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Mova Z70 Ultra Roller Complete Test

Getestet von Joscha am
Vorteile
  • überragende Wischleistung auf der Fläche
  • kontinuierliche Frischwasser-Reinigung
  • sehr gute Saugleistung
  • hervorragende Haaraufnahme
  • ausgezeichnete Kletterfähigkeit
  • edle, top ausgestattete Station
  • präzise Objekterkennung
  • üppiger Lieferumfang, drei Jahre Garantie
Nachteile
  • Ecken- und Kantenreinigung schwächer als Pads
  • KI lässt eingetrocknete Flecken teils liegen
  • höherer Wartungsaufwand als Pad-Modelle
  • hoher Preis
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Dreames Tochtermarke Mova schickt mit dem Mova Z70 Ultra Roller Complete ihr neues Flaggschiff unter den Wischwalzen-Robotern ins Rennen. Der Nachfolger des beliebten Z60 setzt weiter auf das Prinzip, das diese Geräteklasse so besonders macht: Statt mit rotierenden Wischpads reinigt eine breite Walze den Boden, die sich während der Fahrt ständig selbst mit frischem Wasser benetzt und das Schmutzwasser direkt wieder aufnimmt. Gewischt wird also immer mit sauberem Wasser, nie mit der Brühe vom letzten Durchgang.

Mova Z70 Ultra Roller Complete

Günstig ist dieser Anspruch nicht. Offiziell ruft Mova knapp 1.400€ auf, real bekommt ihr den Roboter aktuell für rund 1.200€, unter anderem bei Amazon. Damit spielt der Z70 klar im Premium-Segment und tritt gegen die eigene Schwester mit klassischen Wischpads an, gegen die starke Konkurrenz von Dreame und Narwal, und nicht zuletzt gegen seinen eigenen, deutlich günstigeren Vorgänger. Wir haben ihn ausführlich getestet und klären, ob sich der Aufpreis lohnt und wo die Wischwalze an ihre Grenzen kommt.

Lieferumfang und Design

mova z70 ultra roller complete lieferumfang

Der Zusatz „Complete” ist bei Mova Programm. Neben dem Roboter und der Station liegt hier wirklich alles bei, was ihr auf absehbare Zeit braucht: Ersatz-Wischwalzen, zusätzliche Staubbeutel, eine weitere Seitenbürste, ein Ersatzfilter und gleich zwei Reinigungslösungen, eine für den Alltag und eine spezielle gegen Tiergerüche. Zusammen mit den drei Jahren Herstellergarantie ist das ein starkes Gesamtpaket, das ihr bei der Preiseinordnung im Hinterkopf behalten solltet.

Saugroboter & Reinigungsstation

Der Roboter selbst ist ein mattschwarzer, recht wuchtiger Brocken, wie ihr ihn von Wischwalzen-Geräten kennt. Dank des versenkbaren Laserturms bleibt er trotzdem flach genug, um unter die meisten Möbel zu fahren. Der eigentliche Hingucker ist aber die Station. Statt des üblichen schwarzen Kunststoffs setzt Mova hier wahlweise auf eine Natursteinoptik Version. Alternativ gibt es auch eine etwas langweiligere Version mit Kunststoff im Look einer gebürsteten Metalloberfläche (unser Testmodell). Mit dem dezenten LED-Streifen an der Seite wirkt das Ganze schon sehr schick.

Ein Blick auf die Unterseite zeigt die zwei Kerngebiete: hinten die breite Mikrofaser-Wischwalze, mittig die doppelte Hauptbürste, die konsequent gegen Haarverwicklung ausgelegt ist, und vorne die einzelne, ausfahrbare Seitenbürste. Insgesamt ist der Z70 hochwertig verarbeitet, und vor allem die Station hebt sich optisch klar von allem ab, was sonst neben dem Sofa steht.

Wischwalze

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Die Wischwalze ist das Herzstück und der Hauptgrund, diesen Roboter zu kaufen. Sie ist breit, presst sich mit ordentlichem Druck auf den Boden und wird über mehrere Düsen permanent mit frischem Wasser versorgt, während das Schmutzwasser sofort wieder abgesaugt wird. Der Effekt ist im Alltag deutlich spürbar: Der Z70 wischt am Ende eines Durchgangs noch genauso gründlich wie am Anfang. Genau hier verlieren pad-basierte Systeme oft, weil sie irgendwann nur noch schmutziges Wasser verteilen. Das macht die Walze besonders für große Hartbodenflächen und für Haushalte mit mehr Verschmutzung interessant.

Auf der Fläche ist die Reinigung schlicht hervorragend. Wo der Roboter gewischt hat, ist der Boden auch wirklich sauber, ohne die feinen Schlieren, die klassische Mopps gerne hinterlassen. Verschüttete Flüssigkeiten erkennt er zuverlässig, stoppt die Saugeinheit und nimmt die Sauerei auf, statt sie durch die Wohnung zu ziehen.

