Radcomputer mit GPS und Navigation kosten bei den bekannten Marken schnell 150 bis 250€. Das Geoid CC700 verspricht Routenführung, Farbdisplay und ANT+ für rund 40€ bei AliExpress. Kann ein Navi zum Preis von zwei Fahrradschläuchen mit Geräten für das Fünffache mithalten?
Günstige Alternativen sind nicht neu: Mit dem iGPSport BSC300 hatten wir schon ein Navi für rund 70€ im Test, und der Magene C606 v2 (zum Test) nutzt mit OnelapFit dieselbe App wie das CC700. Kein Zufall: Der Lageraufkleber meines Testgeräts nennt den Magene-Support, Geoid gehört also zum Umfeld des Herstellers. Ich bin das CC700 zwei Touren lang parallel zum iGPSport BiNavi gefahren. Das Ergebnis vorweg: Als Tacho und Trainingsrechner ist das CC700 stark, als Navi taugt es nur als Notlösung, weil ihm eine Karte fehlt.
| Bestellt | 6. Oktober 2026 bei AliExpress (Geoid Fitness Store) |
|---|---|
| Angekommen | 9. Oktober 2026 |
| Lieferzeit | 3 Tage |
| Versand ab | Lager in Polen, Zustellung per DHL |
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Lieferumfang des Geoid CC700
Im Karton liegen:
- Geoid CC700
- USB-A-auf-USB-C-Kabel
- Lenkerhalterung mit Gummibändern
- Sicherungsschlaufe
- Reinigungstücher (feucht und trocken)
- Displayschutzfolie
- Kurzanleitung
Eine Vorbau-Halterung gibt es nicht dazu, ein Netzteil fehlt ebenfalls.
Design und Verarbeitung
Das Geoid CC700 bringt ein 2,8 Zoll großes Farbdisplay mit 240 x 320 Pixeln mit, Touch gibt es keinen. Bedient wird über zwei Tasten an der Unterkante und eine Taste mit einem blauen Streifen an der Oberseite. Ein Lichtsensor regelt die Displayhelligkeit automatisch. Geoid gibt 99 Gramm und Schutzklasse IPX7 an, der USB-C-Port versteckt sich unter einer Gummiabdeckung an der Unterkante.
Auf der Rückseite sitzt eine Aufnahme mit Viertelumdrehung wie bei Garmin. Im Test hielt das CC700 problemlos in der Vorbau-Halterung eines iGPSport-Navis. Wer schon eine Garmin-kompatible Halterung am Rad hat, kann sie also weiter nutzen.
Einrichtung und App
Die Kopplung läuft per QR-Code auf dem Display mit der App OnelapFit (zum Playstore), also derselben App wie beim Magene C606 v2. Das Menü auf dem Gerät ist auf Deutsch. Die App fragt Größe, Gewicht, Geschlecht und Geburtsjahr ab, um Pulszonen und Kalorien zu berechnen.
Komoot lässt sich direkt in der App koppeln. Touren landen dann in OnelapFit und wandern mit einem Tipp auf „Fahrradcomputer importieren“ aufs Gerät, bei mir dauerte die Übertragung rund 20 Sekunden. GPX-Dateien lassen sich ebenfalls importieren, beides funktionierte einfach und schnell. Nach der Tour erscheinen die Fahrten in der App mit Karte, Analyse (Minimum, Durchschnitt, Maximum für Geschwindigkeit, Puls, Höhe und Steigung), Rundenzeiten, Diagrammen und Zonen. Strava und TrainingPeaks lassen sich laut Hersteller verknüpfen, beides habe ich aber nicht ausprobiert.
Display und Datenseiten
Das Display ist angenehm hell und auch in direkter Sonne gut ablesbar. Selbst bei tief stehender Herbstsonne konnte ich alle Werte ohne Abschatten erkennen.
Vier übersichtliche Datenseiten sind an Bord. Darunter eine Tachoseite mit großem Geschwindigkeitsring, Durchschnitt, Maximum, Fahrzeit, Distanz, Uhrzeit und Anstieg sowie eine Höhenseite mit Höhe, Steigung, Anstieg, Abstieg, Zeit und Kalorien. Eine weitere Seite bündelt Leistung, Kadenz, Puls und Höhe, dazu kommen Navigation und Rundenansicht. Auto-Pause funktioniert zuverlässig und zeigt auf dem Display das Symbol „AUTO“ mit Pause-Zeichen, automatische Runden löst das CC700 alle 5km aus.
Das Geoid CC700 hat keine Karte. Auf dem Display seht ihr nur die Routenlinie als blauen Strich auf leerem Hintergrund, einen Pfeil für die eigene Position, Kompass, Maßstab und die Restdistanz zum Ziel. Oben steht der nächste Hinweis mit Entfernung, etwa „3,0km Geradeaus fahren“, an Abzweigungen kommen Abbiegepfeil, Entfernung und manchmal Straßenname dazu. Straßen links und rechts der Route, Radwege oder Orientierungspunkte zeigt es nie.
Das ist so gewollt: Geoid wirbt beim CC700 nur mit Routennavigation, Karten hat erst das CC700 Pro mit Touch (direkt zu Amazon) für rund 85€ bei Amazon. Wer das günstige CC700 kauft, muss mit der nackten Linie leben.
