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Mit der Anker Prime 220W, 20.100mAh (A110B) veröffentlicht der Hersteller Anker die kleine Schwester seines Flaggschiff-Modells, der Anker Prime 300W, 26.250mAh (A110A) (zum Test). Die kleinere Prime steht ganz im Zeichen der Reduzierung: Obwohl Anker die Gesamtleistung auf 220W und die Kapazität auf 20.100mAh gesenkt hat, bietet das Modell immer noch eine sehr hohe Ausgabeleistung von bis zu 140W pro Port. Zudem sind Gewicht und Abmessungen erheblich gesunken, was die Portabilität steigert. Weiterhin dabei sind der umfangreiche App-Support, das schmucke Display und die Pogo-Pins zum drahtlosen Laden. Ob auch das kleinere Modell in der Praxis überzeugt und den immer noch hohen Preis wert ist, klärt unser ausführlicher Test.
Lieferumfang der Anker Prime 220W Powerbank
Der Lieferumfang der Powerbank kann sich sehen lassen: Wie für die Preisklasse üblich, liegt neben der Powerbank selbst eine gut passende Schutztasche bei. Hinzu kommen ein kleiner Quickstart-Guide und ein 1 Meter langes USB-C-zu-USB-C-Kabel. Das Kabel ist ummantelt und unterstützt bis zu 5A sowie 240W.
Design und Verarbeitung
Exklusiv beim kleineren 220W-Modell: Die Powerbank könnt ihr mit zwei verschiedenen Designs erwerben. Neben dem klassischen, futuristischen Standard-Design, das auch die Anker Prime 300W ziert, gibt es eine Kollaboration mit dem erfolgreichen Videospiel Black Myth: Wukong. Diese Version lag uns zum Test vor.
Das Design der Powerbank ist ein absoluter Hingucker! Auf der Vorderseite kommt Hochglanz-Kunststoff zum Einsatz, unter dem auch das schicke Display sitzt. Die restliche Fläche setzt auf den bekannten matten, schwarzgrauen Kunststoff, gepaart mit allerhand Verzierungen und Design-Elementen aus der Spielvorlage, die zudem eine leichte Prägung besitzen. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Verarbeitungsqualität fantastisch. Erfreulich ist, dass die Powerbank trotz der gestiegenen Leistung und gleichbleibender Kapazität gegenüber dem Vorgänger (zum Test) kompakter ausfällt.
Die Abmessungen betragen nun 140 x 50,4 x 44,6 Millimeter bei einem Gewicht von 513 Gramm. Beim 200W-Vorgänger sahen die Werte noch wie folgt aus: 127 x 55,1 x 49,7 Millimeter sowie 523 Gramm.
Auf der Unterseite der Powerbank befinden sich Pogo-Pins, über die ihr sie auch kabellos an einer kompatiblen Ladestation (Direkt zu Amazon) mit bis zu 100W laden könnt. Eine CCC-Kennzeichnung für die Einfuhr nach China liegt vor.
Funktionen der Anker Prime 220W Powerbank
Die Anker Prime 220W Powerbank bietet ein schickes und gut ablesbares Farbdisplay mit diversen Informationen, die ihr euch über mehrere Seiten verteilt mit Klicks auf den Powerbutton anzeigen lassen könnt.
Auf der Startseite seht ihr den Akkustand in Prozent sowie die Auf- oder Entladungsleistung. Auf einer zweiten Seite zeigt die Powerbank die Leistung der Ports im Einzelnen in Watt, jedoch leider nicht mit Volt und Ampere. Das geht genauer! Auch die Anzeige zur Temperaturentwicklung ist sehr rudimentär gehalten und gibt lediglich einen Fortschrittsbalken ohne °C an, was die Nützlichkeit stark infrage stellt. Für genauere Informationen müsst ihr auf die App zurückgreifen, die sich per Bluetooth mit der Powerbank verbindet.
Während das Display also vergleichsweise simpel gehalten wurde, schöpft die Anker-App aus dem Vollen und bietet alle Infos auf einen Blick: Leistung in Volt, Ampere und Watt für jeden Port, die Temperaturen in °C oder auch Leistungskurven.
