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GL.iNet Beryl AX Test: billiger Reiserouter mit viel Potenzial

Getestet von Joscha am Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile
  • sehr kompakt und leicht
  • Tethering per Klick
  • schnelles WireGuard-VPN
  • Tailscale schnell eingerichtet
  • lautlos im Test
  • deutsche Oberfläche
  • Updates direkt im Router
  • riesiger Funktionsumfang
  • SQM gegen Verzögerung
  • exzellente Preis-Leistung
Nachteile
  • Repeater bremst den Download
  • hohe Verzögerung ohne SQM
  • SQM deaktiviert Beschleunigung
  • Tailscale deutlich langsamer
  • nur ein LAN-Port
GL.iNet Beryl AX
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GL.iNet aus China hat sich auf kompakte Router spezialisiert. Die Software basiert auf OpenWrt, einem offenen Router-Betriebssystem, mit eigener deutschsprachiger Oberfläche. Der Beryl AX (GL-MT3000) ist ein Reiserouter mit WiFi 6: Er nimmt eine vorhandene Internetverbindung auf, etwa das WLAN im Hotel, euer Smartphone oder ein Kabel, und macht daraus ein eigenes WLAN für alle eure Geräte. Auf Wunsch schützt er die Verbindung per VPN, also über einen verschlüsselten Tunnel. In Aktionen bei AliExpress kostet er rund 65€, bei Amazon rund 100€.

GL.iNet Beryl AX

Bisher hatten wir vor allem Router fürs Zuhause im Test, zuletzt den Xiaomi Router BE3600 Pro und das Huawei WiFi Mesh X3 Pro. Der GL.iNet Beryl AX ist unser erster Reiserouter. Wir haben ihn am Smartphone und als Repeater betrieben und Tempo, Verzögerung, VPN und Tailscale gemessen. Wie er sich geschlagen hat, erfahrt ihr im Folgenden.

Bestellt 6. Oktober 2026 bei AliExpress (GL-iNet Overseas Store)
Angekommen 9. Oktober 2026
Lieferzeit 3 Tage
Versand ab Lager in Deutschland, Zustellung per DHL

Ab 29. Oktober: Zum Shoppingfest am 11.11. bei AliExpress gibt es viele Gadgets und Smartphones zu Bestpreisen. Unter anderem findet ihr dieses Gerät und viele weitere Produkte mit unseren Zielpreisen im Livestream und auf unserer Angebotsseite: AliExpress 11.11 (zur Übersicht).

Lieferumfang des GL.iNet Beryl AX

  • 15W-Netzteil (5V/3A) mit festem USB-C-Kabel
  • flaches LAN-Kabel
  • Schnellstartanleitung
  • Karte mit Links zu App und Support

Design und Verarbeitung

Das Gehäuse besteht aus hellgrauem, mattem Kunststoff und misst laut Hersteller 120 x 83 x 34 Millimeter bei 196 Gramm. Die zwei Antennen klappen an den Stirnseiten aus, abnehmen lassen sie sich nicht. Eingeklappt passt der Beryl AX in jede Jackentasche. An der Seite sitzen die Reset-Taste und ein frei belegbarer Schiebeschalter, etwa für VPN an und aus. Das Etikett auf der Unterseite nennt WLAN-Name und Passwort ab Werk.

Insgesamt ist der GL.iNet Beryl AX kompakt, leicht und klein genug für jedes Gepäck.

Anschlüsse und Ausstattung des GL.iNet Beryl AX

Alle Anschlüsse sitzen an einer Seite: USB-C nur für den Strom (5V/3A), ein WAN-Port mit 2,5Gbit/s, ein Gigabit-LAN-Port und USB-A nach USB 3.0 für ein Handy, einen USB-Stick als Netzwerkspeicher oder einen Mobilfunk-Stick. Mit laut GL.iNet rund 5V/1A ist der USB-A-Port für manche 5G-Sticks zu schwach, sie brauchen dann eine eigene Stromquelle. Per Multi-WAN nutzt der Router mehrere Internetquellen gleichzeitig: Fällt eine aus, übernimmt die nächste.

Verbaut sind ein MediaTek MT7981B mit zwei Kernen, 512MB Arbeitsspeicher und 256MB Flash. Das WLAN schafft laut Hersteller bis zu 574Mbit/s auf 2,4GHz und 2.402Mbit/s auf 5GHz, Letzteres aber nur mit 160MHz Kanalbreite. Ab Werk sendet es auf 5GHz mit 80MHz, damit sind höchstens 1.201Mbit/s drin.

Insgesamt ist die Ausstattung für die Reise umfangreich, nur ein zweiter LAN-Port wäre wünschenswert.

Einrichtung und Software

Beim ersten Aufruf wählt ihr Deutsch, legt ein Admin-Passwort fest und vergebt die WLAN-Passwörter, danach führt der „Netzwerkführer“ durch die Wahl der Internetquelle. Ein kleiner Stolperstein: Das Etikett nennt nur das 2,4-GHz-WLAN. Das 5-GHz-WLAN heißt genauso, nur mit der Endung „-5G“.

