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Oppo Find X9 Ultra Test

Getestet von Joscha am Bewertung: 93%
Vorteile
  • hervorragende Kameraqualität mit allen Brennweiten
  • 3x und 10x Kamera für Telefotografie
  • sehr hochwertige Verarbeitung
  • sehr lange Akkulaufzeit + ultraschnelles Laden
  • top Leistung dank Snapdragon 8 Elite Gen 5
  • China-Version: alle Netzfrequenzen für Deutschland
  • China-Version: Deutsch als Systemsprache verfügbar
Nachteile
  • chinesisches System mit Eigenheiten
  • deutliches Thermal Throttling
  • mäßige Displayhelligkeit
  • China-Version: keine eSIM
Springe zu:
CPU Snapdragon 8 Elite Gen 5 - 2 x 4,6GHz + 6 x 3,6 GHz
RAM 12 GB RAM, 16 GB RAM
Speicher 1 TB, 256 GB, 512 GB
GPU Adreno 840
Display 3168 x 1440, 6,8 Zoll 144Hz (AMOLED)
Betriebssystem ColorOS - Android 16
Akkukapazität 7050 mAh
Ladegeschwindigkeit 100 Watt, 50 Watt (kabellos)
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera 200 MP + 200MP (dual) + 50MP (triple)
Frontkamera 50 MP
USB-Anschluss USB-C 3.0 (5GBit/s)
Kopfhöreranschluss Nein
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID
4G 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 34, 66, 38, 39, 40, 41
5G 1, 2, 3, 5, 7, 8, 12, 20, 25, 28, 38, 40, 41, 66, 77, 78
NFC Ja
SIM Dual - nano
Gewicht 235 g
Maße 163 x 77 x 8,7 mm
Benachrichtigungs-LED Nein
Updatezeitraum 5 Jahre Android- & 6 Jahre Sicherheitsupdates
Hersteller
Getestet am 29.05.2026

Mit dem Find X9 Ultra schickt Oppo das aufwendigste Ultra-Smartphone der eigenen Geschichte ins Rennen. Im Mittelpunkt steht das Kamera-Setup, das Oppo grundlegend überarbeitet hat: Hauptkamera und 3x-Tele erhalten beide einen 200MP-Sensor, dazu kommt ein neues 10x-Teleobjektiv. Hasselblad bleibt als Tuning-Partner an Bord. Der Akku wächst auf 7.050mAh und ist damit der größte in einem aktuellen Ultra-Smartphone.

Für Deutschland bietet Oppo das Find X9 Ultra erstmals offiziell an. Die einzige Konfiguration mit 12GB RAM und 512GB Speicher kostet stramme 1.700€, inklusive wahlweise einem Oppo Pad 5 oder einer Oppo Watch X3 als Beigabe. Wir haben für unseren Test den China-Import von Tradingshenzhen bestellt, die 16/512GB-Konfiguration für rund 1.200€. Damit bekommt ihr 4GB mehr Arbeitsspeicher als in der DE-Version und spart gut 500€.

Auf die sonstigen Unterschiede zwischen China- und Global-Version gehen wir in diesem Test im Detail ein. Den ausführlichen Kameravergleich gegen das Vivo X300 Ultra (zum Test) und das Xiaomi 17 Ultra (zum Test) reichen wir in einem eigenen Artikel nach. Im folgenden Test erfahrt ihr die Stärken und Schwächen des bisher besten Oppo-Smartphones!

Design und Verarbeitung

Das Oppo Find X9 Ultra ist ein klassischer Kameraflagship-Klotz. Unser Testgerät kommt in „Canyon Orange” mit fein gewirbelter Glas-Rückseite und farblich passendem Aluminium-Rahmen. Die Farbe lehnt sich offensichtlich an das iPhone an. Das polarisiert, sticht aber sofort ins Auge. Wer es zurückhaltender will, greift in Deutschland zur Variante „Tundra Umber”, einer mattschwarzen Ausführung mit veganem Lederfinish und Aluminium-Streifen.

