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Mit der Joyroom Podix PR70 Powerbank möchte sich der chinesische Ladezubehör-Spezialist Joyroom an die Spitze der Powerbanks mit integrierten Kabeln setzen. 240W Gesamtleistung, 140W maximal pro Port, 25.000mAh Kapazität sowie zwei eingebaute Kabel, von denen eines ausziehbar ist, sind eine starke Ansage. Neben den zwei Kabeln hat Joyroom als Besonderheit zwei umfangreiche Displays verbaut, damit alle Ladedaten stets im Blick bleiben. Im ausführlichen Test klären wir, ob die Powerbank ihre hohe Leistung im Alltag konstant liefert, die Displays einen Mehrwert bieten und das Modell seinen hohen Preis wert ist.
Lieferumfang der Joyroom Podix PR70
Neben der Powerbank selbst befinden sich im Lieferumfang eine spärliche Anleitung und eine Stofftasche zum Schutz des Modells. Ein externes USB-C-Kabel ist zugunsten der beiden integrierten Kabel nicht enthalten.
Design und Verarbeitung
Mit Abmessungen von 159,5 x 56,1 x 49,5 Millimeter und einem Gewicht von 627 Gramm zählt die Powerbank zu den größeren Vertretern ihrer Art. Joyroom setzt wie bei aktuellen Hochleistungs-Powerbanks üblich auf das klassische Säulen-Design, das auch Anker, Ugreen und Cuktech nutzen. Die Verarbeitung ist makellos. Während die Frontseite komplett mit glänzendem Kunststoff überzogen ist, unter dem sich das erste, 2,0 Zoll große TFT-Farbdisplay befindet, sind die Seiten matt und dadurch besser vor Fingerabdrücken geschützt.
Neben dem Bildschirm auf der Vorderseite befindet sich seitlich ein zweites, kleineres Display mit 1,43 Zoll. Durch die gummierten Füße auf der Rückseite lässt sich die Powerbank flach hinlegen, während ihr dennoch alle Ladewerte ablesen könnt. Die zwei integrierten USB-C-Kabel sind praktisch platziert: USB-C 2 auf der Oberseite ist ein 70cm langes, einziehbares Kabel, das komplett im Gehäuse verschwindet. USB-C 1 ist seitlich in Form einer Schlaufe befestigt und 32cm lang. Eine CCC-Kennzeichnung für die Einfuhr nach China fehlt.
Funktionen der Joyroom Podix PR70 Powerbank
Neben den integrierten USB-C-Kabeln sind die zwei verbauten Displays das große Highlight der Powerbank. Sie geben Aufschluss über viele Ladeinformationen. Die Standardanzeige zeigt den Akkustand sowie die Gesamtleistung in Watt an. Zudem berechnet sie, wie lange die Powerbank bei der aktuellen Ladeleistung noch Strom liefert.
Die zweite Hauptseite geht mehr ins Detail: Sie schlüsselt die Ladeleistung pro Port in Watt, Spannung und Stromstärke auf. Ebenso informiert die Anzeige über Temperaturentwicklung, Batteriegesundheit und Ladezyklen. Das kleinere, seitliche Display ist reduzierter und zeigt die Gesamtleistung in Watt an. Die Anzeigedauer beider Bildschirme lässt sich nicht konfigurieren: Nach exakt drei Minuten schalten sie sich aus und müssen bei Bedarf über den Power-Button reaktiviert werden.
Bei Bedarf könnt ihr einen Niedrigstrom-Modus auswählen, um beispielsweise Kopfhörer oder Smartwatches unterbrechungsfrei zu laden.
Leistungswerte der Joyroom Podix PR70
Die theoretische Gesamtleistung der Joyroom Podix PR70 beläuft sich auf starke 240 Watt nach dem Power-Delivery-Standard. Die Powerbank teilt die Leistung auf zwei USB-C-Kabel (C1 und C2), einen USB-C-Port (C3) sowie einen USB-A-Port auf. Nur C2 bietet 140W, während C1 und C3 jeweils 100W bereitstellen. Der USB-A-Port liefert bis zu 36W.
- USB-C1 (Kabel): 5V/3A / 9V/3A / 12V/3A / 15V/3A / 20V/5A
- USB-C2 (Kabel): 5V/3A / 9V/3A / 12V/3A / 15V/3A / 20V/5A / 28V/5A
- USB-C3 (Port): 5V/3A / 9V/3A / 12V/3A / 15V/3A / 20V/5A
- USB-A1: 5V/3A / 9V/3A / 10V/2,25A / 11V/3A / 12V/3A
- C2 (einziehbares Kabel) Protokolle
- C2 (einziehbares Kabel) PPS-Range
- C1 / C3 Protokolle
- C1 / C3 PPS-Range
- A1 Protokolle
Leistungsverteilung und PPS-Range
Schließt ihr mehrere Geräte parallel an, verteilt sich die Leistung nach folgendem Schema:
- C2 + C1 = 140W + 100W
- C2 + C3 = 140W + 100W
- C1 + C3 = 12W + 12W
- C1 + C2 + C3 = 12W + 140W + 12W
- C2 + A1 = 140W + 36W
- C1 + C2 + C3 + A1 = 12W + 140W + 12W + 12W
Nur am Anschluss C2 stehen dauerhaft 140W Ausgangsleistung zur Verfügung. Um die vollen 240W abzurufen, könnt ihr parallel nur C1 oder C3 nutzen. Das gleichzeitige Schnellladen von mehr als zwei Geräten ist nicht möglich.