Ab Werk lief Firmware 4.8.1 vom August 2025. Sobald der Router online war, bot er selbst das Update auf 4.11.0 vom September 2026 an, das in wenigen Minuten durchlief, ohne Einstellungen zu verlieren. Die Basis ist der ältere OpenWrt-Stand 21.02, GL.iNet pflegt das Gerät aber weiter.

Vorinstalliert sind VPN-Client und VPN-Server für WireGuard und OpenVPN, der Werbe- und Trackerblocker AdGuard Home, Tailscale, ZeroTier, Tor, Gastnetz, Kindersicherung, Mesh, getrennte Teilnetze (VLAN), Netzwerkspeicher per USB und ein eingebauter Speedtest. Die Cloud-Verwaltung GoodCloud ist optional, ein Konto braucht der Router nicht. Die Oberfläche ist aufgeräumt, aber umfangreich. Wer nur Tethering oder Hotel-WLAN will, kommt mit der Startseite aus.

Insgesamt ist die Software der große Trumpf des GL.iNet Beryl AX: mächtig, weiter gepflegt und trotzdem einsteigertauglich.

Tethering mit dem Smartphone

Beim Tethering teilt das Handy seine mobile Datenverbindung, hier per USB-Kabel. Der Router erkannte unser Google Pixel 11 Pro XL mit O2 sofort, ein Klick auf „Verbinden“ genügte. Ein Laptop im WLAN des Beryl kam in zwei Läufen auf 229 und 251Mbit/s runter sowie 42 und 35Mbit/s hoch. Das reicht für eine ganze Familie mit parallelen Streams. Der Prozessor lag bei 54 bis 56 Grad, der Lüfter blieb aus.

Wer zu Hause dauerhaft über einen Handyvertrag ins Netz geht, ist mit einem 5G-Router wie dem Xiaomi 5G CPE Pro (zum Test) besser bedient, dazu passt unsere Anleitung zum O2-Vertrag als DSL-Ersatz. Theoretisch könnt ihr aber auch mit Handy und Beryl einen ganzen Haushalt versorgen. Die Leistung dafür ist da!

Insgesamt ist Tethering die größte Stärke des Beryl AX: einstecken, klicken, fertig.

Repeater im fremden WLAN

Als Repeater verbindet sich der Router mit einem fremden WLAN, etwa im Hotel, und spannt dahinter sein eigenes Netz auf. Netz anklicken, Passwort eingeben, nach rund 11 Sekunden stand die Verbindung. Ab Werk nutzt er dabei eine zufällig erzeugte Gerätekennung (MAC-Adresse) statt seiner echten, was die Privatsphäre schützt. Für Hotel-Login-Seiten gibt es einen automatischen Login-Modus, den wir unterwegs noch nicht ausprobieren konnten.

Durch den Repeater kamen 218 und 222Mbit/s runter sowie 33 und 38Mbit/s hoch. Direkt mit demselben WLAN verbunden, schaffte der Laptop 314 und 355Mbit/s runter sowie 32 und 36Mbit/s hoch. Der Umweg kostet also rund ein Drittel des Download-Tempos, weil der Router auf demselben Funkband mit dem fremden WLAN und euren Geräten spricht und sich die Funkzeit teilt. Im Hotel spielt das kaum eine Rolle, denn Hotel-WLANs liefern meist deutlich weniger.

Insgesamt arbeitet der Repeater schnell und unkompliziert.

Verzögerung unter Last und SQM

Die Verzögerung, oft Ping genannt, sagt, wie lange ein Datenpaket hin und zurück braucht. Sobald ein Upload lief, etwa ein Foto-Backup, kletterte sie bei uns auf 140 bis 370ms, weil Pakete gestaut statt dosiert werden. Videocalls und Onlinespiele ruckeln dann.

Abhilfe schafft SQM, das den Datenverkehr dosiert. Wir haben das empfohlene Verfahren „cake“ gewählt und 180Mbit/s Download sowie 30Mbit/s Upload eingetragen, etwas unter dem, was die Leitung schafft. Die passenden Werte ermittelt ein Speedtest-Button direkt im Dialog. Die Messreihen, direkt hintereinander:

ohne SQM mit SQM
Download 207 bis 222Mbit/s 146 bis 160Mbit/s
Upload 31 bis 38Mbit/s 21 bis 26Mbit/s
Verzögerung beim Hochladen 140 bis 368ms 39 bis 63ms

Das Tempo sinkt um rund ein Drittel, dafür laufen Videocalls und Spiele auch bei einem Upload im Hintergrund problemlos. Unsere Empfehlung: SQM für Calls und Spiele unterwegs einschalten, zum Surfen und Streamen auslassen. Ein Haken: Mit SQM schaltet der Router die Hardwarebeschleunigung ab, und sie bleibt auch nach dem Ausschalten von SQM aus. Unter „Netzwerk > Netzwerk-Beschleunigung“ müsst ihr sie von Hand wieder einschalten, einen Hinweis darauf gibt es nicht.

