| CPU | Google Tensor G6 - 1 x 4,11 GHz + 4 x 3,38 GHz + 2 x 2,65 GHz |
|---|---|
| RAM | 12GB RAM, 16GB RAM |
| Speicher | 1 TB, 256GB, 512GB |
| GPU | IMG CXTP 48 1536 |
| Display | 2992 x 1344, 6,8 Zoll 120Hz (AMOLED) |
| Betriebssystem | Pixel Experience - Android 17 |
| Akkukapazität | 5115mAh |
| Ladegeschwindigkeit | 45 Watt, 25 Watt (kabellos) |
| Speicher erweiterbar | Nein |
| Hauptkamera | 50MP + 48MP (dual) + 48MP (triple) |
| Frontkamera | 42MP |
| USB-Anschluss | USB-C 3.0 (5GBit/s) |
| Kopfhöreranschluss | Nein |
| Entsperrung | Fingerabdruck, Face-ID |
| 4G | 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 29, 30, 32, 66, 38, 39, 40, 41 |
| 5G | 1, 2, 3, 5, 7, 8, 12, 20, 25, 28, 38, 40, 41, 66, 75, 77, 78 |
| NFC | Ja |
| SIM | Dual - nano, eSIM |
| Gewicht | 226g |
| Maße | 163 x 76,5 x 8,5mm |
| Antutu (v11) | 1524640 |
| Benachrichtigungs-LED | Ja |
| Updatezeitraum | 7 Jahre (Android) + 7 Jahre (Sicherheit) |
| Hersteller | |
| Getestet am | 26.10.2026 |
Das Google Pixel 11 Pro XL ist Googles großes Pro-Modell. Pixel stehen für starke Kameras, ein aufgeräumtes Android und lange Updates. Der eigene Tensor-Prozessor und die Akkutechnik sind dagegen seit Jahren die Schwachstellen der Serie.
Gegenüber dem Pixel 10 Pro XL bietet Google den neuen Tensor G6, eine Telekamera mit größerem Sensor, ein neues Modem und die farbige HiLight-LED auf der Rückseite. Die Akkukapazität sinkt dagegen von 5.200 auf 5.115mAh, und die 256GB-Version hat nur noch 12 statt 16GB Arbeitsspeicher.
Chip und Kameras entsprechen dem Google Pixel 11 Pro (zum Test). Das XL bietet zusätzlich das größere Display, den größeren Akku und schnelleres Laden per Kabel. Sucht ihr ein großes Pixel mit besserer Ausdauer, ist das XL die naheliegende Wahl.
Die UVP liegt bei 1.399€. Langfristig sehen wir das Pixel 11 Pro XL bei rund 900€ in guten Vertragskombinationen und bewerten es auf dieser Basis. Ob Google die bekannten Schwächen bei Leistung und Akku endlich in den Griff bekommt, klären wir im Test!
