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iPhone 18 Pro im Test

Getestet von Joscha am Bewertung: 88%
Vorteile
  • kompaktes Gehäuse
  • ausgezeichnete Videoaufnahmen
  • reibungsloses Zusammenspiel mit Mac und Watch
  • rund zwei Tage Akkulaufzeit
  • Laden mit 60W in gut einer Stunde
  • sehr gute Stereo-Lautsprecher
  • hochwertiges Aluminium-Gehäuse
  • sehr gutes Display
Nachteile
  • System bevormundet an vielen Stellen
  • Lens Flares bei allen drei Rückkameras
  • Porträts mit unnatürlichen Hauttönen
  • Zoom nicht auf Niveau der Ultra-Modelle
  • kein Fingerabdrucksensor
  • Aufpreise für Speicher absurd hoch
  • generell sehr hoher Preis
Springe zu:
CPU
RAM 12GB RAM
Speicher 1 TB, 256GB, 512GB
GPU
Display 2622 x 1206, 6,3 Zoll 120Hz (AMOLED)
Betriebssystem iOS
Akkukapazität 4056mAh
Ladegeschwindigkeit 45 Watt, 25 Watt (kabellos)
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera 48MP + 48MP (dual) + 48MP (triple)
Frontkamera 18MP
USB-Anschluss USB-C 3.1 (10GBit/s)
Kopfhöreranschluss Nein
Entsperrung Face-ID
4G 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 30, 32, 34, 66, 38, 39, 40, 41
5G 1, 2, 3, 5, 7, 8, 12, 20, 25, 28, 38, 40, 41, 66, 75, 77, 78
NFC Ja
SIM Dual - nano, eSIM
Gewicht 211g
Maße 150 x 71,9 x 8,8mm
Antutu (v11) 3532801
Benachrichtigungs-LED Nein
Updatezeitraum unklar
Hersteller
Getestet am 01.10.2026

Das iPhone 18 Pro ist das kleinere der beiden neuen Pro-Modelle, und mit 6,3 Zoll gehört es zu den wenigen kompakten High-End-Smartphones, die es 2026 überhaupt noch zu kaufen gibt. Neu sind der A20 Pro Prozessor, eine Hauptkamera mit verstellbarer Blende, Apples eigener Mobilfunkchip und Laden mit 60W. Für die 256GB-Version zahlt ihr 1.449€ und im Gegensatz zu Android-Smartphones braucht ihr bei Apple nicht darauf zu warten, dass sich der Preis halbiert.

Apple iPhone 18 Pro im Test

Wir haben die dunkelrote Version getestet, und uns interessiert vor allem eine Frage: Wo hat Apple gegenüber den Android-Flagships aufgeholt, und wo bleibt das iPhone bei den Dingen, die wir seit Jahren kritisieren? Der Kamera geben wir dabei besonders viel Platz, denn sie hat im Test zwei Schwächen gezeigt, die ihr auf unseren Beispielbildern sofort seht: Lichtreflexe an allen drei Rückkameras und Hauttöne bei Porträts, die klar danebenliegen.

Design und Verarbeitung

Das iPhone 18 Pro ist ein sehr schönes Smartphone. 150 x 71,9 x 8,8 Millimeter misst es, laut Apple wiegt es 211 Gramm, fünf Gramm mehr als das iPhone 17 Pro (zum Test). Für ein 6,3-Zoll-Gerät ist das schwer, in der Hand fühlt es sich dafür wie ein Stück aus einem Guss an. Genau das ist es auch: Rahmen und Rückseite sind ein Aluminiumteil, nur die Fläche für das kabellose Laden ist aus Glas und farblich exakt an das Metall angepasst. Ein vergleichbar kompaktes Android-Gerät mit High-End-Ausstattung findet ihr fast nur noch beim Xiaomi 17 (zum Test).

