen des neuen Modells.

Moov Run Plus Laufband Video Smartzone

Versand und Aufbau

Moov versendet das Run Plus in einem sehr gut gepolsterten Paket per DHL. Aufgrund des hohen Paketgewichts von knapp 50kg kommt es als 2-Mann-Lieferung zu euch. Den genauen Liefertermin stimmt der Spediteur vorab telefonisch mit euch ab. Die beiden Männer haben mir das schwere Paket vor die Tür gestellt. Ich konnte sie aber nicht dazu bewegen, mir beim Hochtragen in den zweiten Stock zu helfen. Dafür kann Moov natürlich nichts, aber ihr solltet euch darauf einstellen, dass ihr jemanden zum Helfen braucht. Das Paket lässt sich aufgrund seiner Größe und seines Gewichts allein nur schwer tragen.

An Montagearbeiten ist nicht viel zu tun, lediglich die Armstützen müsst ihr mit je zwei Schrauben seitlich am klappbaren Bügel befestigen. Stecker einstecken, die beiliegenden Batterien in die Fernbedienung und es kann gleich losgehen.

Im Lieferumfang liegen etwas Werkzeug und Öl für die Wartung bei. Dazu kommt eine sehr gute Bedienungsanleitung in deutscher Sprache. Optional gibt es noch eine Staubschutzhülle, eine Halterung für Handy oder Tablet, einen Getränkehalter und eine Schutzmatte für den Fußboden. Wir hatten das Zubehör mitbestellt, aufgrund von Lieferschwierigkeiten stand es uns aber auch nach mehreren Wochen nicht zur Verfügung. Generell verlief die Lieferung ein wenig holperig. Erst wurde eine Lieferung per DHL angekündigt, dann sollte es FedEx werden und dann ist es schließlich doch DHL geworden.

Design und Verarbeitung

Die beiden Rollen an der Unterseite erleichtern euch das Positionieren des Laufbandes. Aufgrund seiner soliden Konstruktion, die an den meisten Stellen aus Metall besteht, bringt das Moov Run Plus stolze 44kg auf die Waage. Moov gibt das Maximalgewicht für den Benutzer mit 120kg an. Ich habe es mit meinen 75kg getestet und dabei noch eine 7kg schwere Gewichtsweste getragen. Mit Abmessungen von 160 x 80cm ist es klein genug, um problemlos unter einen Schreibtisch zu passen. Die Herstellerangabe lautet hier 146,6 x 80,5cm – allerdings muss der Bügel im “Schreibtischbetrieb” unten sein, und hinten muss der Stecker noch rein und dann sind es 160cm. Wenn der Bügel oben ist, dann liegt die Höhe des Laufbands bei 117cm. Gerade für den Betrieb unter einem höhenverstellbaren Schreibtisch solltet ihr prüfen, ob sich dieser auch um 13cm erhöhen lässt. Das Moov Run Plus ist vorne durch das Display 16cm hoch, das Laufband befindet sich auf 13cm. Diese 13cm stehen dann auch über dem Schreibtisch. Bei meinem Schreibtisch musste ich dafür die maximale Höhe nutzen. Er wird dann leider auch deutlich instabiler und mein Monitor wackelt entsprechend mehr.

Das Laufband ist sehr sauber verarbeitet, es gibt keine scharfen Kanten und nichts wackelt oder knarzt während des Betriebs. Mit 120 x 44cm ist die Lauffläche ein guter Kompromiss zwischen Kompaktheit und Komfort. Beim Gehen und Joggen war mir das Moov Run Plus nie zu kurz oder zu schmal. Die motorische Neigungsverstellung ist solide ausgelegt, ihr stellt sie über die Fernbedienung oder am Bügel in 15 Stufen auf maximal 15% ein.

Mit der Fernbedienung habt ihr Zugriff auf alle Funktionen. Eine sinnvolle Ergänzung, denn im Schreibtischbetrieb müsst ihr den Bügel unten lassen.

Die Notabschaltung über den magnetisch befestigten, orangefarbenen Clip könnt ihr unter dem Schreibtisch durch den heruntergeklappten Bügel leider nicht benutzen. Ansonsten funktioniert sie gut und bringt das Band schnell zum Stehen.

Stromverbrauch des Moov Run Plus

MoovRunPlus Socket

Auf den Stromverbrauch hatte ich beinahe keinen weiteren Gedanken verschwendet, ein Blick auf die Anschlussseite des Moov Run Plus hat mich jedoch nachdenklich gemacht. Hier wird eine Leistung von 730 Watt angegeben. Also schnell ein einfaches Messgerät dazwischen und wieder aufs Laufband. Im Standby werden sparsame 3,5 Watt verbraucht, beim gemütlichen Walken mit 1-2km/h sind es 50 Watt und beim schnellen Walken oder langsamen Joggen mit 5-6km/h dann 200 Watt, während ihr beim schnellen Joggen mit 8km/h schon 350 Watt verbraucht. Auf 10km/h werden es dann 450 Watt und auf 14km/h sind es 650 Watt. Wenn ihr das Moov Run Plus nie ganz ausschaltet, sind das im Jahr 30kWh. Kommen ein wenig Walken im Home Office an 3 Tagen in der Woche mit je 3h und zweimal die Woche ein Workout dazu, dürften es so um die 80-100kWh im Jahr sein. Sind dann bei 30ct pro kWh knapp 30€ für ein deutliches Plus für die eigene Gesundheit. Der Motor für das Laufband ist beim Moov Run Plus ein bürstenloser Motor und damit auch wartungsfrei und sehr langlebig.