Die PPS-Range aller drei USB-C-Anschlüsse ist identisch:
- 5V–11V bei 5A
- 5V–21V bei 5A
Mit bis zu 21V und 5A bietet die Powerbank eine perfekte PPS-Range – besser geht es nicht!
Die Anschlüsse unterstützen folgende Ladeprotokolle:
- C1: PD3.0, UFCS 1.0 (33W), QC3.0, AFC, FCP, SCP, Apple 2,4A, DCP
- C2: PD3.1, QC3.0, AFC, FCP, SCP, Apple 2,4A, DCP
- C3: PD3.0, UFCS 1.0 (33W), QC3.0, AFC, FCP, SCP, Apple 2,4A, DCP
- A1: UFCS 1.0 (33W), QC3.0, AFC, FCP, SCP, Apple 2,4A, DCP
Ladekompatibilität
Die maximale Leistung am Anschluss C2 beträgt 140W. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes angeschlossene Gerät diese Ladeleistung auch abruft; hier sind die jeweiligen Ladestandards entscheidend.
- Dank der bis zu 140W nach dem Power-Delivery-Standard lädt das Gerät kompatible Notebooks wie beispielsweise das MacBook Pro 16 Zoll mit voller Leistung. Dies gilt ebenso für iPhones und iPads.
- Mit einer PPS-Range von bis zu 21V und 5A ist das Ladegerät zudem in der Lage, die meisten PPS-kompatiblen Smartphones mit einer Leistung von bis zu 100W aufzuladen. Dazu gehören unter anderem Modelle von Xiaomi, Nothing und Motorola.
- Da SCP an den Anschlüssen vorhanden ist, laden Smartphones und Tablets von Honor nur mit maximal 20W und können nicht auf PPS zurückgreifen.
- Samsung-Geräte laden innerhalb der PPS-Range von bis zu 11V und 5A (S25 Ultra und älter) beziehungsweise mit 20V/3A (S26 Ultra), weshalb sie ihre volle Ladeleistung von 45W oder 60W abrufen.
- Neuere Smartphones von Oppo, OnePlus oder Realme erreichen dank dieser Spanne ebenfalls 45W.
- Dank bis zu 21V PPS gibt es auch bei den Pixel-Smartphones von Google keine Abstriche. Bei den Pro-XL-Geräten ist daher die maximale Leistung von 34W möglich.
Interessant für Import-Fans: UFCS kommt vor allem auf dem asiatischen Markt zum Einsatz und gilt dort als universeller Standard sowie als PPS-Alternative. Während die globalen Versionen von Oppo, OnePlus, Realme, Huawei und Co. in der Regel kein UFCS unterstützen und stattdessen auf PPS setzen, ist dies bei den Import-Modellen genau umgekehrt. In der Praxis erreichen diese Geräte dadurch Ladeleistungen von 24 bis 28W.
Kapazität der Joyroom Podix PR70
Um die echte Nettokapazität der Joyroom Podix PR70 zu ermitteln, laden wir sie vollständig auf und schließen sie an eine elektronische Last an, um kontinuierlich Strom zu entnehmen. Ein zwischengeschaltetes USB-Meter zeigt, wie viele Wattstunden (Wh) der Powerbank bei einer bestimmten Last entnommen werden können.
Laut Hersteller bietet die Powerbank 25.000mAh beziehungsweise 90Wh. Folgende Werte konnten wir ermitteln:
- 74,90Wh bei 28V/5A (140W) -> 83% der Herstellerangabe
- 75,32Wh bei 20V/5A (100W) -> 84%
- 76,33Wh bei 9V/3A (27W) -> 85%
Werte über 80% sind als gut, Werte über 90% als sehr gut einzustufen. Die Joyroom liegt hier mit 83 bis 85% im guten Durchschnitt.
Konstante Leistung
Mit bis zu 240W ist die Gesamtleistung außergewöhnlich hoch und sollte theoretisch ausreichen, um selbst zwei größere Laptops zu laden. Uns ist keine andere Powerbank mit zwei integrierten Kabeln bekannt, die so viel Leistung verspricht. Wir haben uns daher im Detail angeschaut, welche Werte ihr im Alltag tatsächlich erwarten könnt.
