Ein Tablet an der Wand als Smart-Home-Zentrale braucht Dauerstrom und leuchtet rund um die Uhr. Das XIAO 7,5 Zoll ePaper Panel von Seeed Studio geht einen anderen Weg: Es zeigt Termine, Wetter und Werte aus Home Assistant auf einem E-Ink-Display und läuft mit eingebautem Akku. Das Bild bleibt ohne Strom stehen, das Display verbraucht nur bei der Aktualisierung Energie. Ich habe bei AliExpress 65€ bezahlt.
Im September hatten wir das Panel bereits in einem ersten Check (zum Artikel) vorgestellt, jetzt habe ich es seit einigen Tagen selbst im Einsatz. Es steht bei mir im Regal und zeigt Wetter, Müllabfuhr, den Stromverbrauch der letzten Woche und Störungen im Smart Home. Wer ein ambitioniertes Smart Home hat oder gerade mithilfe von KI eines aufbaut, bekommt eine Bastlerlösung, die sich jetzt ganz nach eigenen Wünschen gestalten lässt. Wie gut das im Alltag klappt, erfahrt ihr im Folgenden.
| Bestellt | 6. Oktober 2026 bei AliExpress (Seeedstudio AI Hardware Store) |
|---|---|
| Angekommen | 19. Oktober 2026 |
| Lieferzeit | 13 Tage |
| Versand ab | China, AliExpress-Standardversand |
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Lieferumfang des Seeed XIAO 7,5 Zoll
Im Karton liegen:
- Seeed Studio XIAO 7,5 Zoll ePaper Panel
- USB-A-auf-USB-C-Kabel
Eine gedruckte Anleitung liegt nicht bei, ihr erreicht sie per QR-Code auf dem Display. Bei AliExpress bietet Seeed das Panel inzwischen in zwei Varianten an, ich habe die als „Old Version“ bezeichnete bestellt. Die Angaben in diesem Test beziehen sich auf diese Version, achtet beim Kauf also auf die Variante.
Technische Daten
- Display: 7,5 Zoll E-Ink, monochrom, 800 x 480 Pixel
- Steuerung: XIAO ESP32-C3
- Funk: WLAN 2,4GHz, Bluetooth LE
- Akku: 2.000mAh
- Akkulaufzeit (Herstellerangabe): rund drei Monate bei Aktualisierung alle 6 Stunden im Deep Sleep
- Anschluss: USB-C, Laden mit 5V
- Abmessungen: 178 x 131 x 19 Millimeter
- Gewicht: 218 Gramm
- Software: ESPHome in Home Assistant, alternativ Arduino oder TRMNL
Design und Aufstellung
Das Gehäuse aus weißem Kunststoff stammt laut Seeed aus dem 3D-Drucker und besteht aus PLA. Unten auf der Front sitzt ein dezentes „seeed studio“-Logo. Auf der Rückseite lässt sich ein Ständer ausklappen, hinter dem der Netzschalter sowie die Boot- und Reset-Taste verborgen sind. Ihr ladet das Panel per USB-C mit 5V, dabei muss der Akkuschalter auf „an“ stehen. Auf dem Karton wirbt Seeed mit „Native Home Assistant integration“, „Open-Source and Arduino compatible“ und bis zu drei Monaten Akkulaufzeit im Deep-Sleep-Modus.
Das Gehäuse wirkt billig, sieht deutlich nach 3D-Druck aus und der Kunststoff ist sichtbar rau. Besonders schön ist es nicht. Dafür steht das Panel stabil, der Ständer hält es sicher, und die gesamte Technik ist mit Akku fest verbaut. Einzelteile zu kaufen und selbst zusammenzubauen, lohnt sich bei diesem Preis nicht. Ich nutze das Panel mit ausgeklapptem Ständer auf dem Regal. Optisch gefällt mir das E-Ink-Display hingegen exzellent!
