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Huawei Watch GT 7 Pro im Test

Getestet von Jonas Andre am
Vorteile
  • Materialwahl: Titanlegierung, Keramik & Saphirglas
  • herausragende Akkulaufzeit
  • endlich unkompliziert bezahlen dank Curve Pay
  • äußerst präzises GPS
  • Pulsmessung nah am Brustgurt
  • bequemes EasyCross-Armband
  • helles, scharfes Display
  • herausragende Huawei Health App
  • exzellentes Schlaftracking
  • läuft mit Android und iOS
Nachteile
  • kein WLAN, keine eSIM
  • Radnavigation ohne jegliche Ansagen
  • Skifunktionen erst per späterem Update
  • Aktivierung per Handgelenksdrehung zeitweise träge
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Huaweis neue GT-7-Serie bleibt ein schickes Accessoire, positioniert sich vom Lifestyle-Thema aber wieder hin zu den eigentlichen Stärken, nämlich dem Tracking von Outdoor-Sport. Neu hinzu kommt dabei etwa das Skifahren, das ich im kommenden Winter definitiv auch testen werde. Im aktuellen Test habe ich mich auf das Radfahren konzentriert und Alltag sowie Schlaf natürlich wie gewohnt ebenfalls abgedeckt.

Huawei Watch GT 7 Pro TEst Testbericht

Im letzten Jahr hatte ich noch die kompaktere und etwas schlechter ausgestattete Huawei Watch GT 6 am Handgelenk und kann nun den spürbaren Mehrwert der Huawei Watch GT 7 Pro im direkten Vergleich testen. Ein wichtiger Fortschritt ist, dass Huawei mit Curve Pay endlich eine einfache und unkomplizierte Bezahlmethode für die Uhr parat hat. Wenn allerdings eSIM und Android-Apps für euch bei einer echten Smartwatch Priorität haben, dann seid ihr hier weiterhin falsch. Wenn euch Akkulaufzeit sowie zuverlässiges und gut ausgewertetes Sporttracking wichtig sind, dann hingegen genau richtig.

Huawei Watch GT 7 Pro vs. GT 7 – die Unterschiede

Die GT 7 Pro gibt es nur in einer großen 46mm-Variante, wohingegen ihr bei der GT 7 auch die kleinere 41mm-Version zur Auswahl habt. Auch die Materialwahl bei der GT 7 Pro ist mit Titanlegierung und Unterseite aus Keramik hochwertiger und resistenter als die Edelstahl-Glas-Kombination bei der GT 7. Kratzresistentes Saphirglas bleibt nach wie vor der Pro-Version vorbehalten, irgendwo muss Huawei die Unterschiede eben machen.

An Funktionen sind das EKG, 40 Meter Freitauchen, Golfplatzfunktionen, Trailrunning mit Höhenprofil, Trainingskarten und Höhenlinien auf der Skikarte Pro-exklusiv. Wenn euch davon etwas anspricht, dann müsst ihr etwas tiefer in die Tasche greifen.

Was hat sich zur Huawei Watch GT 6 Pro geändert?

Ich denke, das wird für die meisten von euch der entscheidende Faktor sein. Wenn ihr nicht unbedingt auf einen 51h-Trailrunningmodus, den Skimodus (indoor und outdoor) oder das Klettermanagement mit Kurvenwarnung fürs Radfahren gewartet habt, dann könnt ihr einfach zum deutlich günstigeren Vorgängermodell greifen. Das gibt es etwa über AliExpress regelmäßig zu einem sehr guten Preis im Angebot. Dass nun endlich Curve Pay mit dabei ist, bleibt nicht der GT 7 Pro vorbehalten, sondern wurde auch bei den beiden Vorgängermodellen nachgeliefert. Auch wenn ihr also gerne mit der Uhr zahlt, ist das nicht das große Argument. Hier geht es noch einmal zum Huawei Watch GT 6 Test von mir und zu Eriks Test der Watch GT 6 Pro.

