Sunseeker @ IFA 2026: S7 mit Greifarm und die Generation 2027
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Sunseeker füllte auf der IFA 2026 in Berlin in Halle 11.1 an Stand 107 eine ganze Gartenlandschaft: Kunstrasen mit Hanglage, ein Haus in halber Größe, ein Kiesweg und mittendrin die neue Mähroboter-Generation 2027. Im Mittelpunkt stand der S7, das Allradmodell der Serie, das bis auf null Zentimeter an Mauern und Beetkanten heranschneidet. Daneben zeigte der Hersteller, wie der Garten künftig zusammenarbeiten soll: Mähroboter, Regenmesser, Bodensensoren und eine Bewässerungssteuerung in einer App.
Preise nennt Sunseeker für die neue Serie noch nicht, in den Handel kommt sie erst im Februar 2027. Am Stand haben wir uns angesehen, was die Generation von den aktuellen Modellen unterscheidet.
Sunseeker S7: der Mäher mit dem Greifarm
Auf dem Schild am Gerät steht S7 LiDAR Ultra AWD, ausgelegt auf 3.000 Quadratmeter. AWD steht für Allradantrieb, und danach sieht das Gerät auch aus: vier grob profilierte Räder, ein flaches Gehäuse und ein LiDAR-Turm auf dem Deckel. Sunseeker stellt ihn für große, verwinkelte und steile Grundstücke auf.
Die eigentliche Neuerung sitzt an der Seite. Ein absenkbarer Trimmerkopf namens EdgeZero fährt aus und schneidet bis auf 0 Zentimeter an Mauern, Beetkanten und Zäune heran. Damit greift Sunseeker genau den Punkt an, der Mährobotern im Alltag am meisten Handarbeit übrig lässt, nämlich den Rand.
Greifarm auf dem Rücken
Auf der Demofläche fuhr ein S7 mit einem mehrgliedrigen Greifarm auf dem Rücken, der einen Gegenstand von einer Steinplatte aufnahm. In der Pressemitteilung zur Generation 2027 taucht er nicht auf, dort geht es ausschließlich ums Mähen. Ob daraus ein Produkt wird, was der Arm können soll und wann es so weit ist, sagt Sunseeker bisher nicht. Als Vorführung ist es der ungewöhnlichste Mähroboter-Auftritt dieser Messe.
Generation 2027: fünf Modelle, alle mit LiDAR
Der S7 ist das Topmodell einer Serie aus fünf Geräten, von denen Sunseeker bisher drei benennt. Der S3 zielt auf kleinere Gärten und Hanglagen, der S5 auf mittlere und große Familiengärten, der S7 auf alles darüber. Insgesamt deckt die Serie Rasenflächen von 500 bis 3.000 Quadratmetern ab.
Gemeinsam ist allen fünf die Navigation. Sie finden ihren Weg per LiDAR, also über Laser-Sensortechnik, und kommen damit ohne Begrenzungskabel, ohne RTK-Antenne im Garten und ohne manuelle Einrichtung aus. Beim Kantenschnitt trennt sich die Serie dagegen: Nur der S7 bekommt den absenkbaren EdgeZero-Kopf, S3 und S5 übernehmen den Rand mit einer seitlich montierten Mini-Schneidscheibe und kommen bis auf 3 Zentimeter heran.
Wärmebild gegen den Igel im Rasen
Dazu kommen zwei Dinge, die beide nichts mit dem Schnittbild zu tun haben. Eine optionale Wärmebildkamera erkennt Lebewesen nicht an Form oder Farbe, sondern an ihrer Körperwärme, und das auch bei völliger Dunkelheit. Der Mäher stoppt dann und weicht großräumig aus. Für Igel ist genau das der Unterschied, weil sie nachts unterwegs sind und sich bei Gefahr zusammenrollen, statt wegzulaufen. Unabhängig davon unterscheidet die neue Generation nach Herstellerangabe mehr als 360 Objekte im Garten und hält an, bevor es zur Berührung kommt.