Bei aller Stärke müssen wir aber ehrlich bleiben, denn die Schwäche dieser Bauart bleibt auch beim Z70 bestehen: die Ecken und Kanten. Mova hat nachgebessert, die Walze fährt zur Seite aus und die Seitenbürste hilft mit, sodass die Randreinigung besser ist als beim Vorgänger. An klassische Wischpads, die sich weit ausfahren lassen und bis an die Fußleiste kommen, reicht die Walze aber weiterhin nicht ganz heran. Direkt an der Kante bleibt ein schmaler Streifen zurück. Dazu kommt eine kleine Eigenheit der Objekterkennung: Hin und wieder stuft der Roboter einen hartnäckig eingetrockneten Fleck als Hindernis ein, umfährt ihn und lässt ihn dann stehen. Beides sind keine Dramen für den Alltag, aber bei diesem Preis dürfen wir es erwähnen.

Vorbildlich gelöst ist dagegen der Umgang mit Teppichen. Erkennt der Z70 einen Teppich, hebt er die Walze nicht nur an, sondern schiebt zusätzlich eine physische Schutzblende darunter. Selbst langflorige Teppiche bleiben so wirklich trocken. Insgesamt liefert der Z70 auf der Fläche die gründlichste Wischleistung, die wir bisher von einem Roboter gesehen haben, muss sich an echten Kanten aber weiterhin den klassischen Wischmopps geschlagen geben.

Saugleistung und Haare

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Beim Saugen macht der kräftige Motor seine Sache sehr gut. Auf Hartboden und normalem Teppich nimmt der Z70 nahezu allen Schmutz auf, von Feinstaub über Krümel bis Sand. Nur bei sehr hochflorigen Teppichen lässt er etwas mehr liegen als die absolute Elite, weil ihm die tiefe Bodenfreiheit fehlt, die manche Konkurrenten hier ausspielen. Für den typischen Mix aus Hartboden und kurzflorigen Teppichen reicht die Leistung aber locker.

Ein echtes Highlight ist der Umgang mit Haaren. Die doppelte Hauptbürste ist so konstruiert, dass sich selbst große Mengen langer Haare nicht darin verheddern, egal ob vom Menschen oder vom Haustier. Nach unseren Testläufen war praktisch nichts in den Bürsten aufgewickelt. Insgesamt ist der Z70 ein sehr guter Sauger, der besonders in Haushalten mit Tieren und langen Haaren glänzt.

Navigation, Hinderniserkennung und Klettern

Zur Orientierung nutzt der Z70 einen Laserturm, den er für die Fahrt unter flache Möbel selbstständig einfahren kann, kombiniert mit einer Kamera samt eigener Beleuchtung an der Front. Die Kartierung geht schnell und zuverlässig, und die Objekterkennung gehört zum Besten, was aktuell auf dem Markt zu haben ist. Herumliegende Kabel, kleine Gegenstände und sogar Tierhinterlassenschaften erkennt er und umfährt sie großzügig, statt sie durch die Wohnung zu schmieren.

Spannend ist zudem die Kletterfähigkeit. Der Z70 stemmt sich über zwei zusätzliche Räder in die Höhe und überwindet damit selbst hohe Türschwellen, an denen andere Roboter längst kapitulieren. Wer in einem Altbau mit vielen Schwellen wohnt, bekommt hier ein echtes Argument, denn diese Kombination aus hoher Saugkraft, Wischwalze und Kletterfähigkeit bieten nur wenige Geräte.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es trotzdem. Die Hindernisvermeidung ist ab Werk etwas zu vorsichtig eingestellt. Enge Durchfahrten meidet der Roboter dann gelegentlich, und auf sehr dunklen Böden erkennt er hin und wieder Hindernisse, die gar nicht da sind. Das lässt sich in der App aber abschalten, wodurch das Problem verschwindet und er kaum an Präzision verliert.

Reinigungsstation

Die Station nimmt dem Z70 praktisch die gesamte Wartung ab. Sie saugt den Staubbehälter des Roboters in einen großen Beutel ab, der nur selten gewechselt werden muss, wäscht die Wischwalze anschließend mit heißem Wasser aus, trocknet sie mit heißer Luft und desinfiziert sie zusätzlich mit UV-Licht. Selbst nachdem wir absichtlich üble Verschmutzungen verteilt hatten, roch am Ende nichts. Die beiden Reinigungsmittel dosiert die Station automatisch, je nachdem ob gerade normaler Schmutz oder ein Tierbereich dran ist.

Ganz ohne Handarbeit geht es trotzdem nicht. Die Walze sollte ab und zu in die Waschmaschine, und den Schmutzwassertank im Roboter solltet ihr ein paar Mal im Jahr ausspülen, damit sich dort nichts festsetzt. Für ein Walzensystem hält sich der Aufwand aber in Grenzen.

Insgesamt ist die Station eine der besten am Markt und macht den Z70 im Alltag angenehm pflegeleicht, auch wenn ein Walzenroboter nie ganz so wartungsarm ist wie ein Pad-Modell.

App

Gesteuert wird der Z70 über die Mova-Home-App, und die fällt umfangreich aus. Die Einrichtung ist schnell erledigt: App laden, QR-Code am Roboter scannen, ein paar Fragen zu Teppichen und Etagen beantworten, fertig. Anschließend fährt der Roboter einmal die Wohnung ab und legt eine Karte an, die sich in einzelne Räume unterteilen und mit Sperrzonen, wischfreien Bereichen und virtuellen Wänden bearbeiten lässt.