Die Abmessungen betragen 163 x 77 x 8,7 Millimeter, das Gewicht liegt bei 235 Gramm. Die „Canyon Orange”-Variante ist damit einen Tick dünner und leichter als die Lederversion (9,1 Millimeter und 236 Gramm). Vorne kommt Gorilla Glass Victus 2 zum Einsatz, beide Seiten sind komplett flach. Ein Schutzglas kann also problemlos angebracht werden. Das Kameramodul auf der Rückseite steht ganze 6 Millimeter heraus und hat 6 Zentimeter Durchmesser. Das ist wirklich gigantisch.

An der rechten Gehäuseseite sitzt neben Lautstärkewippe und Power-Button ein neuer „Quick Button” in dezentem Orange – eine druckempfindliche Fläche mit zusätzlicher kapazitiver Berührungserkennung und haptischem Feedback. Standardmäßig öffnet er die Kamera, ein Doppeldruck löst aus, eine Wischgeste wechselt die Brennweite. Im Querformat wird die Fläche zum Zoom-Slider, im Video startet und stoppt er die Aufnahme. Wer regelmäßig fotografiert, kann daraus einen Mehrwert ziehen. Wir bevorzugen jedoch die Bedienung über das Display. Auf der linken Seite sitzt zusätzlich ein frei konfigurierbarer Sonderbutton, vergleichbar mit dem „Plus-Key” bei OnePlus oder dem „Action-Button” am iPhone 17.

Die Schutzklasse ist mit IP68 und IP69 angegeben. Damit ist das Find X9 Ultra staubdicht, gegen Wasser geschützt und hält auch Hochdruck-Wasserstrahlen stand. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor unter dem Display arbeitet schnell und zuverlässig. Ergänzend gibt es Gesichtserkennung per Frontkamera. Beide Entsperrmethoden funktionieren tadellos.

An der Unterseite liegen USB-C 3.0 mit 5Gbit/s, der SIM-Slot für zwei SIM-Karten, Mikrofon und Lautsprechergitter. Oben am Rahmen sitzt zusätzlich ein Infrarot-Sender.

Insgesamt ist das Find X9 Ultra ein durchgehend hochwertig verarbeitetes Kameraflagship mit ausgefallenem Design. Während der Testphase gab es durchaus auch ein paar amüsierte Kommentare über das riesige Kameramodul. Typisch für ein Ultra-Smartphone ist das Gerät zudem sehr groß und schwer.

Lieferumfang des Oppo Find X9 Ultra

In der schwarzen Box liegen neben dem Smartphone selbst:

  • 100W SuperVOOC-Netzteil (China-Stecker, Tradingshenzhen legt einen EU-Adapter bei)
  • USB-A-zu-USB-C-Kabel
  • farblich passende Schutzhülle
  • SIM-Nadel
  • Anleitungen

Die globale Version kommt ohne Netzteil. Eine Displayschutzfolie ist ab Werk aufgebracht. Optional bietet Oppo das „Hasselblad Camera Kit” mit physischem Auslöser, Zoom-Wheel, 67-Millimeter-Filtergewinde und magnetisch ansetzbaren Adaptern an. Das Kit lag uns für diesen Test nicht vor, aber wir werden es in den nächsten Wochen noch genauer unter die Lupe nehmen.

Display des Oppo Find X9 Ultra

Auf der Vorderseite prangt ein 6,82 Zoll großes AMOLED-Display mit LTPO-Technik. Die native Auflösung beträgt gewaltige 3168 x 1440 Pixel. In den Einstellungen könnt ihr die Auflösung auf 2376 x 1080 Pixel reduzieren. Im Alltag ist der Unterschied nicht zu sehen, dafür schont die niedrigere Stufe den Akku.