Design und Verarbeitung

Huawei Watch GT 7 Pro Design Verarbeitung

Die Huawei Watch GT 7 Pro misst 45,6 x 45,6 x 11,25 Millimeter und bringt ohne Armband 55,5 Gramm auf die Waage. Damit ist die einzig verfügbare 46mm-Version eine große und schwere Smartwatch, aber es gibt auch noch größere Modelle. Mich hat das Modell auch im Verhältnis zu meinem zuvor getragenen Xiaomi Smart Band 10 Pro nicht weiter gestört. Ich bin da offen gesagt aber auch nicht empfindlich, und im Bett störte mich die Uhr zu keiner Zeit, was auch am angenehm zu tragenden EasyCross-TPU-Armband lag. Bei der Materialwahl gibt sich Huawei wie gehabt beim Pro-Modell keine Blöße und schützt das Display mit Saphirglas. Das Gehäuse besteht weiterhin aus einer Titanlegierung und die Unterseite ist nicht einfach Kunststoff, sondern besonders kratzresistente Keramik. Ihr spürt in der Praxis an allen Ecken und Kanten die Wertigkeit der Uhr. Zertifiziert ist die Uhr nach 5 ATM und IP69, für Freitauchgänge bis 40 Meter gibt Huawei zusätzlich die EN13319 an. Von sehr heißen Duschen, Sauna oder Thermalbädern rät Huawei mit der Uhr hingegen ab.

Auch nach drei Wochen und einigen Kontakten mit Kanten, Wänden und meinen Schrankgriffen aus Metall sieht die Uhr noch aus wie neu. Gerade Saphirglas ist da in der Praxis seit vielen Jahren ein Gamechanger, wenn ihr nicht gerade zimperlich mit eurer Uhr umgeht und eben nicht nach wenigen Monaten schon einige sichtbare Kratzer haben wollt. Gesteuert wird die Uhr wie üblich über eine dreh- und drückbare Krone und darunter eine Funktionstaste.

EasyCross-Armband & Tragekomfort

Bis jetzt war alles nahezu identisch zur Huawei Watch GT 6 Pro, wobei mich das neue Armband mit der EasyCross-Dornschließe überzeugt hat. Das nach der Dornschließe übrig bleibende Band schiebt ihr einfach unter das eigentliche Band. Damit entfällt die zusätzliche Sicherung und alles sitzt sauber und dennoch sicher am Handgelenk. Beachtet aber, dass nur das Fluorkautschuk-Armband diese Mechanik mitbringt. Wer später ein anderes Band kauft, verliert das Feature wieder. Die Standard-Bandaufnahme ist 22mm breit und eignet sich für Handgelenke mit einem Umfang von 140 bis 210mm. Ansonsten kann ich weder von Scheuern noch von Schwitzen oder einem anderen unangenehmen Effekt berichten. Die Praxis verlief stets bequem und die Uhr saß sicher am Handgelenk. Die Größe war auch mit abgeknicktem Handgelenk auf dem Rad kein Thema. Und selbst unter einem engen Hemd konnte ich die Uhr problemlos tragen.

Lieferumfang der Huawei Watch GT 7 Pro

Huawei Watch GT 7 Pro Lieferumfang

Die Huawei Watch GT 7 Pro wird kabellos geladen und diese USB-A-Ladeschale ist neben der Uhr und etwas Papier der komplette Lieferumfang.

