Mit dem Wanbo Cube 2S bringt der Hersteller eine weitere Variante seines kompakten Cube-Projektors auf den Markt. Das Gerät kommt uns dabei ausgesprochen bekannt vor: Äußerlich und bei der Projektion orientiert sich der Cube 2S stark am bereits von uns getesteten Wanbo Cube 2 Pro. Der entscheidende Unterschied steckt in der Software. Anstelle von Android TV setzt Wanbo beim Cube 2S auf VIDAA OS.
Der Wanbo Cube 2S hat für einen derart kompakten Beamer damit einiges zu bieten: 500 ANSI-Lumen, VIDAA OS, native 1080p-Auflösung und eine automatische Bildanpassung stehen einem Preis von knapp 200 Euro gegenüber. Doch wie gut schlägt sich das Gesamtpaket in der Praxis? Kann der Cube 2S überzeugen? Das klärt der Test.
Design und Verarbeitung
Vor allem das markante, geriffelte Stativ prägt das Design des Wanbo Cube 2S. Ähnlich wie bei der XGIMI MoGo 3- und 4-Reihe (zum Test) lässt sich der Beamer darin drehen. Im eingeklappten Zustand verschwindet die Linse im Gehäuse und ist dadurch besser geschützt als beim Wanbo T2 Ultra (zum Test). Gleichzeitig ermöglicht die Konstruktion eine flexible Ausrichtung der Projektion. Durch den großen Drehbereich sind sogar Deckenprojektionen möglich.
Mit Abmessungen von 113 x 111 x 212 Millimeter und einem Gewicht von 1,4 Kilogramm bleibt der Cube 2S kompakt und lässt sich problemlos mit einer Hand tragen. Erhältlich ist der Beamer in den Farben Schwarz, Grün und Weiß. In seinem Werbevideo zeigt Wanbo außerdem zwei weitere Varianten in Orange und Pink, die derzeit jedoch nicht erhältlich sind.
„Weniger ist mehr“ lautet der Leitspruch des Wanbo Cube 2S, und das spiegelt sich auch im Design wider. Eingeklappt erinnert das Gerät zunächst eher an einen Bluetooth-Lautsprecher als an einen Beamer. Das ändert sich, sobald ihr die Linse aus dem bis zu 230 Grad drehbaren Stativ herausdreht. Gehäuse und Stativ bestehen vollständig aus Kunststoff, wirken aber dennoch solide. Im ausgeklappten Zustand steht der Beamer recht stabil. Bei einer Frontprojektion solltet ihr allerdings etwas aufpassen: Ein leichter Stoß gegen die Rückseite kann ausreichen, um den Cube 2S zum Kippen zu bringen. Dank der robusten Verarbeitung dürfte ein kleinerer Sturz aber nicht sofort problematisch werden.
Im ausgeklappten Zustand fällt vor allem die recht große Linse ins Auge, die von zwei Sensoren für die automatische Bildanpassung flankiert wird. Das Streifendesign des Stativs setzt sich an den Seiten des Gehäuses fort. Unterhalb der Linse befinden sich weitere Lüftungsöffnungen, während ein goldfarbener Wanbo-Schriftzug die Seite verziert.
Der Beamer führt die warme Abluft gezielt über die Rückseite ab und leitet sie damit von der Projektionsfläche weg. Die übrigen Seiten bleiben weitgehend schlicht. Rechts steht lediglich der Wanbo-Slogan „Enjoy The Unlimited“. Den 8-Watt-Lautsprecher sowie sämtliche Anschlüsse hat Wanbo beim Cube 2S auf der Rückseite untergebracht. Dort liegen der Netzanschluss, der Powerbutton, eine Status-LED, ein HDMI-Eingang, ein USB-A-Port sowie ein Kopfhörerausgang. Ein mobiler Betrieb über eine Powerbank ist aufgrund der Stromversorgung über den Netzanschluss leider nicht möglich. Auf der Unterseite sitzen außerdem ein 1/4-Zoll-Gewinde zur Befestigung auf einem Stativ sowie vier Gummifüße.
Lieferumfang des Wanbo Cube 2S
Auch beim Lieferumfang solltet ihr bei der Cube-Serie keine großen Extras erwarten. Beim Cube 2S liefert Wanbo neben der Bluetooth-Fernbedienung ein 1,5 Meter langes AC-Kabel sowie eine mehrsprachige Bedienungsanleitung und Quick Start Guides mit.
Eine zusätzliche Schutztasche ist aufgrund der Konstruktion nicht zwingend erforderlich. Gerade die im zusammengeklappten Zustand geschützte Linse ist beim Transport ein klarer Vorteil des Designs.
