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imoo X10 Smartwatch für Kinder im Test

Getestet von Manuel am
Vorteile
  • gute Verarbeitung
  • witziges Flip-Design
  • wasserdicht bis 20m
  • gute Laufzeit
  • umfangreiche App
  • brauchbare Kamera
Nachteile
  • dunkles Display
  • kein Helligkeitssensor
  • kein Lagesensor
  • Datentransfer nur über Umwege möglich
  • umständliche Bedienung
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Smartwatches für Kinder werden immer beliebter und mit der imoo X10 haben wir das aktuelle Topmodell im Test. Damit möchte der Hersteller Kinder an die Technik heranführen und den Eltern Kontrolle über ihren Sprössling geben. Und in der X10 steckt eine Menge Technik.

So stecken neben gleich zwei Kameras auch ein AMOLED-Display und ein eigener SIM-Slot in einem Smartwatch-Gehäuse. Damit ist die imoo X10 mehr ein Smartphone am Handgelenk als eine klassische Smartwatch. Der Fokus der Uhr liegt ganz klar bei Kindern, die noch kein Smartphone nutzen sollen, für die Eltern aber trotzdem erreichbar und auffindbar bleiben. Damit tritt die X10 in Konkurrenz zu den in Deutschland bekannten Namen Anio und Xplora. Mit 300€ ist der Einstieg hoch, aber der Hersteller hat noch weitere preiswerte Modelle im Portfolio.

Lieferumfang

In der interessanten Verpackung wird die imoo X10 stilvoll präsentiert. Im Fuß der Verpackung finden sich dann nur noch das Ladekabel, eine mehrsprachige Anleitung und eine SIM-Nadel zum Öffnen der Abdeckung für die SIM-Karte. Diese solltet ihr unbedingt aufbewahren, um beim Öffnen das Gehäuse nicht zu beschädigen.

Design und Verarbeitung der imoo X10

Die imoo X10 ist eine große und auffällige Smartwatch und das Design gefällt je nach Geschlecht unterschiedlich. Mein zehnjähriger Sohn findet das Gadget in Weiß „tight“ und konnte es kaum erwarten, es anzuprobieren. Meine Tochter, ein wenig älter, schaute mich dagegen erschrocken an und meinte: „Wer schnallt sich denn den Klotz um den Arm?“ Ihre Amazfit Bip 6 (zum Test) ist zwar auch groß, aber flacher und unauffälliger designt. Zurück zu den harten Fakten: Die imoo X10 kommt auf ein Gewicht von 76 Gramm inklusive Armband und ist mit 43,4 x 54,5 x 15,2 Millimeter groß und spürbar am Handgelenk. Neben Weiß stehen mit Schwarz und Rosa noch zwei Farben zur Auswahl.

Auch im direkten Vergleich mit einer Samsung Galaxy Watch 7 (zum Test) mit 46mm werden die Abmessungen der Smartwatch deutlich. Der Hersteller hat sich Mühe mit der Verarbeitung gegeben und die Einstufung nach IP68 unterstreicht dies. Selbst 20m Wassertiefe stellen kein Problem für die Uhr dar. Dabei setzt der Hersteller großzügig auf Kunststoff, der unempfindlicher im Alltag ist. Die Kameras werden von einem Metallring und Glas geschützt und auch die Anzeige ist minimal tiefer eingefasst. Das Armband ist aus weichem Kunststoff-Silikon gefertigt, aber nicht ohne Probleme tauschbar. Allerdings ist der Verstellbereich ausreichend, auch für schmale Kinderhandgelenke.

Das Besondere an der imoo X10 ist natürlich die Flip-Funktion mit den beiden Kameras, die bei Kindern ordentlich Eindruck schindet. Ein Druck auf die obere Taste, und ihr könnt die Anzeige hochklappen und drehen. Nach einer Drehung von 180 Grad lässt sich der Uhrenkörper sogar entnehmen. Der Hersteller setzt hier auf solides Metall für Scharniere, Nasen und Gelenke. Aber am Ende ist es eine nette, optische Spielerei und das Entnehmen des Körpers überflüssig. So besteht immer die Gefahr des Verlustes, weil man zeigen wollte, wie cool die neue Uhr ist. Das ist meinem Sohn während des Testens passiert. Zum Glück ist die Ortungsfunktion der Uhr ausgezeichnet.

