Heute testen wir den brandneuen Beamer Wanbo X7 Pro Max. Nachdem uns Wanbo kürzlich den X5 Pro 2025 bereitstellte, kommt der neue X7 Pro Max in einem fast identischen Design daher. Letzterer erwies sich als gelungener LED-Beamer, dessen Möglichkeiten durch sein etwas veraltetes Betriebssystem und die geringere Helligkeit jedoch nicht ganz ausgeschöpft wurden. Der neue X7 Pro Max setzt auf ein integriertes Ständer-Design, 1.500 ANSI Lumen, einen 20-Watt-Lautsprecher und Google TV. Hat Wanbo aus der Vergangenheit gelernt? Und wie schlägt sich der X7 Pro Max gegenüber unserem aktuellen Platzhirsch, dem Oscal PV800 Pro? Findet es hier im Test heraus.
Design und Verarbeitung
Wanbo setzt beim X7 Pro Max auf das altbekannte Design des X5 Pro. Der Beamer ist im typischen Projektor-Quader-Design gehalten, wobei sich unter dem Gerät ein prismaförmiges Stativ montieren lässt. Mit 284 x 284 Millimetern ist die Grundform des Beamers etwas größer als die des populären Vorgängers. Auch die Höhe von 15 Zentimetern und das Gewicht von 4,1 Kilogramm weichen nur marginal ab. Der Wanbo X7 Pro Max ist über kürzere Distanzen bequem mit ein oder zwei Händen transportierbar.
Auf der Vorderseite des Beamers sticht die präsente Linse aus dem schwarz-golden akzentuierten Frontdesign hervor. Das Design wirkt zeitlos, und die Verarbeitung des Beamers ist erstklassig. Die Seiten des Beamers haben sich dezent verändert. Anscheinend bewältigt Wanbo damit die größere Abwärme des helleren Leuchtmittels. Seitlich hat der Projektor-Hersteller die Stereo-Lautsprecher und den Lüfter verbaut. Die Oberseite des Beamers ist unauffällig.
Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse. Wanbo verbaut den beleuchteten Powerbutton, den Kopfhörerausgang, die AC-Stromzufuhr, den modernen HDMI-2.1-Eingang und einen USB-A-Anschluss im oberen Bereich der Seite. Das Gewinde für die Stativhalterung befindet sich auf der Unterseite. Sie lässt sich mit den mitgelieferten Schrauben montieren. Zusätzlich ist ein weiteres ¼-Zoll-Gewinde für alternative Halterungen vorhanden.
Lieferumfang des Wanbo X7 Pro Max
Der Wanbo X7 Pro Max verfügt über einen recht umfangreichen Lieferumfang. Neben dem Beamer sind ein 1,5m langes AC-Netzkabel, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung, eine Garantiekarte sowie das Stativ mit passenden Schrauben enthalten.
Das Stativ lässt sich mit zwei Schrauben schnell und ohne Werkzeug an der Unterseite des Beamers montieren. Ist das Stativ ordentlich fixiert, lässt sich der Betrachtungswinkel um 15 Grad erhöhen, was im Alltag in den meisten Fällen ausreicht.
System und Software
Der Wanbo X7 Pro Max läuft mit Google TV und setzt auf eine „schnelle, intelligente CPU”, 2GB RAM und 32GB internen Speicher. Der Beamer unterstützt WiFi 5 und Bluetooth 5.0; die WLAN‑Verbindung blieb im Test selbst durch mehrere Wände stabil. Chromecast ist wie gewohnt integriert, und auch Bluetooth arbeitete zuverlässig: Version 5.0 ist zwar nicht mehr ganz aktuell, sorgt aber für eine robuste Verbindung, egal ob im selben Raum oder nebenan. Verzögerungen traten beim Einsatz eines Bluetooth‑Lautsprechers nicht auf.
Die Software zählt zu den größten Stärken des Geräts. Erstmals verlief die Google‑Anmeldung völlig problemlos, was an der modernen Basis liegt: Der Wanbo X7 Pro Max nutzt Google TV auf Grundlage von Android 14. Das System läuft durchgehend flüssig und lässt sich bislang am schnellsten und angenehmsten bedienen. Dank Widevine L1 stehen alle wichtigen Streaming‑Apps in hoher Qualität bereit, die Oberfläche wirkt aufgeräumt und intuitiv.
Auch die Medienwiedergabe über USB funktioniert weitgehend zuverlässig, sobald der vorinstallierte IM Player gestartet wird. Da dieser jedoch einige Formate nicht dekodieren kann, empfiehlt sich die Installation des VLC Players aus dem Play Store. Insgesamt kombiniert der Wanbo X7 Pro Max stabile Konnektivität, moderne Software und eine sehr runde Bedienung, besonders für Streaming‑Fans, die Wert auf eine aktuelle Google‑TV‑Umgebung legen.
Bildqualität des Wanbo X7 Pro Max
Die Projektionsleistung des LED-Beamers soll gewaltig ausfallen. Der Wanbo X7 Pro Max kann angeblich Projektionen mit einer Größe von bis zu 300 Zoll und einer Helligkeit von 1.500 ANSI Lumen in nativer 1080p-Auflösung anzeigen. Auch der Kontrastumfang von 3.500:1 ist für einen Beamer recht hoch. Wanbo nennt als weitere Features noch MEMC, HDR10 und automatische Bildanpassung. Für eine 80 Zoll große Projektion benötigt der Beamer einen Abstand von ca. 2 Metern, für 120 Zoll sind es 3 Meter.