Links sitzen die Lautstärkewippe und der frei belegbare „Action Button“, rechts der Powerbutton und die Kamerasteuerung, die ihr drückt und darüber wischt. Unten liegen USB-C mit 10Gbit/s, der SIM-Slot und die Lautsprecheröffnungen. Vorne schützt Ceramic Shield 2 mit Antireflexbeschichtung, das Gehäuse ist nach IP68 bis sechs Meter Wassertiefe geschützt. Die Aussparung im Display ist kleiner geworden, weil Apple die Infrarotsensoren für Face ID unter das Display verlegt hat. Einen Fingerabdrucksensor gibt es weiterhin nicht, und das bleibt für uns der größte Bedienungsnachteil gegenüber jedem Android-Gerät dieser Preisklasse. Das liegt nicht an Face ID selbst, die Gesichtserkennung arbeitet schnell und zuverlässig. Es liegt an dem, was danach kommt: Das iPhone erkennt euch, bleibt aber auf dem Sperrbildschirm stehen, und ihr müsst zusätzlich von unten nach oben wischen. Eine Einstellung, die dieses Wischen abschaltet, gibt es in iOS 27 nicht. Auf einem Android-Gerät legt ihr stattdessen den Finger auf das Display und seid drin, in einer einzigen Bewegung. Das klingt nach Kleinkram, aber ihr entsperrt euer Handy jeden Tag dutzende Male.

Das Kameramodul zieht sich über die ganze Breite und steht spürbar hervor, ohne Hülle kippelt das Gerät auf dem Tisch. Die drei Linsenringe ziehen Staub und Fusseln an, die sich in den Kanten verhaken. Wer das Telefon aus der Hosentasche zieht, wischt vor dem Foto erst einmal die Linsen ab. Dafür wirkt das Modul nicht so monströs wie bei manchem Android-Konkurrenten.

Insgesamt ist das iPhone 18 Pro ein hochwertig verarbeitetes Smartphone mit einem der besten Gehäuse, die wir in diesem Jahr in der Hand hatten.

Lieferumfang des Apple iPhone 18 Pro

Apple iPhone 18 Pro im Test

  • USB-C-Kabel (gewebt, 1 Meter)
  • SIM-Nadel
  • Papier

Ein Netzteil liegt nicht bei, eine Hülle und eine Schutzfolie ebenfalls nicht.

Display des Apple iPhone 18 Pro

Apple iPhone 18 Pro im Test

Auf der Vorderseite sitzt ein 6,3 Zoll großes OLED-Display mit LTPO-Technik, das mit 2622 x 1206 Pixel auflöst und auf 460ppi kommt. Die Bildwiederholrate regelt Apple automatisch zwischen 1Hz und 120Hz. Einstellen könnt ihr daran nichts, außer das Display fest auf 60Hz zu begrenzen. Die Aussparung oben ist schmaler als beim Vorgänger und zeigt jetzt bis zu drei laufende Aktivitäten gleichzeitig an.

Apple gibt 1.000 Lux typische Helligkeit, 1.600 Lux bei HDR-Inhalten und 3.000 Lux im Freien an. Wir messen 2.390 Lux. Volle HDR-Unterstützung ist an Bord.

Apple wirbt außerdem mit der Antireflexbeschichtung des Ceramic Shield 2 und nennt 35 Prozent weniger Spiegelungen als beim iPhone 16 Pro. Die Beschichtung ist dieselbe wie beim iPhone 17 Pro, gegenüber dem direkten Vorgänger ändert sich also nichts. Die Lesbarkeit im Freien und im direkten Sonnenlich ist jedenfalls sehr gut, besser als bei der Konkurrenz kann ich aber keineswegs bestätigen. Ein Punkt ist dagegen sicher: Eine normale Schutzfolie hebt den Effekt wieder auf, weil er an der Grenzfläche zwischen Glas und Luft entsteht.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux
smartzone logo
3.090 Lux
2.450 Lux
2.390 Lux
2.100 Lux
2.070 Lux
1.700 Lux
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000

Das Always-On-Display ist seit dem iPhone 14 Pro an Bord und zeigt Uhrzeit, Widgets und Mitteilungen dauerhaft, auf Wunsch mit weichgezeichnetem Hintergrundbild. Das war lange eine Android-Selbstverständlichkeit, die Apple erst spät nachgeholt hat, inzwischen gehört sie bei Apple zu den besten Umsetzungen. Was weiterhin fehlt: eine Helligkeitsregelung ohne Automatik. Der Sensor regelt immer mit, ihr könnt nur verschieben, nicht festlegen. „True Tone“ passt die Farbtemperatur an das Umgebungslicht an, „Night Shift“ färbt abends wärmer.

