Mit dem NEO X1 Pro verlässt GMKtec die Welt der Mini-PCs, für die der Hersteller bisher bekannt war. Das Gehäuse fasst 14,6 Liter und hat zwei Tragegriffe. Darin sitzen ein AMD Ryzen 9 9955HX3D aus dem Notebook-Bereich und eine vollwertige Desktop-Grafikkarte vom Typ GeForce RTX 5070, dazu kommen 64GB Arbeitsspeicher und eine 2TB-SSD. Direkt beim Hersteller kostet der Desktop-PC 2.749,99€. Die Leistung stimmt, und für diese Ausstattung ist der Preis fair. Ein großer Teil des Preises entfällt allerdings auf 64GB Arbeitsspeicher und 16 Kerne, die zum Spielen niemand braucht. Alternativ gibt es mit dem Modell NEO X1 auch eine preisgünstigere Variante für Gamer ohne den Zusatz „Pro”. Dennoch ist der NEO X1 Pro weder beim Spielen noch im Leerlauf leise.
Direkt vergleichen lässt sich der NEO X1 Pro mit dem Beelink GTi 13 Ultra mit EX-Dock (zum Test), der ebenfalls einen kompakten Rechner mit einer echten Desktop-Grafikkarte verbindet. Vorgestellt hatten wir den NEO X1 Pro bereits im August in unserer Meldung zum Marktstart. Vom selben Hersteller hatten wir zuletzt den GMKtec EVO X1 (zum Test) auf dem Tisch. Den NEO X1 Pro haben wir drei Wochen lang als Arbeits- und Spielerechner genutzt und mit Stromzähler, Schallpegelmesser, Wärmebildkamera und Sensorprotokoll durchgemessen.
| Prozessor | AMD Ryzen 9 9955HX3D, 16 Kerne / 32 Threads, bis 5,4GHz, 3D V-Cache |
|---|---|
| Grafik | NVIDIA GeForce RTX 5070 (Desktop-Karte von Zotac), 12GB GDDR7, 250W |
| Arbeitsspeicher | 64GB DDR5-5600, 2x SO-DIMM, bis 96GB aufrüstbar |
| Speicher | 2TB NVMe-SSD (Crucial E100), zweiter M.2-Steckplatz frei |
| Anschlüsse vorn | USB-C (5Gbit/s), 2x USB-A 2.0, 3,5-mm-Audio, Powerbutton |
| Anschlüsse hinten | USB-C (10Gbit/s), 2x USB-A (10Gbit/s), 2x USB-A 2.0, HDMI, DisplayPort, 2,5-Gbit-LAN, Audio; an der Grafikkarte HDMI und 3x DisplayPort |
| Funk | WiFi 7, Bluetooth 5.4 |
| Netzteil | eingebaut, 850W |
| Abmessungen | 350 x 165 x 265 Millimeter ohne Griffe, rund 7 Kilogramm |
| System | Windows 11 Pro, TPM 2.0 |
| Versionen | NEO X1 Pro (getestet): Ryzen 9 9955HX3D, RTX 5070 12GB, 64GB, 2TB NEO X1: Ryzen 9 9955HX, RTX 5060 Ti 8GB, 32GB, 1TB |
| Preis | NEO X1 Pro: 2.749,99€, NEO X1: 1.999,99€ (beim Hersteller) |
Lieferumfang des GMKtec NEO X1 Pro
Der Lieferumfang ist schnell aufgezählt:
- NEO X1 Pro mit vorinstalliertem Windows 11 Pro
- Kaltgerätekabel
- HDMI-Kabel
- zwei WLAN-Antennen zum Anschrauben
- Anleitung
Mehr braucht es nicht, denn das 850W Netzteil steckt im Gehäuse. Positiv aufgefallen ist uns die Verpackung: Der Rechner kommt sehr sicher gepolstert an. Bei 7 Kilogramm und einer eingebauten Grafikkarte ist das auch nötig.
Design und Verarbeitung
Der GMKtec NEO X1 Pro sieht aus wie ein kleiner Werkzeugkoffer. Das Gehäuse besteht aus dunkelgrauem Metall, die Oberseite ist knallgrün abgesetzt, und oben wie unten sitzen breite Griffe. Ohne Griffe misst er 350 x 165 x 265 Millimeter und ist damit deutlich größer als jeder Mini-PC, den wir bisher getestet haben, aber immer noch viel kleiner als ein normaler Tower. Das Gewicht gibt GMKtec mit rund 7 Kilogramm an und bleibt durchweg der gewohnten Farbgebung der Firme treu.
Das Metallgehäuse ist sauber verarbeitet, Spaltmaße und Griffe geben keinen Anlass zur Kritik. Frische Luft saugt der Rechner von oben durch die grüne Deckplatte an, die warme Luft entweicht zur linken Seite. Stellt ihn also nicht mit der linken Seite direkt an eine Wand.