Display

Die imoo X10 hat ein 1,6 Zoll großes Display, das auf die AMOLED-Technologie setzt. Mit einer Auflösung von 360 x 320 Pixel sind auch bei genauem Betrachten keine einzelnen Bildpunkte zu erkennen. Die Bildwiederholungsfrequenz beträgt die üblichen 60 Hertz. Allerdings ist der Bildschirm der X10 mit maximal 534 Lux nicht sehr lichtstark. Insbesondere in hellen Umgebungen oder bei Sonnenlicht lässt sich die Anzeige nicht ablesen. Zudem spart sich der Hersteller eine automatische Helligkeitsregulierung und integriert 5 manuelle Stufen. Leider ist der Weg dorthin ein wenig schwierig, wie im Kapitel „Bedienung“ zu erkennen ist. So kann die Smartwatch in diesem Bereich nicht überzeugen, denn von einem AMOLED-Display erwartet ihr eine höhere Bildschirmhelligkeit.

System und Software

In der imoo X10 ist der Snapdragon Wear 4100 verbaut, der bislang in anderen Uhren nur zusammen mit WearOS zum Einsatz kam. Der Hersteller setzt hier auf CaremeOS 1.0 und damit auf ein eigenes, geschlossenes System, auch wenn dieses grundsätzlich auf Android 8.1 basiert. Dazu gesellen sich 1GB RAM und 32GB an Festspeicher, von denen noch üppige 24GB nach dem Betriebssystem übrig bleiben. Dieser Speicher wird vorrangig für Bilder und Videoaufnahmen benötigt, denn ein Transfer von Daten wie MP3-Dateien ist nicht möglich. Und auch ein Datentransfer von der Uhr ist nur über die Chat-Funktion möglich. Hier können im Chat Videos oder Bilder versendet werden. Eine direkte Verbindung über das USB-Ladekabel ist vom Hersteller nicht vorgesehen. imoo begründet diese Sperre mit dem Kinderschutz: Über USB oder Plug-ins soll bewusst verhindert werden, dass Kinder unpassende Inhalte von externen Geräten auf die Uhr übertragen. Als Alternative verweist der Hersteller auf die integrierte Nachrichtenfunktion, über die sich auch mehrere Dateien versenden lassen. Diese basiert allerdings auf WeChat und ist damit hierzulande in der Praxis kaum von Nutzen. Die CPU ist leistungsstark genug, um das Betriebssystem jederzeit flüssig auszuführen. Auch die Kamera-App wurde zügig geladen. Für die Nutzung benötigt ihr eine SIM-Karte, die die wichtigsten Frequenzbänder im 4G/LTE-Bereich unterstützt.

  • B1/B3/B5/B8/B20/B38/B39/B40/B41

Dazu wurden WiFi 4, Bluetooth 4.2 und GPS, GLONASS, BDS, Galileo und QZSS in die imoo X10 integriert. Ein Barometer rundet die Ausstattung ab. Auch Roaming beherrscht die Smartwatch.