Insgesamt ist das Display wegen der Ablesbarkeit im Freien und der natürlichen Farbdarstellung ausgesprochen gut, auch wenn die reinen Helligkeitswerte hinter den Android-Ultra-Smartphones liegen.

Leistung

Verbaut ist der A20 Pro, Apples erster Chip im 2-Nanometer-Verfahren.

Antutu (v11)
smartzone logo
Snapdragon 8 Elite Gen 5 4.075.522
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.918.182
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.864.000
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.791.684
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.705.844
3.532.801
Exynos 2600 3.277.905
Google Tensor G6 1.371.600
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
3.500.000
4.000.000
4.500.000
5.000.000
Geekbench Single (v6)
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3D Mark (Wildlife Extreme)
0
800
1.600
2.400
3.200
4.000
4.800
5.600
6.400
7.200
8.000

In den Benchmarks landet das iPhone 18 Pro auf dem Level der Android-Spitzenmodelle. Bei der Rechenleistung pro Kern hat Apple weiterhin einen klaren Vorsprung vor jedem Android-Chip, den wir bisher gemessen haben, und auch bei der Grafik liegt der A20 Pro vor dem Vivo X300 Ultra (zum Test) und dem Oppo Find X9 Ultra (zum Test). Im Alltag merkt ihr davon nichts, weil auch die Android-Konkurrenz längst schnell genug ist. Apple nennt keine RAM-Größe, laut Teardowns sind es 12GB. Unser Testgerät hat 256GB Speicher, die Aufpreise für mehr Speicher sind wie immer gesalzen. Beim Lesen ist der Speicher mit über 10.000MB/s rund doppelt so schnell wie UFS 4 in Android-Geräten. Beim Schreiben dreht sich das Verhältnis um: Das iPhone kommt auf rund 2.550MB/s, aktuelle Android-Spitzenmodelle mit UFS 4.0 und UFS 4.1 schreiben schneller. Im Alltag merkt ihr von beidem nichts.

Das Thema Thermal Throttling bleibt dem iPhone auch in diesem Jahr erhalten. Im Grafik-Dauerlauf verliert das iPhone 18 Pro rund 38 Prozent seiner Leistung, und zwar nicht langsam, sondern direkt nach dem ersten Durchlauf. Das ist besser als beim Oppo Find X9 Ultra mit rund 50 Prozent Verlust und auf dem Niveau des Vivo X300 Ultra mit rund 40 Prozent. Das Gehäuse wird dabei deutlich warm, aber nicht unangenehm.

System

Das iPhone 18 Pro startet mit iOS 27. Apple nennt keine feste Zahl an Update-Jahren, in der Praxis bekommen Pro-Modelle seit Jahren mindestens fünf große Versionen. Google und Samsung versprechen für ihre Flagships sieben Jahre und schreiben das auch hin.

Was gut funktioniert, sagen wir zuerst: Das System läuft schnell und stabil, es gibt keine Werbung von Drittanbietern, und das Zusammenspiel mit einem Mac, einer Apple Watch und AirPods klappt ohne Gefummel. Wer in dieser Welt zu Hause ist, bekommt mit dem iPhone 18 Pro das beste Gerät dafür. Das ist keine Kleinigkeit, denn dieses Zusammenspiel bekommt kein Android-Hersteller in dieser Qualität hin.

