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Fahrradlampen aus China im Test: Sofirn BS01 & Towild CL1200

Getestet von Erik Schmid am
Vorteile
  • top Preis-Leistung
  • sehr hohe Leuchtkraft
  • saubere, blendarme Cut-Off-Linie
  • schnelle Garmin-Mount-Montage
  • USB-C-Laden, Powerbank-Funktion (TOWILD)
  • wechselbarer Akku und Halterung (Sofirn)
Nachteile
  • keine StVZO-Zulassung (keine K-Nummer)!
  • tief versenkter USB-C-Anschluss (Sofirn)
  • fest verbauter Akku (TOWILD)
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Wer regelmäßig in der Dunkelheit pendelt oder sich nachts über Wald- und Feldwege traut, weiß: Eine richtig gute Fahrradlampe ist Gold wert. Der Haken an der Sache ist nur, dass Lampen mit deutscher Straßenzulassung schnell teuer werden, und für ihr Geld oft erstaunlich wenig Licht liefern. Genau hier setzen China-Lampen an: Sie bieten für kleines Geld eine brachiale Leuchtkraft, mit der ihr euch auch abseits beleuchteter Straßen sicher fühlt.

Towild CL1200 vs Sofirn BS01 Test Vergleich Head

Wir haben uns zwei beliebte Vertreter dieser Gattung geschnappt und über Wochen im Alltag gefahren: die Sofirn BS01 und die Towild CL1200. Beide kommen aus China, beide laden per USB-C und sind blitzschnell auf einer Garmin-Halterung montiert. Aber bevor wir ins Detail gehen, müssen wir über das große Aber sprechen.

Achtung StVZO: nicht für den Straßenverkehr zugelassen

So hell und gut diese Lampen auch sind, in Deutschland sind beide nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Entscheidend ist hierzulande nicht das CE-Zeichen, sondern die sogenannte K-Nummer: ein kleines Wellenlinien-Symbol mit „K” und einer vierstelligen Prüfnummer, das vom Kraftfahrt-Bundesamt vergeben wird. Nur damit ist eine Lampe StVZO-konform. Die Sofirn BS01 trägt zwar brav ein CE-Zeichen, das bestätigt aber nur grundlegende EU-Sicherheitsstandards und sagt über die deutsche Straßenzulassung schlicht gar nichts aus. Die Towild CL1200 wirbt sogar mit einem blendarmen Cutoff-Beam „nach StVZO-Standard”, besitzt aber ebenfalls keine offizielle K-Nummer und ist damit genauso wenig zugelassen.

Wer ganz ohne Zulassung erwischt wird, riskiert theoretisch ein Verwarngeld von bis zu 35€ oder kann im Falle eines Unfalls eine Mitschuld bekommen, wenn der andere geblendet wurde.

„Sicher” im Straßenverkehr sind beide. Die „Cutoff”-Linie wird sauber gezogen, sodass ihr entgegenkommende Radfahrer nicht blendet. Viel wichtiger für die Sicherheit ist mir persönlich die Ausleuchtung. Schon die mittlere Stufe ist auch bei rund 30km/h hell und weit genug, dazu leuchtet die Lampe den Bereich links und rechts aus, was mir beim Kurvenfahren mit normalen Fahrradlampen immer zu dunkel war.

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Fahrradlampe ohne StVZO-Zulassung – kommt das für euch infrage?
Klar, Hauptsache hell Nein, muss zugelassen sein
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Den Moralapostel könnt ihr gerne in den Kommentaren raushängen lassen, und kauft die beiden Fahrradlampen bitte nicht. Was mich dagegen wirklich aufregt: Die neuen Autos mit ihrem Laser-Matrix-Licht blenden euch als Radfahrer gnadenlos. Die vielgepriesene automatische Abblend-Erkennung springt auf eine normale günstige Fahrradlampe nämlich gar nicht erst an. Mit der Sofirn und Towild seid ihr hingegen hell genug.

Warum überhaupt China-Lampen?