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Eine Kernfunktion der neuen Anker Prime 220W Powerbank sind die verschiedenen Lademodi. Standardmäßig aktiviert ist die „intelligente dynamische Zuweisung“. Im „Energiesparmodus“ drosselt die Powerbank deutlich früher herunter, um höhere Temperaturen zu vermeiden und die Langlebigkeit der Akkuzellen zu erhöhen. Interessant ist jedoch der „benutzerdefinierte Modus“, mit dem ihr die drei Ports der Powerbank individuell und frei konfigurieren könnt. Soll die Powerbank maximal 100W ausgeben können? Einstellbar! Der Input soll nur 50W betragen? Kein Problem. Darüber hinaus nehmt ihr umfangreiche Einstellungen am Bildschirm selbst vor, etwa die Ausschaltzeit. Das Display rotiert je nach Ausrichtung der Powerbank mit.
Nachdrücklich empfehlen können wir das Updaten der Powerbank über die App. Anker veröffentlicht Updates in regelmäßigen Abständen und fügt nicht nur immer wieder sinnvolle Funktionen hinzu, sondern behebt auch Probleme und Bugs. Zu den neuen Funktionen gehören unter anderem die einstellbaren Ladeprotokolle. Um die Kompatibilität mit Android-Smartphones zu erhöhen, lassen sich nun die Protokolle SCP und UFCS deaktivieren. So können Smartphones von Honor und Huawei (SCP) sowie von OnePlus, Oppo und Realme (UFCS) problemlos und ohne Interferenzen auf PPS zurückgreifen und damit eine höhere Ladeleistung erzielen. Wir haben das an einem Honor Win RT überprüft. Ist SCP aktiviert, lädt es über dieses Protokoll nur mit bis zu 20W. Deaktivieren wir SCP, triggert das Honor problemlos 100W PPS. Eine deutliche Leistungssteigerung!
Leistungswerte der Anker Prime 220W Powerbank
Die theoretische Gesamtleistung der Anker Prime 220W Powerbank beläuft sich auf starke 220 Watt nach dem Power-Delivery-Standard. Die Powerbank teilt die Leistung auf zwei USB-C- sowie einen USB-A-Port auf. C1 & C2 bieten einzeln 140W. Der USB-A-Port liefert bis zu 22,5W.
- USB-C1 Port: 5V/3A / 9V/3A / 12V/3A / 15V/3A / 20V/5A / 28V/5A
- USB-C2 Port: 5V/3A / 9V/3A / 12V/3A / 15V/3A / 20V/5A / 28V/5A
- USB-A1 Port: 5V/3A / 9V/2A / 10V/2,25A / 12V/1,67A
- C1 / C2 Ladeprotokolle
- C1 / C2 PPS-Range
- A1 Ladeprotokolle
Leistungsverteilung und PPS-Range
Schließt ihr mehrere Geräte parallel an, verteilt sich die Leistung nach folgendem Schema:
- C1 + C2 = 110W + 110W
- C1 / C2 + A1 = 140W + 22,5W
- C1 + C2 + A1 = 100W + 100W + 20W
Die PPS-Range beläuft sich auf diese Werte – Eine perfekte PPS-Range, besser geht es nicht!
- C1: 5V-11V bei 5A sowie 4,5V-21V bei 5A
- C2: 5V-11V bei 5A sowie 4,5V-21V bei 5A
Die Anschlüsse unterstützen folgende Ladeprotokolle:
- C1: PD3.1 UFCS 1.0 (105W), QC3.0, Apple 2,4A, DCP
- C2: PD3.1 UFCS 1.0 (105W), QC3.0, Apple 2,4A, DCP
- A1: QC3.0, AFC, FCP, SCP, Apple 2,4A, DCP
Die Legacy-Protokolle AFC, FCP und SCP sind standardmäßig lediglich auf dem USB-A vorhanden, dafür gibt es die volle PPS-Range und satte 105W UFCS auf den USB-C-Ports. Letzteres lässt sich zudem deaktivieren.
Schade: SuperVOOC für die Schnellladung von Oppo, OnePlus und Realme ist nicht mehr vorhanden. Ein Rückschritt gegenüber der alten Anker Prime 200W (zum Test).