Fehlende Einstellungen bei iOS

Jetzt der persönliche Teil, denn ich gehöre zu den Leuten, die ein neues Handy erst einmal auseinandernehmen: anderer Launcher, eigene Symbole, ein paar Automatisierungen, Apps aus verschiedenen Quellen. Ich habe im Testzeitraum wie immer das probiert, was ich auf jedem Android-Gerät seit zehn Jahren mache, und bin fast jedes Mal gegen eine Wand gelaufen. Damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst, hier die Punkte im Einzelnen:

  • Einen anderen Launcher installieren geht nicht. Der Homescreen ist der, den Apple vorgibt. Ihr dürft Symbole verschieben, einfärben und Widgets setzen, mehr nicht.
  • Apps außerhalb des App Stores installieren ist in der EU zwar erlaubt, läuft aber nur über alternative Marktplätze, die Apple einzeln freigibt. Die könnt ihr an einer Hand abzählen. Eine App einfach als Datei aufs Gerät ziehen, wie es bei Android mit einer APK geht, ist nicht vorgesehen.
  • Standard-Apps festlegen geht dank der EU-Regeln inzwischen für Browser, Mail, Nachrichten, Telefon, Tastatur, Navigation und Passwörter. Für alles andere entscheidet weiterhin Apple, welche App aufgeht.
  • Dateien frei verwalten: Es gibt eine Dateien-App, aber kein Dateisystem, in dem ihr wirklich alles seht und sortiert.
  • An der Bedienung etwas ändern ist auf Apples Auswahl begrenzt. Die Zurück-Geste funktioniert nur vom linken Rand, und daran ändert ihr nichts.
  • Zwei Apps nebeneinander gibt es auf dem iPhone weiterhin nicht. Auf dem iPad schon, auf jedem großen Android-Handy auch.

Und eine Sache, die viele überrascht, die von Android kommen: Vorinstallierte Apps hat auch iOS reichlich, von Aktien über GarageBand bis Playground. Löschen könnt ihr die meisten, aber nur einzeln, und bei Mail oder Safari verlangt das System vorher, dass ihr eine andere App als Standard bestimmt. Werbung im System gibt es dafür wirklich nicht, und das ist ein echter Vorteil gegenüber manchem Android-Hersteller.

Die KI-Funktionen, mit denen Apple wirbt, kommen in Deutschland weiterhin nur zum Teil an. Die neue Siri mit App-Steuerung gibt es zum Verkaufsstart in der EU nicht.

Insgesamt ist iOS 27 ein schnelles und sauberes System, solange ihr es so benutzt, wie Apple es vorgesehen hat. Wer sein Handy gern selbst einrichtet und Dinge ausprobiert, wird an vielen Stellen bevormundet, und das ist für uns der größte Nachteil dieses Geräts. Wenn euch diese Freiheit wichtig ist, schaut euch das Google Pixel 11 (zum Test) an, das bei ähnlich enger Software-Anbindung deutlich mehr zulässt.

Kamera des Apple iPhone 18 Pro

Apple iPhone 18 Pro im Test

Die Kamera ist die eigentliche Neuerung des iPhone 18 Pro, wobei nur die Hauptkamera neu ist. Ultraweitwinkel, Telekamera und Selfie-Kamera sind unverändert vom iPhone 17 Pro übernommen.

Kamera-Setup

  • Hauptkamera: 48 Megapixel, variable Blende f/1.48 bis f/4.0, 24mm, Autofokus, OIS
  • Telekamera: 48 Megapixel, f/2.8, 100mm, Autofokus, OIS, 4-fach Zoom
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 48 Megapixel, f/2.2, 13mm, Autofokus
  • Selfie-Kamera: 18 Megapixel, f/1.9, Autofokus

Die verstellbare Blende ist das, was Apple in diesem Jahr von Android nachgeholt hat. Samsung hatte so etwas 2018 im Galaxy S9, Huawei und Xiaomi bauen es seit Jahren in ihre Ultra-Modelle. Stellt euch die Blende wie die Pupille im Auge vor: Weit offen bei f/1.48 kommt viel Licht herein, zugezogen bei f/4.0 werden auch Personen in der zweiten Reihe scharf. Im Alltag wählt die Automatik meist f/1.8, die ganz offene Blende überstrahlt schnell. Bei der Telekamera gibt es nur die 100mm des Vorgängers, alles darüber ist Digitalzoom. Die Android-Ultra-Smartphones haben hier größere Sensoren und zwei Zoomstufen mit eigener Optik, das Xiaomi 17 Ultra (zum Test) außerdem einen 1-Zoll-Sensor in der Hauptkamera.