|
Google Pixel 10 Pro XL |
Google Pixel 11 Pro XL |
Google Pixel 11 Pro |
|
| Größe | 162,8 x 76,6 x 8,5mm | 163 x 76,5 x 8,5mm | 152,7 x 71,9 x 8,4mm |
| Gewicht | 232g | 226g | 204g |
| CPU | Google Tensor G5 - 1 x 3,78 GHz + 5 x 3,05 GHz + 2 x 2,25 GHz | Google Tensor G6 - 1 x 4,11 GHz + 4 x 3,38 GHz + 2 x 2,65 GHz | Google Tensor G6 - 1 x 4,11 GHz + 4 x 3,38 GHz + 2 x 2,65 GHz |
| RAM | 16 GB RAM | 12 GB RAM, 16 GB RAM | 12 GB RAM, 16 GB RAM |
| Speicher erweiterbar | Nein | Nein | Nein |
| Display | 2992 x 1344, 6,8 Zoll 120Hz (AMOLED) | 2992 x 1344, 6,8 Zoll 120Hz (AMOLED) | 2856 x 1280, 6,3 Zoll 120Hz (AMOLED) |
| Betriebssystem | Android 16, Pixel Experience | Android 17, Pixel Experience | Android 17, Pixel Experience |
| Akku |
5200 mAh (45 Watt)
kabelloses Laden |
5115 mAh (45 Watt)
kabelloses Laden |
4850 mAh (30 Watt)
kabelloses Laden |
| Kameras | 50 MP + 48MP (dual) + 48MP (triple) | 50 MP + 48MP (dual) + 48MP (triple) | 50 MP + 48MP (dual) + 48MP (triple) |
| Frontkamera | 42 MP | 42 MP | 42 MP |
| Anschlüsse | USB-C 3.0 (5GBit/s), Dual-SIM | USB-C 3.0 (5GBit/s), Dual-SIM | USB-C 3.1 (10GBit/s), Dual-SIM |
| Entsperrung | Fingerabdruck, Face-ID | Fingerabdruck, Face-ID | Fingerabdruck, Face-ID |
| Empfang |
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n75, n77, n78 4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 29, 30, 32, 38, 39, 40, 41 |
5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n75, n77, n78 4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 29, 30, 32, 66, 38, 39, 40, 41 |
5G: n1, n2, n3, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n75, n77, n78 4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 29, 30, 32, 38, 39, 40, 41 |
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Design und Verarbeitung
Das Pixel 11 Pro XL ist schon aus einigen Metern als Google-Smartphone erkennbar. Mit 163 x 76,5 x 8,5 Millimeter und 226 Gramm ist es praktisch so groß wie der Vorgänger und damit kein kompaktes Gerät. Die Displayränder sind schmal und gleichmäßig.
Die Rückseite besteht aus Gorilla Glass Victus 2 in matter Ausführung, kombiniert mit einem polierten Aluminiumrahmen. Nur die schwarze Version hat einen matten Rahmen. Das Gehäuse ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Laut Google ist das Display dank neuer Beschichtung doppelt so kratzfest wie bei der Pixel-10-Pro-Reihe. Unser Display hatte allerdings schon nach einem Tag einen sichtbaren Kratzer!
Der Kamerabalken zieht sich weiterhin über die ganze Rückseite, jetzt mit durchgehender Glasabdeckung. Das Pixel liegt dadurch flach auf dem Tisch und kippelt nicht.
Neben dem Blitz sitzt die neue farbige HiLight-LED. Sie leuchtet bei Gemini und bei Anrufen von Favoriten, normale Benachrichtigungen zeigt sie nicht an. Liegt das Smartphone mit dem Display nach oben, ist sie ohnehin unsichtbar. Den Temperatursensor des Vorgängers hat Google dafür gestrichen. Unserer Meinung nach hat Google hier ein unnötiges Feature gegen ein ebenso unnötiges getauscht.
Powerbutton und Lautstärkewippe sitzen rechts, die linke Seite bleibt frei. Google bleibt bei der Fehlentscheidung, den Powerbutton über der Lautstärkewippe zu platzieren. Wer von einem anderen Android-Smartphone kommt, muss sich erst umgewöhnen. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor entsperrt durchschnittlich schnell, zusätzlich gibt es eine Gesichtsentsperrung.
Unten sitzen USB-C-Anschluss, Hauptmikrofon und einer der beiden Lautsprecher, den zweiten Kanal übernimmt die Hörmuschel über dem Display. Oben befinden sich der SIM-Steckplatz und ein weiteres Mikrofon. USB-C überträgt Daten mit 5Gbit/s und unterstützt die Bildausgabe. Einen Desktop-Modus gibt es ebenfalls, allerdings mit eingeschränktem Funktionsumfang. Mehr dazu steht in unserem Artikel zum Desktop-Modus.
Insgesamt ist das Pixel 11 Pro XL hochwertig verarbeitet und eindeutig wiederzuerkennen. Der durchgehende Kamerabalken verhindert das lästige Kippeln, HiLight-LED und vertauschte Tastenanordnung überzeugen weniger.
Lieferumfang des Google Pixel 11 Pro XL
- USB-C-Kabel
- Papiere
Netzteil und Schutzhülle liegen nicht bei. Auch eine Displayschutzfolie ist nicht aufgebracht, was sich bei unserem Gerät prompt gerächt hat.