Nach meinem Eindruck ist die Navigation absolut einfach gehalten. Wer sich in der Gegend halbwegs auskennt, kommt damit ans Ziel. Auf unbekannten Strecken ist sie eher eine Notlösung, weil ihr ohne Karte keinen Überblick bekommt, wo ihr euch gerade befindet. Eine Route berechnet das CC700 laut Hersteller nur neu, solange das Smartphone mit der App verbunden ist.
Sensoren: Pulsmesser per ANT+ und Bluetooth
Sensoren koppelt das CC700 per Bluetooth oder ANT+. Mit dem iGPSport HR80 (zum Test), einem Pulsarmband für den Oberarm, hat es sofort beide Verbindungen gefunden, die Aufzeichnung lief problemlos durch. Der Puls lag exakt auf den Werten, die das parallel gekoppelte iGPSport BiNavi aus demselben Armband aufgezeichnet hat: 134bpm im Durchschnitt und 175bpm als Maximum bei beiden Geräten.
Als Referenz diente mir das iGPSport BiNavi (zum Test) für rund 200€ mit Dual-Band-GPS, dazu lief eine Huawei-Smartwatch am Handgelenk mit. Alle drei Geräte waren gleichzeitig am Rad beziehungsweise am Arm.
Tour 1: rund 21km
| Wert | Geoid CC700 | iGPSport BiNavi | Huawei-Smartwatch |
|---|---|---|---|
| Strecke | 21,35km | 21,19km | 21,27km |
| Fahrzeit | 53:03 Minuten | 52:56 Minuten | 53:25 Minuten |
| Durchschnitt | 24,1km/h | 24,0km/h | 23,9km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 43,1km/h | 43,2km/h | nicht angezeigt |
| Anstieg | 69m | 77m | 86m |
| Kalorien | 752kcal | 540kcal | 551kcal |
Tour 2: rund 30km
| Wert | Geoid CC700 | iGPSport BiNavi | Huawei-Smartwatch |
|---|---|---|---|
| Strecke | 30,51km | 30,35km | 30,45km |
| Fahrzeit | 1:15:17 Stunden | 1:15:20 Stunden | 1:15:49 Stunden |
| Durchschnitt | 24,3km/h | 24,1km/h | 24,1km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 36,5km/h | 36,4km/h | nicht angezeigt |
| Anstieg | 126m | 132m | 140m |
| Puls Durchschnitt / Maximum | 134 / 175bpm | 134 / 175bpm | 130 / 161bpm |
| Kalorien | 952kcal | 682kcal | 680kcal |
Bei der Strecke liegt das CC700 auf beiden Touren nur 0,5 bis 0,8 Prozent über dem BiNavi, Durchschnitt und Spitze sind praktisch identisch. Das schafft es, obwohl es anders als das BiNavi nur auf einer Frequenz empfängt (GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou, QZSS).
Bei der Höhe stimmt der Verlauf auf beiden Touren mit dem BiNavi überein. Auf der ersten Fahrt zeigte das CC700 die absolute Höhe aber rund 100m zu tief an (rund 270 bis 310m statt 375 bis 413m), auf der zweiten nur noch rund 10m Abweichung (Durchschnitt 398m gegen 409m beim BiNavi). Vermutlich hat sich das Barometer nach der ersten Fahrt selbst kalibriert. Die Höhenmeter zählt es rund 5 bis 10 Prozent knapper als das BiNavi.
Die Kalorienangabe fällt deutlich zu hoch aus, rund 40 Prozent über BiNavi und Smartwatch, die sich untereinander fast einig sind. Auf der zweiten Tour war das trotz Pulsdaten so: 952 gegen 682 und 680kcal. Diese Zahl taugt nicht zum Zählen, wer abnehmen will, sollte sie ignorieren.
Akkulaufzeit des Geoid CC700
Geoid gibt eine Laufzeit von 15 bis 25 Stunden an, eine mAh-Angabe gibt es nicht. Basierend auf meinem Praxiseinsatz mit aktiver Navigation und gekoppeltem Pulsarmband verbraucht das CC700 rund 6 bis 7 Prozent Akku pro Stunde. Hochgerechnet sind das rund 14 bis 15 Stunden, also das untere Ende der Herstellerangabe. Für Wochenendtouren und mehrere Feierabendrunden reicht das.
Testergebnis
Für rund 40€ ist das Geoid CC700 eigentlich unschlagbar. Im Kern ist es der klassische Kilometerzähler für wenig Geld, nur eben mit GPS, hellem Farbdisplay, ANT+ und Bluetooth. Strecke und Tempo lagen auf beiden Touren praktisch gleichauf mit dem rund 200€ teuren iGPSport BiNavi, das Pulsarmband koppelte es ohne Probleme und Touren aus Komoot sind in Sekunden auf dem Gerät. Mit den Billig-Tachos, die sich bei Amazon Radcomputer nennen, hat das wenig zu tun. Beim Navigieren merkt man den Preis: Ohne Karte reicht die blaue Linie nur für bekannte Gegenden oder als Notlösung. Wer mehr will, schaut sich das iGPSport BSC300 (zum Test) für rund 70€ an, das mit Karte navigiert, oder die neuere Version BSC300T mit Touchscreen.
Aber alle Aufgaben eines Fahrradcomputers (nicht Navi) und sogar noch einiges mehr erfüllt das Geoid CC700 mit Bravour.
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Schöner Test, gene mehr in dem Bereich Rad/Scooter 😊 Thema Navigation: Wenn man das Handy ohnehin dabei hat, kann man für einen Überblick da ja kurz drauf schauen. Muß halt gegebenfalls anhalten.