Seit dem Google Nest Audio aus 2020 hat es keine Smart Speaker von Google gegeben. Nun ist mit dem Google Home Speaker Mitte 2026 ein Nachfolger erschienen. Er kombiniert den Formfaktor des größeren Google Nest Audio mit dem kleineren Nest Mini und stellt (vorerst) die einzige Option dar.
Neben einer verbesserten Konnektivität ist tatsächlich kaum etwas neu, denn die Software, Gemini for Home, ist auf dem Google Home Speaker identisch zum Nest Mini und sogar den alten Google Home Mini. Der Speaker ist also tatsächlich fast ein reines Hardware-Upgrade im Vergleich mit den älteren Lautsprechern von Google.
Ein direkter Vergleich mit den Nest Mini, die ich zuvor primär verwendet habe, wäre aufgrund des Preisunterschieds nicht fair. Der Google Home Speaker kostet nämlich 120€. Was er zu diesem Preis liefert, erfahrt ihr in diesem Testbericht!
Abmessungen, Anschlüsse & Design
Ich habe mich für den Google Home Speaker im hellen Farbton Porcelain entschieden. Hazel steht ebenfalls zur Wahl, womit es nur zwei Farbvarianten gibt. In den USA gibt es immerhin vier. Der Durchmesser des Lautsprechers liegt bei 107 Millimeter und er ist 86,6 Millimeter hoch. Das Netzkabel ist fest verbunden, anderthalb Meter lang und endet auf USB-C. Unten befindet sich ein LED-Ring, der verschiedene Farbverläufe anzeigen kann. Weiterhin gibt es Touch-Bedienfelder zur Steuerung und einen Hardware-Stummschalter für die Mikrofone.
Überzogen ist der Google Home Speaker mit einem Stoff, der mich auf den Bildern erst an den Nest Mini und Nest Audio erinnert hat. Die Haptik des neuen Lautsprechers ist allerdings nicht mit dem Nest Mini und anderen älteren Modellen vergleichbar. Mit 396 Gramm ist der Google Home Speaker angenehm schwer und der Stoffüberzug ist sehr weich und weniger anfällig für Staub.
Das Stromkabel des neuen Lautsprechers endet auf USB-C. Untypisch für Google, dass ein passendes 30W-Netzteil dem Lieferumfang beiliegt. Ich finde, dass Google beim Design des Home Speaker einen guten Job gemacht hat. Er ist zwar, aufgrund seiner Größe, bei weitem nicht so unauffällig wie der Nest Mini, aber dafür bietet er auch deutlich besseren und laut Hersteller omnidirektionalen Sound. Das schauen wir uns gleich im Detail an. Jetzt blicken wir erst einmal auf die Ersteinrichtung.
Ersteinrichtung des Google Home Speaker
Das Setup des Google Home Speaker ist in wenigen Minuten erledigt. Ihr braucht die Google Home-App für iOS oder Android und scannt den QR-Code auf der Unterseite des Speakers. Dann gebt ihr eure WLAN-Details ein, könnt diese für spätere Einrichtungen weiterer Geräte speichern. Meine zwei Exemplare haben daraufhin ein Update installiert. Das hat etwa fünf Minuten gedauert.
Im Anschluss könnt ihr euch noch den neuen Leuchtring und die Touch-Bedienung erklären lassen. Wenn ihr auf Google Home für die Steuerung eures Smart Home setzt, bietet es sich an, den Lautsprechern einen Raum zuzuweisen. Wenn ihr nur die Lautsprecher im Account habt, ist es eigentlich relativ egal.
Wenn ihr ein Stereo-Paar einrichten möchtet, müsst ihr beide Lautsprecher erst einzeln mit dem WLAN verbinden. Danach könnt ihr sie zu einem Stereo-Paar koppeln, indem ihr in den Einstellungen eines der beiden Lautsprecher auf den Menüpunkt drückt. Das funktioniert reibungslos und ist selbsterklärend.
Für weiterführende Gemini-Features könntet ihr jetzt auch noch das kostenpflichtige Home Premium-Abo abschließen. Gemini Live würde euch das zum Beispiel bescheren. Ihr könnt dann in einem Konversationsmodus mit dem Lautsprecher reden. In welcher Welt das 10€ pro Monat wert sein soll, ist mir nicht ganz klar.
