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iGPSport HR80 im Test: Pulsmesser am Oberarm so genau wie der Brustgurt?

Getestet von Jonas Andre am
Vorteile
  • gurtgenaue Pulsmessung
  • stabil bei Intervallen
  • exzellenter Tragekomfort
  • passt an jeden Oberarm
  • ANT+ und Bluetooth
  • zwei Bluetooth-Geräte gleichzeitig
  • Laden per USB-C
  • automatisches Ein- und Ausschalten
Nachteile
  • Akkulaufzeit unter Herstellerangabe
  • zur UVP kein Schnäppchen
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Wer beim Radfahren nach Puls trainiert, greift meist zum Brustgurt. Der misst genau, drückt aber, verrutscht und fühlt sich mit nassen Elektroden unangenehm an. Optische Sensoren in Smartwatches sind bequemer, bei harten Intervallen liegen sie aber oft ein paar Schläge daneben. iGPSport will mit dem HR80 beides verbinden: einen optischen Pulsmesser, der am Oberarm sitzt, per ANT+ und Bluetooth funkt und dabei so genau messen soll wie ein Gurt. Der Pulsmesser von iGPSport startet zu einer UVP von 79,90€, wir rechnen mit rund 50€ in den nächsten Wochen als Verkaufspreis.

Von iGPSport haben wir bereits die Radcomputer BSC300, BSC500, BiNavi und BiNavi Air sowie die Laufuhr VeRun getestet. Ein Oberarm-Armband hatte der Hersteller mit dem HR70 schon im Programm, das aktuell für rund 40€ zu haben ist. Die Polar Verity Sense und das Wahoo TICKR Fit kosten dagegen 60 bis 80€. Den HR80 haben wir vier Fahrten lang gegen einen Polar-Brustgurt antreten lassen. Wie nah er an den Gurt herankommt, erfahrt ihr in unserem Test.

Lieferumfang und Design

Im Karton liegen das Armband mit eingesetztem Sensor, eine Schnellstartanleitung und die Sicherheitshinweise.

iGPSport HR80 Lieferumfang

Der Sensor ist ein kleines graues Kunststoffgehäuse mit 48 x 28,6 x 10,3 Millimetern und wiegt 11 Gramm, mit Armband sind es 18 Gramm. Er steckt in einer durchsichtigen Halterung, die fest im Band sitzt. Auf der Unterseite liegt das runde Sensorfenster, an der Seite außerdem eine Taste und der USB-C-Anschluss unter einer Abdeckung. Eine zweifarbige LED zeigt den Status in Rot und Grün.

Ein- und ausschalten müsst ihr den HR80 übrigens nicht. Er erkennt, wenn ihr ihn anlegt, und startet von selbst. Zehn Sekunden nach dem Abnehmen geht er in den Ruhezustand. Nach IP67 ist er gegen Schweiß und Regen geschützt. Zum Schwimmen ist er nicht gedacht.

Technische Daten

Sensor optisch, dazu Beschleunigungssensor
Messbereich 30 bis 240 bpm, ein Wert pro Sekunde
Verbindung ANT+ und Bluetooth, bis zu zwei Bluetooth-Geräte gleichzeitig
Akku 82mAh, laut Hersteller 90 bis 100 Stunden
Laden USB-C, rund eine Stunde
Armband Polyester, Nylon und Elasthan, 180 bis 320mm Umfang, gedehnt bis rund 400mm
Schutz IP67
Gewicht 18g (Sensor 11g)

Tragekomfort

Beim Tragekomfort liegt der HR80 klar vor meinem Polar-Brustgurt. Der Stoff ist weich, elastisch und atmungsaktiv, auch nach anderthalb Stunden Fahrt mit viel Schweiß fühlt er sich angenehmer an als der Gurt um die Brust.

Sehr gut gelöst ist zudem der Verschluss. Das Band läuft durch eine Schlaufe zurück und wird mit einem breiten Klett fixiert, der fest hält. Damit lässt sich der HR80 an dünne wie an kräftige Oberarme stufenlos anpassen, er sitzt sicher und trotzdem nicht zu stramm.

Pulsmessung im Vergleich zum Brustgurt

Für den Test haben wir den HR80 am Oberarm und einen Polar-Brustgurt gleichzeitig getragen und bei denselben Fahrten aufzeichnen lassen. Der Brustgurt misst elektrisch direkt am Herzen und dient deshalb als Referenz. Gefahren sind wir vier Runden rund um Altötting: eine gleichmäßig harte Einheit, zwei wellige Touren und eine Bergfahrt mit Intervallen und Spitzen bis rund 178 Schlägen pro Minute.

