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Todimart T3 Test: legaler E-Scooter für 100€, aber nur das Minimum

Getestet von Jonas Andre am Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile
  • rund 100€ mit Straßenzulassung
  • Aufbau in 5 Minuten
  • ordentliche Verarbeitung
  • helles Rücklicht mit Bremslicht
  • nach 3,5 Stunden wieder einsatzbereit
Nachteile
  • schwacher Motor an Steigungen
  • Bremse ab Werk kaum wirksam
  • nur 15km Reichweite
  • Kopfsteinpflaster faktisch unfahrbar
  • ungenaue Akkuanzeige
  • Frontlicht beim Testgerät defekt
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E-Scooter mit Straßenzulassung gibt es inzwischen für um die 200€. Der Todimart T3 ist nochmal eine Stufe günstiger: In deutschen Shops kostet er rund 180€, bei AliExpress mit Versand aus Deutschland und Gutschein rund 100€. Er hat eine ABE, fährt 20km/h und rollt auf pannensicheren Wabenreifen.

Todimart T3

In dieser Preisklasse hatten wir zuletzt den Acer Serie 1 Advance im Test, der bei uns 12,4 Kilometer weit kam. Der Xiaomi Electric Scooter 4 Lite 2nd Gen (zum Test) schaffte rund 20 Kilometer, der Isinwheel E9 (zum Test) kam mit 270Wh auf rund 18km. Für rund 100€ ist der T3 ein krasses Schnäppchen, man bekommt aber das absolute Minimum. Wie sich der T3 im Alltag geschlagen hat, erfahrt ihr im Folgenden.

Bestellt 6. Oktober 2026 bei AliExpress (Tout France Online Store)
Angekommen 9. Oktober 2026
Lieferzeit 3 Tage
Versand ab Lager in Deutschland, Zustellung per DHL

Ab 29. Oktober: Zum Shoppingfest am 11.11. bei AliExpress gibt es viele Gadgets und Smartphones zu Bestpreisen. Unter anderem findet ihr dieses Gerät und viele weitere Produkte mit unseren Zielpreisen im Livestream und auf unserer Angebotsseite: AliExpress 11.11 (zur Übersicht).

Lieferumfang des Todimart T3

Im Karton liegen:

  • Todimart T3 (vormontiert, Lenkstange eingeklappt)
  • Ladegerät (42V/2A)
  • Werkzeug und vier Schrauben für den Lenker
  • Anleitung
  • Datenbestätigung für das Versicherungskennzeichen

Gut verpackt kam der Scooter unbeschädigt bei mir an.

Aufbau und Besonderheiten

Der Aufbau dauerte bei mir 5 Minuten: Lenkstange aufs Rohr stecken und mit dem Gelenk fixieren, den Stecker fürs Display verbinden, den Lenker mit 4 Schrauben festziehen, fertig. Das passende Werkzeug liegt im Karton. Die Hinterradbremse griff bei meinem Scooter ab Werk kaum, so schwach, dass es gefährlich wirkt. Erst nach dem Nachstellen bremst sie ordentlich. Prüft die Bremse deshalb vor der ersten Fahrt und stellt sie nach, bevor ihr losfahrt. Mehr dazu im Abschnitt zu den Bremsen.

Design und Verarbeitung

Der Rahmen des Todimart T3 ist schwarz, orange Akzente setzen Felgenringe, Bremskabel und Ständer. In der Mitte des Lenkers sitzt das Display, links der einzige Bremshebel, rechts das Daumengas. Das Frontlicht ist am Lenkerrohr montiert, das Rücklicht am Schutzblech, dazu kommen seitliche Reflektoren. Das Gewicht geben die Händler mit 11,8 Kilogramm an. Nachgewogen bringt mein Testgerät 14,22kg auf die Waage, deutlich mehr als die Herstellerangabe. Zusammengeklappt misst der Todimart T3 1120 x 430 x 500 Millimeter. Die Verarbeitung ist ordentlich, nichts wackelt, der Lenker sitzt fest. Der Klappmechanismus arbeitet mit einem zusätzlichen Haken am Lenker, der beim Zusammenklappen einrastet, das funktioniert gut. Mit gut 14kg lässt sich der Scooter noch tragen, zusammengeklappt passt er in den Kofferraum eines Kleinwagens.

Insgesamt macht der T3 für seinen Preis einen soliden Eindruck.

Technik und Zulassung

Der Motor sitzt im Vorderrad und leistet laut Händlern 350W im Dauerbetrieb, in der Spitze 500W. Der Akku kommt auf 36V und 7,8Ah, also rund 281Wh. Die 8,5 Zoll Wabenreifen sind luftlos und damit pannensicher, eine Federung hat der T3 nicht. Vorne arbeitet eine elektrische Bremse, hinten eine Scheibenbremse mit Seilzug. Die Ladebuchse ist mit einer Gummikappe geschützt, über die App lässt sich der Scooter mit dem Handy verbinden.

Das Typenschild am Trittbrett nennt den Hersteller Zhejiang Yuyou Technology, die Bauart „Elektrokleinstfahrzeug“, das Baujahr 2026, die Höchstgeschwindigkeit von 20km/h, die ABE-Nummer P626 und die Seriennummer. Eine Datenbestätigung liegt bei, damit gab es das Versicherungskennzeichen ohne Probleme. Blinker hat der T3 nicht. Das ist für bereits zugelassene Scooter wie diesen erlaubt, die Blinkerpflicht gilt für neue Typgenehmigungen.