Ab Werk: Demo-Seiten
Nach dem Einschalten zeigt das Panel drei Einführungsseiten. Den Anfang macht ein Startbild mit dem Schriftzug „Visualize Your Home Automation, Design for Home Assistant“. Es folgt eine Beispielseite mit Wetter und Kalender, gefüllt mit englischen Demo-Daten. Die dritte Seite „Begin Your Smart Home Journey!“ trägt einen QR-Code, der zur Anleitung im Seeed-Wiki führt. Wie für E-Ink typisch, bleibt das zuletzt angezeigte Bild auch ohne Stromversorgung auf dem Display stehen.
Einrichtung mit ESPHome
ESPHome ist ein Projekt, mit dem ihr ESP32-Geräte per YAML-Konfiguration beschreibt und direkt in Home Assistant einbindet. Laut Seeed gliedert sich die Einrichtung in vier Schritte:
- ESPHome-Add-on in Home Assistant installieren
- Neues Gerät anlegen und Seeeds Beispiel-YAML einfügen
- Firmware per USB oder im Browser auf das Panel flashen
- Gerät in Home Assistant hinzufügen
Seeed liefert Beispiel-YAML für Wetter, Kalender, Bilder und Screenshots eines Home-Assistant-Dashboards mit. Als Beispiel nennt die Anleitung einen Aktualisierungszyklus aus einer Minute Wachphase und 60 Minuten Schlaf. Wer nicht mit ESPHome arbeiten möchte, kann das Panel alternativ über Arduino oder die Plattform TRMNL bespielen.
Eine Einschränkung vorweg: Seeeds Baukasten SenseCraft HMI, mit dem sich Anzeigen ohne Programmieren zusammenklicken lassen, unterstützt dieses Modell nicht. Es bleiben also ESPHome, TRMNL oder Arduino. Ich habe den ESPHome Builder als Docker-Container auf meinem NAS laufen lassen und die Konfiguration nach Seeeds Anleitung angelegt. Der erste Build dauerte einige Minuten, jeder weitere nur noch 1 bis 2 Minuten. Vor dem ersten Aufspielen habe ich die Werksfirmware gesichert (4MB in 29 Sekunden), um jederzeit zurückwechseln zu können. Das Flashen per USB selbst dauerte dann 5 Sekunden. Danach war das Panel sofort im WLAN, Home Assistant hat es automatisch gefunden und beim Hinzufügen nach dem Schlüssel aus der ESPHome-Konfiguration gefragt. Alle weiteren Änderungen spiele ich übers WLAN auf, das dauert jeweils etwa 6 Sekunden. Auf dem Weg dahin gab es ein paar Stolpersteine:
- WLAN-Zugangsdaten müssen in die Konfiguration
- Ohne Bestätigung in Home Assistant bekommt das Panel keine Werte
- Symbole müssen einzeln als Code eingetragen werden
- Der Rahmen verdeckt unten ein paar Pixel
- Das Layout entsteht als Code mit Pixelkoordinaten ohne Vorschau, jede Änderung muss neu gebaut und aufgespielt werden
Ohne YAML-Kenntnisse wäre das früher schwer gewesen. Mit KI schafft das heute jeder: Sie leitet euch Schritt für Schritt an und schreibt den Code gleich mit, so werden solche Projekte für alle machbar. Mein erster Entwurf zeigte groß den aktuellen Hausverbrauch, danach habe ich das Layout umgebaut.