Den eigentlichen Sinn der Griffe haben wir im Alltag schnell verstanden. Als LAN-Rechner ist der NEO X1 Pro sehr angenehm: Er passt unter einen Arm, und niemand muss mehr einen großen Tower zur Party schleppen.
Innenleben und Aufrüsten
Hinter der Seitenwand wird klar, warum GMKtec vom Mini-PC-Format abweicht. Oben sitzt eine Wasserkühlung mit 240-Millimeter-Radiator für den Prozessor. Darunter steckt eine ganz normale Zotac Gaming GeForce RTX 5070 in einem PCIe-Steckplatz, die das eingebaute 850-Watt-Netzteil mit Strom versorgt. Die Grafikkarte lässt sich damit später gegen ein anderes Modell tauschen, sofern es ins Gehäuse passt. Alles im Gehäuse ist fest und eng verbaut.
Der Prozessor ist dagegen fest verlötet: Beim Ryzen 9 9955HX3D handelt es sich um einen Notebook-Chip, den GMKtec hier auf ein Desktop-Mainboard setzt. Aufrüsten lassen sich der Arbeitsspeicher in zwei SO-DIMM-Steckplätzen und die SSD-Kapazität, denn der zweite M.2-Steckplatz ist frei.
Insgesamt ist der GMKtec NEO X1 Pro sehr gut verarbeitet und dank Standard-Grafikkarte, gesteckten Speicherriegeln und freiem M.2-Steckplatz gut aufrüstbar.
Anschlüsse und Konnektivität
- Vorn:
- 1x USB-C mit 5Gbit/s (nur Daten)
- 2x USB-A 2.0
- 1x 3,5-mm-Audioanschluss
- Powerbutton mit Status-LED
- Hinten am Mainboard:
- 1x USB-C mit 10Gbit/s
- 2x USB-A mit 10Gbit/s
- 2x USB-A 2.0
- 1x HDMI und 1x DisplayPort (nur über die Prozessorgrafik)
- 1x 2,5-Gbit-LAN
- 2x Antennenanschluss
- Mikrofon, Line-In, Line-Out
- Kaltgerätebuchse
- Hinten an der Grafikkarte:
- 1x HDMI
- 3x DisplayPort
Die Auswahl deckt den Alltag ab, für diesen Preis ist sie aber knapp. An der Front gibt es nur einen USB-C-Anschluss mit 5Gbit/s und zwei langsame USB-A-2.0-Buchsen. Was uns ärgert: Ein Rechner für 2.749,99€ bietet weder USB4 noch Thunderbolt. Die schnellen Anschlüsse liefern, was sie versprechen: An den blauen USB-A-Buchsen hinten messen wir mit einer externen SSD 904MB/s beim Lesen und 858MB/s beim Schreiben. An den USB-2.0-Buchsen sind es erwartungsgemäß nur 42MB/s. Verhältnisbedingt sind es mir zu viele USB-2-Anschlüsse. Zwei sollten klar noch Standard sein, da sich USB manchmal eigenartig verhält. Der Großteil sollte aber definitiv schnell sein mit USB 3 und das ist hier umgekehrt.
Wichtig beim Aufstellen: Den Monitor schließt ihr an die Grafikkarte an. HDMI und DisplayPort am Mainboard hängen an der kleinen Prozessorgrafik und sind zum Spielen ungeeignet.
Drahtlos funkt der GMKtec NEO X1 Pro per WiFi 7 und Bluetooth 5.4. Die beiden mitgelieferten Antennen schraubt ihr hinten an. An unserem Anschluss erreichen wir 230Mbit/s im Download und lasten die Leitung damit komplett aus. Zum Spielen empfehlen wir trotzdem das Kabel, denn der LAN-Port schafft 2,5Gbit/s.
Leistung des GMKtec NEO X1 Pro
Verbaut ist der AMD Ryzen 9 9955HX3D mit 16 Kernen und zusätzlichem 3D V-Cache, gefertigt in 4 Nanometern. In den Prozessor-Benchmarks landet der NEO X1 Pro auf dem Niveau starker Gaming-Notebooks mit demselben Chip. Mehr holt auch die große Wasserkühlung nicht heraus, obwohl der Prozessor hier deutlich mehr Strom bekommt als im Notebook. Für Büroarbeit, viele Browser-Tabs und Videoschnitt ist das mehr als genug.
Bei der Grafik setzt GMKtec eine echte Desktop-RTX-5070 mit 12GB Grafikspeicher und 250 Watt ein. Die gleichnamige Notebook-Version ist ein deutlich kleinerer Chip mit nur 8GB Grafikspeicher und einem Bruchteil des Strombudgets. Die Desktop-Karte hält ihr Tempo auch dauerhaft: Im Steel-Nomad-Stresstest mit 20 Durchläufen erreichen wir 99,2 Prozent Stabilität. Die Karte drosselt also auch nach 20 Minuten nicht.
