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Xiaomi Redmi Watch 6 im Test – viel Smartwatch unter 100€?

Getestet von Jonas Andre am
Vorteile
  • genauer optischer Pulssensor
  • präzises GPS
  • zuverlässige Schlaf- und Einschlaferkennung
  • großes und helles Display
  • NFC zum mobilen Bezahlen (auf Version achten!)
  • sehr lange Laufzeit (ca. 3 Wochen)
  • top Verarbeitung
Nachteile
  • keine Hauttemperatur, kein EKG, HRV nur im Schlaf
  • Mi Fitness App analytisch weiterhin oberflächlich
  • kaum echte Smartwatch-Funktionen
  • kein kabelloses Laden, kein Saphirglas
  • Curve notwendig zum Zahlen
  • komische Kalorienwerte
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Die Xiaomi Redmi Watch 6 ist eine der günstigsten Einsteiger-Smartwatches auf dem Markt und tritt damit nicht nur in Konkurrenz mit echten Smartwatches, sondern auch mit einigen Fitnessarmbändern. Die kompaktere und gerade am Handgelenk unauffälligere Alternative zur Redmi Watch 6 ist das Smart Band 10 Pro, das ich ebenfalls im Test hatte. Beide Geräte gibt es mit NFC und preislich liegen nur 20 bis 30€ zwischen ihnen. In diesem Test schauen wir uns etwas genauer an, was Ihr bei der Redmi Watch 6 vermissen könnt und welches der beiden Geräte insbesondere für Sportler wohl deutlich besser geeignet ist. Achtung, es gibt eine Version der Redmi Watch 6 mit und ohne NFC.

Redmi Watch 6 Bedienung Display Test 1

Die Xiaomi Redmi Watch 6 versteht sich definitiv als echte Smartwatch, wenngleich es im Xiaomi-Universum mit der Watch S5 (zum Test), auch mit HyperOS, natürlich nochmal eine Steigerung gibt. Wer ohnehin Wear OS auf seiner Wunschliste hat, kann gleich in den Testbericht zur OnePlus Watch 4 reinschnuppern.

Design und Verarbeitung

Die Redmi Watch 6 setzt auf ein Unibody-Design mit einem hochwertig wirkenden Aluminium-Mittelrahmen und ist rund 10 Millimeter dick. Damit ist sie schlanker als der Vorgänger, trägt aber gefühlt dennoch etwas mehr auf als das Xiaomi Mi Band Pro. Die Abmessungen laut Hersteller betragen 46,5 x 40 x 9,9 Millimeter und das Gewicht liegt ohne Armband exakt bei 31 Gramm. Das ist am Handgelenk kaum wahrnehmbar und auch für die ca. 40 Gramm Gesamtgewicht inklusive des mitgelieferten TPU-Armbands gilt das Gleiche.

Wasserdicht ist die Redmi Watch 6 bis 5ATM (5 Bar), getestet nach GB/T 30106 und vom TÜV SÜD zertifiziert. Damit sind Schwimmen und Duschen kein Problem. Vom tiefen Tauchen und dem Saunabesuch solltet Ihr aber absehen. Die Verarbeitung ist top, allerdings fehlt schützendes Saphirglas, und das Aluminiumgehäuse kann bei grober Behandlung Kratzer abbekommen. Farblich stehen Schwarz, Silbergrau (Weiß) und Blau zur Auswahl.

Steuerung der Redmi Watch 6

Redmi Watch 6 Design Verarbeitung Stuerung 1

Anders als das tastenlose Xiaomi Smart Band 10 Pro bietet die Redmi Watch 6 eine Seitentaste und eine dreh- und drückbare Krone an der rechten Außenseite. Das sorgt auch für den Hauptunterschied zwischen Fitnessarmband und Smartwatch, denn bei Letzterer drückt Ihr deutlich öfter darauf herum und profitiert hier natürlich von den umfangreichen Steuerungsmöglichkeiten. Unabhängig davon lässt sich die Uhr natürlich auch ganz normal über Wischgesten in alle Richtungen steuern.

Tragekomfort und Lieferumfang

Redmi Watch 6 Lieferumfang

Xiaomi setzt bei der Redmi Watch 6 interessanterweise auf das gleiche magnetische Zwei-Pin-Ladegerät wie bei der Xiaomi Smart-Band-Serie. Das ist durchaus praktisch und das kleine, kompakte USB-Kabel kann auf lange Zeit günstig nachbestellt werden, sollte es mal verloren gehen. Ansonsten ist bis auf eine Anleitung nichts weiter im Lieferumfang enthalten.

Redmi Watch 6 Armband 3

Die Redmi Watch 6 hat das gleiche angenehme TPU-Armband mit Quick-Release-System wie das Smart Band 10 Pro. Die klassische Dornschließe sorgt hier aber für mehr Smartwatch-Gefühl und auch für einen sichereren Sitz. Schneller Wechsel und viele Alternativen fürs Armband sind damit möglich und ich empfand die Uhr stets bequem am Handgelenk, aber eben nicht so unauffällig und federleicht wie ein Mi Band. Das etwas größere und fast quadratische Display bietet aber natürlich ganz andere Vorteile.