Display der Huawei Watch GT 7 Pro

Scharfe und helle Displays gehören bei Premium-Smartwatches seit Jahren zum absoluten Standard und die Huawei Watch GT 7 Pro ist mit 466 x 466 Pixel und laut Huawei 3.000 Lux Spitzenhelligkeit keine Ausnahme. Über die Taschenlampenfunktion messe ich mit dem Luxmeter 2.250 Lux. Die beiden Werte sind nicht direkt vergleichbar, in der Praxis ist das Display aber spitzenmäßig hell. Das runde AMOLED-Display ist mit 1,47 Zoll und entsprechend 317 Pixel pro Zoll stets scharf und perfekt ablesbar. Ein Always-On-Display ist auf Wunsch möglich. Etwas träge zeigte sich zeitweise die Aktivierung durch Drehen am Handgelenk, insbesondere beim Radfahren ist mir das ein paar Mal negativ aufgefallen. Die Lesbarkeit in der prallen Sonne war hingegen stets exzellent und auch die automatische Helligkeitsregulierung arbeitet gut. Zum Schutz vor Kratzern setzt Huawei wie zuvor erwähnt auf besonders kratzresistentes Saphirglas. Der Touchscreen funktionierte im Test zudem super schnell und exakt.

Spezifikationen: Konnektivität & Sensoren

Die Besonderheit bei der Pro-Version bleibt wie bei der Vorgängerserie zunächst die EKG-Funktion mit zusätzlichem EKG-Sensor. Die Uhr weist euch auch regelmäßig darauf hin, dass 30 Minuten nach dem Sport der beste Zeitpunkt für ein EKG ist. Das Ganze ist nicht medizinisch vergleichbar oder nutzbar und nur ein nettes Extra, das auf Probleme hinweisen kann, die ihr dann definitiv mit einem Arzt abklären solltet. Folgende neun Sensoren sorgen für die volle Palette an Smartwatch-Tracking und -Funktionen:

Huawei Watch GT 7 Pro Sensoren

  • Beschleunigungssensor
  • Gyroskop
  • Geomagnetsensor (Kompass)
  • Umgebungslichtsensor
  • optischer Herzfrequenzsensor
  • Barometer
  • Temperatursensor
  • EKG-Sensor
  • Tiefenmesser

Hinzu kommen an Konnektivität NFC, Bluetooth 6.0, ein Lautsprecher, ein Mikrofon und natürlich die Dual-Band-Standortbestimmung mittels GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS und NavIC. eSIM und WLAN fehlen auch 2026, die Watch-GT-7-Serie ist damit nur als Smartphone-Erweiterung geeignet und nicht als eigenständiges Gerät. Beim Joggen oder Radfahren könnt ihr das Smartphone dennoch zu Hause lassen, denn die Musikübertragung ist möglich, wobei Huawei auf dem Datenblatt den Speicher nicht direkt angibt. Beim Vorgänger waren es aber massive 64GB, das sollten hier nicht weniger sein. Der Speicher wird mit den Offline-Karten geteilt, die ihr euch herunterladen könnt. Bayern zum Beispiel sind dann inklusive Höhenlinien schon 400MB.

Curve Pay: endlich vernünftig bezahlen

Huawei Watch GT 7 Pro Curve Pay

Auf das völlig unbrauchbare Quicko folgt nun also Curve Pay, das Huawei auch schon bei seinen Smartphones erfolgreich im Einsatz hatte. Auch Xiaomi setzt nahezu ausschließlich auf Curve, denn dort lassen sich kaum andere Karten koppeln. So seid ihr als Curve-Nutzer bei Huawei nun bestens aufgehoben und ich konnte die Zahlung mit der Uhr in wenigen Sekunden aktivieren. Alle Infos zu Curve findet ihr hier:

Curve ist eine gebührenfreie, virtuelle Kreditkarte (Mastercard Debit). Die Einrichtung via App dauert nur wenige Minuten und sie bringt die folgenden Stärken und Schwächen mit:

es lassen sich beliebig viele Kreditkarten (sowie PayPal) verknüpfen
Push-Benachrichtigungen in Echtzeit bei jeder Transaktion
aufgeräumte App mit einer klaren Übersicht aller Buchungen
weder Schufa-Eintrag noch anderweitige Bonitätsprüfungen
die Nutzung von Curve Pay bleibt dauerhaft gratis
3x im Monat „Go Back in Time“ (bis zu 30 Tage im Nachhinein das hinterlegte Zahlungsmedium ändern)

