Singcore by Ultimea @ IFA 2026: S1 Pro für Karaoke
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Ultimea zeigte auf der IFA 2026 in Berlin in Halle 10.2 an Stand 105 seine neue Marke Singcore. Bekannt ist das Unternehmen bisher für Heimkino: Soundbars, Subwoofer und Beamer, von denen wir selbst schon eines getestet (zum Test) haben. Singcore geht in eine andere Richtung. Die Marke baut Karaoke-Anlagen, und das erste Gerät heißt Singcore S1 Pro.
Auf dem eigenen Messebanner stand „Ultimea & Singcore at IFA 2026″, auf dem Aufsteller daneben der Anspruch der neuen Marke: das weltweit erste AI Singing Studio. Am Stand haben wir uns angesehen, was hinter dem Begriff steckt und wie sich das Gerät im Betrieb schlägt.
Singcore by Ultimea: eine eigene Marke fürs Singen
Singcore tritt als eigene Marke mit eigener Webseite auf, zu finden unter singcore.ai. Ultimea beschreibt sie als Ableger der eigenen Heimkino-Entwicklung: Lautsprecher, Verstärker und Funkübertragung beherrscht die Firma seit Jahren, für eine Karaoke-Anlage ist das die halbe Arbeit.
Was Singcore anders machen will, steht im Aufbau des Geräts: Die Anlage bringt einen Bildschirm, einen Computer und KI-Funktionen mit, statt nur einen Lautsprecher mit Mikrofonanschluss zu sein.
Singcore S1 Pro: 10,1-Zoll-Bildschirm, zwei Funkmikrofone, Play Store
Der Aufbau erklärt sich von selbst. Vorne sitzt ein 10,1-Zoll-Touchscreen, auf dem der Liedtext mitläuft, dazu kommen zwei kabellose Mikrofone im Lieferumfang und eine Kamera über dem Bildschirm. Ihr sucht euch am Gerät ein Lied, die Mikrofone sind schon gekoppelt, und losgesungen wird ohne Handy, ohne Fernseher und ohne Kabel quer durchs Zimmer.
Als Betriebssystem läuft Android 16, laut Ultimea mit Google-Zertifizierung. Das ist die Lizenz, mit der ein Gerät die Google-Apps und den Play Store offiziell mitbringen darf. Genau daran hängt bei einer Karaoke-Anlage alles: Wer den Play Store hat, installiert YouTube, Spotify oder eine beliebige Karaoke-App direkt auf dem Gerät und ist nicht auf die Liedersammlung des Herstellers angewiesen.
Fünf Treiber und ein Akku für zehn Stunden
Der Klang kommt aus fünf Treibern in drei Wegen: ein 4-Zoll-Tieftöner, zwei 2,5-Zoll-Mitteltöner und zwei 1-Zoll-Hochtöner. Die Aufteilung ist auf Gesang ausgelegt, die Stimme liegt im Bereich der beiden Mitteltöner.
Angeschlossen wird per Bluetooth mit Auracast, dem neuen Rundfunk-Standard, mit dem sich mehrere Kopfhörer oder Boxen gleichzeitig auf dieselbe Quelle schalten lassen. Dazu kommen ein HDMI-Ausgang für den Fernseher, USB, USB-C, ein AUX-Eingang, ein Klinkeneingang für ein Kabelmikrofon, ein optischer Ausgang und ein Line-Out. Der eingebaute Akku hält laut Ultimea bis zu 10 Stunden, ein Tragegriff gehört dazu. Die Anlage ist damit auch für den Garten oder eine Feier außer Haus gedacht.
Was die KI-Funktionen tatsächlich machen
Der Zusatz „AI” im Namen steht bei Singcore laut Hersteller für vier konkrete Funktionen, und die interessanteste ist die unauffälligste: Vocal Removal rechnet die Gesangsspur aus einem vorhandenen Lied heraus und macht daraus einen Karaoke-Titel. Zusammen mit dem Play Store wird die Liedauswahl damit sehr viel größer als bei einer festen Karaoke-Sammlung.
Dazu kommen ein Singing Coach, der die Tonhöhe in Echtzeit mitverfolgt und die Trefferquote bewertet, eine Song-Erzeugung, die aus einer beschriebenen Idee Text und Melodie baut, und ein Video-Werkzeug, das die Aufnahme der eingebauten Kamera zu einem Musikvideo zusammensetzt. Am Bildschirm liegen außerdem Regler für Hall, Echo-Verzögerung, Klangbild und die Beleuchtung des Gehäuses. Für die KI-Funktionen braucht das Gerät eine Internetverbindung, der Rest läuft auch ohne.