Insgesamt ist SQM die wichtigste Funktion für alle, die unterwegs telefonieren oder spielen, während Uploads laufen.

VPN und Tailscale mit dem GL.iNet Beryl AX

WireGuard ist ein schnelles VPN-Verfahren, das viele VPN-Anbieter nutzen. Tailscale verbindet eure eigenen Geräte, etwa Heim-PC, NAS und Router, ohne Portfreigaben zu einem privaten Netz, mehr dazu in unserer Anleitung. Tailscale ist vorinstalliert und als „Beta“ gekennzeichnet. Nach weniger als einer Minute war der Router Teil unseres Netzes. Er kann auch als Exit-Knoten dienen, den Verkehr über ein Gerät zu Hause leiten oder sein eigenes Netz ins Tailscale-Netz freigeben.

Gemessen haben wir direkt vom Router zu einem per Kabel angeschlossenen Rechner, damit nur die Rechenleistung des Routers zählt:

zum Router hin vom Router weg
ohne VPN 570 bis 730Mbit/s 770 bis 780Mbit/s
WireGuard rund 430Mbit/s rund 210Mbit/s
Tailscale rund 95Mbit/s 105 bis 120Mbit/s

Bei WireGuard war der Prozessor voll ausgelastet. Der Download liegt über der Herstellerangabe von 300Mbit/s und reicht für jede Hotel- oder Handyverbindung. Den Upload-Wert ordnen wir vorsichtig ein, weil das Messprogramm auf dem Router selbst Rechenzeit brauchte. Tailscale ist deutlich langsamer, für den Zugriff aufs NAS zu Hause reicht es trotzdem. OpenVPN schafft laut Hersteller bis zu 150Mbit/s, gemessen haben wir es nicht.

Ein bekannter Fehler in Firmware 4.11.0: Laufen Tailscale mit „IP Masquerading“ und ein WireGuard-VPN gleichzeitig, kann der WireGuard-Client einfrieren. Bis zum voraussichtlichen Fix in 4.11.1 hilft ein Neustart. GL.iNet rät generell davon ab, Tailscale zusammen mit einem VPN-Client zu betreiben.

Insgesamt ist der GL.iNet Beryl AX ein starker VPN-Router, Tailscale ist in einer Minute einsatzbereit.

Lüfter, Wärme und Stromverbrauch

Der Lüfter springt ab Werk erst bei 76 Grad an, der Wert lässt sich ändern. In unserem Test lief er nie: Der Prozessor erreichte unter Tethering-Last 54 bis 56 Grad, nach den VPN-Messungen 59 bis 63 Grad. Laut Hersteller braucht der Router unter 8W. Dank USB-C mit 5V/3A läuft er auch an Powerbank oder Laptop, eine Laufzeit haben wir nicht gemessen. Manche USB-C-Schnellladegeräte starten ihn laut GL.iNet erst nach erneutem Einstecken, das beiliegende Netzteil nicht.

Insgesamt bleibt der Beryl AX kühl, leise und sparsam.

Vergleich zum Beryl 7

Der Nachfolger Beryl 7 (zu Amazon) bringt WiFi 7, mehr Leistungsreserven etwa bei VPN und großen Werbefilter-Listen, einen LAN-Port mit 2,5Gbit/s und Strom per USB-C Power Delivery. Der Arbeitsspeicher bleibt bei 512MB, bei Tailscale bringt er daher wenig. Bei Amazon kostet er rund 107€.

Im Hotel oder beim Tethering ist die Internetquelle der Engpass, WiFi 7 bringt dort keinen spürbaren Vorteil. Wer den GL.iNet Beryl AX in einer Aktion für rund 65€ bekommt, macht nichts falsch. Wer ohnehin rund 100€ ausgeben muss, sollte sich den Beryl 7 ansehen.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Für rund 65€ ist der Beryl AX ein sehr guter Reiserouter mit einem Funktionsumfang, den sonst nur deutlich teurere Geräte bieten. Tethering per Handy funktioniert mit einem Klick, WireGuard übertrifft beim Download die Herstellerangabe, Tailscale ist in einer Minute eingerichtet, und der Router blieb in unserem Test lautlos. Dazu kommen eine deutsche Oberfläche und Updates direkt im Router.

Die Schwächen sind überschaubar: Der Repeater-Betrieb kostet rund ein Drittel des Download-Tempos, was im Hotelalltag kaum auffällt. Die vielen Menüs können Einsteiger überfordern, und es gibt nur einen LAN-Port.

Der Beryl AX richtet sich an Vielreisende, an alle mit Wohnmobil oder Ferienwohnung und an alle, die unterwegs mehrere Geräte über ein Handy versorgen oder per VPN sicher surfen wollen. Genau dafür ist er gebaut, und genau darin ist er stark.

Wer ihn in einer Aktion für rund 65€ bekommt, kann ohne Zögern zugreifen. Wer ohnehin rund 100€ ausgeben muss, sollte sich den Nachfolger Beryl 7 mit WiFi 7 anschauen, der für ca. 107€ mehr Reserven mitbringt.

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