Die negativen Aspekte der Curve Card halten sich für meinen angedachten Verwendungszweck absolut in Grenzen und fallen kaum ins Gewicht.

für die physische Karte fällt eine einmalige Versandgebühr von 5,99€ an
Kosten bei Barabhebungen im Ausland (2%, mindestens 2€)
Fremdwährungsgebühren (2,99% ab einem Betrag von 250€) plus 1,5% Wochenendaufschlag
ausschließlich Visa- und Mastercard-Unterstützung (Girokarten, Maestro oder V-Pay funktionieren nicht)

Curve-Karte einrichten (App herunterladen)

Ich habe meine Curve-Karte mit meiner Barclays Visa-Karte (echte Kreditkarte) und meinem Comdirect-Bankkonto (Visa-Debit) gekoppelt.

Gesichert wird die Zahlung durch eine Erkennung, wenn ihr eure Uhr abnehmt, denn dann ist sofort die PIN fällig. Ohne geschützte PIN könnt ihr auch keine Zahlung mit Curve oder der Huawei Watch GT 7 Pro hinterlegen. Curve ist in meinen Augen eine der besten Möglichkeiten, bequem und unkompliziert überall ohne PIN-Eingabe zu zahlen. Die Karte verhält sich exakt wie eine Debitkarte, deshalb gibt es kaum Einschränkungen, denn die meisten Händler lehnen höchstens mal Kreditkarten ab.

Für die Einrichtung ladet ihr zunächst die App auf die Uhr, dann aktiviert ihr sie einfach über die Curve-Pay-App. Anschließend stellt ihr auf der Uhr noch das Zahlungsprofil auf „Curve“ und legt eine PIN fest. Dann kann es sofort losgehen. Die PIN lässt sich nur für Curve Pay festlegen, was ein klarer Vorteil gegenüber Xiaomi ist: Dort ist immer das ganze Band von der PIN betroffen, was ich nicht brauche. Zudem ist automatisch festgelegt, dass ein Doppelklick auf die Funktionstaste die Curve-Pay-App öffnet. Einfach perfekt und durchdacht, was Huawei hier bei der Watch GT 7 Pro mit Curve zusammen liefert.

Smartphone-App: Huawei Health & HarmonyOS

Die Watch GT 7 Pro läuft mit HarmonyOS 6.1 und ist damit voll kompatibel mit der Huawei-Health-App, Android-Smartphones ab Version 8.0 und sogar Apples iOS ab Version 13. Die App ist aber nach wie vor nicht offiziell im Play Store gelistet und lässt sich entweder direkt von Huawei oder aus der Huawei AppGallery beziehen. Auch wenn die Huawei Watch GT 7 Pro nicht an den Play Store gekoppelt ist, könnt ihr unterschiedlichste Apps aus der AppGallery herunterladen und den Funktionsumfang der Uhr damit erweitern.

Ich habe die Routenfunktion beim Radfahren getestet und sowohl die Route manuell auf die Uhr übertragen und anschließend angewählt als auch den Direktimport über Komoot genutzt. Beides klappte ohne Probleme. Das ist natürlich nicht die One-Click-Experience und offen gesagt werde ich auch nicht auf die Navigation auf der Uhr umsteigen. Dafür gibt es zu viele günstige und richtig gute Fahrradnavis, die auch die Sicherheit auf dem Bike deutlich erhöhen. Beim Wandern ist die Routenführung auf der Uhr aber wirklich super! 

Ansonsten ist und bleibt Huawei Health eine der umfangreichsten Apps mit vielen Tipps, Darstellungen und Auswertungen, wie sie kaum ein anderer Hersteller liefert. Auch HarmonyOS lief im Test nicht nur flüssig und schnell, sondern auch durchweg stabil und ohne Abstürze.