S1 und S1 Pro: der Unterschied liegt bei Kamera und Speicher
Beide Modelle unterscheiden sich laut Datenblatt in nur zwei Punkten. Der S1 Pro hat eine 8MP-Kamera und 128GB Speicher, der S1 eine 5MP-Kamera und 64GB. Bildschirm, Treiber, Mikrofone, Anschlüsse, Akku und Software sind bei beiden gleich. Wer die Videofunktion ernsthaft nutzen will, greift zum Pro, für reines Singen reicht der S1.
Kickstarter: Start am 27. Oktober
Verkauft wird zuerst über eine Kickstarter-Kampagne, die am 27. Oktober 2026 startet. Die Preise nennt Ultimea in Dollar: 799$ für den S1 Pro und 699$ für den S1, nach dem Kurs Anfang September also rund 690€ beziehungsweise gut 600€.
Singcore S1 Pro vorbestellen für 20$ Anzahlung
Seit dem 4. September nimmt Singcore auf der eigenen Seite Anzahlungen von 20$ entgegen, die später 120$ Nachlass bringen. Der Weg dahin läuft in mehreren Schritten: anzahlen, ab dem 27. Oktober die Kampagne unterstützen, danach die Bestellnummer der Anzahlung und die Backer-Nummer von Kickstarter per Mail einreichen. Die 120$ sollen dann zwischen dem 27. November und dem 10. Dezember als Rückzahlung zurückkommen, nicht als Rabatt an der Kasse. Unterm Strich landet der S1 Pro damit bei 679$ und der S1 bei 579$, also bei rund 585€ und 500€. Wer es sich anders überlegt, bekommt die Anzahlung zurück, solange er den Nachlass nicht eingelöst hat. Grundsätzlich sind wir kein Fan von Crowdfunding-Kampangen und empfehlen diese nicht, mit Ultimea steht hier aber immerhin ein renommierter Hersteller im Hintergrund.
Ultimea X Pro: das zweite Gerät am Stand
Neben Singcore stand am Ultimea-Stand ein zweites neues Produkt, der Ultimea X Pro. Der Hersteller hält sich damit noch zurück, es gibt bisher weder ein Datenblatt noch einen Preis. Auf der eigenen Seite läuft ein Konfigurator, der zu einem 9.2.6-Heimkino führt, und eine Reservierung für einen 500-Dollar-Gutschein. Als Termin nennt Ultimea dort eine Kickstarter-Kampagne im Januar 2027. Sobald belastbare Angaben vorliegen, reichen wir sie nach.
Wir konnten uns das Ultimea X Pro schon probehören, und was da klanglich geboten wird, ist erste Sahne. Zu “Top Gun” schepperten die vier Subwoofer so richtig gefühlt der ganzen Messehalle 10.
Unsere Einschätzung
Karaoke-Geräte gibt es viele, meistens sind es Lautsprecher mit Mikrofoneingang und einer eigenen Lieder-App. Singcore geht den umgekehrten Weg und baut ein vollwertiges Android-Gerät mit Play Store, Bildschirm, Kamera und passender Lautsprecheraufteilung. Die Kombination aus offiziellem Play Store und der Trennung der Gesangsspur ist genau das, was ein Karaoke-Gerät unabhängig von einer Liedersammlung macht. Damit lässt sich singen, was gerade läuft, und nicht nur, was der Hersteller lizenziert hat. Zwei Dinge stehen dabei noch aus: Die KI-Funktionen brauchen eine Internetverbindung, und wie gut die Mikrofone und die fünf Treiber tatsächlich klingen, zeigt erst ein Test in einem normalen Wohnzimmer.
Offen bleibt der deutsche Preis. Ultimea rechnet in Dollar, weil die Kampagne über Kickstarter läuft. Für euch heißt das: Wer schon weiß, dass er so ein Gerät will, sichert sich mit 20 Dollar den Nachlass und bekommt sie im Zweifel zurück. Alle anderen schauen sich am 27. Oktober an, was die Kampagne konkret anbietet. Generell gehen wir aber nicht davon aus, dass das Gerät hierzulande viele Käufer finden wird.
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