Hauptkamera Tageslicht

Bei Tageslicht stimmt die Belichtung: Der Dynamikumfang ist hoch, heller Himmel und dunkle Hauswände passen gleichzeitig ins Bild, und der Detailgrad ist gut, ohne dass die Software Kanten nachschärft. Bei den Farben hört das Lob auf. Apple zieht die Aufnahmen deutlich ins Warme, und das ist längst kein dezenter Look mehr, sondern in vielen Bildern schlicht zu warm. Dazu kommt, dass der Weißabgleich bei wechselndem Licht oft nicht sitzt und das ganze Bild in eine Richtung kippt. Xiaomi, Vivo und Oppo treffen die Farben in unseren Aufnahmen einfach besser. Die iPhone-Bilder wirken dadurch weniger natürlich.

Hauptkamera Nachtaufnahmen

Nachts fotografiert das iPhone 18 Pro die Szene so, wie sie wirklich aussieht. Der Himmel bleibt schwarz, dunkle Hausecken bleiben dunkel, und das Bild wird nicht künstlich zum Tag aufgehellt. Die Belichtung sitzt trotzdem: Leuchtreklame, Schaufenster und weiße LED-Strahler brennen nicht aus, im hellsten Schaufenster erkennt ihr noch die einzelnen Dekostücke. Auch der Weißabgleich bleibt ruhig, wenn warmes Laternenlicht und kaltes Ladenlicht im selben Bild stehen.

Was auch nachts bleibt, sind die Lens Flares. In der Aufnahme mit der Ampel seht ihr den Strahlenkranz um die Straßenlaterne und den grünen Lichtfleck auf der gegenüberliegenden Bildseite.

Lens Flares

Sobald die Sonne oder eine helle Lampe im Bild oder knapp am Rand steht, zeigt das iPhone 18 Pro Lens Flares: einen Lichtschleier über dem Bild und einen grünen oder violetten Fleck gegenüber der Lichtquelle. Betroffen sind alle drei Rückkameras, am deutlichsten die Hauptkamera und die Telekamera. Gegenüber dem Vivo X300 Ultra und dem Oppo Find X9 Ultra, die wir parallel im Einsatz hatten, fällt das klar stärker aus. Die drei letzten Aufnahmen in der Galerie sind nachts entstanden, und dort wird es am deutlichsten: Um eine einzelne Straßenlaterne legt sich ein kompletter Lichtring mit Strahlenkranz, der fast ein Viertel des Bildes überdeckt. Im Video weiter unten seht ihr denselben Effekt in Bewegung.

Ultraweitwinkel

Die Ultraweitwinkel-Kamera ist unverändert und die schwächste der drei Kameras. Bei gutem Licht liefert sie natürliche Farben, die genau zur Hauptkamera passen, und einen ordentlichen Detailgrad in der Bildmitte. Zu den Rändern hin wird es weicher, und feine Strukturen wie Blätter und Mauerwerk verschwimmen früher als bei der Hauptkamera. Der Autofokus erlaubt Makroaufnahmen aus wenigen Zentimetern. Im Vergleich mit dem Vivo X300 Ultra, das hier einen deutlich größeren Sensor hat, fällt das iPhone sichtbar zurück.

Nachts fällt der Abstand zur Hauptkamera deutlicher aus. Die Blende liegt fest bei f/2.2, der Sensor ist kleiner, also zieht die Automatik den ISO-Wert hoch. Farben und Belichtung passen weiterhin genau zur Hauptkamera, ihr könnt die beiden Linsen in einer Bilderserie also problemlos mischen. Am großen Bildschirm seht ihr dafür Rauschen in den dunklen Flächen, und zu den Bildrändern hin verschwimmen Blätter und Mauerwerk komplett.