Ladekompatibilität
Die maximale Leistung am Anschluss C1 oder C2 beträgt 140W. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes angeschlossene Gerät diese Ladeleistung auch abruft; hier sind die jeweiligen Ladestandards entscheidend.
- Dank der bis zu 140W nach dem Power-Delivery-Standard lädt das Gerät kompatible Notebooks wie beispielsweise das MacBook Pro 16 Zoll mit voller Leistung. Dies gilt ebenso für iPhones und iPads.
- Mit einer PPS-Range von bis zu 21V und 5A lädt die Powerbank zudem die meisten PPS-kompatiblen Smartphones mit einer Leistung von bis zu 100W. Dazu gehören unter anderem Modelle von Xiaomi, Nothing und Motorola.
- Da SCP an den Anschlüssen deaktivierbar ist, laden Smartphones und Tablets von Honor oder Huawei mit maximal 100W.
- Samsung-Geräte laden innerhalb der PPS-Range von bis zu 11V und 5A (S25 Ultra und älter) beziehungsweise mit 20V/3A (S26 Ultra), weshalb sie ihre volle Ladeleistung von 45W oder 60W abrufen.
- Neuere Smartphones von Oppo, OnePlus oder Realme erreichen dank dieser Spanne ebenfalls 45W.
- Dank bis zu 21V PPS gibt es auch bei den Pixel-Smartphones von Google keine Abstriche. Bei den Pro-XL-Geräten ist daher die maximale Leistung von 34W möglich.
Interessant für Import-Fans: UFCS kommt vor allem auf dem asiatischen Markt zum Einsatz und gilt dort als universeller Standard sowie als PPS-Alternative. Während die globalen Versionen von Oppo, OnePlus, Realme, Huawei und Co. in der Regel kein UFCS unterstützen und stattdessen auf PPS setzen, ist dies bei den Import-Modellen genau umgekehrt. In der Praxis erreichen diese Geräte dadurch Ladeleistungen von bis zu 100W.
Kapazität
Um die echte Nettokapazität der Anker Prime 220W zu ermitteln, laden wir sie vollständig auf und schließen sie anschließend an eine elektronische Last an, die kontinuierlich Strom entnimmt. Ein zwischengeschaltetes USB-Meter zeigt, wie viele Wattstunden (Wh) sich der Powerbank bei einer bestimmten Last entnehmen lassen.
Laut Hersteller bietet die Powerbank 20.100mAh beziehungsweise 72,36Wh. Folgende Werte konnten wir ermitteln:
- 64,82Wh bei 28V/5A (140W) -> 90% der Herstellerangabe
- 65,09Wh bei 20V/5A (100W) -> 90%
- 66,96Wh bei 20V/3,25A (27W) -> 93%
Werte über 80% sind als gut, Werte über 90% als sehr gut einzustufen.
Die Anker Prime 220W Powerbank bietet eine herausragende Nettokapazität mit hoher Effizienz, was der Vergleich mit dem Vorgänger nur umso mehr unterstreicht:
- 57,98Wh bei 20V/5A (100W) -> (81%)
- 58,10Wh bei 20V/3,25A (65W) -> (81%)
Entladung der Anker Prime 220W Powerbank
Mit 220W Gesamtleistung liegt das Modell gute 80W unter dem großen 300W-Modell, aber immerhin 20W über dem Vorgänger. Ob ihr die Gesamtleistung aber überhaupt sinnvoll abrufen könnt, überprüfen wir in unseren Entladungs-Tests.
- 100W + 100W Ausgangsleistung:
- Drop auf 80W + 80W bei 67% (nach 7 Minuten und 44°C)
- Drop auf 22W + 22W bei 50% (nach 11 Minuten und 50°C)
- 65W + 65W Ausgangsleistung:
- Drop auf 22W + 22W bei 32% (nach 21 Minuten und 52°C)
- 140W Ausgangsleistung:
- Drop auf 65W bei 30% (nach 20 Minuten und 54°C)
- 100W Ausgangsleistung:
- Drop auf 65W bei 7% (nach 38 Minuten und 54°C)
Die Ausgabeleistung ist ein zweischneidiges Schwert. 2x 100W Ausgabe sind ganz klar viel zu ambitioniert für die Powerbank. Nach nur wenigen Minuten drosselt sie das erste Mal herunter. Nach elf Minuten sinkt die Ausgabe sogar auf nur noch 2x 22W, was nahezu unbrauchbar ist.