Smartwatch-Funktionen wie das Antworten auf Benachrichtigungen per Schnellauswahl oder sogar Tastatur bleiben ebenfalls möglich. Zudem kamen die Push-Benachrichtigungen nach einigen Einstellungen auch zuverlässig durch. Ein kurzes Gespräch konnte ich mit der Uhr ebenfalls problemlos führen.

Gesundheitstracking

Das Schlaftracking gehört nach wie vor zum Besten auf dem Markt und erinnert mich beim Aufstehen noch einmal mit einer Zusammenfassung an die Auswertung direkt auf der Uhr. Zudem wurden zwei kurze Powernaps am Mittag perfekt erkannt und in die Auswertung eingerechnet. Neu hinzugekommen ist laut Huawei bei der Watch GT 7 Pro ein kurzes Morning-Briefing mit einer Zusammenfassung des Vortages und Empfehlungen für den Tag, in der Praxis definitiv eine coole Funktion. Der Physical Readiness Score gibt hingegen Auskunft darüber, wie fit ihr seid, und basiert auf unterschiedlichen anderen Werten. Wundert euch nicht, wenn er anfangs nicht auftaucht: Laut Huawei braucht er sieben Nächte in Folge mit jeweils mindestens drei Stunden Schlaf, bevor er greift. Grundsätzlich erfassen und werten die zuvor genannten Sensoren Folgendes aus:

  • Emotionales Wohlbefinden
  • EKG (nur Pro Modell)
  • Herzfrequenzmessung
  • Stay Fit
  • automatische Blutsauerstoffmessung
  • TruSleep
  • Zykluskalender
  • Stressmonitoring
  • Atemübungen

Sporttracking

Radfahren mit der Huawei Watch GT 7 Pro

Huawei Watch GT 7 Pro 90km auswertungSchon bei der GT 6 kam mir als Hobbyradler der neue Fokus auf den Radsport gelegen, bei der GT 7 Pro zieht Huawei das Thema noch deutlich weiter durch. Entsprechend habe ich den Schwerpunkt in diesem Test aufs Rad gelegt: zwei lange Touren mit 90 und 110 Kilometern für Ausdauer und Akku, dazu vier kürzere Runden, bei denen es mir ausschließlich um die Genauigkeit ging.

Auf allen vier Fahrten hatte ich neben der Huawei meinen iGPSport-Radcomputer mit gekoppeltem Polar-Brustgurt als Referenz dabei, auf dreien davon zusätzlich ein Xiaomi Smart Band 10 Pro am selben Handgelenk. Die Ergebnisse findet ihr weiter unten bei Puls und GPS. So viel vorweg: Die GT 7 Pro schlägt sich richtig gut.

Navigation mit der Huawei Watch GT 7 Pro und virtuelles Powermeter

Huawei Watch GT 7 Pro Navigation

Neu ist die Möglichkeit, eigene Routen auf die Uhr zu übertragen. Der Einstieg ist versteckt: Die Route ladet ihr in der Health-App und sendet sie in einem eigenen Schritt an die Uhr. Auf Huawei Watch GT 7 Pro Workout 2der Uhr geht es dann nicht über Petal Maps, sondern über die Trainings-App: „Outdoor-Radfahren“ auswählen, nach unten wischen, Navigationsroute heraussuchen. Ein Huawei-Smartphone braucht ihr dafür nicht, das gilt nur für die Skigebietskarten.

Habt ihr den Weg gefunden, funktioniert die Navigation gut: Die Route liegt sauber auf der Karte, die Position stimmt, ihr kommt problemlos ans Ziel. Zwei Einschränkungen gibt es aber. Ansagen zur Navigation gab es auf meiner Testfahrt keine, kein Hinweis auf den nächsten Abzweig. Die Uhr meldet sich nur, wenn ihr vom Kurs abkommt. Ihr müsst also selbst aufs Display schauen. Und eine Kurvenwarnung habe ich nicht ein einziges Mal erhalten. Mit 36,2km/h Spitze lag ich nur knapp über der beworbenen Schwelle von 35km/h und die Strecke hatte keine engen Kurven. Ausschließen will ich die Funktion also nicht, bestätigen kann ich sie nach dieser Fahrt aber auch nicht. Überhaupt halte ich die Navigation auf der Uhr eher für Spielerei, gerade auf dem Fahrrad nervt der Blick auf die Uhr und ist letztendlich auch gefährlich. Beim Wandern mit Höhenkarten ggf. noch eine coole Funktion.