Die Bildwiederholrate liegt bei bis zu 144Hz, kommt im Alltag aber praktisch nie zum Einsatz. Oppo gibt das Panel im Standardbetrieb mit 120Hz frei, die vollen 144Hz nur in wenigen freigegebenen Spielen. Auch das ist keine wirkliche Einschränkung. Viel wichtiger ist: Die LTPO-Anpassung funktioniert sehr gut, bei statischer Anzeige geht das Panel zuverlässig auf 1Hz herunter.

In unserer Helligkeitsmessung erreicht das Display im Auto-Modus einen Spitzenwert von 2.070 Lux. Das reicht im Alltag problemlos für eine Ablesbarkeit im Sonnenlicht. Insbesondere das Vivo X300 Ultra erreicht aber mit einem Wert oberhalb der 3.000-Lux-Marke ein viel besseres Ergebnis.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux
smartzone logo
3.090 Lux
2.100 Lux
2.100 Lux
2.100 Lux
2.070 Lux
2.030 Lux
1.870 Lux
1.780 Lux
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000

Bei den Streaming-Standards bekommt ihr Widevine L1 auch in der China-Version sowie volle HDR-Unterstützung. Die Farbtiefe beträgt 10 Bit, drei Farbmodi (Standard, Natürlich, Lebhaft) stehen zur Wahl. Zum Schonen der Augen gibt es PWM-Dimming mit 2.160Hz. Das Display ist komplett flach und erlaubt das Anbringen eines Schutzglases ohne Probleme.

Insgesamt überzeugt das Display bei Schärfe, Farbwiedergabe und LTPO-Verhalten. Bei der Spitzenhelligkeit muss das Find X9 Ultra im Vergleich aber Federn lassen.

Leistung

Im Find X9 Ultra arbeitet mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 der aktuell stärkste Android-Chip auf dem Markt.

Antutu (v11)
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Snapdragon 8 Elite Gen 5 4.075.522
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.945.888
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.918.182
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.864.000
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.791.684
MediaTek Dimensity 9500 3.779.661
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.730.523
MediaTek Dimensity 9500 3.663.500
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
3.500.000
4.000.000
4.500.000
5.000.000
Antutu (v10)
smartzone logo
MediaTek Dimensity 9500 3.053.838
MediaTek Dimensity 9500 2.938.300
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.852.530
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.813.763
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.754.273
Snapdragon 8 Elite 2.714.198
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.668.000
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.657.881
0
400.000
800.000
1.200.000
1.600.000
2.000.000
2.400.000
2.800.000
3.200.000
3.600.000
4.000.000
Geekbench Single (v6)
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3D Mark (Wildlife Extreme)
0
800
1.600
2.400
3.200
4.000
4.800
5.600
6.400
7.200
8.000

Bei den Benchmarks landet das Find X9 Ultra erwartungsgemäß ganz oben im Feld. Die beste Performance gehört in diesem Preisbereich zum Pflichtprogramm. Unsere Testkonfiguration kombiniert den Prozessor mit 16GB LPDDR5X-RAM und 512GB UFS-4.X-Speicher, gemessen mit 4.187MB/s lesend und 4.178MB/s schreibend. Das sind sehr gute Werte. Zudem gibt es in China noch Speicherversionen mit 12/256GB, 12/512GB und 16/1024GB.

Spannender wird es im Stresstest. Im CPU-Throttling-Test über 30 Minuten verliert das Smartphone gleichmäßig rund 34% der Rechenleistung, was im Konkurrenzfeld noch vertretbar ist. Die GPU dagegen knickt deutlich ein. Im 3DMark Wild Life Extreme Stress Test halbiert sich die Leistung über 20 Loops, am Ende stehen je nach Durchlauf zwischen 48 und 54% Stabilität. Damit ist das Find X9 Ultra von deutlichem Thermal Throttling betroffen. Zum Vergleich: Das Vivo X300 Ultra liegt mit rund 40% minimal darunter, das OnePlus 15 hält dagegen über 80%.

