Der Soyo M5 ist ein Mini-PC mit Windows 11 Pro, 16GB Arbeitsspeicher und 512GB SSD für wenig Geld. Bei AliExpress kostet er mit Versand aus einem deutschen Lager unter 200€. Der Haken ist der Prozessor: Soyo verbaut den alten AMD Ryzen 3 4300U aus dem Jahr 2020.
In dieser Preisklasse geben die Mini-PCs mit Intel N150 den Ton an, etwa der GMKtec G3 Plus (zum Test) oder der Beelink EQ14 (zum Test). Mit einem älteren Ryzen hatten wir zuletzt den Blackview MP50 im Test, der uns nicht überzeugt hat. Ob der Soyo M5 es besser macht, habe ich mit meinen eigenen Benchmarks geprüft und ihn den Mini-PCs aus unserer Bestenliste gegenübergestellt.
| Bestellt | 6. Oktober 2026 bei AliExpress (Soyo European Store) |
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| Angekommen | 8. Oktober 2026 |
| Lieferzeit | 2 Tage |
| Versand ab | Lager in Deutschland, Zustellung per DHL |
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Design und Lieferumfang
Der M5 ist ein quadratischer Kasten mit abgerundeten Ecken. Das Gehäuse ist dunkelblau, die matte Oberseite trägt ein goldfarbenes Soyo-Logo und wird von einer schmalen, glänzenden Kante eingefasst. Lüftungsschlitze sitzen an beiden Seiten und an der Rückseite. Nachgemessen komme ich auf 128 x 128 x 45 Millimeter, 529 Gramm. Damit passt er bequem hinter einen Monitor.
Auf der Unterseite befinden sich ein großes Lüftergitter, vier Gummifüße und das Typenschild. Das Netzteil liefert laut Aufdruck 19V/3,42A, also 65W.
Innenleben
An die Technik kommt ihr nur mit Werkzeug. Die vier Schrauben der Bodenplatte liegen unter den aufgeklebten Gummifüßen, die ihr dafür abziehen müsst. Danach kleben sie natürlich nicht mehr. Unter der Bodenplatte folgt eine Metallplatte, erst dann liegt die Platine frei. Der Arbeitsspeicher ist verlötet, 16GB reichen aber für die Aufgaben, für die der M5 gedacht ist. Die SSD steckt im M.2-Format 2280 und ist ein SATA-Modell, keine NVMe-SSD. Nach meinem Test meldete sie 18 Betriebsstunden und 0 Prozent Verschleiß, sie war also neu. Daneben ist ein zweiter M.2-Steckplatz im Format 2280 frei, auf der Platine ist er mit „PCIE+SATA“ beschriftet. Soyo bewirbt ihn als NVMe-Steckplatz mit PCIe 4.0. Das kann nicht stimmen, denn der Ryzen 3 4300U unterstützt nur PCIe 3.0. Eine NVMe-SSD habe ich nicht eingesteckt.
Lieferumfang des Soyo M5
Im Karton liegen neben dem Mini-PC:
- 65W-Netzteil (19V/3,42A, mit Kaltgerätekabel)
- HDMI-Kabel
- VESA-Halterung mit Schrauben
- Anleitung, auch auf Deutsch
Mit der VESA-Halterung könnt ihr den M5 hinter einen Monitor oder Fernseher schrauben.
Insgesamt ist der Soyo M5 sauber verarbeitet und für den Preis gut ausgestattet. 16GB Arbeitsspeicher reichen für Office und Heimserver, mehr Speicherplatz bekommt ihr über den freien M.2-Steckplatz.