System und Software: VIDAA OS statt Android TV
Während auf dem Wanbo Cube 2 Pro Android TV 11 als Betriebssystem läuft, setzt der Hersteller beim Cube 2S auf VIDAA OS. Damit unterscheidet sich das neue Modell vor allem bei der Bedienoberfläche und beim verfügbaren App-Angebot von seinem technisch eng verwandten Schwestermodell.
Bei den drahtlosen Verbindungen hinterließ der Cube 2S im Test einen zuverlässigen Eindruck. Die WLAN-Verbindung blieb auch dann stabil, wenn sich zwischen Router und Projektor mehrere Wände befanden. Für die kabellose Übertragung von Inhalten sind Miracast und AirPlay 2 integriert. Darüber hinaus steht Bluetooth 5.0 zur Verfügung, sodass sich beispielsweise externe Lautsprecher ohne zusätzliches Kabel verbinden lassen. Auch diese Verbindung funktionierte im Test zuverlässig: Selbst mit einem Lautsprecher im Nebenraum konnten wir keine störenden Verzögerungen feststellen.
Die Oberfläche von VIDAA ist übersichtlich aufgebaut und klar auf die Nutzung von Streamingdiensten ausgerichtet. Im Alltag bedeutet das: Projektor einschalten, den gewünschten Dienst auswählen und die Wiedergabe starten. Dadurch bleibt die Bedienung unkompliziert, auch wenn ihr euch nicht erst ausführlich mit dem System beschäftigen möchtet. Nach Angaben des Anbieters stehen mehr als 1.500 Apps zur Verfügung, wobei die wichtigsten Streamingdienste bereits vorinstalliert sind. Eine Einschränkung gibt es bei Anwendungen, die nicht im regulären App-Angebot enthalten sind: Solche Apps lassen sich nicht einfach über einen USB-Stick nachinstallieren.
In der Praxis ließ sich VIDAA OS intuitiv und flüssig bedienen. Eingaben mit der Fernbedienung setzte das System zügig um und bremste die Navigation durch Menüs und Apps nicht aus. Bei den unterstützten Streamingdiensten erleichtert zudem ein QR-Code die Anmeldung. Die Zugangsdaten müsst ihr dadurch nicht mühsam über Bildschirmtastatur und Fernbedienung eintippen. Grenzen zeigt das System allerdings bei Fremd-Apps: Eine Installation per USB-Stick ist nicht vorgesehen. Auch den VLC-Player konnten wir auf diesem Weg nicht nachinstallieren. Wer auf bestimmte zusätzliche Anwendungen angewiesen ist, sollte deshalb vor dem Kauf prüfen, ob diese direkt unter VIDAA OS angeboten werden.
Für lokal gespeicherte Inhalte bringt der Cube 2S einen integrierten Mediaplayer mit. Im Test spielte dieser die auf einem USB-Stick abgelegten Mediendateien überwiegend problemlos ab, sodass für die gewöhnliche Wiedergabe keine zusätzliche Anwendung erforderlich war. Einschränkungen zeigten sich lediglich bei Dateien, die mehrere Tonspuren enthielten. In solchen Fällen bereitete die Wiedergabe Schwierigkeiten, während der Player einfache Dateien ohne diese Besonderheit zuverlässig abspielte.
Bildqualität des Wanbo Cube 2S
Bei der Bildqualität erwarten wir wegen der großen technischen Ähnlichkeit keine grundlegenden Unterschiede zum Cube 2 Pro. Angegeben sind 500 ANSI-Lumen bei nativer Full-HD-Auflösung. Autofokus und automatische Trapezkorrektur erleichtern das Aufstellen zudem enorm, insbesondere wenn der Beamer häufiger seinen Platz wechselt.
Im Test arbeiteten Autofokus und automatische Trapezkorrektur beim Cube 2S nach ca. 5 Sekunden größtenteils zuverlässig. Allerdings nahm die Schärfe zu den Bildrändern etwas ab. Ich habe die Schärfe daher leicht nachjustiert.
- Bildeinstellungen im Vergleich
- HDR
Nach der automatischen Bildanpassung zeigt der Wanbo Cube 2S ein lebendiges, größtenteils scharfes Bild, das jedoch nicht perfekt ausgeleuchtet ist. In den Standardeinstellungen im HDR-Modus war mir der Wanbo Cube 2S deutlich zu blass. Stellt ihr auf „HDR-Sport“ um, erhaltet ihr einen deutlich besseren Dynamikumfang und ein natürlicheres Bild.