Fahrt Charakter Ø-Puls beider Sensoren Abweichung Ø Max-Puls beider Sensoren Abweichung Max
Fahrt 1 32 Minuten, gleichmäßig hart 137 und 137 0 bpm 175 und 176 1 bpm
Fahrt 2 48 Minuten, wellig 133 und 134 1 bpm 161 und 164 3 bpm
Fahrt 3 47 Minuten, wellig 140 und 140 0 bpm 168 und 168 0 bpm
Fahrt 4 29 Kilometer, Berg mit Intervallen 140 und 141 1 bpm 177 und 179 2 bpm

Die Durchschnittswerte liegen bei allen vier Fahrten höchstens 1 bpm auseinander, zweimal sind sie exakt gleich. Beim Maximalpuls beträgt die größte Abweichung 3 bpm. In dieser Größenordnung weichen auch zwei Brustgurte voneinander ab.

Auch bei der Bergfahrt mit vielen harten Lastwechseln bleibt der HR80 im Schnitt 1 bpm und beim Maximalpuls 2 bpm am Gurt. Der Oberarm bewegt sich beim Radfahren nämlich kaum, der Sensor liegt fest auf der Haut, und anders als am Handgelenk stören weder der Griff um den Lenker noch Erschütterungen von der Straße.

Bei den Zeiten in den Pulszonen weichen die beiden Sensoren um 10 Sekunden bis knapp eine Minute pro Zone ab, am meisten bei der Bergfahrt in der obersten Zone. Ein Muster gibt es dabei nicht. Solche Unterschiede entstehen, wenn der Puls genau an einer Zonengrenze pendelt, und spielen für die Trainingssteuerung keine Rolle.

Insgesamt misst der HR80 am Oberarm so genau wie der Brustgurt, im Grundlagenbereich ebenso wie bei Intervallen am Berg.

Vergleich zur Smartwatch

Bei allen Fahrten lief zusätzlich die Huawei Watch GT 7 Pro (zum Test) am Handgelenk mit. In unserem Test lag die Uhr im Schnitt nur 0 bis 1 bpm neben dem HR80 und reagierte ausreichend schnell auf Lastwechsel. Bei dieser besonders harten Fahrt waren es 4 bpm im Schnitt und 4 bis 5 bpm beim Maximalpuls. Brustgurt und HR80 sind bei schnellen Pulsspitzen also noch einen Tick genauer, bei gleichmäßigem Tempo ist die Uhr genauso gut.

Wer also schon eine gute Smartwatch besitzt und damit nach Puls Rad fährt, braucht den HR80 nicht unbedingt. Er lohnt sich für alle, die viele Intervalle fahren und dabei jede Spitze sauber erfassen wollen, und vor allem für alle, die der Brustgurt stört.

Akku und Verbindung

Geladen wird der HR80 per USB-C, nach rund einer Stunde ist er voll. Brustgurte wie mein Polar laufen mit einer Knopfzelle zwar deutlich länger, die muss aber irgendwann gekauft und getauscht werden. iGPSport gibt 100 Stunden Dauermessung an, auf der Verpackung stehen 90 Stunden. Nach rund zehn Stunden Fahrt zeigte der HR80 noch knapp 80% an. Hochgerechnet sind das rund 50 Stunden, also etwa die Hälfte der Herstellerangabe. Bei drei bis vier Ausfahrten von anderthalb Stunden pro Woche reicht das für rund zwei Monate, ständig laden müsst ihr also nicht.

iGPSport HR80 USB-C-Anschluss

Gekoppelt habe ich den HR80 per ANT+ mit einem iGPSport-Radcomputer. Da er ANT+ und Bluetooth parallel beherrscht, funktioniert er genauso mit Radcomputern und Uhren anderer Hersteller, mit Apps wie Zwift oder mit Laufbändern. Per Bluetooth nimmt er bis zu zwei Geräte gleichzeitig an, etwa Uhr und Smartphone-App. Firmware-Updates kommen außerdem über die iGPSport-App.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Der iGPSport HR80 misst am Oberarm so genau wie ein Brustgurt. Über vier Fahrten lag der Durchschnittspuls höchstens 1 bpm und der Maximalpuls höchstens 3 bpm neben dem Polar-Gurt, auch bei der Bergfahrt mit Intervallen. Dazu kommen ein weicher, atmungsaktiver Stoff, ein Klettverschluss, der an jeden Oberarm passt und sicher hält, und das Laden per USB-C.

Für alle, die ein Brustgurt stört, ist der HR80 damit die perfekte Wahl, und mit voraussichtlich rund 50€ ist er günstiger als die bekannte Konkurrenz. Wer schon eine gute Smartwatch trägt und vor allem gleichmäßig fährt, braucht ihn nicht: Die Uhr misst dort ebenso genau, Brustgurt und HR80 sind nur bei schnellen Pulsspitzen einen Tick besser.

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