Bedienung der imoo X10

Die Bedienung der imoo X10 ist teilweise kompliziert und umständlich. Zum Aktivieren der Uhr muss entweder der Bildschirm berührt oder die Seitentaste betätigt werden. Ein einfaches Drehen des Handgelenks zum Ablesen der Uhrzeit beherrscht die Uhr nicht. Danach müsst ihr den Bildschirm zusätzlich entsperren, bevor ihr die Uhr bedienen könnt. Auf dem Startbildschirm angekommen, könnt ihr in alle vier Richtungen wischen. Ein Wisch nach unten öffnet die Schnelleinstellungen, nach rechts die Telefonierfunktion, nach oben die Schnellfunktionen, die ihr anpassen könnt. Erst nach links gelangt ihr ins Menü, den Chat und meine Punkte. Aber auch diese Anordnung ist auf der Uhr anpassbar, genauso wie die Belegung der Seitentaste. Standardmäßig gelangt ihr damit zurück auf den Startbildschirm. Leider ist ein einfaches Zurück als Option nicht möglich. Stattdessen müsst ihr immer nach rechts wischen. Im Test hat mich dieses starre Festhalten gestört, da ich von Amazfit oder Samsung eine andere Bedienung gewöhnt bin. Auch mein Sohn war mit der Bedienung oftmals überfordert, da sich einige Funktionen tief im System verstecken. Eingaben werden nicht immer sauber erkannt, sodass ihr die Wischaktion häufig zweimal ausführen müsst. Die Kamera wird am einfachsten durch Aufklappen aktiviert.

App

Die App der imoo X10 ist das Kontrollzentrum der Uhr und für Android und iOS verfügbar. Im Test wurde ein Samsung Galaxy S25 verwendet und die App verursachte keinerlei Probleme oder Abstürze. Zur Nutzung der App müsst ihr euch zwingend registrieren. Die App gliedert sich in die 5 Unterpunkte: Chat, Orten, Telefonie, Finden und Mehr. Im Chat ist eine direkte Messenger-Funktion zur Uhr integriert, inklusive witziger Emojis. Externe Dienste wie WhatsApp werden nicht unterstützt, aber ihr könnt Kontakte hinzufügen und mit diesen telefonieren oder eine SMS schreiben. Laut Hersteller wurde auf die Einbindung von WhatsApp bewusst verzichtet, um die soziale Sicherheit der Kinder besser zu schützen. Eine optionale Freigabe durch die Eltern wäre an dieser Stelle allerdings die flexiblere Lösung gewesen. Über Orten lässt sich die Uhr jederzeit auffinden. Die Genauigkeit ist astrein und ihr bekommt einen kurzen Überblick über die Aktivitäten. Die Telefonierfunktion ist selbsterklärend, während der Unterpunkt „Finden“ überflüssig ist. Hier werdet ihr nur in den imoo-eigenen Shop geführt, um weitere Produkte zu kaufen.

Im Punkt „Mehr“ erhaltet ihr die volle Kontrolle über die imoo X10. Die Smartwatch kann sehr detailliert konfiguriert werden. Schulzeiten oder Schlafenszeiten können genauso wie die Nutzungsdauer pro Tag definiert werden. Auch behaltet ihr jederzeit die Kontrolle über die Chat-Funktion und könnt euch Gesundheits- und Fitnesswerte anzeigen lassen. Insgesamt ist die App funktionell und ausgereift und gibt den Eltern die Kontrolle, die sie von einer Kindersmartwatch erwarten.

Funktionen und Fotos

Die imoo X10 hat ihre Stärken klar im Telefonieren mit der Uhr, sei es nun mit Video oder ohne, und im Orten der Smartwatch. Während des Videotelefonats kann die Kamera gedreht werden. Die Verständlichkeit und auch die Qualität des Anrufes waren gut. Bevor ihr die X10 nur als Sprachanruf anrufen könnt, müsst ihr die Telefonnummer des Kindes in der App hinterlegen. Anrufe sind nur über die App möglich. Für Chats ist die Uhr weniger geeignet, da die Eingaben durch das kleine Tastenfeld schwierig sind. Allerdings sind auch Sprachnachrichten möglich. Zwar unterstützt die Uhr auch Gesundheitsfunktionen und Training, allerdings nur rudimentär. Ein eigenes Radsport-Profil gibt es nicht; laut Hersteller fließen Radaktivitäten in die allgemeine Aktivitäts- und Routenaufzeichnung ein. Eine separate Streckenaufzeichnung speziell fürs Radfahren, wie ihr sie von Fitness-Uhren kennt, sucht ihr trotz verbautem GPS jedoch vergeblich. Und auch die Herzfrequenz ist mehr ein Richtwert als ein Messwert. Der Hersteller bietet nur wenig Erweiterungen. So gibt es einen kindgerechten Hörbuch-Store, der täglich ein Hörbuch in englischer Sprache bereithält. Ihr könnt externe Bluetooth-Kopfhörer mit der Smartwatch koppeln. Kalender, Wetter oder Timer sucht ihr vergebens. Immerhin kann das Hintergrundbild geändert werden.

