Anker Solarbank E1600 für nur 241€ – Top-Deal oder Finger weg?
Mit der Anker Solarbank 4 Pro (zum Test) hat der Hersteller in diesem Jahr bereits die vierte Generation seiner Solarbank vorgestellt. Mit Preisen von knapp 1.600€ ist diese vor allem für sehr leistungsfähige Solaranlagen konzipiert. Wer eher eine kleine Anlage betreibt oder neu in die Welt der Solartechnik einsteigt, ist selten bereit, gleich so hohe Summen zu investieren. Anker bietet auch in diesem Segment Alternativen. Die erste Generation der Solarbank ist immer noch erhältlich und momentan zu einem neuen Tiefstpreis von rund 241€ bei Aliexpress erhältlich.
Mit 1,6kWh Kapazität und 800W Ausgangsleistung klingen die technischen Daten auf den ersten Blick überzeugend. Jetzt stellt sich euch natürlich die Frage, ob so ein Produkt eines renommierten Herstellers auch drei Jahre nach der Veröffentlichung noch konkurrenzfähig ist. Wir geben euch hier alle Informationen, die ihr wissen müsst, und sagen euch, ob dieses Speichersystem zu euch passt.
Die Anker Solarbank E1600
Wie ihr auch in unserem Test zur Solarbank E1600 nachlesen könnt, präsentiert sie sich als benutzerfreundliche Plug-and-Play-Speicherlösung für Balkonkraftwerke. Sie ist darauf ausgelegt, überschüssige, tagsüber erzeugte Solarenergie für den Abend und die Nacht zu speichern. Das Gerät besitzt ein robustes und sauber verarbeitetes Gehäuse aus Kunststoff mit integrierten Griffmulden sowie einer IP65-Zertifizierung zum Schutz vor Staub und Wasser.
Hinsichtlich der technischen Leistungsdaten arbeitet das System mit langlebigen LiFePO4-Akkuzellen, die laut Hersteller für rund 6.000 Ladezyklen ausgelegt sind. Die Bruttokapazität liegt bei 1.600Wh und kann durch Zusammenschaltung von zwei Geräten auf 3.200Wh erweitert werden. Sowohl die maximale Eingangsleistung als auch die maximale Ausgangsleistung betragen jeweils 800W. Dieses Leistungsspektrum zeigt klar, dass die Solarbank eher für kleine Balkonkraftwerke ausgelegt ist.
Schwächen des Systems
Trotz der unkomplizierten Handhabung und der ansprechenden Verarbeitung offenbart das System deutliche Nachteile gegenüber aktuellen Speicherlösungen. Besonders deutlich wird das im Hinblick auf den technischen Aufbau und den Betrieb bei niedrigen Temperaturen. Als reiner DC-Speicher ohne integrierten Wechselrichter ist sie zwingend auf einen separaten Mikrowechselrichter angewiesen, der extern nachgeschaltet werden muss. Zudem verfügt das Gerät über lediglich einen MPPT-Tracker für beide Solarmodule.
Besondere Probleme treten im Winter und bei kalten Witterungsbedingungen auf. Zwar behauptet das Angebot bei AliExpress, dass die E1600 über eine integrierte Heizung verfügt, was aber schlichtweg gelogen ist. Bei Außentemperaturen beziehungsweise Zelltemperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt schaltet die Solarbank den Ladevorgang automatisch ab, um Schäden an den Akkuzellen zu verhindern. In den lichtschwachen und kalten Wintermonaten kann der Akku somit oft überhaupt nicht mehr geladen werden. Angesichts dessen gehen viele Nutzer dazu über, das Gerät in der frostigen Jahreszeit abzubauen.
Die Steuerung des Systems wurde über die Zeit durch Software-Updates und die Einführung eines optionalen Smart-Meters und eines 0W-Schalters modernisiert. Somit ist inzwischen auch eine bedarfsgerechte Nulleinspeisung möglich. Diese Features können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Solarbank 1 technisch veraltet ist und mit den heutigen Systemen einfach nicht mehr mithalten kann.
Das sagen die Nutzer
Echte Nutzerberichte zur Anker Solix Solarbank 1 aus Communitys und Foren zeichnen ein gemischtes Bild. Vor allem technische Hürden der ersten Generation trüben den Gesamteindruck im Alltag.
Ein regelmäßig von Anwendern kritisierter Punkt ist ein unvorhersehbares Verhalten der Software sowie fehlerhafte Messanzeigen. Nutzer berichten in der Praxis immer wieder darüber, dass Einspeisewerte stark schwanken oder das System nicht wie gewünscht arbeitet. Zudem wird von gelegentlichen Verbindungsproblemen mit der App berichtet. Das Gerät bleibt bei bestimmten Lastwechseln oder diffusen Lichtverhältnissen manchmal hängen und erfordert einen manuellen Neustart.
Besonders gravierend schlagen die Rückmeldungen zum Betrieb im Winter ein. Da der Speicher der ersten Generation über keine integrierte Akku-Heizung verfügt, schützt sich das System bei tiefen Temperaturen selbst, indem es den Ladevorgang bei Frost automatisch verweigert. In den kalten und ohnehin schon lichtarmen Monaten bleibt der Akku dadurch über Wochen hinweg dauerhaft leer. Dies kann sogar zur Tiefentladung und Schädigung der Akkuzellen führen.
Zusätzlich klagen viele Nutzer über die Notwendigkeit eines separaten Mikrowechselrichters, der extern nachgeschaltet werden muss. Dies führt zu einem erhöhten Verkabelungsaufwand und zusätzlichen Komponenten außerhalb des eigentlichen Geräts. Auch die Kapazitätsverluste bei sehr niedrigen oder hohen Betriebstemperaturen werden von Anwendern immer wieder bemängelt. Die realen Erfahrungsberichte zeigen klar auf, dass die erste Generation der Solarbank im harten Wintereinsatz an physikalische und technische Grenzen stößt.
Einschätzung der Redaktion
Auch wenn der Preis von 241€ für eine Solarbank verlockend klingt, müssen wir euch doch ganz klar von diesem Deal abraten. Die Solarbank der ersten Generation war zur Markteinführung auf dem Stand der Technik, ist aber gegen heutige Speichersysteme absolut chancenlos.
Anker Solarbank E1600 für 241€ bei Aliexpress
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