Die Wattzahl berechnet die Uhr weiterhin aus Fahrer- und Fahrradgewicht, Puls, Tempo und Steigung, statt sie wie ein echtes Powermeter über Dehnmessstreifen zu messen. Auf meiner 90-Kilometer-Tour kam die GT 7 Pro auf durchschnittlich 133 Watt bei 23,77km/h und knapp 730 Höhenmetern. Das ist ein Wert, der für eine Tour in diesem Tempo nachvollziehbar ist. Da die Berechnung aber direkt an euren hinterlegten Profildaten hängt, gilt hier dasselbe wie beim Kalorienverbrauch weiter unten: Ohne vollständiges Profil sind die Wattwerte wenig aussagekräftig. Neu ist, dass Huawei zusätzlich eine virtuelle Trittfrequenz ausgibt, bei mir 73 Umdrehungen pro Minute. Auch das passt zu dem, was ich gefahren bin. Für Hobbyfahrer ist das eine schöne Zusatzmotivation und taugt zum Vergleich mit Freunden. Wer sein Training ernsthaft nach Watt steuert, kommt um ein echtes Powermeter aber weiterhin nicht herum.

Pulsmessung im Vergleich: GT 7 Pro vs. Polar-Brustgurt vs. Smart Band 10 Pro

Huawei Watch GT 7 Pro Workout 4

Auf vier Fahrten habe ich die Huawei Watch GT 7 Pro direkt gegen meinen iGPSport-Radcomputer antreten lassen, an dem ein Polar-Brustgurt gekoppelt war. Der Gurt ist und bleibt der Goldstandard, entsprechend hart ist der Vergleich für eine optische Messung am Handgelenk. Auf den ersten drei Fahrten lief zusätzlich ein Xiaomi Smart Band 10 Pro am selben Arm mit.

Fahrt iGPSport + Polar (Referenz) Huawei Watch GT 7 Pro Xiaomi Smart Band 10 Pro
Fahrt 1 128 / ~170bpm 127 / 172bpm 124 / 172bpm
Fahrt 2 128 / 170bpm 128 / 169bpm 127 / 168bpm
Fahrt 3 126 / 170bpm 125 / 169bpm 122 / 167bpm
Fahrt 4 117 / 158bpm 117 / 158bpm

Angaben jeweils Durchschnittspuls / Maximalpuls

Beim Durchschnittspuls liegt die GT 7 Pro nur 0 bis 1bpm neben der Referenz, beim Maximum sind es 1 bis 2bpm. Bei Fahrt 4 stimmen beide Werte sogar exakt überein. Das Huawei Watch GT 7 Pro Workout 3Xiaomi misst dagegen durchgängig 2 bis 4bpm zu niedrig. Für eine optische Handgelenksmessung ist das ein richtig gutes Ergebnis. Auch die Kurve überzeugt: Sie zeigt viele Details und reagiert schnell auf Lastwechsel, kurze Anstiege werden nicht einfach weggeglättet, wie ihr es von optischen Trackern sonst oft kennt.