Diese Linse zeigt außerdem die stärksten Lens Flares des ganzen Tests. In einer unserer Aufnahmen legt sich ein vollständiger Lichtring mit Strahlenkranz um eine Straßenlaterne und überdeckt fast ein Viertel des Bildes. Sobald eine Lampe nah im Bild steht, müsst ihr damit rechnen.

Zoom-Aufnahmen

Die Telekamera mit 100mm liefert bei Tag scharfe Aufnahmen mit den gleichen natürlichen Farben wie die Hauptkamera. Fassaden, Schilder und Personen auf mittlere Entfernung sind sauber gezeichnet. Das Oppo Find X9 Ultra und das Vivo X300 Ultra holen mit ihren größeren Zoomsensoren auf große Entfernung deutlich mehr Details heraus.

Bei Nacht hält die Telekamera länger durch, als wir erwartet hatten. Schriftzüge auf Leuchtreklame bleiben bis in die kleinen Buchstaben lesbar, die Farben kippen nicht, und Motive im Licht eines Schaufensters sind sauber gezeichnet. Voraussetzung ist, dass im Bild wirklich Licht ist. Sobald das Motiv nur noch vom Rand einer Laterne gestreift wird, wird es dünn: Das Rauschen steigt, die Software glättet Kanten weg, und im Nachthimmel bilden sich Flecken. Digital über die 100mm hinauszugehen, lohnt sich nachts nicht mehr.

Portrait-Aufnahmen

Die Hauttöne stimmen nicht. Auf unseren Aufnahmen wirken Gesichter orange, und auch bei mir zieht die Kamera deutlich mehr Rot hinein, als tatsächlich da ist. Auf mehreren Bildern sieht es aus, als hätten wir alle einen Sonnenbrand. Das ist keine Geschmacksfrage mehr, das ist schlicht falsch, und es fällt sofort auf, wenn ihr die Personen im echten Leben daneben stehen habt.

Umso stärker ist die andere Seite. Die Freistellung ist so gut wie bei keinem iPhone zuvor. Einzelne Haare, der Rand einer Mütze und die Lücke zwischen Arm und Körper sitzen sauber, und damit hat Apple bei der Kantenerkennung endlich das Niveau erreicht, das die Android-Spitzenmodelle seit einer Weile liefern. Das ist der größte Fortschritt in diesem Kamerabereich. Auch die Brennweiten sind praxistauglich: 2-fach und 4-fach geben euch zwei sinnvolle Porträt-Abstände, und beide könnt ihr ohne Einschränkung nutzen.

Zwei Dinge fallen sonst noch auf. Sobald sich jemand bewegt, sind die Porträts unscharf, und auch bei ruhigen Motiven landen mehr unbrauchbare Aufnahmen im Ordner als bei den Android-Geräten, die wir parallel im Einsatz hatten. Unterm Strich sind die Porträts damit nicht auf dem Niveau von Vivo, Oppo und Xiaomi.

Selfies

Die Selfie-Kamera ist die des Vorgängers, und die war schon gut. Ein Autofokus sorgt für scharfe Aufnahmen. Belichtung und Schärfe stimmen, ein heller Himmel im Hintergrund brennt nicht aus. Die Menge an Details ist allerdings nur durchschnittlich, im direkten Vergleich holen die Android-Spitzenmodelle aus einem Selfie mehr heraus.

Videos

Bei Video bleibt das iPhone das Maß der Dinge. Alle Kameras inklusive Selfie-Kamera nehmen 4K mit 60 Bildern pro Sekunde auf, die Hauptkamera bis 120 Bilder pro Sekunde. Die Stabilisierung ist so gut, dass Aufnahmen beim Gehen wie vom Gimbal wirken, der Autofokus folgt Motiven ruhig, und der Ton ist klar. Während der Aufnahme wechselt ihr fließend zwischen allen Kameras, nur zur Frontkamera geht das nicht. Dolby Vision, ProRes und Log-Aufnahme sind an Bord, für Otto-Normal-Nutzer sind diese Funktionen aber Overkill. Was auch im Video bleibt, sind die Lens Flares von Haupt- und Telekamera, sobald die Sonne ins Bild wandert.