Towild CL1200 Test Praxis

Der Hauptgrund ist neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis die Garmin-Halterung. Beide Lampen lassen sich kinderleicht und absolut sicher per Garmin-Mount befestigen, die Towild dank wechselbarer Halterung sogar wahlweise oben oder unten. So nutze ich eine klassische verstellbare Garmin-Halterung gleich doppelt: tagsüber sitzt dort bei Bedarf das Navi, abends die Taschenlampe. Ein simples System, das sauber aussieht und einwandfrei funktioniert.

Und dann ist da eben die Leuchtkraft. Für die Ausleuchtung, die diese beiden Lampen bieten, müsstet ihr bei zugelassenen Markenlampen ein Vielfaches hinlegen. Mit den China-Lampen traue ich mich auch nachts problemlos über unbeleuchtete Wald- und Feldwege, mit den meisten normalen Lampen wäre es dort schlicht zu dunkel.

Towild CL1200 Test Leuchtbild

Ein Wort zur Beschaffung: Die Sofirn BS01 hat mich 26€ gekostet und kam in nur vier Tagen aus einem polnischen Warenlager. Die Towild CL1200 schlug mit 44€ zu Buche und reiste gut neun Tage direkt aus China an, ganz ohne Ärger mit dem Zoll. Die Bestellung ist hierzulande aufgrund der StVZO-Problematik nur direkt beim Hersteller möglich.

Sofirn BS01 im Detail

Die Sofirn BS01 ist der klassische Brenner unter den beiden. Die Fahrradlampe wiegt 157 Gramm. Der Hersteller bewirbt bis zu 2.000 Lumen, wir messen real eher rund 880 Lumen im Turbo, immer noch mehr als genug. In der Praxis reicht die zweite von vier Stufen voll aus. Die kühlweiße LED wirft ihr Licht nach Augenmaß anhand der Leitpfosten am Straßenrand gut 200 Meter weit im Turbo-Modus. Vor Staub und Wasser ist die Lampe nach IP68 zertifiziert. Man kann sie also auch bedenkenlos im Regen nutzen.

Für den Strom sorgt eine verbaute 21700-Zelle, geladen wird per USB-C. Bei den Laufzeiten gibt sich Sofirn ordentlich: Im Turbo (2.000 Lumen) sollen es rund drei Stunden sein, auf der High-Stufe (500 Lumen) etwa 3,5 Stunden, in der mittleren Stufe (150 Lumen) satte 14 Stunden und im Sparmodus (50 Lumen) sogar bis zu 38 Stunden. Wie üblich drosselt der Turbo nach wenigen Minuten herunter, um die Elektronik vor Überhitzung zu schützen.

Bei der Sofirn BS01 bleibt der Karton übersichtlich. Mit dabei sind:

  • Sofirn BS01 Fahrradlampe
  • USB-A-auf-USB-C-Ladekabel (mit dem nötigen langen Stecker)
  • Halterungs-Gummiband zur Lenkermontage
  • Bedienungsanleitung

Und hier kommt mein größter Kritikpunkt: Der USB-C-Anschluss sitzt sehr tief im Gehäuse versenkt. Ein normales Ladekabel passt da nicht hinein, ihr braucht zwingend ein Kabel mit längerem Stecker, das immerhin mitgeliefert wird.

Erfreulich ist dagegen die Wartbarkeit: Das Gehäuse lässt sich aufschrauben, der Akku ist also wechselbar. Bei mir hat sich die Werkszelle nach gut zwei Monaten verabschiedet, kein Drama, denn ich habe einfach eine hochwertige Markenzelle mit 5.000mAh eingesetzt. Seitdem läuft die Lampe vollkommen problemlos und hält länger durch. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Lampen mit fest verlötetem Akku, der bei einem Defekt das ganze Gerät zu Elektroschrott macht. Auch die Garmin-Halterung an der Lampe kann mit zwei Schrauben abgeschraubt und ersetzt werden. Super, wenn ihr stattdessen Wahoo benötigt. Bei mir brach ein Zahn ab, aber bei AliExpress fand sich für 1,50€ Ersatz.