In der Praxis heißt das: Counter-Strike 2 läuft in 4K mit 300 bis 400 Bildern pro Sekunde, und die aktuellen Spiele, die wir in den drei Wochen gespielt haben, liefen ruckelfrei. Genaue Messwerte liefert Daniel Owen in seinem Test auf YouTube (zum Video): In WQHD kommt der GMKtec NEO X1 Pro in Forza Horizon 6 mit extremen Einstellungen auf 102 und in Crimson Desert mit Ultra-Einstellungen auf 70 Bilder pro Sekunde. Beides gilt ohne Upscaling, und damit liegt der Rechner praktisch gleichauf mit einem Desktop-PC mit Ryzen 7 9800X3D und derselben Grafikkarte. In Cyberpunk 2077 misst TechTablets in 4K ohne Raytracing (zum Video) und Upscaling 67,5 Bilder pro Sekunde. Der Notebook-Prozessor bremst die Grafikkarte beim Spielen also nicht aus. Eher können die 12GB Grafikspeicher knapp werden: Damit stößt Daniel Owen in einzelnen Spielen in 4K an die Grenze.
Speicher
Die verbaute 2TB-SSD von Crucial schafft 5.012MB/s beim Lesen und 4.681MB/s beim Schreiben. Das ist gutes PCIe-4.0-Niveau, obwohl der Steckplatz sogar PCIe 5.0 unterstützt. Braucht ihr mehr Platz, setzt ihr eine zweite SSD in den freien Steckplatz. Die 64GB DDR5-5600 laufen im Dual-Channel-Betrieb, für Spiele ist das mehr als nötig.
Kühlung, Lautstärke und Stromverbrauch

Diese Leistung hat ihren Preis bei der Lautstärke. Aus 60 Zentimetern Abstand messen wir 42dB(A) im Leerlauf, 44dB(A) bei reiner Prozessorlast und 49dB(A) beim Spielen anspruchsvoller Titel. Auch unter Maximallast auf Prozessor und Grafikkarte bleibt es bei 49dB(A). Beim Spielen ist das auch mit Kopfhörern durchaus hörbar. Störender ist der Leerlauf: Die Lüfter der Grafikkarte stehen dann komplett still, das Grundrauschen stammt von den Gehäuselüftern und der Wasserkühlung. Wenn sich andere Personen bei euch im gleichen Raum befinden, könnte sie das definitiv stören. Mein Tower-PC mit Radeon RX 7900 XT ist ohne laufendes Spiel praktisch nicht zu hören, der NEO X1 Pro dagegen schon. Für einen kleinen, sehr leistungsstarken Gaming PC ist der NEO X1 Pro aber absolut nicht laut!
Hinzu kommt ein Geräusch, das uns im Alltag weniger gestört hat: Fällt die Last weg, etwa wenn ihr ein Spiel beendet, regeln die Lüfter herunter und erzeugen dabei ein leichtes Rattern. Während des Zockens tritt es nicht auf.
Beim Stromverbrauch macht sich die Desktop-Grafikkarte deutlich bemerkbar. Im Leerlauf zeigt das Messgerät 90 bis 110 Watt an, und auch ein 4K-Video auf YouTube ändert daran nichts. Laut Sensoren ziehen Prozessor und Grafikkarte zusammen schon rund 60 Watt, obwohl sie nichts zu tun haben. Cinebench auf allen Kernen treibt den Verbrauch auf 250 Watt, Counter-Strike 2 auf 320 Watt und der Grafik-Stresstest auf 325 Watt. Unter maximaler Last messen wir konstant 490 Watt, das 850-Watt-Netzteil hat also genug Reserve.
Für einen Arbeitstag von 7:30 bis 16:00 Uhr mit Büroarbeit und viel Browsernutzung rechnen wir mit rund 90 Watt im Schnitt. Das ergibt etwa 765 Wattstunden am Tag. Auf 220 Arbeitstage hochgerechnet sind das rund 168 Kilowattstunden oder knapp 60€ Stromkosten im Jahr (35 Cent pro kWh), ohne eine einzige Minute gespielt zu haben. Zum Vergleich: Der Beelink GTi 13 Ultra mit eingeschalteter Radeon RX 7900 XT lag im Leerlauf bei 70 bis 80 Watt.
Insgesamt kühlt der GMKtec NEO X1 Pro seine 490 Watt ohne Drosselung weg, bezahlt das aber mit spürbarer Lautstärke schon im Leerlauf und einem deutlichen Grundverbrauch. Für einen PC mit dieser Leistung aber völlig normal.