Bedienung und Laufeigenschaften des Moov Run Plus

Das Moov Run Plus ist einfach zu bedienen und die Tasten sind selbsterklärend. Es bietet 12 Programme, bei denen es in zehn Intervallen verschiedene Geschwindigkeiten und Neigungen automatisch einstellt. Leider zielen elf Programme aufgrund der hohen Geschwindigkeiten eher auf gut trainierte Jogger ab, lediglich das erste Programm eignet sich auch für Einsteiger oder weniger durchtrainierte Läufer. Zudem lassen sich diese Programme nicht anpassen und ihr könnt kein eigenes Programm erstellen. Natürlich könnt ihr das Laufband auch manuell ohne Programm starten und jederzeit während des Laufens Geschwindigkeit und Neigung verstellen. Während des Trainings zeigen die Displays (im Bügel und unten am Band) abwechselnd folgende Werte an: Neigung, Schrittzahl, Geschwindigkeit, Laufzeit, Entfernung und Kalorienverbrauch. Den Kalorienverbrauch könnt ihr aufgrund der fehlenden Grundwerte (Puls, Gewicht, Alter, Geschlecht) allerdings vergessen. Die seitlichen Bügel konnte ich nicht verwenden, denn sie sind für meine Körpergröße von 175cm zu niedrig.

Mehr durch Zufall ist mir aufgefallen, dass die Geschwindigkeit vom Moov Run Plus automatisch auf maximal 6km/h abgeregelt wird, wenn der Bügel heruntergeklappt ist. Da diese Begrenzung auch in den Programmen auftritt, könnt ihr die Programme als Einsteiger auch abgeschwächt laufen, da die Spitzenintervalle alle auf 6km/h begrenzt sind. Nicht perfekt, aber zumindest habt ihr ein paar Wechsel drin.

Gerade bei der aktuellen Sommerhitze würdet ihr sicher gern barfuß auf dem Moov Run Plus laufen. Der Untergrund ist allerdings hart, deshalb macht es mit Laufschuhen deutlich mehr Spaß. Die integrierte Dämpfung des Laufbands ist hingegen angenehm. Wenn ihr wie ich eine Smartwatch am Handgelenk habt und eure Schritte aufzeichnet, muss ich euch enttäuschen. Da man am Schreibtisch die Handgelenke mehr oder weniger ruhig auf dem Tisch liegen hat werden keine Schritte mit der Smartwatch aufgezeichnet. So habe ich dann nach einer Stunde walken von meiner Smartwatch den dezenten Hinweis bekommen, dass ich mich doch mal bewegen soll. Die Geräuschentwicklung ist selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten mit knapp unter 50dBA deutlich wahrnehmbar und entspricht der Herstellerangabe. Wer nebenher fernsehen möchte, muss die Lautstärke deutlich erhöhen. Für ein Meeting solltet ihr ein Headset verwenden, damit das Mikrofon dicht am Mund sitzt und die Laufgeräusche des Moov Run Plus kaum noch zu hören sind.

Bluetooth Verbindungen

Das Moov Run Plus lässt sich per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und über die eingebauten Lautsprecher könnt ihr Musik oder Podcasts wiedergeben. Die Qualität ist allerdings bescheiden und reicht allenfalls für Podcasts. Sowohl die Lautstärke als auch der Klang sind schlecht. Ebenfalls per Bluetooth könnt ihr das Moov Run Plus mit den Apps Zwift und Kinomap verbinden um auf einem Bildschirm ein wenig ein Live Erlebnis zu bekommen.

Bei Zwift könnt ihr das Moov Run Plus direkt aus einer Liste auswählen und bekommt eine Laufumgebung mit einem einstellbaren Avatar. Die Geschwindigkeit und die Steigung werden vom Moov Run Plus dabei laufend an die App übertragen und angezeigt. Bei Kinomap ist Moov als Hersteller nicht hinterlegt, man kann das Moov Run Plus aber über Bluetooth suchen und einbinden lassen. Auch hier werden die Daten dann live an die App übertragen. Bei Kinomap bekommt ihr keinen Lauf Avatar mit angezeigt, aber dafür eine etwas realistischer wirkende Umgebung.

Moov Run Plus im Videotest

Das Video wurde mit einem Oppo Find X7 aufgenommen, die Kameraführung hat der Gimbal DJI Osmo 7P übernommen.

Testergebnis

Getestet von
Sven Schubert

In unserem Test hat sich das Moov Run Plus sowohl für das Walken vor dem Schreibtisch als auch für das Jogging-Training bewährt und uns gut gefallen. Besonders die hohe Geschwindigkeitsreserve von bis zu 14km/h und die maximale Neigung von 15% machen es zu einem guten Trainingspartner, der mit steigender Fitness mithalten kann. Das Gerät ist stabil und solide aufgebaut.

Weniger gut gefallen haben uns die nicht anpassbaren Programme. Gerade für Einsteiger bleibt hier viel Potenzial ungenutzt. Die integrierten Bluetooth-Lautsprecher sind in Lautstärke und Qualität unbrauchbar. Auch die Geräuschentwicklung von knapp unter 50dBA sollte euch vor dem Kauf bewusst sein, wenngleich das füpr ein solches Laufband völlig normal ist.

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