TOWILD CL1200 im Detail

Die Towild CL1200 gibt sich etwas zivilisierter. Maximal sind 1.500 Lumen drin (im Turbo mit optionaler Funkfernbedienung), regulär stehen drei Stufen mit 300, 600 und 1.200 Lumen bereit. Im Turbo-Modus messen wir 700 Lumen. Das ist etwas weniger als bei der Sofirn, aber der Lichtkegel ist breiter. Die Reichweite gibt der Hersteller mit bis zu 160 Metern an. Anhand der Leitpfosten sind es gut 150 Meter. Im Inneren werkelt ein 5.000mAh-Akku mit ordentlichen Laufzeiten: knapp drei Stunden auf voller Stufe, fünf Stunden bei 600 Lumen und satte zehn Stunden im Sparmodus. Der Akku ist hier allerdings fest integriert, nicht wechselbar, dafür gibt es per USB-C eine praktische Powerbank-Funktion, mit der sich im Notfall das Handy laden lässt.

Die Towild CL1200 legt beim Zubehör spürbar nach, vor allem bei der Montage:

  • TOWILD CL1200 Fahrradlampe
  • Lenkerhalterung (ALB05)
  • GoPro-/Garmin-Adapter für die Untermontage
  • USB-C-Ladekabel
  • Entlade-Adapter für die Powerbank-Funktion
  • Bedienungsanleitung

Das Gehäuse besteht aus Aluminium, wiegt nur 176g und ist nach IPX6 gegen Strahlwasser geschützt. Ein Vibrationssensor schaltet die Lampe bei Bewegung automatisch ein und nach zwei Minuten Stillstand wieder aus.

Lichtbild und Praxis

Die Bedienung ist simpel und bei beiden gleich: langes Drücken schaltet die Lampe ein bzw. wieder aus, einmal drücken schaltet zwischen den Leuchtstufen durch. Im direkten Vergleich zeigen sich die Charaktere der beiden deutlich. Die Sofirn BS01 leuchtet etwas weiter und eignet sich damit besser für zügige Fahrten, bei denen ihr früh sehen wollt, was kommt. Die Towild CL1200 liefert dafür ein homogeneres und breiteres Lichtbild, das den Nahbereich gleichmäßiger ausleuchtet. In der Praxis reicht mir bei beiden Lampen locker die zweite Stufe aus. Die höchste Stufe ist, wie gesagt, jenseits von Gut und Böse, nett zum Angeben, aber für den Alltag schlicht unnötig. Auf der mittleren Stufe ist die Akkulaufzeit dafür exzellent: zum Pendeln komme ich problemlos über die ganze Woche, bevor wieder geladen werden muss.

Anbei noch ein Video beim Fahren in der Nacht mit der Sofirn BS01. Gefilmt wurde mit der DJI Osmo Action 6 im Nachtmodus, was nur mäßig gut funktionierte:

Testergebnis

Getestet von
Erik Schmid

Wer auf dem Papier nach der perfekten, rechtssicheren Fahrradlampe sucht, ist bei diesen beiden China-Brennern formal an der falschen Adresse, die fehlende StVZO-Zulassung müsst ihr kennen und bewusst in Kauf nehmen. Wer aber maximale Leuchtkraft fürs Geld will und die Lampe vor allem abseits stark befahrener Straßen nutzt, bekommt hier ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Sofirn BS01 punktet mit ihrer Reichweite und dem wechselbaren Akku, schwächelt aber beim versenkten Ladeanschluss. Die Towild CL1200 überzeugt mit breitem Lichtbild, flexibler Garmin-Halterung und Powerbank-Funktion, muss dafür aber mit fest verbautem Akku leben. Die Kaufentscheidung ist simpel. Die Sofirn BS01 ist heller, hat einen austauschbaren Akku und ist günstiger. Dafür kann sie nur von oben auf ein Garmin-Mount geschraubt werden. Wollt ihr die Fahrradlampe kopfüber montieren, dann empfiehlt sich die Towild CL1200. Beide kosten rund 25 bis 45€, und liefern dafür mehr Licht, als ihr für das Geld erwarten dürftet.

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