Im Alltag ist davon nichts zu spüren. Animationen laufen flüssig, App-Wechsel funktionieren flott und das Multitasking ist mit 16GB RAM unproblematisch. Wer aber zu der kleinen Gruppe der sehr anspruchsvollen Smartphone-Gamer gehört, könnte in ein paar Jahren Probleme bei den neusten Titeln bekommen.

Insgesamt liefert das Find X9 Ultra die erwartbare Top-Performance, schwächelt unter Dauerlast aber deutlich. Für Normal-Nutzer hat das keine große Relevanz. Es ist trotzdem etwas schade, dass das Find X9 Ultra hier nicht mit dem OnePlus 15 aus dem eigenen Haus mithalten kann.

System

Das Find X9 Ultra startet mit ColorOS 16 auf Basis von Android 16. Die Oberfläche ist auf der China-ROM komplett auf Deutsch verfügbar, lediglich an wenigen Stellen bleiben englische oder chinesische Reste zurück. Auch wer kein Englisch versteht, wird sich hier zurechtfinden.

Oppo verspricht für die globale Version fünf große Android-Upgrades plus sechs Jahre Sicherheits-Patches. Für die China-Version gibt es kein offizielles Versprechen, in der Praxis landen die Updates ebenso auf dem Gerät.

Wir haben das Oppo Find X9 Ultra aus China gekauft. Folgende Nachteile betreffen nicht die globale Version!

  • deutsche Systemsprache
  • Google Play Store nachinstallierbar
  • Google Wallet
  • Android Auto
  • Banking-Apps
  • Widevine L1
  • VoLTE und WLAN-Anrufe
  • Bloatware deinstallierbar

  • keine eSIM
  • kein Google Standortverlauf
  • WearOS nur eingeschränkt

Wie ihr die China-Version optimal für die Nutzung in Deutschland einrichtet, haben wir in unserer Anleitung zusammengefasst.

Eine Besonderheit der Global-Version: Seit März 2026 unterstützt Oppo den Dateiaustausch per „Quick Share” zu iPhone, iPad und Mac. Auf der China-ROM ist die Funktion ebenfalls verfügbar. Auf MacOS muss dazu Oppo Connect installiert werden. Sehr schön, dass Oppo hier mit HyperConnect von Xiaomi gleichzieht.

Insgesamt funktioniert die China-Version mit ColorOS 16 in Deutschland sehr gut, sofern ihr nicht zwingend auf Google Standortverlauf oder WearOS angewiesen seid.

Kamera des Oppo Find X9 Ultra

Die Kamera ist der eigentliche Grund, warum das Find X9 Ultra in einer eigenen Liga über dem Find X9 Pro spielt. Vier Linsen plus ein 3,2-Megapixel-Multispektralsensor sitzen im großen runden Kameramodul, Hasselblad bleibt als Tuning-Partner an Bord. An drei Stellen hat Oppo gegenüber dem Find X8 Ultra (zum Test) klar zugelegt: lichtstärkere Hauptkamera, 200 statt 50MP als 3x-Tele und ein Periskop, das statt 6x mit 10x heranzoomt.

Kameraspezifikationen

  • Hauptkamera: 200 Megapixel (Sony Lytia 901), f/1.5, 1/1.12 Zoll, 23mm, Autofokus, OIS
  • 3x-Telekamera: 200 Megapixel (OmniVision OV52A), f/2.2, 1/1.28 Zoll, 70mm, Autofokus, OIS, 3-fach Zoom
  • 10x-Periskopkamera: 50 Megapixel (Samsung ISOCELL JNL), f/3.5, 1/2.75 Zoll, 230mm, Autofokus, OIS, 10-fach Zoom
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 50 Megapixel (Sony Lytia 600), f/2.0, 1/1.95 Zoll, 14mm, Autofokus
  • Selfie-Kamera: 50 Megapixel (Samsung ISOCELL JN5), f/2.4, 21mm, Autofokus

Schon auf dem Datenblatt fällt auf, dass Oppo eine andere Strategie fährt als die direkte Konkurrenz. Während das Vivo X300 Ultra auf eine 35-mm-Brennweite an der Hauptkamera setzt, kombiniert Oppo eine klassische 23-mm-Hauptkamera mit einem extrem starken 3x-Tele und dem einzigen echten 10x-Periskop der China-Ultra-Flagships. Wer beim Zoom die größtmögliche Brennweiten-Bandbreite haben will, ist hier richtig.

