Xiaomi Robot Vacuum 6 Max im Test-Check: Das sagen die Tests
Krümel unter dem Esstisch, Katzenstreu im Flur, ein Kaffeespritzer vor der Küchenzeile: Wer die Bodenpflege komplett abgeben will, braucht einen Roboter, der saugt, wischt und sich danach selbst reinigt. Genau da setzt der Xiaomi Robot Vacuum 6 Max an. Er ist Xiaomis bisher stärkster Saug- und Wischroboter, mit breiter Wischwalze, ausfahrbarem Eckwischpad, Kletterbeinen für Türschwellen und einer Station, die mit heißem Wasser wäscht. Xiaomi verlangt rund 1.000€ für das Gerät.
Für diesen Test-Check haben wir acht ausführliche Tests und Videos aus sechs Ländern ausgewertet, darunter Labortests und wochenlange Alltagserfahrungen. Hier fassen wir zusammen, worin sich die Tester einig sind und wo die Meinungen auseinandergehen. Wer es günstiger mag: Gleichzeitig startet der kleinere Xiaomi Robot Vacuum 6 für 649,99€, mit weniger Saugkraft und niedrigerer Kletterhöhe.
Design und Ausstattung
Roboter und Station kommen in einem warmen Metallic-Grau daher und passen farblich zusammen. Mehrere Tester berichten allerdings, dass die Oberfläche Kratzer und Staub schneller zeigt. Auffälligstes Detail ist der absenkbare Laserturm: Fährt der Roboter unter ein niedriges Sofa oder Bett, klappt der Turm ein, und laut Xiaomi passt er dann unter Möbel ab 9,3cm Höhe. Genau dort sammelt sich gern Staub.
Vorne sitzen drei Kameras, die zusammen mit dem LiDAR die Umgebung erfassen. Laut Xiaomi erkennt der Roboter über 320 Arten von Objekten und Flecken, darunter Kabel ab 3mm Dicke. Wichtig zu wissen: Die KI-Erkennung ist ab Werk aus, ihr schaltet sie in der App ein. Die Kamera dient außerdem als Fernblick: Per App könnt ihr live in die Wohnung schauen und den Roboter fernsteuern, auch diese Funktion ist ab Werk deaktiviert.
Unten arbeiten zwei Seitenbürsten, von denen eine in Ecken ausfährt, dazu eine Hauptbürste mit kleinen Klingen, die Haare direkt beim Saugen zerschneiden. Die Wischwalze und das runde Eckwischpad heben sich automatisch an, etwa auf Teppich. Die zwei Kletterbeine an den Seiten sollen einzelne Stufen und Schwellen bis 6cm überwinden. Alles steuert ihr über die Xiaomi Home App mit Karten, Sperrzonen und Zeitplänen, Sprachbefehle laufen über Alexa und Google Assistant.
Saugen und Teppich
Xiaomi gibt die Saugkraft mit 35.000 Pascal an, nach Herstellerangabe der höchste Wert aller eigenen Saugroboter. Die Tests sind sich einig: Auf Hartboden saugt der Xiaomi Robot Vacuum 6 Max sehr gründlich. Auch die Testberichte bescheinigen eine sehr gute Schmutzaufnahme, und im Alltag sind die Tester mit Krümeln und Staub zufrieden. Die zwei Seitenbürsten ziehen den Schmutz zuverlässig aus Ecken und an Fußleisten entlang.
Bei Teppich gehen die Einschätzungen auseinander. Laut Xiaomi erkennt ein Ultraschallsensor Teppichboden, die Walze hebt sich dann um 10mm und die Saugleistung steigt. Zwei französische Tests finden den Roboter auch auf Teppich gut. Der ebenfalls französische Labortest von Labo Maison stellte dagegen fest, dass der 6 Max im Automatikmodus auf Teppich die Saugkraft nicht erhöht und dort deutlich weniger aufnimmt. Hinterlegt ihr die Teppiche in der App mit maximaler Saugstufe, bekommt ihr auf Kurzflor gute Ergebnisse, auf dickem Hochflor bleibt der Roboter auch dann schwächer. Ein Tester bemerkte zudem leichte Feuchtigkeit an Teppichrändern. Am wohlsten fühlt sich der 6 Max offensichtlich auf Hartboden.
Besonders für Haushalte mit Hund, Katze oder langen Haaren interessant: In mehreren Tests wickeln sich keine Haare um die Hauptbürste, die Klingen erledigen das wie versprochen. Das spart die sonst fällige Scherenarbeit an der Bürste.
Wischen
Xiaomi setzt auf eine breite Wischwalze statt runder Mopps. 16 Wasserauslässe versorgen sie während der Fahrt laufend mit Frischwasser, ein Abstreifer nimmt das Schmutzwasser direkt wieder ab. Das Prinzip kennen wir aus eigenen Tests wie dem Narwal Freo 20 und dem Mova Z70 Ultra Roller Complete. Der Mova wischte bei uns auf der Fläche sehr gründlich, an Kanten zeigte er die typische Schwäche von Walzen. Genau diese Lücke schließt beim 6 Max ein kleines rundes Wischpad, das zu Ecken und Möbelbeinen ausfährt.
Das Ergebnis klingt in fast allen Tests ähnlich: Wischen ist die große Stärke des 6 Max. Die Walze arbeitet gleichmäßig, hinterlässt keine Streifen und macht Parkett nicht zu nass. Auch hartnäckigere Verschmutzungen gehen raus, ein Tester bekam sogar den Fettfilm in der Küche weg. Nur richtig eingetrocknete Flecken bleiben teilweise zurück. Am Gesamtbild ändert das wenig: Für die tägliche Bodenpflege wischt der 6 Max sehr gründlich.
