Speicherkrise – RAM und Flash fressen 40% der Handy-Kosten
Erst vor ein paar Tagen haben wir in unserem Podcast Latenzfrei über die Auswirkungen der Speicherkrise gesprochen. Seitdem ist einiges passiert: Qualcomm hat offiziell angekündigt, die Preise (erneut) zu erhöhen. Das ist wohl notwendig, denn Counterpoint Research zufolge verlieren Qualcomm und MediaTek immer mehr Marktanteile. Insgesamt wurden demnach im ersten Halbjahr 15% weniger Chips für Smartphones verkauft als im Vorjahreszeitraum.
Außerdem vermeldet die Smartphone-Sparte von Samsung Verluste. In der Geschichte des Unternehmens hat es das noch nie gegeben. Grund für all das ist natürlich die Speicherkrise, die weiterhin ihren Tribut zollt. Counterpoint zufolge machen der Arbeits- und Flash-Speicher kumuliert über 40% der Materialkosten aus.
In den folgenden Zeilen erhaltet ihr ein ausführliches Speicherkrise-Update mit allen Infos. Wir hoffen indes, dass sich hieraus keine Artikelreihe entwickelt.
Speicherkrise-Update: Samsung zwischen den Stühlen, Qualcomm mit Preiserhöhungen
Samsung hat am 30. Juli seinen Quartalsbericht für die Monate April bis Juni veröffentlicht. Der Konzern steht insgesamt extrem gut da: Der Gewinn lag umgerechnet bei 55 Milliarden Euro. Dazu heißt es in dem Bericht:
Samsung hat den höchsten Quartalsumsatz und Quartalsgewinn seiner Geschichte erzielt.
Es handelt sich hierbei um eine Paraphrasierung. Als Grund für die Rekorde nennt die Marke aus Südkorea ihre KI-Strategie. Übersetzt bedeutet das wohl in etwa, dass KI-Unternehmen völlig überzogene Preise für den Speicher von Samsung zahlen. Verluste hat es hingegen bei der DX-Sparte gegeben, die für die Produktion von Smartphones verantwortlich ist.
Der Geschäftsbereich DX (…) verzeichnete aufgrund des gestiegenen Absatzes von Premium- und KI-Produkten einen Umsatzanstieg (…), doch der Betriebsgewinn ging aufgrund steigender Komponentenkosten zurück.
Samsung verdient sich also ein goldenes Näschen mit seinem Speicher, während die eigene Smartphone-Sparte, wie auch der Rest des Marktes, unter Druck ist. Ebenfalls aktiv sind die Südkoreaner in der Produktion von Prozessoren. Einem Bericht von Counterpoint Research zufolge konnte Samsung im ersten Halbjahr 2026 8% Marktanteil bei Smartphone-Chips für sich verbuchen. Auch Apple, Google und Unisoc gewannen Marktanteile hinzu.
Der Rückgang der Chip-Verkäufe um 15% trifft Qualcomm und MediaTek, die Marktführer auf diesem Gebiet, besonders hart. Wohl auch deswegen hat Qualcomm angekündigt, die Preise für seine Chips zu erhöhen.
Wir verabschieden uns mit der obenstehenden Grafik. Sie zeigt, dass Speicher und RAM rund 40% der Materialkosten eines Smartphones ausmachen.
Unsere Einschätzung
Weltweit wurden im ersten Halbjahr aufgrund der Speicherkrise weit weniger Smartphones verkauft als noch im Vorjahreszeitraum. Dementsprechend wurden auch weniger Chips für Smartphones abgesetzt, was Qualcomm und MediaTek besonders hart getroffen haben soll.
Samsung ist in diesem Spiel ein Sonderfall, denn die Südkoreaner sitzen an beiden Hebeln. Einerseits ist Samsung einer der drei größten Hersteller von Speicher, andererseits einer der größten Hersteller von Smartphones. Die Handy-Sparte hat Verluste geschrieben, doch der Konzern hat insgesamt einen Rekordgewinn eingefahren.
Wir beobachten die Lage weiterhin. Wenn es neue Entwicklungen rund um die Speicherkrise gibt, erfahrt ihr es hier bei uns. Eure Einschätzung zu dem Thema könnt ihr uns gerne in den Kommentaren mitteilen!
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