Display des Google Pixel 11 Pro XL
Das OLED-Display misst 6,8 Zoll und arbeitet mit LTPO-Technik. Die volle Auflösung beträgt 2992 x 1344 Pixel, ab Werk ist aber „Hohe Auflösung“ mit 2404 x 1080 Pixel aktiv. Die maximale Auflösung müsst ihr selbst einschalten, was aber keinen Gewinn an Schärfe bringt. Dass das Feature ab Werk abgeschaltet ist, zeigt, dass Google es selbst als Marketing-Zahl ohne Mehrwert sieht.
Die Bildwiederholrate passt sich zwischen 1Hz und 120Hz an. Für empfindliche Augen ist die PWM-Rate von 240Hz ein Haken, über die Bedienungshilfen lässt sie sich wenigstens auf 480Hz anheben. DC-Dimming gibt es nicht.
Google verwendet dasselbe Panel wie beim Pixel 10 Pro XL, gibt nun aber eine höhere Helligkeit an.
Wir messen 2.900 Lux. Das Pixel 10 Pro XL mit demselben Panel kam in unserem Test auf 2.300 Lux, das Pixel 11 Pro auf 2.750 Lux und das Galaxy S26 Ultra auf 1.940 Lux. Das Pixel 11 Pro XL übertrifft damit alle drei und ist rund ein Viertel heller als der Vorgänger. Auch in direkter Sonne bleibt die Anzeige problemlos ablesbar.
Das Display bietet volle HDR-Unterstützung, Dolby Vision fehlt. Widevine L1 erlaubt geschützte Inhalte in hoher Auflösung. Als Farbmodi stehen „Natürlich“ und das ab Werk aktive „Adaptiv“ bereit. Das Always-on-Display ist zunächst deaktiviert und zeigt auf Wunsch auch den Hintergrund des Sperrbildschirms.
Insgesamt ist das Display des Pixel 11 Pro XL scharf, flüssig, gut ausgestattet und extrem hell.
Leistung
Der Tensor G6 wird wie der Tensor G5 im 3-Nanometer-Verfahren gefertigt. Gerüchte über 2 Nanometer hatte Google schon vor der Vorstellung dementiert.
Im AnTuTu liegt das Pixel 11 Pro XL knapp vor dem Pixel 11 und deutlich vor dem Pixel 11 Pro. Das Poco F8 Pro schafft rund das Anderthalbfache, Galaxy S26 Ultra, iPhone 18 Pro und Oppo Find X9 Pro knapp das Doppelte. Im Geekbench steigt die Leistung gegenüber dem Pixel 10 Pro XL um rund 26 Prozent auf einem Kern und 18 Prozent bei voller Auslastung. Damit liegt das Pixel 11 Pro XL auf dem Niveau des Pixel 11 Pro.
Bei der Grafik ist die neue Generation sogar langsamer: Das Pixel 11 Pro XL liegt unter dem Pixel 10 Pro XL und etwa auf dem Niveau der Schwestermodelle. Google verwendet eine Grafikeinheit älterer Generation ohne Raytracing in Hardware, entsprechende Spiele und Tests starten gar nicht. Aktuelle Top-Smartphones mit Snapdragon- und Dimensity-Chips schaffen rund das Doppelte, etwa das aktuell rund 1.000€ teure Samsung Galaxy S26 Ultra (zum Test) und sogar das nicht einmal halb so teure Poco F8 Pro (zum Test).
Die 256GB-Version erhält nur noch 12GB Arbeitsspeicher. Beim Pixel 10 Pro XL waren es in jeder Speicherversion 16GB. Wer weiterhin 16GB möchte, muss zur 512GB-Version für 1.529€ oder zur 1TB-Version für 1.789€ greifen. Der Einstiegspreis steigt also um 100€, während 4GB RAM wegfallen. Laut Bug-Report ist es LPDDR5, nicht das bei Top-Smartphones übliche LPDDR5X. Den 256GB-Speicher unserer Testversion erkennt die Test-App als UFS 4. Wir messen aber nur 1.418MB/s beim Lesen und 1.260MB/s beim Schreiben, also eher UFS-3.1-Niveau. Das Pixel 10 Pro XL schaffte 1.967MB/s beim Lesen und 2.435MB/s beim Schreiben. Beim Schreiben erreicht das neue Modell damit nur etwa die Hälfte.