Ab 2x 65W oder 140W einzelner Entladung lässt sich die Powerbank sinnvoller nutzen, doch auch hier drosselt das Modell nach gut 20 Minuten herunter. Allerdings ist die Powerbank zu dem Zeitpunkt auch schon zu gut 70% geleert und die ersten Laptops fangen nach 20 Minuten ohnehin an, sich zu drosseln. 100W konstante Entladung sind hingegen kein Problem.
Somit genügt die Powerbank zwar auch höheren Ansprüchen, aber eben nicht den beworbenen allerhöchsten. Die 2x 100W Ausgabe eignet sich nicht für zwei größere Endgeräte. Ideal ist eher das Laden von zwei schnellen Smartphones, die jeweils bis zu 100W PPS ziehen können, oder das Laden von nur einem größeren Laptop.
Wollt ihr mehr konstante Leistung, aber nicht unbedingt mehr zahlen, solltet ihr euch die günstigere Cuktech 15 Ultra (zum Test) anschauen, die selbst 100W + 65W konstant ausgeben kann.
Aufladung der Anker Prime 220W Powerbank
Die maximale Eingangsleistung liegt bei 100W auf beiden USB-C-Ports. Eine vollständige Aufladung der Powerbank dauert durchschnittlich 01:20h bei 100W und 01:35h bei 65W. Bei knapp 45% Akkustand und nach etwa 22 Minuten drosselt die Powerbank die Ladeleistung aufgrund der Temperaturentwicklung auf 65W herunter und lädt für den Rest der Zeit mit diesem Wert.
01:20h ist durchaus flott, aber kein Rekordwert. Von den Bestwerten einer günstigeren Anker 737 (zu Amazon) (00:47h) oder gar Cuktech 15 Ultra (zum Test) (00:35h) ist sie weit entfernt.
Passthrough-Charging beherrscht die Powerbank ebenfalls. Wenn ihr den benutzerdefinierten Modus nutzt, funktioniert dies sogar unterbrechungsfrei als USV.
Testergebnis
Die Anker Prime 220W, 20.100mAh ist eine sehr gute Powerbank, die dennoch schwer zu empfehlen ist. Die Habenseite ist üppig: große Gesamtleistung, exzellente Effizienz, viele sinnvolle Funktionen, die vor allem die umfangreiche App ermöglicht, fantastische Kompatibilität zu den verschiedensten Smartphones.
In der Praxis ist die Powerbank jedoch nicht so performant wie beworben. Die Gesamtleistung kann sie nicht lange ausgeben. Bei Leistungen über 140W sind schnelle und harte Drosselungen sowie hohe Temperaturen die Regel. Für die allerhöchsten Ansprüche ist das Modell schlicht nicht geeignet. Ab unter 140W oder für zwei schnelle Smartphone/Tablet-Aufladungen eignet sie sich jedoch ausgezeichnet. Zumal euch hier auch die sehr kompakten Abmessungen zugutekommen.
Es gibt jedoch zwei Haken an der Sache: den Preis und die Konkurrenz. Mit Straßenpreisen von 105€ für das reguläre Modell und 120€ für die Black Myth: Wukong Edition ist das Modell sehr teuer. Das fällt insbesondere mit Blick auf die Cuktech 15 Ultra negativ auf. Die kostet mit knapp 65€ deutlich weniger und ist zudem viel leistungsstärker. Sie lädt in 35 Minuten nicht nur rekordverdächtig schnell auf, sondern bietet auch konstante Leistung selbst für 165W. Lediglich auf die App-Anbindung müsst ihr dort verzichten.
Die Anker Prime 220W Powerbank ist vor allem für diejenigen interessant, die sich mit der App auseinandersetzen und deren Funktionen nutzen möchten. Die gibt es exklusiv beim Anker-Modell. Aber dafür zahlt ihr auch einen ordentlichen Aufpreis.
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