Google Home Speaker im Praxistest
Gemini for Home als Sprachassistent
Starten wir doch direkt mit dem Elefanten im Raum. Gemini hat den Google Assistant vor einigen Wochen abgelöst und wir haben den neuen Smart Home-Assistenten ausführlich getestet. Exklusive Features gibt es für den neuen Google Home Speaker nicht und so ist unser Testbericht noch komplett aktuell. Deswegen hier die Kurzfassung.
Gemini funktioniert in meinem Alltag viel besser als der Google Assistant. Für mich arbeitet Gemini sogar besser als der Google Assistant vor etwa zehn Jahren, als er noch nicht beinahe bis zur Unbrauchbarkeit zusammengekürzt wurde. Mit Gemini kann ich gefühlt unendlich lange Befehlsketten bilden und sie werden zwar nicht in Windeseile, aber doch zügig nacheinander ausgeführt.
Der andere wichtige Punkt: Ihr könnt jetzt viel natürlicher mit dem Lautsprecher sprechen, müsst keine vorgefertigten Befehle mehr einhalten. Es gibt eine deutlich umfangreichere Auswahl an Stimmen, was mir ebenfalls sehr gut gefällt. Und natürlich könnte ich auch in den Konversationsmodus wechseln und einfach drauf los labern. Ihr habt hier sozusagen den Umfang von Gemini Flash und Gemini Live in einem Lautsprecher.
Google Home Speaker als Multiroom-Lautsprecher
Ich benutze die Sprachsteuerung meiner diversen Google Cast-Lautsprecher vielleicht so ungefähr einmal im Monat. Primär stehen sie einfach bereit, um als Wiedergabegerät für Medien aller Art zu dienen. Zum Musikhören habe ich zwar vernünftige Lautsprecher und Kopfhörer, aber um kurz mal einen Song vorzuspielen, ein Hörspiel oder einen Podcast zu hören, finde ich Google Cast extrem komfortabel.
Stereo-Paare konntet ihr schon mit dem Nest Audio und Nest Mini erstellen, mit dem Nest Hub aus irgendeinem Grund jedoch nicht. Außerdem gibt es Gruppen, die ihr mit mehr als zwei Speakern füllen könnt, die nicht identisch sein müssen. Mit nur einer Handvoll Geräte funktioniert diese Gruppenwiedergabe in mehreren Räumen gut, jedoch war in meinem alten WiFi-Netzwerk immer bei sechs bis sieben Lautsprechern Schluss.
Neu ist, dass ihr den Google Home Speaker nativ über WLAN mit dem Google TV Streamer (zum Test) verbinden könnt. Zuvor ging das nur über Umwege via Bluetooth und war nicht gerade eine gute Erfahrung.
Google verspricht latenzfreie Stereo-Wiedergabe und eine einfache Einrichtung. Beides kann ich aus meiner Erfahrung bestätigen. Der Menüpunkt tauchte auf meinem Google TV Streamer einfach auf, nachdem ich die Lautsprecher eingerichtet habe. Das Verbinden geht direkt am Fernseher und dauert keine Minute. Ich kann mit diesem Setup überhaupt keine Latenz feststellen. Einen Verbindungsabbruch gab es bisher auch nicht.
Abstimmung, Sound & Mikrofone
Der Google Home Speaker ist zwar kein Bassmonster, macht aber als Paar eine sehr brauchbare Figur. Für mich käme er nicht in Frage, um damit Musik zu hören. Da bin ich aber auch nicht gerade ein sinnvoller Maßstab, also habe ich es ausprobiert. Und wenn ich den Bass im Equalizer stark einschränke, klingt es auch passabel. Allerdings kann die Mittenwiedergabe nicht überzeugen, denn es fehlt an Dichte und Volumen.