Hauptkamera Tageslicht

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera Bilder, die in jeder Disziplin überzeugen. Der Detailgrad ist auf höchstem Niveau, der Dynamikumfang sitzt, der automatische Weißabgleich liegt praktisch immer richtig. Die Farben sind kräftig, aber nicht künstlich übersättigt, Hauttöne wirken natürlich und lebendig. Im 2x-Zoom bleibt die Qualität nahezu auf dem Niveau der normalen Brennweite.

Hauptkamera Nachtaufnahmen

Bei wenig Licht bleibt die Hauptkamera stark. Die lichtstarke f/1.5-Blende und die Sensorgröße sorgen dafür, dass viel Dynamik übrigbleibt und das Bildrauschen niedrig ist. Die Kamera kann auch gut mit Lichtquellen umgehen und integriert diese hervorragend in das Bild. Die Ergebnisse sind eines Ultra-Smartphones würdig.

Ultraweitwinkel

Die Ultraweitwinkel-Kamera ist die heimliche Überraschung dieses Tests. Oppo verbaut hier exakt jenen Sony Lytia 600 mit 1/1.95 Zoll, der im Find X8 Ultra noch die 6x-Telekamera war. Bei Tag liefert das Modul knackige Aufnahmen mit vielen Details, sauberer Farbabstimmung zur Hauptkamera und breitem Dynamikumfang. Auch in den Bildecken bleibt die Schärfe gegeben. Bei Nacht überrascht das Modul mit wenig Rauschen, natürlichen Farben und ordentlicher Schärfe bis in die Ränder. Im direkten Vergleich zur Ultraweitwinkel-Kamera des Vivo X300 Ultra mit noch größerem Sensor kann Oppo nicht ganz mithalten, bleibt aber zumindest nah dran.

Zoom-Aufnahmen

Das eigentliche Argument für das Find X9 Ultra ist der Zoom. Die 3x-Telekamera bei 70mm hat mit dem 200MP-OmniVision-Sensor und 1/1.28 Zoll Sensorgröße eine exzellente Hardware. In der Praxis liefert sie sehr scharfe Aufnahmen mit angenehmer Hintergrundabtrennung, hoher Dynamik und natürlichen Farben. Auch ein 6x-Zoom ist problemlos möglich.

Den Maßstab setzt aber das 10x-Periskop mit 230mm. Auf dem aktuellen Markt der chinesischen Ultra-Smartphones ist es die einzige echte 10x-Telekamera. Alle Mitbewerber arbeiten bei dieser Brennweite mit digitalem Zoom. Die Bildqualität liegt klar vorn. Sogar bis 20x bleibt die Schärfe bei gutem Licht sehr brauchbar. Auch nachts liefert das 10x gute Ergebnisse, sobald Restlicht im Motiv ist.

Portrait-Aufnahmen

Bei Porträts hat das Find X9 Ultra zwei starke Brennweiten. An der Hauptkamera funktionieren halbnahe Aufnahmen sehr gut, das Bokeh wirkt natürlich, die Motivtrennung ist sauber. Wirklich überzeugt hat uns aber das Porträt am 3x-Tele: Bei 70mm passt die Gesichtsproportion zum klassischen Porträt-Look, der Hintergrund löst sich angenehm auf, Hauttöne wirken lebendig und natürlich. Wer Personenfotografie zum Hauptanwendungsfall macht, sollte trotzdem einen Blick auf das Vivo X300 Ultra werfen, das mit seiner 35-mm-Hauptkamera noch mehr Möglichkeiten zur Gestaltung bietet.