Anschlüsse und Konnektivität des Soyo M5
Für einen Mini-PC dieser Preisklasse ist der M5 reichlich mit Anschlüssen bestückt:
Vorn:
- Power-Button mit Status-LED
- 1 x USB-C (10Gbit/s)
- 2 x USB-A (10Gbit/s)
- 3,5mm-Klinke (Audio)
Hinten:
- 4 x USB-A (5Gbit/s)
- Gigabit-LAN
- 1 x HDMI 2.0
- 1 x DisplayPort 1.4
- Stromanschluss (19V/3,42A)
- Öse für ein Kensington-Schloss
Über HDMI, DisplayPort und USB-C steuert der M5 laut Hersteller bis zu drei Monitore mit 4K bei 60Hz an. Wie schnell die USB-Anschlüsse wirklich sind, habe ich an jedem Port mit einer externen SSD und CrystalDiskMark gemessen. Der USB-C-Anschluss vorne schafft 952MB/s beim Lesen und 964MB/s beim Schreiben, also 10Gbit/s. Die beiden USB-A-Anschlüsse vorne kommen auf rund 995MB/s und 830MB/s, ebenfalls 10Gbit/s. Die vier USB-A-Anschlüsse hinten liefern rund 417MB/s und 390MB/s, also 5Gbit/s. Soyo gibt für alle Anschlüsse nur „USB 3.0“ an, vorne ist der M5 also schneller als beworben.
WLAN und Bluetooth
Verbaut ist ein Realtek 8821CE mit WiFi 5 und Bluetooth 4.2. Damit ist auch der Widerspruch in den Händlerangaben geklärt, die zwischen Bluetooth 4.2 und 5.0 schwankten: 4.2 stimmt. Die Verbindungsrate am Router lag bei 325 bis 390Mbit/s. Beim Kopieren einer 1GB-Datei sendete der M5 mit 85Mbit/s und empfing mit 138Mbit/s. Per LAN kam ich im gleichen Test auf 449Mbit/s. Für Surfen und Streaming reicht WiFi 5, für große Datenmengen ist das Gigabit-LAN die bessere Wahl.
Leistung des Soyo M5
Der Prozessor ist der AMD Ryzen 3 4300U, gefertigt in 7 Nanometern. Für die Bildausgabe ist die integrierte Radeon-Grafik zuständig. Getestet habe ich mit Geekbench 6, Geekbench 7, 3DMark Time Spy und Cinebench 2026.
In Geekbench 6 liegt der M5 im Einzelkern- und im Mehrkern-Test spürbar vor den N150-Mini-PCs wie dem GMKtec G3 Plus und dem Beelink EQ14 und deutlich vor dem Blackview MP50 mit Ryzen 5 3500U. Bei der Grafik in 3DMark Time Spy schafft er fast das Doppelte der N150-Geräte. An einen aktuellen Core i5 wie im Beelink EQi12 kommt er nirgends heran, dieser liegt in allen drei Tests deutlich vorne. Ein Kontrolllauf am nächsten Tag lieferte praktisch dieselben Werte.
Im Alltag laufen Office, Browser mit vielen Tabs und 4K-Videos flüssig. Für Spiele reicht die Grafik nur bei sehr alten oder sehr einfachen Titeln. Dank des niedrigen Leerlaufverbrauchs eignet sich der M5 auch gut als Heimserver, zum Beispiel für Home Assistant oder als Medien- oder Dateiserver.
Die 16GB Arbeitsspeicher sind LPDDR4 und fest verlötet, laut BIOS laufen sie mit 3.733MT/s. Die SSD hängt am SATA-Anschluss, damit sind beim Lesen und Schreiben höchstens rund 550MB/s drin. Beim Hochfahren und beim Öffnen von Programmen merkt ihr davon im Alltag nichts. Wer mehr Platz will, steckt eine zweite SSD in den freien M.2-Steckplatz.
Die interne SATA-SSD, eine Wuxin G5 mit 512GB, schafft 511MB/s beim Lesen und 479MB/s beim Schreiben. Das ist das Maximum von SATA und liegt auf dem Niveau des Blackview MP50 und des Beelink EQ14.
Windows 11 Pro und BIOS
Vorinstalliert ist Windows 11 Pro in der Version 24H2, bereits aktiviert. Auf der Schutzfolie klebt ein Hinweis: Klappt bei der Einrichtung die Anmeldung mit dem Microsoft-Konto nicht, sollt ihr WLAN und LAN trennen und den Schritt überspringen. Ein zweiter Aufkleber auf dem Gehäuse verrät die Tasten für BIOS (Entf) und Bootmenü (F7).