Unter Dauerlast zeigt das Pixel deutliches Thermal Throttling. Im 3DMark-Stresstest bleiben nach 20 Durchläufen rund zwei Drittel der Grafikleistung übrig, die Leistung sinkt dabei stetig. Im 30-minütigen CPU Throttling Test schwankt die Rechenleistung in den ersten zehn Minuten zwischen 60 und 100 Prozent und bleibt danach bei rund 60 bis 65 Prozent. Am Ende meldet der Test 61 Prozent der Höchstleistung.
Für die meisten Spiele und einen flüssigen Alltag genügt die Leistung. Dennoch ist das Ergebnis für ein Premium-Smartphone schlichtweg eine Katastrophe. Es gibt Smartphones für den halben Preis, die mit dem Pixel 11 Pro XL den Boden aufwischen. Der Prozessor bestimmt, wie lange ihr Spaß an dem Gerät habt. Dass Google sein Top-Modell mit einer Mittelklasse-CPU ausstattet und dann 7 Jahre Updates bewirbt, ist fast schon auf eine traurige Art und Weise komisch.
System
Auf dem Pixel 11 Pro XL läuft Android 17 mit Googles eigener Pixel-Oberfläche, ohne Werbung und ohne vorinstallierte Apps fremder Anbieter. Google verspricht sieben große Android-Updates und sieben Jahre Sicherheitsupdates.
Android 17 trennt WLAN und mobile Daten in den Schnelleinstellungen wieder in zwei Schalter, außerdem lässt sich die Breite der einzelnen Felder anpassen. Jede App lässt sich als schwebendes Fenster öffnen, was auf dem großen Display besonders sinnvoll ist. Quick Share funktioniert nun auch mit Apples AirDrop, Gemini ist tief ins System eingebunden.
An anderer Stelle bleibt Google unnötig starr. Die Suchleiste unten auf dem Startbildschirm lässt sich weiterhin nicht entfernen, und einen Startbildschirm ohne separate App-Übersicht gibt es nicht. Wer Symbole, Raster und Bedienung im Detail anpassen möchte, bekommt bei Xiaomi oder Samsung erheblich mehr Möglichkeiten.
Insgesamt ist die Pixel-Oberfläche schlicht, schnell und frei von überflüssiger Zusatzsoftware. Android 17 verbessert Multitasking und Schnelleinstellungen. Die wenigen Anpassungsmöglichkeiten sind Geschmackssache, die fest verankerte Suchleiste ist schlicht unnötig.
Kamera des Google Pixel 11 Pro XL
Haupt- und Ultraweitwinkel-Kamera übernimmt Google unverändert vom Vorgänger. Neu ist die Telekamera mit deutlich größerem Sensor.
Kamera-Setup
- Hauptkamera: 50 Megapixel, f/1.68, 1/1.3 Zoll, 24mm, Autofokus, OIS
- Ultraweitwinkel-Kamera: 48 Megapixel, f/1.7, 1/2.51 Zoll, 12mm, Autofokus
- Telekamera: 48 Megapixel, f/2.8, 1/1.95 Zoll, 105mm, Autofokus, OIS, 5-fach Zoom
- Selfie-Kamera: 42 Megapixel, f/2.2, 17mm, Autofokus
Der Hauptsensor mit 1/1.3 Zoll ist ordentlich, aber kleiner als bei aktuellen Ultra-Smartphones wie dem Vivo X300 Ultra. Die Ultraweitwinkel-Kamera nutzt einen kleinen Sensor mit 1/2.51 Zoll. Bei der Telekamera wächst er dagegen von 1/2.55 auf 1/1.95 Zoll. Die größere Sensorfläche fängt mehr Licht ein, was bei schwacher Beleuchtung für zusätzliche Details und weniger Rauschen sorgt. Standardmäßig speichert das Pixel Fotos mit 12,5MP.