Nach dem Einschalten stellt sich der Beamer nach ca. sieben Sekunden automatisch scharf und in der richtigen Form ein. Wenn ihr den Beamer jedoch etwas schräger zur Leinwand stellt, nimmt die Schärfe zum Bildaußenbereich hin merklich ab.
- Bildmodi im Vergleich
- Farbräume
- im Vergleich
Nach der automatischen Bildanpassung bietet der Beamer eine helle, starke Projektion. Die Farben wirken natürlich und lebendig und lassen sich sogar nach Bildkalibrierungen (DCI, Rec709, RGB usw.) anpassen. Das Bild ist schön kontrastreich und dank MEMC sind die Bewegungen flüssig.
- 75 Zoll abgedunkelt
- 75 Zoll abgedunkelt
Bei bisherigen Tests konnte keiner der Wanbo-Beamer die beworbene Helligkeit erreichen. Das ändert sich mit dem X7 Pro Max größtenteils. Der Projektor soll 1.500 ANSI Lumen erreichen. Zum Vergleich: Der bisher hellste LED-Beamer schaffte in unserem Test 1.000 ANSI Lumen. Der Wanbo X7 Pro Max erreichte in unserem Test eine Helligkeit von 2.000 Lumen in der Bildmitte. Diese nimmt aber natürlich etwas ab, je weiter ihr euch von der Bildmitte entfernt. Damit erreicht der Wanbo X7 Pro Max eine gemessene Helligkeit von 1.465 ANSI Lumen. Allerdings lässt sich diese helle Projektion nicht anpassen oder herunterregeln.
- 95 Zoll abgedunkelt
- 95 Zoll Dunkelheit
Die Helligkeit des Wanbo X7 Pro Max reicht mir für eine Projektion bei Dunkelheit bis zu 200 Zoll, bei abgedunkelten Bedingungen bis zu 120 Zoll und bei Tageslicht (dunkler Tag) bis 70 Zoll.
- Tageslicht 70 Zoll
Der Wanbo X7 Pro Max ist dank des HDMI-2.1-Eingangs und der geringen Eingabeverzögerung bestens für Spiele geeignet. Selbst bei Kamerafahrten oder schnellen Bewegungen konnte ich keinen Input-Lag feststellen.
Im Vergleich mit dem Oscal PV800 Pro (zum Test) hat der Wanbo X7 Pro Max meist die Nase vorn. Vor allem bei Tageslicht sind die Farbwiedergabe, die Kontraste und die Bildschärfe beim Wanbo X7 Pro Max durch die höhere Helligkeit besser. Bei dunkleren Bedingungen nähert sich der Oscal PV800 Pro dann wieder etwas an die Bildqualität des X7 Pro Max an.
- links: Wanbo X7 Pro Max
- Tageslicht 50 Zoll
- rechts: Oscal PV800 Pro
Soundqualität und Emissionen
Der Wanbo X7 Pro Max verspricht HiFi-Sound mit Dolby-Audio-Zertifizierung dank der „550cc Akustikkammern” und der 20W-Stereolautsprecher.
Insgesamt fand ich den Sound der Lautsprecher für einen Beamer natürlich und bereits in der Standard-Einstellung ausgeglichen. Auch die Tiefen sind deutlich wahrnehmbar. Der Sound reicht auch für längere Filme aus. Für echten Kinoklang empfehle ich dennoch eine Soundanlage oder einen Bluetooth-Lautsprecher. Wenn ihr den Soundmodus beim X7 Pro Max ändert, wird der Ton eher schlechter.
Etwas überrascht war ich bei diesem Beamer auch von der Leistungsaufnahme. Normalerweise verbrauchen LED-Beamer recht viel Leistung. Beim Wanbo X7 Pro Max hält sich das aber in Grenzen. Mit 150 Watt verbraucht der Beamer für die gebotene Helligkeit von 1.500 ANSI Lumen recht wenig.
Der Lüfter des X7 Pro Max ist mit sehr leisen 30dB angegeben. Das können wir im Test bestätigen. Er ist kaum wahrnehmbar und hat mich selbst bei leisen Szenen nicht gestört.
Testergebnis
Mit dem Wanbo X7 Pro Max ist dem Beamerhersteller endlich die eierlegende Wollmilchsau gelungen. Der Projektor hat eine starke Helligkeit von knapp gemessenen 1.500 ANSI Lumen, eine schöne, natürliche Projektion, Google TV mit Android 14 an Bord und bietet ausgeglichenen Sound über die integrierten Lautsprecher. Mit dem anbaubaren Ständer löst Wanbo außerdem das Problem des Betrachtungswinkels, ohne ein sperriges Stativ zu verbauen. Damit ist der Wanbo X7 Pro Max unsere aktuelle Beamer-Empfehlung bis 400€.
Der Wanbo X7 Pro Max löst daher den Oscal PV800 Pro ab, der aber weiterhin unsere Empfehlung bis 250€ bleibt. Der Wanbo bietet einfach die bildgewaltigere Projektion, einen deutlich besseren Ton und mit Android TV in Version 14 das viel flüssigere Betriebssystem.
Wer einen besseren Projektor sucht, muss sich schon bei Laser-Projektoren umschauen. Hier bieten der Dangbei Mars 2 Pro (DBOX02) (zum Test) und der JMGO N1 Ultra (zum Test) ein deutlich besseres Bild (vor allem eine schärfere Projektion an den Ecken) in 4K.
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