Selfies

Die Selfie-Kamera bekommt mit 50MP und neuem Sensor ebenfalls ein Upgrade gegenüber dem Vorgänger. Hauttöne sind warm und akkurat, der Dynamikumfang hoch und auch die Schärfe ist spitze. Auffällig auf dem Datenblatt: Oppo verbaut hier mit f/2.4 eine ziemlich kleine Blende. Im Alltag merkt ihr davon aber wenig.

Videos

Beim Video schöpft Oppo aus dem Vollen. Hauptkamera und 3x-Tele beherrschen 8K bei 30fps sowie 4K bei 120fps, alle Rückkameras filmen in 4K bei 60fps. Ein fließender Wechsel zwischen allen Kameras, inklusive Selfie-Cam, ist während der Aufnahme möglich. Für Profi-Workflows gibt es Log-Recording mit vier vorinstallierten LUTs, Custom-LUT-Import, Waveform, Focus Peaking und einen Audio-Pegel-Monitor. Dolby Vision ist außerhalb des 8K-Modus standardmäßig aktiv. Für Otto Normalverbraucher ist das alles zu viel des Guten, für Video-Profis aber ein klares Kaufargument.

Im Alltag liefert das Find X9 Ultra einen exzellenten Dynamikumfang, einen zuverlässigen Weißabgleich und eine sehr gute Farbabstimmung über alle vier Rückkameras. Die Stabilisierung ist großartig und selbst mit der 10x Zoomstufe lassen sich noch ruhige Videos aufnehmen. Etwas störend ist nur ein leichter Ruckler im Bild, wenn man zur Periskopkamera wechselt.

Zwischenfazit Kamera

Das Find X9 Ultra bietet ein Foto-Setup, das Vielseitigkeit zum Programm macht. Die Hauptkamera spielt in der Top-Liga, das 3x-Tele kann sich mit den besten messen und das 10x-Periskop ist im aktuellen Markt einzigartig. Auch die Ultraweitwinkel-Kamera erhält ein massives Upgrade. Einen Kameravergleich gegen Vivo X300 Ultra (zum Test) und Xiaomi 17 Ultra (zum Test) werden wir zeitnah veröffentlichen.

Insgesamt ist das Find X9 Ultra eines der vielseitigsten Kamera-Smartphones auf dem Markt, mit einzigartigem 10x-Zoom und überraschend starker Ultraweitwinkel-Kamera.

Konnektivität und Kommunikation

Das Find X9 Ultra ist ein Dual-SIM-Smartphone mit zwei SIM-Karten-Slots. Eine eSIM ist auf der China-Version nicht aktivierbar, das Feature ist nur in der Global-Variante freigeschaltet. Wer aus dem Import trotzdem eine eSIM-Konfiguration bauen will, kann sich über einen eSIM-Adapter (zur Übersicht) behelfen.

Bei den Mobilfunkbändern deckt auch die China-Version den europäischen Bedarf vollständig ab, LTE-Band 20 inklusive. VoLTE und WLAN-Anrufe haben wir mit einer O2-Karte verwenden können. Im Speedtest mit O2 erreichen wir 284Mbit/s im Download. Das sind einwandfreie Ergebnisse.

Bei der drahtlosen Verbindung gibt es Wi-Fi 7 sowie Bluetooth 6.0 mit kompletter Codec-Auswahl inklusive aptX HD, aptX Adaptive und LHDC. Hier gibt es im Unterschied zum Vivo X300 Ultra also keine Einschränkungen. NFC ist dabei, der bereits erwähnte Infrarot-Sender sitzt oben am Rahmen. Etwas schade für ein Ultra-Smartphone: Das Find X9 Ultra hat kein UWB. Auch Barometer und Thermometer fehlen.

