Eine elektrische Mini-Pumpe ist einfach super, wenn ihr sie dabeihabt. Ihr trefft damit genau den Druck, den ihr wollt, fahrt dadurch auch schneller, und es ist so viel angenehmer.
Topump, Cycplus, Anoutway: drei Marken, aber nur eine Fabrik. Dahinter steht die Chengdu Chendian Intelligent Technology, und mit der Topump TB2 Pro tritt die nächste Mini-Pumpe aus diesem Werk an. Macht die neue Marke etwas besser als die anderen? Die Eckdaten der Pumpe lesen sich gut: rund 130 Gramm, Display mit Zieldruck und bis zu 120PSI Maximaldruck. Regulär kostet sie bei AliExpress rund 40 bis 45€, im Angebot mit Coupon haben wir sie für rund 27€ bestellt. Der Händler verschickte sie aus einem Lager in Deutschland.
Wir hatten bereits die Anoutway AT1 Pro im Test. Sie hat die gleichen Eckdaten: 450mAh-Akku und 120PSI. Etwas teurer ist die Asmax T30 (zum Test) mit 500mAh für rund 48€. Das Ergebnis vorweg: Die TB2 Pro ist (vermutlich) gut und lässt sich empfehlen. Ich finde die AT1 Pro trotzdem einen Tick besser. Sie wirkt solider, klingt beim Pumpen stabiler und ihre Plus/Minus-Tasten lassen sich besser bedienen. Beide Pumpen machen ihre Sache aber gut. Was die kleine Pumpe alles kann, erfahrt ihr im Folgenden.
Unser Exemplar hat den Test nicht überstanden: Nach den Messungen mit vielen Pumpvorgängen hintereinander und mehreren am Stück leergepumpten Akkuladungen kommt die Pumpe nicht mehr über 0,5 bar hinaus und bricht den Vorgang nach rund 20 Sekunden ab. Ich habe den Eindruck, dass dabei sogar Luft aus dem USB-C-Anschluss entweicht. „HOT“ oder einen anderen Fehlercode hat sie nie angezeigt. Angesaugte Tubeless-Dichtmilch dürfte als Ursache ausscheiden. Am Pumpenkopf findet sich nur ein minimaler Rest davon, und andere Mini-Pumpen haben schon viel mehr abbekommen.
Meine Einschätzung: Innen ist einfach etwas kaputtgegangen. Vielleicht war es ein Montagsexemplar. Laut Anleitung gibt es zwei Jahre Reparatur oder Ersatz. Unsere Messwerte im Test stammen aus der Zeit vor dem Ausfall.
| Bestellt | 6. Oktober 2026 bei AliExpress (Airbankepump Choice Store) |
|---|---|
| Angekommen | 15. Oktober 2026 |
| Lieferzeit | 9 Tage |
| Versand ab | Lager in Deutschland, Zustellung per DPD |
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Der Händler meldete nach der Bestellung zunächst ein Problem mit der Ware und verpasste deshalb das angekündigte Lieferfenster.
Lieferumfang der Topump TB2 Pro
Im Lieferumfang sind:
- Topump TB2 Pro
- wasserdichter Zip-Beutel
- Gummischlauch als Verlängerung (ab Werk mit Schrader-Ende)
- Presta-Adapter zum Aufschrauben auf die Verlängerung
- kleiner Metallstift für Schrader-Ventile
- Ersatz-O-Ring
- zweite Gummidichtung als Ersatz
- USB-C-auf-USB-C-Kabel
- mehrsprachige Anleitung (auch auf Deutsch)
Zwei Ersatzteile liegen bei: ein O-Ring und eine zweite Gummidichtung. Das finde ich cool. Ein Netzteil ist nicht dabei, ihr ladet die Pumpe an einem vorhandenen USB-Ladegerät. Auch eine Ballnadel fehlt. Das Aufpumpen von Bällen ist mit der TB2 Pro schlicht nicht vorgesehen.
Den Zip-Beutel nennt der Hersteller wasserdicht. Ein gelber Aufkleber auf der Pumpe warnt, dass sie selbst nicht wasserdicht ist und bei Regen und Schweiß in den Beutel gehört. Ich trage meine AT1 Pro seit Langem ohne Beutel im Trikot. Manchmal schießt etwas Tubeless-Milch in die Pumpe, die bläst sie mit der Luft einfach wieder heraus. Passiert ist dabei bisher nichts.
Technische Daten
- Modell: Topump TB2 Pro (AS200PRO)
- Akku: 450mAh bei 7,4V (3,33Wh)
- Laden: USB-C mit 5V/2A oder 7V/1,5A (bis 10,5W)
- Maximaldruck: 120PSI (8,3 bar)
- Luftmenge: 15 Liter pro Minute
- Ventile: Presta direkt, Schrader nach Umbau des Anschlusses, beides auch per Schlauch
- Gewicht: 133 Gramm (gemessen)
- Abmessungen: 78 x 53 x 31,5 Millimeter (gemessen)
- Garantie laut Anleitung: 2 Jahre Reparatur oder Ersatz
Im Vergleich zur AT1 Pro ist die TB2 Pro bei Akku und Druck auf Augenhöhe. Sie ist mit 78 Millimetern etwas länger und mit 53 Millimetern schmaler, dazu wiegt sie 8 Gramm mehr (AT1 Pro: 70 x 57 x 31 Millimeter, 125 Gramm).