- Dunkelheit 90 Zoll
- abgedunkelt
Beim Cube 2S zeigte unsere Messung deutlich, dass die Herstellerangabe mit Vorsicht zu genießen ist. Statt der angegebenen 500 ANSI-Lumen kamen wir im Test auf 257 ANSI-Lumen. In der Bildmitte maßen wir 350 Lumen, an den Bildrändern lediglich 195 Lumen. Damit bestätigt sich unser Eindruck vom Cube 2 Pro: Für einen kompakten LED-Projektor ist die Helligkeit ordentlich, von den beworbenen 500 ANSI-Lumen bleibt in unserer Messung aber deutlich weniger übrig.
- abgedunkelt
Den Cube 2S nutzt ihr am besten im abgedunkelten (bis 60 Zoll) oder dunklen Raum (bis 100 Zoll). Bei Tageslicht können wir den Beamer nicht empfehlen. Mit zunehmender Umgebungshelligkeit trat die ungleichmäßige Ausleuchtung zudem stärker hervor. Beim Cube 2S konnte ich keine Eingabeverzögerung feststellen, damit ist er auch für Spiele geeignet.
Soundqualität und Emissionen
Beim Cube 2S setzt Wanbo auf einen 8-Watt-Vollspektrumlautsprecher. In der Standardeinstellung liefert dieser angesichts der kompakten Größe des Beamers bereits einen ordentlichen Klang, lässt allerdings etwas Tiefe vermissen. Mit dem Soundmodus „Musik“ lässt sich hier noch etwas herausholen. Bässe und Höhen kommen dann besser zur Geltung, Wunder solltet ihr vom integrierten Lautsprecher aber trotzdem nicht erwarten. Für kurze Videos reicht die Klangqualität problemlos aus, für einen Filmabend würde ich jedoch zu einem Bluetooth-Lautsprecher greifen.
Die Lüfterlautstärke gibt Wanbo mit 28 dB an und verspricht damit nahezu „geräuschfreie“ Filmnächte. Ganz bestätigen kann ich das nicht. Zwar arbeitet der Lüfter hörbar leiser als beim Wanbo T2 Ultra, in ruhigen Filmszenen bleibt er mit gemessenen 36dB(A) dennoch leicht wahrnehmbar. Auch zur Leistungsaufnahme macht Wanbo nur wenige Angaben. Mit einem gemessenen Stromverbrauch von 57 Watt zeigt sich der LED-Beamer jedoch vergleichsweise genügsam.
Testergebnis
Für einen Preis von unter 200 Euro bietet der Wanbo Cube 2S ein ordentliches Gesamtpaket. Das kompakte und robuste Gehäuse, das flexible 230-Grad-Stativ und die automatische Bildanpassung machen den Beamer angenehm unkompliziert im Alltag. Dazu kommen eine native Full-HD-Auflösung, ein brauchbarer 8-Watt-Lautsprecher und mit VIDAA OS ein flüssig laufendes Betriebssystem mit den wichtigsten Streamingdiensten. Besonders praktisch ist, dass ihr für Netflix und Co. kein zusätzliches Streaminggerät benötigt. Abstriche müsst ihr dagegen beim App-Angebot, der Nutzung eigener Apps sowie beim fehlenden Powerbank-Betrieb machen.
Bei der Bildqualität zeigt der Wanbo Cube 2S allerdings seine Grenzen. In einem abgedunkelten oder dunklen Raum liefert er ein insgesamt ordentliches und weitgehend scharfes Bild, bei Tageslicht ist die Helligkeit jedoch zu gering. Auch die nicht ganz gleichmäßige Ausleuchtung und der etwas blasse HDR-Standardmodus fallen negativ auf. Wer vor allem Wert auf die bestmögliche Bildqualität legt, bekommt mit dem Wanbo T2 Ultra insgesamt das etwas bessere Bild. Der Cube 2S punktet dagegen mit seinem kompakten, flexiblen Design und bleibt für weniger als 200 Euro ein solider Allround-Beamer mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sucht ihr einen kompakten Beamer mit besserer Bildqualität bis 200€, ist der etwas größere Wanbo T2 Ultra (zum Test) mit Android TV vielleicht was für euch. Stört ihr euch am weniger flexiblen, aber schnelleren VIDAA OS, bietet sich der nahezu baugleiche Wanbo Cube 2 Pro (zum Test) mit Android TV als Alternative an.
Preisvergleich
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.






































