Die Standortbestimmung läuft über GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou und QZSS. Dual-GPS ist bei GPS, Galileo, BeiDou und QZSS aktiv. Die Standortbestimmung klappte im Praxistest problemlos.

Die Stereo-Lautsprecher liefern eine sehr gute Lautstärke, saubere Höhen und Mitten, der Bass bleibt dezent. Im direkten Vergleich zum Xiaomi 17 Ultra wirkt der Klang in den Tiefen einen Tick dünner, in der Lautstärke nehmen sich beide nichts. Der Speaker liegt etwa auf dem Niveau des Vivo X300 Ultra.

Insgesamt liefert das Find X9 Ultra eine durchgehend solide Konnektivitätsausstattung. Nur die Speaker liegen nicht ganz auf dem Top-Niveau von Xiaomi.

Akkulaufzeit des Oppo Find X9 Ultra

Beim Akku hat das Oppo richtig viel zu bieten. 7.050mAh dank Silizium-Kohlenstoff-Technik sind aktuell mehr als bei jedem anderen Ultra-Smartphone. Zum Vergleich: Der Vorgänger Find X8 Ultra besaß 6.100mAh, das Vivo X300 Ultra hat 6.500mAh, das Xiaomi 17 Ultra 6.000mAh.

Akkulaufzeit Einheit: Stunden
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7.050 mAh 27,8 Std
6.800 mAh 21,7 Std
6.600 mAh 19,9 Std
6.550 mAh 17,2 Std
6.270 mAh 15,6 Std
6.100 mAh 15,5 Std
0
5
10
15
20
25
30

Im PCMark Battery Test erreichen wir mit 120Hz fast 28 Stunden und mit 60Hz 29 Stunden – mit die höchsten Werte, die wir bisher in einem Flagship-Smartphone gemessen haben. Im Alltag landen wir zuverlässig bei zwei vollen Tagen, bei moderatem Gebrauch sind drei Tage ohne Steckdose drin.

Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
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100 Watt 38 min
120 Watt 40 min
60 Watt 43 min
100 Watt 43 min
100 Watt 49 min
100 Watt 49 min
90 Watt 50 min
90 Watt 54 min
80 Watt 70 min
0
10
20
30
40
50
60
70
80

Geladen wird das Find X9 Ultra über den proprietären SuperVOOC-Standard mit 100W. Im Test ist der Akku mit dem mitgelieferten Netzteil in 49 Minuten von 2 auf 100% voll, nach 15 Minuten sind 40% erreicht, nach 30 Minuten 70%.

Erfreulicher: Mit einem normalen PowerDelivery PPS Netzteil soll laut Oppo maximal mit 55 Watt geladen werden können. In der Praxis dauert die Ladung mit 100W dauert die Ladung gerade einmal 3 Minuten länger. Somit seid ihr nicht auf ein Ladegerät von Oppo angewiesen.

Kabelloses Laden klappt über Oppos AirVOOC-Standard mit bis zu 50W, Reverse Wireless Charging mit 10W ist ebenfalls dabei. In den Akku-Einstellungen gibt es zusätzlich einen Bypass-Modus für lange Gaming-Sessions und eine konfigurierbare Ladeobergrenze von 85%.

Insgesamt ist das Find X9 Ultra das aktuell ausdauerndste Top-Smartphone auf dem Markt und lädt dabei ebenso schnell mit dem hauseigenen wie mit einem offenen Standard-Netzteil. Für Dauernutzer ist das ein echter Pluspunkt.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Das Oppo Find X9 Ultra ist ein klassisches Kamera-Ultra-Smartphone mit klarem Profil: Die außergewöhnlichsten Features sind die große Auswahl an Linsen mit 3x und zusätzlichem 10x Teleobjektiv sowie der extrem ausdauernde Akku. Natürlich gibt es auch ein erstklassiges OLED-Display und den aktuell stärksten Prozessor auf dem Markt.