Zwischenfazit Kamera

Bei Video bekommt ihr das Beste, was ein Smartphone kann, daran ändert sich auch 2026 nichts. Bei Tageslicht und bei Nacht liefert die Hauptkamera starke Aufnahmen, und die drei Rückkameras sind gut abgestimmt. Diese Homogenität bekommen nur wenige Hersteller hin. Dagegen stehen drei Schwächen: die Lichtreflexe an allen drei Kameras, ein Zoom, der auf große Entfernung nicht mit den Ultra-Modellen mithält, und Porträts mit Farben, die einfach daneben liegen. Damit bleibt die Kamera des iPhone 18 Pro unter dem Niveau der Android-Ultra-Smartphones. Einen direkten Vergleich machen wir gerne, aber dazu wollen wir von euch wissen:

Live-Umfrage
Wünscht ihr euch einen Kameravergleich iPhone 18 Pro gegen Vivo X300 Ultra und Oppo Find X9 Ultra?
Ja, bitte vergleichen Nein, reicht mir so
0 Stimmen

Konnektivität und Kommunikation

Apple iPhone 18 Pro im Test

Das iPhone 18 Pro ist in Deutschland ein Dual-SIM-Smartphone mit einem Slot für eine physische SIM-Karte plus eSIM, alternativ zwei eSIM-Profile. Mit den Frequenzen des deutschen Modells seid ihr weltweit abgedeckt.

  • 4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 30, 32, 34, 38, 39, 40, 41, 42, 48, 53, 66, 106
  • 5G: n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n26, n28, n30, n38, n40, n41, n48, n53, n66, n70, n75, n77, n78, n79

Ihr telefoniert über VoLTE und WLAN-Anrufe. VoNR beherrscht das iPhone 18 Pro ebenfalls, also Telefonie direkt über das 5G-Netz statt über den Umweg LTE.

Bei der drahtlosen Verbindung setzt Apple ebenfalls auf einen eigenen Chipsatz, den N1, mit WiFi 7 und Bluetooth 6. Im WLAN haben wir keine Probleme gehabt. Bluetooth kann weiterhin nur SBC und AAC. Hochauflösende Codecs wie aptX oder LDAC gibt es nicht, wer Kopfhörer eines anderen Herstellers nutzt, bekommt nicht deren beste Qualität.

Zur Navigation nutzt das Gerät GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou und QZSS mit Dual-GPS, die Standortbestimmung klappte im Praxistest sofort und auf wenige Meter genau. UWB für die Suche nach AirTags, NFC für Apple Pay und Notruf per Satellit sind an Bord.

Für den Ton sorgen Stereo-Lautsprecher aus der unteren Öffnung und der Hörmuschel, und die sind richtig gut. Sie spielen laut und klar, Stimmen bleiben auch bei voller Lautstärke sauber, und es ist sogar ein Bassanteil da, den ihr einem so dünnen Gehäuse nicht zutraut. Damit ist das iPhone 18 Pro auf Augenhöhe mit den besten Android-Smartphones.

Akkulaufzeit des Apple iPhone 18 Pro

Das iPhone 18 Pro hat beim deutschen Modell mit SIM-Slot 4.056mAh. Unseren PCMark-Akkutest gibt es für iOS nicht, deshalb zählt hier allein die Praxis. Und die ist sehr gut: Bei normaler Nutzung kommt das iPhone 18 Pro auf etwa zwei Tage, bevor es an die Steckdose muss. Bemerkenswert ist das, weil Android-Geräte für eine ähnliche Laufzeit deutlich größere Akkus einbauen. Genau vergleichbar sind die Zahlen nicht, dafür unterscheiden sich Systeme und Messverfahren zu stark, aber für die Laufzeit gibt es von uns eine klare Empfehlung. Das ist etwas, das Apple wirklich gut hinbekommen hat.

Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
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60 Watt 43 min
100 Watt 49 min
100 Watt 49 min
90 Watt 50 min
100 Watt 55 min
45 Watt 66 min
25 Watt 77 min
30 Watt 89 min
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100

Beim Laden hat Apple nachgelegt: Das iPhone 18 Pro lädt mit bis zu 45W statt 30W. In unserem Test stehen nach 15 Minuten 45 Prozent auf der Anzeige, nach 30 Minuten 65 Prozent, nach 50 Minuten 91 Prozent, und voll ist der Akku nach 66 Minuten. Das ist erstmals ein wirklich gutes Ergebnis.

Ein Netzteil liegt nicht bei, und nicht jedes funktioniert mit voller Geschwindigkeit. Das iPhone 18 Pro nutzt eine neue Funktion des USB-Ladestandards namens AVS, mit der das Netzteil die Spannung stufenlos an das Gerät anpasst. Ohne AVS lädt das iPhone langsamer. Apples eigenes Netzteil braucht ihr dafür nicht: Unser Ladegeräte-Tester Jan hat das Ugreen Nexode Air 65W (zum Test) bereits geprüft, es unterstützt AVS, ist winzig und kostet bei Amazon rund 29€. Noch günstiger ist das Cuktech 6 Mini mit 65W und drei Anschlüssen für rund 21€, das Jan gerade testet.

Ugreen Nexode Air 65W bei Amazon

Cuktech 6 Mini 65W bei Amazon

Kabellos lädt das iPhone 18 Pro mit bis zu 25W über MagSafe und Qi2, damit ist der Akku laut Apple in 30 Minuten halb voll. Andere Geräte lädt das iPhone kabellos nicht auf. Im Akkumenü findet ihr eine konfigurierbare Lade-Obergrenze von 80 bis 100 Prozent.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Das iPhone 18 Pro ist ein sehr gutes kompaktes Smartphone mit klaren Stärken und ebenso klaren Schwächen.

Die außergewöhnlichsten Eigenschaften sind das kompakte Gehäuse, das euch High-End-Ausstattung in 6,3 Zoll gibt, und die Videoaufnahme, an die kein Android-Gerät herankommt. Dazu kommt das Zusammenspiel mit Mac, Apple Watch und AirPods, das einfach funktioniert, eine Akkulaufzeit von rund zwei Tagen aus einem vergleichsweise kleinen Akku und Laden mit 60W, das den Akku in gut einer Stunde füllt.

Der größte Nachteil ist für uns das System. iOS 27 läuft schnell und stabil, aber es fehlen Grundfunktionen, die auf Android seit Jahren selbstverständlich sind, vom eigenen Launcher über frei wählbare Standard-Apps bis zu sonstigen Grundeinstellungen. An vielen Stellen entscheidet Apple für euch, statt euch entscheiden zu lassen. Wer sein Handy gern selbst einrichtet, ärgert sich hier dauerhaft.

Danach kommt die Kamera. Die Lichtreflexe an allen drei Rückkameras sind bei Gegenlicht und abends unübersehbar, die Porträts geben Hauttöne sehr unnatürlich wieder, und der Zoom kommt auf große Entfernung nicht an die Ultra-Modelle von Vivo, Oppo und Xiaomi heran.

Gegenüber dem iPhone 17 Pro hat Apple sichtbar Fortschritte gemacht, ein direktes Upgrade lohnt sich trotzdem nicht. Wer ein kompaktes Flagship-Smartphone sucht, hat ohnehin kaum Auswahl. Das Xiaomi 17 (zum Test) ist der naheliegende Kandidat für deutlich weniger Geld, und das Google Pixel 11 Pro (zum Test) ist die Wahl, wenn ihr statt auf Apple auf Google und dessen Software-Philosophie setzen wollt.


Gesamtwertung
88%
Design und Verarbeitung
90 %
Display
90 %
Leistung und System
80 %
Kamera
85 %
Konnektivität
90 %
Akku
90 %

Preisvergleich

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