Laut System stammt die Windows-Installation vom 23. April 2026. Neben Windows finden sich nur Google Chrome und der Logitech Download Assistant auf dem System, sonst keine Zusatzsoftware. Ich habe zwei Vollscans mit dem Windows Defender laufen lassen, beide ohne Fund. Auch sonst fällt nichts auf: Es ist kein Proxy eingetragen, die Hosts-Datei ist unverändert, es gibt keine fremden Stammzertifikate und keine Ausnahmen im Virenschutz. TPM 2.0 ist als AMD-Firmware-TPM aktiv.
Das AMI-Aptio-BIOS stammt vom März 2026, hat kein Passwort und bietet die Menüs „Advanced“ (CPU, NVMe, Netzwerk, Energie), „Chipset“, „Security“ und „Boot“. Die Virtualisierung (SVM) ist eingeschaltet. Das BIOS-Profil heißt übrigens „28W“, und passend dazu zieht der Prozessor unter Dauerlast rund 25W, mehr als die üblichen 15W des 4300U.
Lüfter, Lautstärke und Stromverbrauch
Lautstärke und Temperaturen
Gemessen habe ich in einem ruhigen Raum mit 36dB(A) Grundpegel. Im Alltag ist der M5 kaum hörbar. In den Benchmarks stieg der Pegel auf 36 bis 37dB(A), unter meiner maximalen Dauerlast auf 39 bis 40dB(A), mehr nie. Selbst dann ist er nur gerade so wahrnehmbar.
Die Temperaturen bleiben ebenfalls im Rahmen. In meinem CPU-Stresstest mit allen vier Kernen 15 Minuten unter Volllast lag der Prozessor bei 67 bis 71°C und hielt konstant 3.793MHz. Im Mehrkern-Test von Cinebench 2026 waren es 72 bis 74°C, kurzzeitig 79°C, bei rund 3.600MHz auf allen Kernen und 25,6W Prozessorleistung. In den übrigen Benchmarks erreichte er maximal 75,8°C. Gedrosselt hat er nie.
Die Wärmebildkamera zeigt, wo die Hitze austritt: Das Abluftgitter an der Seite erreicht unter Volllast bis zu 53°C, die Front kommt auf 45 bis 46°C, die Oberseite bleibt mit 27 bis 33°C kühl. Die Raumtemperatur lag bei 21,5°C.
Stromverbrauch
Den Verbrauch habe ich mit einer Shelly-Steckdose ermittelt, also inklusive Netzteilverlust. Im Leerlauf zieht der M5 5,7W, in 3DMark Time Spy im Mittel 26,5W, in Cinebench rund 28W und im CPU-Stresstest 23 bis 25W. Die Spitze lag bei 34,7W. Im Energiesparmodus fiel der Verbrauch unter 1W, so geringe Werte erfasst meine Steckdose nicht mehr. Die Status-LED im Power-Button pulsiert dabei ruhig. Damit ist der M5 im Leerlauf deutlich sparsamer als der Blackview MP50 mit 18W und sogar etwas genügsamer als N150-Geräte wie der Beelink EQ14 mit 8 bis 10W.
Testergebnis
Für mich ist der Soyo M5 als Office-PC und als Heimserver eine hervorragende Wahl, besonders im Angebot bei AliExpress für unter 200€. Er ist schneller als die N150-Konkurrenz, leise und im Leerlauf sparsam. Dazu kommen schnelle USB-Anschlüsse vorne, ein freier M.2-Steckplatz für eine zweite SSD und ein aktiviertes Windows 11 Pro. Der einzige echte Nachteil ist der Prozessor aus dem Jahr 2020. Mitten in der Speicherkrise sind so günstige Mini-PCs mit 16GB Arbeitsspeicher und 512GB SSD selten geworden, und Soyo hat bei AliExpress noch weitere Modelle im Sortiment. Wer es noch etwas günstiger will, greift zum GMKtec G3 Plus (zum Test) oder zum Beelink EQ14 (zum Test) mit Intel N150, die allerdings langsamer sind. Wer deutlich mehr Leistung braucht, legt für den Beelink EQi12 (zum Test) mit Core i5 rund 100€ mehr hin.
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