Im Alltag reicht der Automatikmodus, in dem der Roboter Saugkraft und Wassermenge selbst passend wählt. Wer mehr Kontrolle will, legt für jeden Raum eigene Profile an, von der Saugstufe über die Feuchtigkeit der Walze bis zur Reinigungsreihenfolge. Auch die Station lässt sich fein justieren: wie heiß und wie oft die Walze gewaschen wird, wie lange sie trocknet, wie häufig abgesaugt wird und ob und welches der beiden Reinigungsmittel beigemischt werden soll.

Mova Z70 Ultra Roller Complete App Kamera Live

Dazu kommen die üblichen Extras: Zeitpläne, ein Haustiermodus, die abschaltbare Hindernisvermeidung und der Zugriff auf die Frontkamera, um aus der Ferne nach dem Rechten zu sehen. An Einstellmöglichkeiten mangelt es also nicht, für Einsteiger kann die Fülle sogar etwas erschlagend wirken. Wer sich aber ein paar Minuten Zeit nimmt, findet alles sauber sortiert. Insgesamt ist die App eine der vollständigsten am Markt und lässt kaum Wünsche offen.

Akkulaufzeit

In der Praxis reicht eine Ladung locker für eine rund 90 Quadratmeter große Wohnung, danach ist meist noch etwa die Hälfte des Akkus übrig. Für meine 45qm Wohnfläche verbrauchte er 26% Kapazität. Für eine komplette Reinigung dieser Fläche mit Saugen und Wischen braucht der Z70 etwa 1 Stunde. Auch 140 Quadratmeter am Stück meistert er laut Internet-Rezensionen ohne Zwischenstopp. Laut Datenblatt sind im sparsamen reinen Saugmodus sogar bis zu 220 Minuten und rund 250 Quadratmeter drin, sobald aber die Wischwalze mitläuft und die Saugkraft hochgedreht ist, sinkt die Laufzeit spürbar. Wird die Fläche zu groß, fährt der Roboter selbstständig zur Station zurück, lädt nach und setzt die Reinigung anschließend genau dort fort, wo er aufgehört hat.

Beim Nachladen ist der Mova Z70 flott. Über die Schnellladefunktion ist der Akku in gut zwei Stunden wieder voll, aus komplett leerem Zustand dauert es rund drei Stunden. Laut Datenblatt lädt er damit etwa 30 Prozent schneller als sein Vorgänger, den wir allerdings nie selbst im Test hatten. Der eigentliche Gewinn zeigt sich in großen Wohnungen: Die Pause zwischen zwei Reinigungsabschnitten fällt kürzer aus und der Roboter steht schneller wieder bereit.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Der Mova Z70 Ultra Roller Complete ist ein Roboter der klaren Stärken. Auf der Fläche liefert er die gründlichste Wischleistung, die uns bisher untergekommen ist, dazu eine sehr gute Saugleistung, eine hervorragende Haaraufnahme, eine super Kletterfähigkeit und eine Station, die optisch wie funktional zum Besten gehört, was man kaufen kann. Für große Wohnungen mit viel Hartboden und hohen Türschwellen ist er eine klare Empfehlung.

Ihr müsst euch aber im Klaren sein, worauf ihr euch einlasst. Die Wischwalze bleibt an echten Ecken und Kanten systembedingt schwächer als klassische Wischpads, gelegentlich lässt die KI einen eingetrockneten Fleck als vermeintliches Hindernis stehen, und der Wartungsaufwand ist etwas höher. Das sind keine Deal-Breaker, aber bei einem Gerät dieser Preisklasse eindeutig Punkte, die ihr kennen solltet.

Wer das Beste unter den Wischwalzen-Robotern will und bereit ist, dafür zu zahlen, bekommt es hier trotzdem. Der Sprung auf den halb so teuren Vorgänger Z60 ist allerdings nur eine solide Weiterentwicklung, keine Revolution.

Wem maximale Kantenreinigung wichtiger ist als die letzte Gründlichkeit auf der Fläche, der ist mit einem Pad-System oft besser bedient. Einen Blick wert ist hier vor allem die Wischwalzen-Schwester aus dem eigenen Konzern, der Dreame Aqua10 Ultra Roller Complete (zum Test), sowie der Narwal Flow (zum Test), der das Walzenprinzip ähnlich konsequent auslegt. Wer die einfahrbare Turm-Bauweise und starke Navigation eines Rundum-Flaggschiffs sucht, findet sie im Dreame X50 Ultra (zum Test). Und ehrlich gesagt bleibt auch der eigene Vorgänger eine Alternative: Der Mova Z60 kostet inzwischen nur noch rund die Hälfte und kommt der Neuauflage im Alltag überraschend nahe. Der Sprung auf den Z70 ist eine solide Weiterentwicklung, keine Revolution. Wer das Beste unter den Wischwalzen-Robotern will und bereit ist, dafür zu zahlen, bekommt es hier trotzdem.

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