Hauptkamera Tageslicht
Bei Tageslicht zeigt die Hauptkamera den typischen Pixel-Look: kontrastreich, eher dunkel belichtet und mit kräftigen, leicht warmen Farben. Der Himmel behält seine Zeichnung, Gebäude und andere Motive wirken plastisch.
In schattigen Bereichen treibt Google den Kontrast zu weit, tiefe Schatten verschlucken Details. Ansonsten ist der Detailgrad gut, und die Software schärft zurückhaltend nach. Mauerwerk und Stuck wirken natürlich statt künstlich hart.
Hauptkamera Nachtaufnahmen
Abends in einer beleuchteten Altstadt spielt die Hauptkamera ihre Stärke aus. Wandlampen und Straßenlaternen brennen kaum aus, das Mauerwerk direkt darunter bleibt sichtbar.
Das Rauschen bleibt niedrig, feine Details und Stuckfassaden zeichnet das Pixel sauber. Zur blauen Stunde bleibt der Himmel blau, statt grau zu werden.
Ultraweitwinkel
Mit 12mm erfasst die Ultraweitwinkel-Kamera einen sehr großen Bildbereich. Die Farben passen gut zur Hauptkamera, beim Wechsel gibt es keinen störenden Sprung.
Die Aufnahmen sind aber sichtbar weicher als die der Hauptkamera. Feine Strukturen in Mauerwerk oder Asphalt verschmieren in der vergrößerten Ansicht. Für Übersichtsaufnahmen reicht das, gemessen am Preis ist der kleine Sensor bei Tageslicht aber nur Durchschnitt.
Nachts fällt das Ergebnis deutlich besser aus: Die Aufnahmen sind hell und sauber, Fassaden bleiben erkennbar und das Rauschen hält sich in Grenzen. Um Straßenlaternen bildet sich allerdings ein sichtbarer Strahlenkranz.
Zoom-Aufnahmen
Die Telekamera mit 105mm liefert bei Tageslicht sehr scharfe Fotos mit klaren Stuckdetails und Ornamenten. Ihre natürlichen Farben passen zur Hauptkamera.
Bei Dämmerung und Nacht zahlt sich der größere Sensor aus: wenig Rauschen und keine aggressive Nachbearbeitung. Bei einer Aufnahme gegen den hellen Dämmerungshimmel brennt dieser allerdings fast weiß aus.
Porträt-Aufnahmen
Der Porträtmodus nutzt wahlweise die Hauptkamera mit 24mm oder die Telekamera mit 105mm, die mit ihrer längeren Brennweite einen klassischen Porträt-Look erzeugt. Das Pixel trennt Person und Hintergrund sauber, die Unschärfe verläuft weich und natürlich. Hauttöne stellt es aber etwas zu warm und weich dar. Das Pixel erreicht hier definitiv nicht den DSLM-Kamera-Look, den euch ein Vivo, Oppo oder Xiaomi Ultra-Smartphone bietet. Die Porträts sind unterdurchschnittlich.
Selfies
Die Selfie-Kamera hat einen sehr weiten Bildwinkel und eignet sich gut für Gruppen. Bei einer einzelnen Person aus Armlänge kann das Gesicht leicht verzerren. Der Autofokus sorgt für scharfe Aufnahmen. Die Fotos sind aber auch hier etwas zu weich und die Haut wirkt etwas künstlich. Auch die Selfie-Kamera ist unterdurchschnittlich.
Videos
Alle Kameras, auch die Selfie-Kamera, filmen in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde und 10-Bit-HDR. 8K mit 30 Bildern pro Sekunde gibt es nur über Googles Cloud-Verarbeitung Video Boost.