Einen Kritikpunkt gibt es trotzdem. Bei Fahrt 1 sitzt nach etwa 16 bis 17 Minuten eine einzelne, scharfe Spitze in der Kurve, die genau den ausgewiesenen Maximalpuls von 172 erzeugt. Mein tatsächliches Belastungsplateau lag da nur bei 160 bis 163bpm. Der Brustgurt zeigt an dieser Stelle nichts dergleichen. Da beide Geräte parallel liefen und nur eines den Ausreißer produziert, ist das ziemlich sicher ein Bewegungsartefakt, bei den anderen drei Fahrten trat es nicht auf. Den Durchschnittswerten könnt ihr also vertrauen, bei einem auffällig hohen Maximum lohnt sich aber ein Blick in die Kurve. Ein Pluspunkt zum Schluss: Die Huawei gibt als einziges der drei Geräte eine Herzfrequenz-Erholung aus, bei Fahrt 1 etwa minus 12bpm in der ersten Minute nach Belastungsende. Weder Radcomputer noch Smart Band liefern diesen Wert, dabei ist er eines der aussagekräftigsten Fitnesssignale, das ihr nebenbei mitnehmen könnt.

Kalorienverbrauch

Der Kalorienverbrauch hängt direkt an euren Profildaten. Bei meinen ersten Fahrten waren Gewicht und Körpergröße nicht hinterlegt, entsprechend zu niedrig fielen die Werte aus. Nach dem Vervollständigen des Profils pendelte sich alles auf normalem Niveau ein: 383 Kilokalorien auf meiner 21-Kilometer-Runde gegenüber 332 beim iGPSport-Radcomputer.

GPS-Genauigkeit

Auf vier Fahrten habe ich die Aufzeichnung der Huawei Watch GT 7 Pro gegen meinen iGPSport-Radcomputer gestellt.

Fahrt iGPSport (Referenz) Huawei Watch GT 7 Pro Abweichung
Fahrt 1 15,77km 15,82km +50m (+0,3%)
Fahrt 2 11,77km 11,82km +50m (+0,4%)
Fahrt 3 13,65km 13,70km +50m (+0,4%)
Fahrt 4 21,21km 21,22km +10m (+0,05%)
Gesamt 62,40km 62,56km +160m (+0,26%)

Bei den ersten drei Fahrten lag die Uhr jedes Mal exakt 50 Meter über der Referenz, bei der längsten Fahrt sogar nur 10 Meter. Das ist keine Streuung, sondern ein minimaler, gleichbleibender Versatz. Über alle vier Fahrten sind das 160 Meter auf 62 Kilometer. Im GT-6-Test lag ich noch bei 1 bis 3 Prozent. Näher kommt ihr mit einer Smartwatch an einen Radcomputer kaum heran.

Bei der Durchschnittsgeschwindigkeit weicht die Uhr stärker ab, als es die Strecke vermuten lässt (23,16 gegen 23,3km/h). Das liegt aber nicht am GPS, sondern an der Aufzeichnungsdauer: Die Uhr lief je nach Fahrt 19 bis 36 Sekunden länger, pausiert an Ampeln also zurückhaltender.

Skifahren: Test folgt im Februar

Die neuen Skifahr-Funktionen und das Tracking werden per OTA nachgeliefert, aktuell ist ein Test schlicht nicht möglich. Für die Skigebietskarten nennt Huawei zudem HarmonyOS 7.0 auf Uhr und Smartphone als Voraussetzung (mein Testgerät läuft auf HarmonyOS 6.1), und die Funktion soll zunächst nur in ausgewählten Ländern verfügbar sein. Wer die Uhr gezielt fürs Skifahren kauft, sollte das im Hinterkopf behalten. Ich werde die Uhr im Februar mit auf die Piste nehmen und das Ergebnis hier ergänzen, falls es dann verfügbar ist.

Akkulaufzeit der Huawei Watch GT 7 Pro

Huawei Watch GT 7 Pro Akkulaufzeit Laden

Huawei gibt für die GT 7 Pro bis zu 21 Tage bei leichter Nutzung an, 12 Tage bei regulärer Nutzung und 7 Tage mit dauerhaft aktivem Always-On-Display. Im Trailrunning-Modus sollen bis zu 51 Stunden drin sein, die GT 6 Pro kam im Outdoor-Sportmodus noch auf 40 Stunden.