Auf der Negativseite stehen zwei Punkte. Die Leistung wird unter Volllast deutlich gedrosselt und die Displayhelligkeit ist nicht besonders hoch. Das sind keine Deal-Breaker, aber bei einem Gerät dieser Preisklasse eindeutig Kritikpunkte.

Zum Deutschland-Preis von 1.700€ für die 12/512GB-Konfiguration sollte das Find X9 Ultra trotz der starken Vorbesteller-Boni nicht die erste Wahl sein. Die deutlich spannendere Variante ist der China-Import. Wer mit den geringfügigen Einschränkungen im System leben kann, spart hier jede Menge Geld.

Alternativen zu nennen, fällt uns allerdings auch nicht schwer. Wer den Schwerpunkt auf Personenfotografie legt, sollte das Vivo X300 Ultra (zum Test) mit seiner 35-mm-Hauptkamera in die engere Auswahl nehmen. Wer mit englischer Systemsprache zurechtkommt und ein paar Hundert Euro sparen will, kann sich das Xiaomi 17 Ultra (zum Test) anschauen. Wer aber das vielseitigste Zoom-Setup mit echtem 10x-Periskop sucht, kommt am Oppo Find X9 Ultra aktuell nicht vorbei.


Gesamtwertung
93%
Design und Verarbeitung
90 %
Display
90 %
Leistung und System
90 %
Kamera
95 %
Konnektivität
90 %
Akku
100 %

Preisvergleich

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Torben
Gast
Torben
3 Stunden her

Ich persönlich finde das kein UWB und kein Barometer bei dem Preis ein NoGo sind und dies stichpunktartig oben ganz am Anfang bei den Nachteilen erwähnt werden sollte.

Spiderman1337
Mitglied
Mitglied
Spiderman1337(@spiderman1337)
8 Tage her

Wann kann man mit dem Testbericht rechnen?

jonas-andre
Autor
Team
jonas-andre(@jonas-andre)
4 Stunden her
Antwort an  Spiderman1337

Servus, ist jetzt da 😅.

beste Grüße

Jonas

Maurice
Gast
Maurice
22 Tage her

Meint ihr, dass das Handy auch bei Mediamarkt, Saturn und Co + in Verträgen von Telekom/Vodafone usw drin sein wird? Habt ihr irgendwelche Infos zu?

P.S. wer das Handy über die offizielle Oppo Store App vorbestellt bekommt statt 100 Euro, 120 Euro Rabatt auf die 1700 UVP. Nicht die Welt, aber auch nicht nichts.

Huaweifan1970
Gast
Huaweifan1970
23 Tage her

Seit heute ist bei Oppo beim Ultra kein Ladegerät mehr mit im Lieferumfang, ich hoffe für die Leute die es bestellt haben mit Ladegerät aufgezählt, das es auch dabei ist! Ansonsten wäre es für mich Kunden Täuschung!

jonas-andre
Autor
Team
jonas-andre(@jonas-andre)
23 Tage her
Antwort an  Huaweifan1970

Servus, dein Kommentar verwundert mich jetzt doch etwas. Du warst doch bei der Diskussion dabei und das wurde hier weiter unten sofort geklärt. Jetzt im Nachhinein so ein Fass aufzumachen und von Kundentäuschung zu sprechen, finde ich schon daneben. Es war einfach ein Fehler bei denen, ist das denn so schlimm?

Beste Grüße

Jonas

Huaweifan1970
Gast
Huaweifan1970
23 Tage her
Antwort an  jonas-andre

Es ist dann etwas nicht immer Lieferumfang obwohl es explizit angegeben wurde! Ladegerät! Ein Kabel ist kein Ladegerät! An den Likes sieht man das es ein paar Leute auch so sehen!

Grotte
Gast
Grotte
1 Monat her

Das Smartphone mit diesem Preis möchte halt die Zielgruppe “Premium VIP” ansprechen – und das ist auch gut so. Jemand mit einem guten Verhältnis zum Angebot auf dem Markt, greift m.M.n. nicht zu solch einem absurden Preis zu.

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