Im Alltag: Müllabfuhr, Wetter und Verbrauch
Bei mir zeigt das Panel inzwischen die dritte Version meines Layouts. Oben stehen Datum, die Uhrzeit der letzten Aktualisierung, Sonnenauf- und -untergang sowie das Wetter für heute und morgen. Darunter folgt eine Statuszeile, die „Alles in Ordnung“ meldet oder Störungen wie „Internet weg“, „Backup fehlgeschlagen“ oder „Gerät offline“ anzeigt. Dazu kommt der Akkustand vom Speicher meines Balkonkraftwerks, nicht der des Panels. In der Mitte erscheint je nach Lage eine große Meldung: Auto lädt, Garage offen, Müllabfuhr morgen, Mähroboter unterwegs, Akku voll oder leer, eine Störung oder sonst die Tagesbilanz. Unten folgen der Tagesverbrauch mit Kosten, ein Balkendiagramm der letzten sieben Tage und wer gerade zu Hause ist. Grundsätzlich lässt sich alles darstellen, was in Home Assistant steckt, von Müllabfuhr und Terminkalender bis zu Wetter und Verbrauch.
Die Ablesbarkeit entspricht dem, was ihr von E-Ink erwartet: Bei Tages- und Kunstlicht ist alles sehr gut zu erkennen, abends im Dunkeln natürlich nicht, denn das Panel hat keine Beleuchtung.
Ein Bildwechsel dauert gut 5 Sekunden und flackert kurz, weil sich das Display komplett neu aufbaut. Bei mir aktualisiert es sich alle 15 Minuten, auf Ereignisse wie eine offene Garage reagiert es nach etwa 8 Sekunden. Wobei Letzteres natürlich deutliche Auswirkungen auf die Akkulaufzeit hat und nur am Netzteil genutzt werden sollte.
Akkulaufzeit des Seeed XIAO 7,5 Zoll
Den Akkustand des Panels selbst könnt ihr nicht sehen, denn Seeed liefert in seiner ESPHome-Anleitung keinen Sensor dafür mit. Die Herstellerangabe von drei Monaten gilt nur, wenn das Panel alle 6 Stunden aufwacht und ansonsten im Tiefschlaf bleibt. Ein Nutzer berichtete uns von etwa 4.500 Aktualisierungen pro Akkuladung, wenn das Panel zwischendurch in den Tiefschlaf wechselt. Die oben erwähnte Reaktion alle 8 Sekunden sorgt hingegen für dauerhaft aktives WLAN, damit liegt die Laufzeit bei etwa 4 bis 5 Tagen. Mit meinem 15-Minuten-Intervall sollte ich dagegen auf etwa 6 Wochen kommen. Ich werde berichten. Wollt ihr die Akkulaufzeit ausreizen, setzt auf Tiefschlaf und längere Intervalle. Laden könnt ihr jederzeit per USB-C.
Testergebnis
Für mich ist das Panel eine absolute Kaufempfehlung, vor allem für alle, die ein ambitioniertes Smart Home haben oder gerade mit KI eines aufbauen. Es ist eine Bastlerlösung, die ihr jetzt ganz nach euren Wünschen gestalten könnt, denn die KI leitet perfekt an und schreibt den Code gleich mit. Müllabfuhr, Termine, Stromverbrauch: Alles, was ihr euch vorstellt, lässt sich darstellen. Das Gehäuse wirkt billig und rau, ist aber stabil. Für 65€ kommt alles fertig verbaut an, Einzelteile lohnen sich nicht. Ich werde mir noch zwei weitere Panels besorgen.
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Ich habe das Display jetzt seit etwa einem Jahr im Einsatz. Grundsätzlich bin ich zufrieden, allerdings ist die Akkulaufzeit leider der Schwachpunkt: Nach ca. 4.500 Refreshes ist Schluss. Zudem lässt sich der aktuelle Batteriestatus leider nicht auslesen. Das Ding ist auch recht Plasikthaft, aber einigermassen Stabil. Mein Betriebsschema: Zwischen 22:00 und 05:00 Uhr befindet sich das Board in einem 30-minütigen Deep Sleep. Tagsüber führt es alle 5 Minuten einen Reload durch. Anzeigen tue ich: – Abfahrtstabelle einer Bussstation (die letzten 10) – Sonnenstand inkl. Sonnenstand auf einer Elipse – Wetter Die Daten werden über die Home-Assistent Schnittstelle abgerufen, das Display… Weiterlesen »