140W + 100W Ausgangsleistung:
- Drop auf 100W + 65W bei 72% (nach 5 Minuten und 44°C)
- Drop auf 65W + 45W bei 62% (nach 7 Minuten und 48°C)
- Drop auf 45W + 30W bei 43% (nach 15 Minuten und 53°C)
- Drop auf 30W + 20W bei 25% (nach 25 Minuten und 56°C)
140W Ausgangsleistung:
- Drop auf 100W bei 67% (nach 11 Minuten und 40°C)
- Drop auf 65W bei 43% (nach 21 Minuten und 47°C)
- Drop auf 45W bei 10% (nach 45 Minuten und 53°C)
100W Ausgangsleistung:
- Drop auf 65W bei 31% (nach 33 Minuten und 44°C)
- Drop auf 45W bei 12% (nach 48 Minuten und 56°C)
In der Praxis lässt die Ausgabeleistung zu wünschen übrig: 140W + 100W sind auf Dauer zu viel. Die Powerbank drosselt die Leistung früh und mit der Zeit stark herunter, weshalb sie für das Laden von zwei Laptops mit konstant hoher Leistung ungeeignet ist. Anders sieht es bei Smartphones aus, die nur kurzzeitig in der Spitze mit bis zu 100W laden: Hier lassen sich zwei Geräte problemlos und schnell parallel aufladen.
Auch wenn wir die Leistung auf einen Port mit 140W (oder 2x 65W) beschränken, kommt es bei konstanter Last zu einer hohen Temperaturentwicklung und spürbaren Drosselungen.
Gibt die Powerbank 100W aus, ist eine sinnvolle Nutzung möglich – auch wenn sie diesen Wert nicht dauerhaft hält. Die Drosselung setzt erst nach über 30 Minuten ein. Das ist ein Zeitpunkt, zu dem die meisten Laptops aufgrund des gefüllten Akkus ohnehin nicht mehr mit 100W laden.
Aus unserer Sicht besteht die ideale Nutzung darin, einen mittelgroßen Laptop parallel mit einem Smartphone oder Tablet an der Powerbank zu betreiben.
Aufladung
Die maximale Eingangsleistung liegt bei 100W auf allen drei USB-C-Ports. Eine vollständige Aufladung der Powerbank dauert durchschnittlich 1:55h bis 2:00h. Bei knapp 30% Akkustand und nach etwa 25 Minuten drosselt die Powerbank die Ladeleistung aufgrund der Temperaturentwicklung auf 65W herunter, womit sie für den Rest der Zeit lädt.
Gute zwei Stunden sind kein Rekordwert, aber grundsolide. Von den Bestwerten einer günstigeren Anker 737 (zu Amazon) ist sie weit entfernt. Sie liegt jedoch auf dem Niveau der Anker 165W mit zwei integrierten Kabeln (zum Test).
Passthrough-Charging wird unterstützt. Wenn ihr C1 oder C3 zum Aufladen nutzt und über C2 Strom entnehmt, funktioniert dies sogar unterbrechungsfrei als USV.
Testergebnis
Die Joyroom Podix PR70 begeistert und enttäuscht zugleich. Die zwei verbauten Displays mit vielen nützlichen Informationen stechen besonders hervor und sind in dieser Form einmalig auf dem Markt. Auch die beiden integrierten Kabel bieten einen hohen Komfort und machen externe Leitungen überflüssig. Unter der Haube hat die Powerbank zudem einiges zu bieten: 25.000mAh Kapazität sind mehr als ordentlich. Die Anschlüsse liefern in der Spitze bis zu 140W für größere Laptops und weisen eine perfekte PPS-Range auf, was zu einer hohen Kompatibilität mit aktuellen Smartphones führt.
Die (konstante) Leistung ist jedoch der Knackpunkt der Powerbank. 240W Gesamtleistung sind extrem viel und im Praxistest zeigt sich: Es ist zu viel! Reizt ihr die Powerbank voll aus, kommt es zu schnellen und starken Drosselungen, die den Nutzen für zwei größere Geräte letztendlich zunichtemachen. Selbst 140W Leistung liegen nicht sonderlich lange an. Unterm Strich bleibt eine sinnvolle Nutzung für zwei Smartphones oder Tablets, die von der perfekten PPS-Range profitieren, oder für die Kombination aus einem mittelgroßen Laptop und einem Smartphone oder Tablet.
Somit bewegen wir uns auf dem Leistungsniveau, das wir von ähnlichen Powerbanks mit integrierten Kabeln kennen, beispielsweise von Anker (zum Test) oder Sharge (zu Amazon). Für mehr konstante Leistung müsst ihr entweder zur EcoFlow RAPID Pro (zum Test) oder zur Anker Prime 26k (zum Test) greifen.
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