Mich hat vor allem interessiert, wieviel Akku das Sporttracking wirklich kostet. Beim Radfahren mit aktivem GPS zieht die Uhr rund vier Prozent pro Stunde, mit laufender Navigation sind es fünf bis sechs Prozent. Nach rund fünfeinhalb Stunden Sporttracking standen noch 60 Prozent auf der Uhr. Meine 200 Kilometer auf zwei Tage verteilt waren damit ohne Zwischenladen locker machbar, und selbst eine sehr lange Tour bringt die GT 7 Pro nicht in Verlegenheit.

Im Alltag gilt ohnehin: Ihr müsst euch keine Gedanken machen. Auch mit regelmäßigem Sporttracking, durchgehender Gesundheitsüberwachung und vielen Benachrichtigungen vom Smartphone hält die Uhr problemlos eine ganze Woche durch. Die Akkulaufzeit ist schlicht eine Wucht und bleibt eines der stärksten Argumente für die GT-Serie.

Geladen wird kabellos über die mitgelieferte Ladeschale. Ein proprietärer Standard ist das nicht, jedes normale Qi-Ladepad funktioniert ebenfalls.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Huawei hat bei der Watch GT 7 Pro genau da nachgelegt, wo die GT-Serie ohnehin stark war. Das GPS ist mit 160 Metern Abweichung auf 62 Kilometer so nah an meinem Radcomputer, wie ich es von einer Smartwatch noch nicht gesehen habe, der Puls liegt praktisch auf Brustgurt-Niveau und die Akkulaufzeit ist auch mit täglichem Sporttracking schlicht eine Wucht. Dazu kommt die Verarbeitung, die mit Titan, Keramik und Saphirglas nach drei Wochen Alltag noch immer wie am ersten Tag aussieht. Das größte Alltagsplus ist für mich persönlich aber Curve Pay: Nach dem gescheiterten Quicko kann man mit einer Huawei-Uhr endlich einfach und unkompliziert bezahlen.

Die Kehrseite: Vieles davon ist kein exklusives Argument für die GT 7 Pro. Curve Pay wurde auch für die Vorgänger nachgeliefert, und wer nicht ausgerechnet auf den Skimodus, den 51-Stunden-Trailrunningmodus oder das Klettermanagement gewartet hat, bekommt mit der GT 6 Pro für deutlich weniger Geld eine sehr ähnliche Uhr. Die neuen Radfunktionen haben mich zudem nicht restlos überzeugt: Die Navigation funktioniert zwar, kommt aber ohne jede Ansage aus, und für eine echte Führung auf dem Rad bleibt ein günstiges Fahrradnavi (zu den Tests) die bessere und sicherere Wahl. Die Skifunktionen konnte ich mangels Update noch gar nicht testen, das hole ich im Februar nach.

Wer eine eigenständige Smartwatch mit eSIM und WLAN sucht, ist bei Huawei nach wie vor falsch. Wenn euch dagegen Akkulaufzeit, Verarbeitung und ein zuverlässiges, exzellent ausgewertetes Sport- und Gesundheitstracking wichtig sind, gehört die Huawei Watch GT 7 Pro zu den besten Smartwatches, die ihr aktuell kaufen könnt. Für ambitionierte Hobbysportler mit Faible für Outdoor-Sport ist sie ihr Geld wert, alle anderen fahren mit der Standard GT 7/ GT 6 (zum Test) oder der Watch GT 6 Pro (zum Test) genauso gut. Wenn euch die direkte Anbindung an Android und die Zahlung mit Google Wallet eher wichtig sind, dann schaut beim Test der OnePlus Watch 4, der besten WearOS Smartwatch, vorbei. Und auch unsere Smartwatch-Bestenliste bietet mögliche Alternativen, vom Fitnessarmband bis zur teuren Ultra Smartwatch.

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