Mehrere Tests loben die Navigation als präzise. Am deutlichsten beschreibt es Presse-citron: In drei Wochen musste der Tester kein einziges Mal eingreifen, obwohl seine Wohnung eng und vollgestellt ist. Kabel und Hausschuhe umfuhr der Roboter zuverlässig.
Einhellig positiv ist das Bild aber nicht. In verwinkelten Bereichen und zwischen vielen Hindernissen kam ein deutscher Labortest nur auf ein befriedigendes Ergebnis. Ein slowakischer Test wünscht sich Nachbesserung: Kleines Spielzeug erkannte der Roboter dort nicht zuverlässig.
An Türschwellen spielt er dagegen seine Stärke aus: Hohe Übergänge zum Bad oder Balkon nimmt er souverän, bestätigen mehrere Tests. Und dank absenkbarem Laserturm kommt er auch unter flache Sofas und Betten.
Station und Wartung
Die Station nimmt euch fast die komplette Nacharbeit ab: Sie wäscht Walze und Eckwischpad mit bis zu 85 Grad heißem Wasser, trocknet mit 50 Grad warmer Luft und saugt den Staub in einen Beutel ab, der laut Xiaomi bis zu 75 Tage hält. Ein Test bestätigt, dass sich der Beutel tatsächlich nur langsam füllt. Frisch- und Schmutzwassertank sitzen oben unter einer Klappe, auf unseren Fotos gut zu sehen. Bei täglichem Wischen leert ihr den Schmutzwassertank etwa einmal pro Woche und spült ihn kurz aus. Gerüche hält die Station dabei gut zurück.
Zwei Abstriche nennen mehrere Tests: Es gibt kein Fach für Reinigungsmittel. Wollt ihr Reiniger nutzen, gebt ihr ihn von Hand ins Frischwasser. Außerdem ist die Station mit Rampe 47 x 36 x 58 Zentimeter groß, also sperrig, und beim Waschen der Mopps etwas laut. Im normalen Saugbetrieb fällt der Roboter dagegen nicht störend auf, nur im stärksten Modus wird er deutlich hörbar.
Der Akku mit 6.400mAh reicht den Tests zufolge auch für große Wohnungen mit Reserve, ein kompletter Ladevorgang dauert laut Xiaomi rund 4 Stunden 30 Minuten. Schade: Verbrauchsmaterial zum Nachlegen liegt nicht bei. Ganz ohne Handarbeit geht es trotzdem nicht: Frischwasser nachfüllen, Schmutzwasser leeren und ab und zu Waschbereich, Walze und Abstreifer reinigen, das bleibt bei euch. Den Rest erledigt die Station.
Unsere Einschätzung
- sehr gründliches Wischen mit Walze
- ausfahrbares Eckwischpad
- starke Reinigung auf Hartboden
- keine Haare um die Bürste
- überwindet hohe Türschwellen
- passt unter niedrige Möbel
- Station wäscht und trocknet automatisch
- Akku mit viel Reserve
- seltener Beutelwechsel
- kein Fach für Reinigungsmittel
- Teppich im Automodus schwächer
- Navigation in engen Räumen holprig
- große, beim Waschen laute Station
- kratzempfindliches Gehäuse
Der Xiaomi Robot Vacuum 6 Max ist vor allem ein ausgezeichneter Wischroboter, der auch auf Hartboden kaum einen Krümel liegen lässt. Laut den Tests wischt die Walze mit Frischwasser sehr gründlich, das ausfahrbare Pad holt den Schmutz aus den Ecken, und um die Bürste wickeln sich keine Haare. Hohe Türschwellen klettert er hoch, unter flache Sofas taucht er mit abgesenktem Laserturm ab. Die Station wäscht und trocknet alles selbst, der Staubbeutel hält laut Xiaomi bis zu 75 Tage.
Auf dicken Teppichen saugt er im Automodus schwächer. Die gute Nachricht: Hinterlegt ihr eure Teppiche in der App mit maximaler Saugstufe, klappt es zumindest auf Kurzflor gut. In engen, vollgestellten Räumen navigiert er nicht immer souverän, und die Station braucht Platz.
Für rund 950€ bei Amazon bekommt ihr ein sehr starkes Gesamtpaket für Wohnungen mit viel Parkett und Fliesen. Auch der Dreame X60 Pro Ultra Complete (zum Test) meistert hohe Schwellen und fährt seinen Laserturm ein, kostete zum Testzeitpunkt aber rund 1.500€. Der Mova Z70 Ultra Roller Complete (zum Test) wischte die Fläche so gründlich wie bis dahin kein anderer Roboter bei uns, schwächelte aber an den Kanten. Genau dort setzt Xiaomis Eckwischpad an. Deutlich günstiger war zum Testzeitpunkt der Lefant M5 Max (zum Test) für rund 400€, er patzt aber bei der Navigation. Mehr Empfehlungen findet ihr in der Saugroboter-Bestenliste.
- 1 Computer Bild: Xiaomi Robot Vacuum 6 Max im Test (deutsch)
- 2 connect: Xiaomi Robot Vacuum 6 Max getestet (deutsch)
- 3 Frandroid: Test Xiaomi Robot Vacuum 6 Max (französisch)
- 4 Presse-citron: Test Xiaomi Robot Vacuum 6 Max (französisch)
- 5 Labo Maison: Test Xiaomi Robot Vacuum 6 Max (französisch)
- 6 Spidersweb: Xiaomi Robot Vacuum 6 Max Test (polnisch)
- 7 Touchit: Xiaomi Robot Vacuum 6 Max Recenzia (slowakisch)
- 8 Mobilarena auf YouTube (ungarisch)
- 9 Lado Tech auf YouTube (portugiesisch)
- 10 CanalRCS auf YouTube (portugiesisch)
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