Dank ihrer zwei Kameras lassen sich für eine Smartwatch am Tag gute Aufnahmen machen. Die Frontkamera hat 5 Megapixel, während die Rückkamera 8 Megapixel besitzt. Die Bilder sind besser als erwartet und für Schnappschüsse gut geeignet. Dagegen können die Videoaufnahmen nicht überzeugen, da die Auflösung nur 360 x 320 Pixel beträgt. Für Eltern ist es auf jeden Fall eine gute Option, zu sehen, wo sich ihr Kind befindet. Ein Wechsel der Sensoren während der Videoaufnahme ist nicht möglich. Manche Punkte in der Uhr sind bereits vorinstalliert, müssen aber durch ein Elternteil explizit freigegeben werden, wie der Schrittzähler oder die Hörbücher. Auch ein ganz einfacher Modus mit nur der Telefoniefunktion ist möglich. Grundsätzlich können nur durch die Eltern freigegebene Kontakte angerufen werden. Auch der Notfallkontakt muss in der App freigegeben werden. Anrufe von unbekannten Nummern werden standardmäßig blockiert.

Akkulaufzeit

Mit 740mAh ist der Akku der imoo X10 ausreichend groß. Der Hersteller verspricht 3 Tage Laufzeit, die nur bei überwiegender Nutzung zu Hause im heimischen WLAN zu erreichen sind. Realistischer sind eher 2 Tage Nutzungsdauer mit der imoo X10, sobald ihr mobile Daten nutzt und die Uhr für mehr als nur das Ablesen der Uhrzeit verwendet. Der größte Akkufresser sind Videoanrufe. Nach 10 Minuten sank der Akkustand um 10%. Zum Laden wird das beigelegte Ladekabel benötigt, denn kabelloses Aufladen beherrscht die Smartwatch nicht. Rund 2 Stunden vergehen, bis die Smartwatch wieder vollständig geladen ist. Während des Ladevorgangs kann die X10 nicht genutzt werden.

Testergebnis

Getestet von
Manuel

Die imoo X10 nach dem Test realistisch einzuschätzen, ist etwas schwierig. Einerseits funktionieren alle Features, die der Hersteller verspricht. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Restriktionen, die teilweise so gewollt sind, um den kindlichen Nutzer einzuschränken. Trotzdem sind für diesen Kaufpreis ein helles Display, ein Lage- und Helligkeitssensor einfach Pflicht. Auch der große interne Speicher ergibt wenig Sinn, wenn ihr als Eltern nur mühsam darauf zugreifen könnt. Zudem könnte die umständliche Bedienung das Kind überfordern. Dafür funktioniert die Bindung zur App ausgezeichnet und ihr habt jederzeit die volle Kontrolle über die Smartwatch. Und die klare Ausrichtung auf Kinder ist spürbar, denn Schul- oder Ruhezeiten lassen sich definieren. Ein Taschenrechner ist ebenso wenig installiert. So ist die imoo X10 eine Empfehlung für Eltern, die zuverlässig wissen möchten: „Wo ist mein Kind?“ und es schnell und unkompliziert telefonisch erreichen können. Die Möglichkeit, Bilder oder Videos aufzunehmen, ergänzt die Uhr sinnvoll. Nur der hohe Kaufpreis dürfte die meisten abschrecken, zumal eine Anio 6 zwar nur ein IPS-Display besitzt, aber sich klar zum European Data Act bekennt und günstiger ist.

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