Preis im Vergleich zum Selbstbau
Den Ryzen 9 9955HX3D gibt es nicht einzeln zu kaufen. Für den Vergleich rechnen wir deshalb mit Desktop-Prozessoren. Mit derselben Zotac-Grafikkarte, 64GB DDR5, einer 2TB-SSD, einem 850-Watt-SFX-Netzteil, einem rund 15 Liter großen Gehäuse, einer 240er-Wasserkühlung und einem Mini-ITX-Board mit WiFi 7 kommen wir auf folgende Preise (Stand Ende September 2026, ohne Windows):
- Ryzen 9 9950X3D mit 16 Kernen und 64GB: rund 2.930€
- Ryzen 7 9800X3D mit 64GB: rund 2.740€
- Ryzen 7 9800X3D mit 32GB: rund 2.360€
Bei gleicher Ausstattung ist der NEO X1 Pro also sogar günstiger als der Selbstbau. Das liegt vor allem am Arbeitsspeicher: 64GB DDR5 kosten derzeit rund 800€. Preiswerter wird es nur, wenn ihr auf 64GB und 16 Kerne verzichtet, die zum Spielen ohnehin niemand braucht. Dann spart ihr knapp 400€ und könnt dabei gleich ein größeres und entsprechend ruhigeres Gehäuse wählen.
Windows und BIOS des GMKtec NEO X1 Pro
Windows 11 Pro ist vorinstalliert und aktiviert, TPM 2.0 und Secure Boot sind ab Werk eingeschaltet. Zusätzliche Software oder Werbeprogramme finden sich nicht auf dem Rechner, alle Treiber waren bereits vorhanden.
Das BIOS ist übersichtlich und eher knapp gehalten. Übertakten oder Speicher-Timings einstellen könnt ihr nicht, dafür lassen sich die Kurven für drei Lüfter einzeln festlegen. Außerdem gibt es drei Leistungsmodi: „Quiet”, „Balance” und „Performance”. Ab Werk steht der Rechner auf „Balance”, und schon damit darf der Prozessor dauerhaft rund 160 Watt ziehen. Im Leerlauf haben wir zwischen den Modi keinen Unterschied beim Stromverbrauch gemessen. Spielt ihr ohnehin vor allem, könnt ihr die Einstellung ignorieren. Eine Seriennummer hat GMKtec im BIOS nicht hinterlegt, dort steht nur „Default string”.
Insgesamt gibt es beim System nichts zu meckern: sauberes Windows, aktivierte Sicherheitsfunktionen und ein BIOS, das das Nötige bietet.
Testergebnis
Der GMKtec NEO X1 Pro ist ein Gaming-PC im Format einer Werkzeugkiste und hält, was die Ausstattung verspricht. Die Desktop-RTX-5070 läuft ohne Drosselung mit vollen 250 Watt, und der Notebook-Prozessor bremst sie beim Spielen nicht aus. Counter-Strike 2 in 4K mit 300 bis 400 Bildern pro Sekunde und aktuelle Spiele ohne Ruckler sind kein Problem. Dazu kommen eine sehr gute Verarbeitung, ein eingebautes 850-Watt-Netzteil, 64GB Arbeitsspeicher und eine 2TB-SSD. Grafikkarte, Arbeitsspeicher und SSD lassen sich später tauschen oder erweitern. Als LAN-Rechner, den ihr einfach am Griff mitnehmt, ist der NEO X1 Pro sehr angenehm.
Auf der Negativseite stehen die Lautstärke und der Stromverbrauch. Schon im Leerlauf ist der Rechner mit mindestens 40dB(A) wahrnehmbar und zieht 90 bis 110 Watt. Beim Spielen sind es dann laute 49dB(A), und nach dem Ende einer Last rattern die Lüfter kurz. Bei den Anschlüssen fehlen USB4 und Thunderbolt, an der Front gibt es nur langsame Anschlüsse. Das sind keine Deal-Breaker. Beim Preis gibt es dagegen wenig zu meckern: Ein selbst gebauter PC mit gleicher Ausstattung kostet derzeit sogar mehr, vor allem wegen der hohen Speicherpreise.
Wer einen kompakten, tragbaren Spielerechner mit echter Desktop-Grafik ohne Bastelei sucht, bekommt hier genau das und von uns eine eingeschränkte Empfehlung. Wer nur spielen will, braucht allerdings weder 64GB noch 16 Kerne und baut mit 32GB und einem Ryzen 7 9800X3D knapp 400€ günstiger, auf Wunsch mit leiseren Lüftern. Als Alternative für den Schreibtisch oder LAN-Party bietet sich zudem ein Mini-PC mit externer Grafikkarte an, etwa der Beelink GTi 13 Ultra mit EX-Dock (zum Test).
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