Design und Bedienung
Die TB2 Pro ist ein kleiner Quader mit silbergrauem Metallgehäuse, laut Hersteller aus Aluminium, und schwarzer Kunststoff-Front. Der Ventilanschluss sitzt oben in der Front, die USB-C-Buchse an der Unterseite. Die Verarbeitung ist in Ordnung, aber nichts Besonderes. Mehr müsst ihr in dieser Preisklasse auch nicht erwarten. Sie tut, was sie soll.
In jede Satteltasche und ins Trikot passt die Pumpe problemlos. Bei mir ist so eine E-Minipumpe Standardausstattung auf jeder Tour. In ein Rahmenfach passt sie leider nicht. In-Frame-Storage ist gerade ein Trend, den ich gut finde. Dort könnte die Pumpe mitfahren. Dafür bräuchte es eine elektrische Mini-Pumpe, die länger und schmaler gebaut ist.
Ventilanschluss und Zubehör
Ab Werk ist der Anschluss für Presta eingerichtet, die Gummidichtung zeigt mit dem kleinen Loch nach außen. Für Schrader-Ventile dreht ihr die Dichtung um und setzt den kleinen Metallstift ein. Die Dichtung aus der Aufsteckkappe zu fummeln, ist etwas nervig, mit dem Fingernagel geht es aber. Der fliegende Wechsel zwischen Presta und Schrader unterwegs ist mir zu aufwendig.
- je nach Ventil muss der Adapter gewechselt werden. Oder einfach in der Praxis: Presta ohne Verlängerung, Schrader mit dem extra Schlauch
Der mitgelieferte Schlauch hat ab Werk ein Schrader-Ende. Für Presta löst ihr zuerst die Mutter am Ventil und schraubt dann den beiliegenden Adapter auf. Gegen Luftverlust empfiehlt die Anleitung den Schlauch ab 100PSI (6,89 bar) Zieldruck, außerdem bei TPU-Schläuchen mit Kunststoffventil.
Ich halte den Schlauch nicht für notwendig. Einfach aufgesteckt sitzt die Pumpe gut am Ventil. Rennradreifen fährt heute kaum jemand mit mehr als 4,5 bar. Erst ab rund 5 bar würde ich den Schlauch aufschrauben, darunter hat sich die Steckverbindung bei mir noch nie gelöst. So spart ihr euch den Schlauch in der Trikottasche.
Tasten und Display
Der Powerbutton unter dem Display lässt sich gut drücken. Langes Drücken schaltet die Pumpe ein, das Display zeigt dann den aktuellen Druck. Ein kurzer Druck startet das Pumpen, erneutes langes Drücken schaltet sie wieder aus. Ohne Pumpvorgang schaltet sie sich nach einer Minute selbst ab.
Über die Plus/Minus-Wippe an der Oberseite stellt ihr den Zieldruck ein. Er steht drei Sekunden im Display, danach erscheint wieder der aktuelle Druck. Erreicht die Pumpe das Ziel, stoppt sie automatisch. Drückt ihr Plus und Minus gleichzeitig, wechselt die Anzeige zwischen PSI und bar. Die Tasten sind etwas klein und fummelig und lassen sich schlechter bedienen als bei der AT1 Pro. Mit Handschuhen geht es trotzdem.
Speicherfunktion: Die Pumpe merkt sich Zieldruck und Einheit. Ich hatte 2,0 bar für meine Gravelreifen eingestellt, beim nächsten Einschalten stand der Wert wieder da. Auch der Wechsel auf bar bleibt gespeichert.
Kalibrierung: Im ausgeschalteten Zustand haltet ihr den Powerbutton 12 Sekunden gedrückt, bis „RES“ im Display steht. Das gleicht Luftdruckunterschiede durch die Höhe aus. Kalibriert nicht direkt nach dem Pumpen, denn die Wärme verfälscht den Wert. Der Anschluss muss frei sein und darf nicht am Reifen hängen. Am besten kalibriert ihr die Pumpe direkt nach dem Auspacken.
Hat der Reifen schon über 80PSI (5,5 bar), kann die Pumpe beim Start abschalten. Startet sie in diesem Fall zuerst und setzt sie erst danach aufs Ventil, oder lasst vorher etwas Druck ab.