Fans des Mainstream-Klangs mit weit über die Referenz angehobenen Bässen und Höhen werden den Google Home Speaker wahrscheinlich als besser empfinden als ich. Jedoch ist er sicherlich auch kein Bassmonster, was wohl am immer noch recht kompakten Aufbau liegen dürfte. Tiefbass ist einfach nicht vorhanden und Songs und Effekte, die diesen eigentlich erfordern, klingen gewissermaßen hohl. Das ist allerdings dennoch ein massives Upgrade im Vergleich mit dem Nest Mini. Und der versprochene 360°-Klang macht auch keine schlechte Figur.
Die Mikrofone funktionieren gut, aber das haben sie bei mir bisher bei jedem Lautsprecher und Display von Google. Eine Verbesserung konnte ich nicht feststellen.
Konnektivität und Smart Home
Loben muss ich aber die Stabilität der Verbindung der beiden Google Home Speaker, zum Netzwerk und zueinander, und mein Matter-Ökosystem wächst mit ihnen weiter. Während bei der Wiedergabe auf ein Nest Mini-Paar gerne mal ein Lautsprecher für einige Sekunden aussetzt, ist das beim Google Home Speaker bisher nicht vorgekommen. Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass WiFi 6 im Dual Band die Verbindung mit dem WLAN verbessert hat.
Darüber hinaus gibt es Bluetooth 5.4, das ich wohl nicht im Alltag verwenden werde. Da ist Thread 1.3 deutlich spannender, denn der Google Home Speaker ist kompatibel mit Matter und fungiert als Thread Border Router. Das ist hilfreich, wenn ihr Smart Home-Geräte nutzt, die „Matter over Thread“ anstelle von WiFi verwenden. Das schont euer Heimnetzwerk und ermöglicht eine deutlich bessere Latenz.
Wenn ihr ein Gerät mit „Matter over Thread“ in der Google Home-App hinzufügt, werden die Geräte in eurem Thread-Netzwerk aushandeln, welcher Thread Border Router als Leader das Netzwerk aufspannt. Es können bis zu 32 Extender eingesetzt werden, die pro Stück bis zu 511 Endgeräte verwalten können. In meinem Fall sind nicht nur beide Google Home Speaker ein Thread Border Router, sondern unter anderem auch meine beiden Nest WiFi Pro.
Testergebnis
Für mich ist der Google Home Speaker ein tolles Upgrade. Den Sprachassistenten nutze ich sowieso kaum und mir geht es primär um die einfache, schnelle und stabile Wiedergabe von Medien über Google Cast. Ich habe schon zuvor zwei Nest Mini via Bluetooth als Ausgabe meines Google TV Streamer benutzt und genau das wurde jetzt verbessert, ist komplett frei von Latenz und sehr stabil. Ich möchte zukünftig sowieso viel mehr auf Smart Home-Geräte mit „Matter over Thread“ setzen und dass der Speaker ein Thread Border Router ist, nehme ich daher gerne mit.
Wenn euch all diese Dinge überhaupt nicht bekannt vorkommen und ihr schon einen Google Nest Audio habt, lohnt sich das Upgrade nicht. Wenn ihr euren Nest Mini toll findet und einen besseren Sound wollt, könnte es sich lohnen. Für Neueinsteiger ist der neue Home Speaker wohl auch die sinnvollste Option, weil die Preise für alte Hardware auf Plattformen wie Kleinanzeigen ziemlich bescheuert sind.
Einerseits ist der Google Home Speaker kein umfangreiches Upgrade. Andererseits wüsste ich auf Anhieb auch nicht, was sie noch hätten integrieren sollen. Klar: Statt nur Stereo mit dem Google TV Streamer zu unterstützen, wäre echtes Surround mit einem Dutzend Google Home Speaker oder so ziemlich cool. Aber eigentlich hat Google hier das geliefert, was von ihnen erwartet wurde. Die Funkstandards sind moderner, der Klang ist zumindest deutlich besser als beim Nest Mini, das Ökosystem wird durch die Verknüpfung mit dem Google TV Streamer gestärkt und Gemini ist der neue Sprachassistent.
Etwas günstiger dürfte der Spaß gerne sein. Aber ein schlechtes Gesamtpaket ist der Home Speaker auch für 120€ nicht. Vor allem als Stereo-Paar macht er keine schlechte Figur. Im Angebot könnt ihr zuschlagen, wenn ihr Interesse an smarten Lautsprechern mit Gemini habt.
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