Die Hauptkamera liefert eine sehr ordentliche Qualität mit starker Dynamik und guter Schärfe. Die Farben sind ausgesprochen nüchtern und neutral, deutlich zurückhaltender als bei Samsung, Xiaomi und vor allem Apple. Das ist Geschmackssache. Die Stabilisierung ist für ein Smartphone dieser Preisklasse schlecht. Der schwache Prozessor hat Probleme, das Bild wirklich ruhig zu halten, und im Hintergrund schleichen sich Bildfehler ein (z. B. wackelnde Bäume oder Gebäude). Die Ultraweitwinkel-Kamera liefert eine gute Qualität und ist farblich sehr ähnlich abgestimmt.
Bei 5-facher Vergrößerung wechselt das Pixel auf die Telekamera. Sie zeigt mehr Details als der Digitalzoom, ist aber deutlich schwächer stabilisiert. Selbst bei ruhiger Hand bleibt sichtbare Bewegung im Bild, zudem kippt beim Wechsel die Farbabstimmung deutlich.
Die Selfie-Kamera hat eine gute Dynamik, eine etwas zu warme Darstellung und vor allem einen defekten Autofokus. Das Bild ist etwa 30% der Zeit unscharf.
Das Pixel 11 Pro XL ist kein gutes Video-Smartphone. Auch hier macht dem Gerät vermutlich sein schwacher Prozessor einen Strich durch die Rechnung. Beim Gehen gibt es Bildfehler bei der Stabilisierung und der Selfie-Autofokus ist dysfunktional.
Zwischenfazit Kamera
Die drei Rückkameras liefern vor allem nachts starke Ergebnisse. Die Hauptkamera kontrolliert helle Lichtquellen sehr gut, die Ultraweitwinkel-Kamera schlägt sich bei wenig Licht überraschend sauber, und die größere Telekamera verbindet wenig Rauschen mit natürlicher Darstellung. Bei Tageslicht ist das Bild gemischter. Die Hauptkamera belichtet dunkel und kontrastreich, in Schatten gehen Details verloren. Die kleine Ultraweitwinkel-Kamera liefert bei feinen Strukturen nur Durchschnitt. Probleme gibt es bei den Videoaufnahmen (Selfies & Stabilisierung) und auch die Porträts sind unterdurchschnittlich.
Für ein High-End-Smartphone sind das zu viele Versäumnisse, und aufgrund unserer Testergebnisse kommen wir zu dem Schluss: Das Pixel 11 Pro XL ist höchstens ein durchschnittlich gutes Kamera-Handy. Die gebotene Qualität hält keinem Vergleich mit einem Xiaomi 17 Ultra, Vivo X300 Ultra oder Oppo Find X9 Ultra stand.
Konnektivität und Kommunikation
Das Pixel 11 Pro XL unterstützt Dual-SIM mit SIM-Karte und eSIM oder zwei eSIM-Profilen gleichzeitig.
Dazu kommen Band 20, VoLTE und WLAN-Telefonie. Neu ist das Modem: Google setzt erstmals auf MediaTek statt Samsung.
Drahtlos bietet das Pixel WiFi 7, Bluetooth 6.0, NFC und UWB sowie die Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD und LDAC. Das Pixel ortet sich über GPS, Galileo, GLONASS und BeiDou, Dual-GPS gibt es für GPS, Galileo und BeiDou. Im Praxistest funktionierte die Standortbestimmung problemlos. Zur Sensorausstattung gehören Beschleunigungs-, Helligkeits- und Näherungssensor, Gyroskop, Kompass und Barometer. Einen Temperatursensor und einen Infrarotsender gibt es nicht.
Für Stereoton kombiniert Google den unteren Lautsprecher mit der verstärkten Hörmuschel über dem Display, die ohne zusätzliche Öffnung im Rahmen auskommt. Die Lautstärke ist sehr gut, der Klang solide mit viel Bass, klaren Stimmen und sauberen Höhen.
Akkulaufzeit des Google Pixel 11 Pro XL
Google reduziert die Akkukapazität von 5.200mAh beim Vorgänger auf 5.115mAh, während chinesische Spitzenmodelle ihre Akkukapazität enorm erhöhen. Das normale Pixel 11 Pro besitzt 4.850mAh. Bei einem höheren Preis ist das die falsche Richtung.