Praxis
Für unsere Messung haben wir die Pumpe ohne Schlauchverlängerung direkt aufs Presta-Ventil gesteckt. Jeder Durchgang lief von 0 bis zum Fahrdruck. Alle drei Reifen sind tubeless montiert.
| Rennrad | Gravel | MTB | |
|---|---|---|---|
| Reifen | Pirelli P Zero Race TLR RS, 32mm | Tufo Thundero, 44mm | Specialized Pathfinder Pro, 2,2 Zoll (55mm) |
| Fahrdruck | 4 bar | 2 bar | 1,7 bar |
| Zeit von 0 auf Fahrdruck | 40 Sekunden | 45 Sekunden | 55 Sekunden |
| Füllungen pro Akkuladung | 3 | 3 | 3 |
Ich vermute, entscheidend ist die Arbeitszeit der Pumpe, denn sie gibt stets etwa dieselbe Leistung ab. Der MTB-Reifen hat viel mehr Volumen, die Luft muss aber nicht so stark verdichtet werden. Beim schmalen Slick ist es umgekehrt: wenig Volumen, dafür deutlich mehr Druck. Beides dauert ungefähr gleich lang, und der Akku reicht in allen drei Fällen für drei Füllungen.
- Steckverbindung: Wir haben aufgesteckt und ohne Schlauch gemessen. Die Verbindung hat bis 4 bar problemlos gehalten.
- Lautstärke: Gemessen haben wir 85dB aus einem Meter Abstand. Gefühlt ist die TB2 Pro weniger schrill als die AT1 Pro und klingt etwas gedämpfter. Die AT1 Pro war in unserem damaligen Test sehr schrill und laut.
- Akku am Limit: Nach drei Füllungen auf 4 bar stoppte die vierte Füllung bei 2,6 bar. Das Display zeigte einen leeren Akku. Oberhalb dieses Werts braucht die kleine Pumpe sehr viel Kraft, und es dauert länger, bis richtig Druck im Reifen ist. Mit fast leerem Akku reicht es dafür nicht mehr.
- Wärme: Nach dem zweiten Durchgang war das Tubeless-Ventil schon 45°C warm. An einem TPU-Schlauch solltet ihr deshalb nicht mehrere Durchgänge hintereinander machen. Nach drei Durchgängen war die Pumpe fast zu heiß, um sie in der Hand zu halten. Laut Anleitung erwärmt sie sich bei langem Betrieb stark. Bei Überhitzung zeigt sie „HOT“ und braucht zehn Minuten Pause. Die Fehlercodes EE2, EE7 und EE8 lassen sich durch Aus- und Einschalten beheben.
Tipp für Tubeless-Reifen: Drückt vor dem Aufpumpen einmal kurz aufs Presta-Ventil und lasst ein wenig Luft ab. Dabei schießt etwas Dichtmilch heraus, die sonst in der Pumpe landet. Am besten drückt ihr mit einem Stück Papier aufs Ventil, dann klebt die Milch nicht am Finger.
Akku und Laden
Der Akku hat 450mAh bei 7,4V. Die Pumpe lädt per USB-C mit 5V/2A oder 7V/1,5A, also mit bis zu 10,5W. In unserer Messung war die Pumpe an einem 10-Watt-USB-Ladegerät in 21 Minuten von ganz leer auf ganz voll. Ganz leer heißt: Die Pumpe hat den Pumpvorgang nicht mehr gestartet.
Den Akkustand zeigt das Display als Balken an. Beim Laden blinken sie nacheinander. Leuchten alle, ist der Akku voll. Ist der Akku zu schwach, bleiben die Balken leer.
Testergebnis
Die Topump TB2 Pro ist eine gute elektrische Mini-Pumpe, die sich theoretisch empfehlen lässt. Unser Exemplar hat den harten Testparcours mit vielen Pumpvorgängen hintereinander und mehreren Akkuladungen am Stück allerdings nicht überstanden. Es fiel ohne „HOT“-Meldung und ohne Fehlercode aus. Vermutlich ist innen etwas kaputtgegangen, vielleicht war es auch ein Montagsexemplar.
Sie stoppt automatisch beim Zieldruck, pumpt Rennrad-, Gravel- und MTB-Reifen flott auf, und der Akku reicht in allen Fällen für drei Füllungen pro Ladung. Im direkten Vergleich finde ich die Anoutway AT1 Pro trotzdem einen Tick besser, und der Ausfall unseres Exemplars ist ein weiterer Grund dafür. Die AT1 Pro wirkt solider, klingt beim Pumpen stabiler und ihre Plus/Minus-Tasten lassen sich besser bedienen. Beide Pumpen sind gut. Die Unterschiede sind klein.
In der Praxis überzeugt die TB2 Pro mit Auto-Stopp, Speicherfunktion und Kalibrierung. Aufs Presta-Ventil gesteckt hält sie bis 4 bar problemlos, den Schlauch braucht ihr im Alltag kaum. Kritisch sehe ich die Wärme nach mehreren Durchgängen hintereinander und die fummeligen Plus/Minus-Tasten.
Im Angebot mit Coupon gab es die TB2 Pro für rund 27€, regulär kostet sie 40 bis 45€. Bezahlt nicht mehr als 35€. Bei rund 30€ ist die Empfehlung in Ordnung, ich würde aber trotzdem zur AT1 Pro greifen.
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