App: Tempomat und Tuning mit Haken

Die App heißt Vicont. Bluetooth am Scooter ist dauerhaft an, das Koppeln klappt nur mit aktivierter Standortfreigabe am Handy. Die App bietet Lichtsteuerung, Kickstart, eine Sperre, einen Tempomat, eine Fahrzeugdiagnose und das Teilen elektronischer Schlüssel. In den Einstellungen lassen sich die Höchstgeschwindigkeit auf 22km/h anheben, die Stärke der Motorbremse in Stufe 0 bis 9 und das Drehmoment beim Anfahren und beim Fahren in Stufe 1 bis 10 einstellen, jeweils mit einem Neustart des Scooters. Tempomat ist in Deutschland nicht erlaubt, damit erlischt die ABE. Die Motorbremse auf Maximum und das Anfahrdrehmoment auf direktes Vollgas zu stellen, ist dagegen sinnvoll, dazu mehr in den nächsten Abschnitten.

Fahren im Alltag

Auf Asphalt und moderaten Feldwegen fährt sich der T3 unproblematisch. Kopfsteinpflaster ist mit den Vollgummireifen ohne Federung faktisch unfahrbar, die Vibrationen sind zu stark.

Fahrmodi und Motor

Der T3 bietet drei Fahrmodi: „Eco“ mit 6km/h, der kurz mit 3km/h startet und dann hochregelt, „D“ mit 15km/h und „S“ mit 20km/h. Die Beschleunigung ist gut. Ich wiege 82kg, und der Motor hat mit mir kaum Reserven. An leichten Steigungen fällt das Tempo auf 17 bis 18km/h, an steileren auf rund 10km/h. Nehme ich am Berg kurz das Gas weg, kommt beim erneuten Gasgeben zunächst zu wenig Leistung, der Scooter verhungert und wird weiter langsamer. Abhilfe schafft es, in der App das Anfahrverhalten auf direktes Vollgas zu stellen.

Bremsen

Hinten sitzt eine mechanische Scheibenbremse mit Seilzug, vorne bremst der Motor mit. Beides hängt am selben Bremshebel. Ab Werk griff die Hinterradbremse kaum, der Bremsweg lag bei 8m. Nach etwas Nachstellen waren es 6m. Erst mit schärfer eingestellter Hinterradbremse und der Motorbremse in der App auf Maximum kam ich auf 4,5m, dabei blockiert das Hinterrad komplett. Das bleibt gut kontrollierbar, ist aber schon eine Notbremsung.

Mein Rat: Bremse nach dem Aufbau sofort nachstellen und die Motorbremse in der App auf die höchste Stufe setzen.

Licht

Das Frontlicht funktionierte bei meinem Testgerät nicht, vermutlich ein Defekt. Das Rücklicht ist angenehm hell und leuchtet beim Bremsen heller, es gibt also ein Bremslicht.

Reichweite und Laden

Der Akku hat laut Hersteller 36V und 7,8Ah, also 280,8Wh. Die Händler nennen je nach Quelle 20 bis 35km Reichweite. Meine Testfahrt lief bei 82kg und 10°C auf flacher Strecke im Sportmodus. Gemessen mit einem Fahrradtacho am Lenker kam ich exakt 15km weit, im Durchschnitt mit 18,7km/h, das ergab gut 50 Minuten reine Fahrzeit.

Die Akkuanzeige ist ungenau: Voll geladen meldet die App nur 90 Prozent, nach 10km zeigt das Display noch 4 von 5 Balken, in der App springt der Wert von 90 direkt auf 68 Prozent. Eine Reserve gibt es nicht: Ab rund 14,5km blinkt das Display, der Scooter drosselt sofort auf 18 und dann 12km/h und weiter, kurz danach ist die Fahrt vorbei.

Das Ladegerät liefert 42V und 2A. Gemessen an einer Shelly-Steckdose dauerte das Laden von leer bis voll 3 Stunden 34 Minuten, dabei flossen 257,4Wh aus dem Netz, im Schnitt mit 70,8W und in der Spitze mit knapp 80W. Bei 30 Cent pro kWh kostet das rund 8 Cent pro Ladung, also rund 50 Cent pro 100km. Die Händler nennen 5 bis 7 Stunden Ladezeit, der T3 lädt also schneller. Da weniger Energie aus der Steckdose kam, als der Akku laut Datenblatt fasst, sind real eher rund 220 bis 230Wh nutzbar. Das passt zu den gemessenen 15km.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Für knapp über 100€ im Angebot ist der Todimart T3 ein krasses Schnäppchen mit ABE, ihr bekommt aber das absolute Minimum. Der Motor ist schwach, an Steigungen fällt das Tempo deutlich, und die Reichweite endete bei mir nach exakt 15km. Die Bremse musste ich erst nachstellen und die Motorbremse in der App hochdrehen, bevor der Bremsweg tragbar wurde. Kopfsteinpflaster ist mit den Vollgummireifen ohne Federung faktisch unfahrbar. Für flache und gelegentliche kurze Strecken ist der T3 trotzdem eine nachvollziehbare Wahl. Wer mehr fährt, sollte für einen Markenscooter mehr Geld anlegen.

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