Trotz der kleineren Kapazität hält das Pixel 11 Pro XL etwas länger durch als der Vorgänger und das Pixel 11 Pro. Ein langer Tag mit intensiver Nutzung ist meistens drin, bei sehr viel Navigation, Kamera, Spielen oder Display-Zeit kann es abends aber knapp werden. Zwei Tage schafft ihr nur bei sehr wenig Nutzung. Die chinesische Konkurrenz mit großen Silizium-Kohlenstoff-Akkus hält viel länger durch.

Per Kabel lädt das Pixel 11 Pro XL mit maximal 45W über USB Power Delivery PPS und ist nach 76 Minuten voll. Das ist etwas schneller als beim Pixel 10 Pro XL mit 80 Minuten, im Vergleich zur Konkurrenz aber langsam. Das Samsung Galaxy S26 Ultra war nach 43 Minuten voll.
Für die vollen 45W braucht ihr ein PPS-Netzteil mit 21V, viele 45W-Netzteile liefern nur 11V oder 16V. Mit unserem passenden Messnetzteil kamen wir in etwa 30 Minuten auf 54 statt der von Google versprochenen 75 Prozent. Ein Netzteil liegt nicht bei. Unter 50 Prozent Akkustand könnt ihr für einzelne Ladevorgänge den „Ultraschnellen Lademodus“ einschalten. Bei uns führte das aber nur zu einer 2 Minuten kürzeren Ladezeit 😄.
Kabellos lädt das Pixel mit 25W nach Qi2.2. Die Magnete sitzen im Gehäuse, passendes Zubehör haftet also auch ohne Hülle. Per Kabel könnt ihr mit dem Pixel andere Geräte laden. Kabelloses Rückwärtsladen fehlt, Google hat es schon beim Pixel 10 zugunsten der Qi2-Magnete gestrichen. In den Akku-Einstellungen könnt ihr eine Lade-Obergrenze von 80% festlegen.
Testergebnis
Google verbessert einzelne Bereiche deutlich und streicht an anderer Stelle Ausstattung. Reichen die Fortschritte bei Kamera und Akku, um die schwache Leistung zu verschmerzen?
Die größten Stärken sind die Nachtaufnahmen aller drei Rückkameras und die neue Telekamera mit deutlich größerem Sensor. Der Akku hält trotz geringerer Kapazität etwas länger durch als beim Vorgänger. Dazu kommen ein extrem helles OLED-Display und das schlichte, schnelle Android mit sieben Jahren Updates.
Bei der Leistung bleibt das Pixel 11 Pro XL dagegen hinter der Konkurrenz zurück. Die 256GB-Version hat nur noch 12 statt 16GB Arbeitsspeicher. Die Leistung liegt mittlerweile so stark hinter anderen Spitzenmodellen, dass sich das kaum noch rechtfertigen lässt. Außerdem hat die chinesische Konkurrenz Google bei der Kamera inzwischen deutlich überholt. Videos, Porträts und Selfies sind dem Preisbereich nicht würdig.
Damit ist das Pixel 11 Pro XL ein teures Android-Smartphone, das in ganzen drei Kernbereichen (Leistung, Akku, Kamera) nicht mit der Konkurrenz mithalten kann. Eine Kaufempfehlung können wir nur für eingefleischte Google-Fans aussprechen. Und selbst diese sollten darauf achten, dass sie das Smartphone zumindest mit einem starken Mobilfunkvertrag bekommen und für Handy und Vertrag nicht mehr als 900€ bezahlen.
Wer ein vernünftiges Spitzenmodell kaufen möchte, bekommt mit dem Samsung Galaxy S26 Ultra (zum Test) mehr geboten. Android-Puristen raten wir eher zu einem Motorola Signature (zum Test). Wer eine super starke Kamera-Leistung braucht, sollte sich das Xiaomi 17 Ultra (zum Test), Vivo X300 Ultra (zum Test) oder Oppo Find X9 Ultra (zum Test) anschauen.
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