Der Garten als 3D-Karte
Der zweite Punkt heißt MapOS und ist die interessantere Ansage. Bisherige Mähroboter kennen ihren Garten als Umriss mit Hindernissen darin. MapOS setzt aus Kamerabild und KI eine dreidimensionale Karte zusammen, auf der ein Beet als Beet erkannt wird, ein Baum als Baum und eine Terrasse als Terrasse. Statt Grenzlinien auf eine graue Fläche zu zeichnen, legt ihr Mähzonen und Sperrbereiche direkt am erkannten Objekt fest. Eine manuelle Kartierung entfällt, und ein umgestellter Gartenstuhl zwingt den Roboter nicht zu einer neuen Runde. Sunseeker reklamiert für sich, diese Technik als erster Hersteller in einen Mähroboter zu bringen.
Smart Garden: der Rasen meldet sich, wenn ihm etwas fehlt
Auf diesem Gartenverständnis baut auf, was Sunseeker Smart-Garden-Ökosystem nennt und am Stand als halbes Haus mit Rasen, Sprinkler und Wasserhahn aufgebaut hatte. Verbunden werden Mähroboter, Regenmesser und Bodensensoren, die App zeigt den Garten in Zonen und meldet dort zum Beispiel eine Bodenfeuchte von 22 Prozent für Zone C.
Der Gedanke dahinter geht weiter als eine Messanzeige. Erkennt die Software vergilbtes Gras, soll sie unterscheiden, ob Trockenheit oder Schädlingsbefall dahintersteckt, und das Passende empfehlen. Über eine smarte Bewässerungssteuerung am Wasserhahn, am Stand ein Ventil mit zwei Schlauchabgängen, soll das System solche Empfehlungen später selbst umsetzen. Die Bodensensoren kündigt Sunseeker für 2027 an.
Was die Serie einordnet
Preise für S3, S5 und S7 gibt es nicht, der Marktstart ist für Februar 2027 angekündigt. Einen Anhaltspunkt liefern die aktuellen Geräte im deutschen Fachhandel: Der X3 Gen 2 für 800 Quadratmeter kostet 1.099€, der X7 Gen 2 für 3.000 Quadratmeter 2.399€, der X7 Plus Gen 2 für 6.000 Quadratmeter 2.898,99€. Der X4 mit LiDAR und ohne Antenne liegt bei 1.399€.
Wie so ein LiDAR-Mäher von Sunseeker auf dem Rasen arbeitet, wissen wir aus eigener Erfahrung. Der Sunseeker S4 (zum Test) war unkompliziert aufgebaut, weil weder Draht noch Antenne nötig sind, das Schnittbild überzeugte und mit unter 60dB blieb er leise. Der Kantenschnitt ließ dagegen 10 bis 15 Zentimeter stehen, und bei kurzfristig auftauchenden Hindernissen reagierte die Sensorik teils gar nicht. Das reichte für eine eingeschränkte Empfehlung.
- keine RTK-Antenne oder Begrenzungskabel nötig
- einfach und schnelle Einrichtung
- problemlose Kartierung
- sauberes Schnittbild
- leiser Betrieb mit maximal 60 dB(A)
- Kantenschnitt mit Luft nach oben
- manuelle, mechanische Schnitthöheneinstellung
- dynamische Hinderniserkennung mit Schwächen
Preislich hat sich der S4 seitdem stark bewegt: Die UVP liegt bei 1.199€, im Handel ist er inzwischen ab rund 710€ zu bekommen. Zu diesem Kurs kauft ihr einen leisen LiDAR-Mäher für kleine Flächen zum Preis der Einstiegsklasse.
Unsere Einschätzung
Sunseeker geht mit der Generation 2027 genau die Schwäche an, die wir im eigenen Test gemessen haben. Ein Trimmerkopf, der bis an die Mauer heranfährt, entscheidet darüber, ob der Rasen fertig ist oder ob noch eine halbe Stunde Nacharbeit mit dem Trimmer folgt. Ob EdgeZero das im Garten so einlöst wie auf dem Kunstrasen in Halle 11.1, klärt der erste Test.
Die 3D-Karte ist der Teil, der über diese Saison hinausweist. Ein Roboter, der ein Beet als Beet erkennt, braucht keine gezeichneten Grenzen mehr, und wer schon einmal eine Sperrzone um einen Sandkasten gelegt hat, weiß, warum das etwas wert ist. Für euch heißt das: Wer jetzt kauft, bekommt zu guten Preisen ausgereifte Technik, wer auf den sauberen Rand wartet, wartet bis Februar 2027.
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