Display der Redmi Watch 6

Das 2,07 Zoll große, quadratische AMOLED-Display löst mit 432 x 514 Pixel bei 324ppi auf und liefert damit eine scharfe, große Bildfläche. Bei der Helligkeit messe ich im manuellen Modus und bei aktivierter Taschenlampe maximal 950 Lux, was ein guter Wert ist. Im Automatikmodus geht es im Sonnenlicht hoch bis zu einer Spitzenhelligkeit von 2.000 Lux. In der Praxis war die Lesbarkeit auf dem Fahrrad auch im direkten Sonnenlicht absolut kein Problem. Auch ein Always-on-Display ist verfügbar und gerade bei so einer üppigen Akkulaufzeit wie bei der Redmi Watch 6 eine Überlegung wert. Ansonsten gibt es wie gehabt das Aufwecken der Uhr durch Drehen des Handgelenks (das habe ich in der Praxis genutzt und es hat super funktioniert) sowie das Aufwecken durch Antippen. Wenn Ihr ein großes und eckiges, fast quadratisches Top-Display in einer Smartwatch sucht, dann seid Ihr bei der Redmi Watch 6 definitiv richtig.

Spezifikationen: Konnektivität & Sensoren

Die Redmi Watch 6 ist mit folgenden Sensoren bestückt: optischer Herzfrequenzsensor mit integriertem Blutsauerstoffsensor (SpO₂), Beschleunigungssensor, Gyroskop, Umgebungslichtsensor und elektronischer Kompass. Für die Ortung kommt integriertes GNSS mit Dual-L1-Antennen (Dual-GPS) zum Einsatz, die je nach Trageweise automatisch die stärkere Antenne wählen. Die Verbindung zum Smartphone läuft über Bluetooth 5.4, dazu gibt es 512MB lokalen Speicher, einen Lautsprecher und ein Mikrofon. Die beiden letztgenannten Punkte sind dann gerade die Unterschiede schlechthin zum Smart Band, aber bei beiden ist der Mehrwert begrenzt. Wer gerne ohne Handy das Haus verlässt, profitiert. Über die App übertragt Ihr einfach das gewünschte Lied oder den Podcast auf den 291MB großen Speicher. Xiaomi gibt 512MB an, aber nur 291MB sind davon für Musik verwendbar. Mit der Uhr zu telefonieren ist hingegen eine Funktion, die wohl kaum jemanden interessiert, und das klappt natürlich auch nur, wenn Ihr das Smartphone in der Nähe habt.

Redmi Watch 6 Sensoren

In der NFC-Version könnt Ihr mittels Xiaomi Pay wie gehabt bezahlen, benötigt dafür aber die Curve-Karte. Alle Infos dazu hier:

Zum Einrichten von Xiaomi Pay empfehlen wir die kostenlose Curve-Karte: Curve ist eine gebührenfreie, virtuelle Kreditkarte (Mastercard Debit). Die Einrichtung via App dauert nur wenige Minuten und sie bringt die folgenden Stärken und Schwächen mit:

es lassen sich beliebig viele Kreditkarten (sowie PayPal) verknüpfen
Push-Benachrichtigungen in Echtzeit bei jeder Transaktion
aufgeräumte App mit einer klaren Übersicht aller Buchungen
weder Schufa-Eintrag noch anderweitige Bonitätsprüfungen
die Nutzung von Curve Pay bleibt dauerhaft gratis
3x im Monat „Go Back in Time“ (bis zu 30 Tage im Nachhinein das hinterlegte Zahlungsmedium ändern)

Die negativen Aspekte der Curve Card halten sich für unseren angedachten Verwendungszweck absolut in Grenzen und fallen kaum ins Gewicht.

für die physische Karte fällt eine einmalige Versandgebühr von 5,99€ an
Kosten bei Barabhebungen im Ausland (2% bzw. mindestens 2€)
Fremdwährungsgebühren (2,99% ab einem Betrag von 250€) plus 1,5% Wochenendaufschlag
ausschließlich Visa- und Mastercard-Support (Girokarten, Maestro oder V-Pay funktionieren nicht)

Curve-Karte einrichten (App herunterladen)

Mi Fitness App und HyperOS

Hier ändert sich nichts im Vergleich zum Xiaomi Smart Band 10 Pro oder aber der nochmal größeren Watch S5. Die Mi Fitness App bleibt analytisch dünn, aber übersichtlich und ist die zentrale Anlaufstelle auch für weitere Werte abseits des Gesundheitstrackings, das die Redmi Watch 6 bietet. Dinge wie eine EKG-Funktion oder Hauttemperatur, die Ihr von einigen Smartwatches mittlerweile gewohnt seid, fehlen hier aber noch. Der Export der Daten zu Google Fit/Strava ist problemlos möglich und Klassiker wie Mediensteuerung und Kamerafernauslöser, Wecker oder „Handy finden“ sind alle wie gehabt vorhanden. Die Uhr läuft flüssig und lässt sich super bedienen. Über den schnell erreichbaren Xiaomi Smart Hub lassen sich direkt auf der Redmi Watch 6 ggf. weitere Xiaomi Smart-Home-Geräte in Eurem Haushalt schnell und unkompliziert steuern.

Gesundheits- & Sporttracking mit der Xiaomi Redmi Watch 6

Puls / Herzfrequenz

Radfahren ist und bleibt die Königsdisziplin für optische Pulssensoren: Vibrationen und das abgeknickte Handgelenk am Lenker sind für diese Sensoren einfach schwierig. Als Referenz diente mir ein Polar-Brustgurt über einen iGPSPORT-Radcomputer und auch das Smart Band 10 Pro war mit am Handgelenk, getestet über vier Ausfahrten von 21 bis 45 Kilometern.

Fahrt Ø-Puls Brustgurt Ø-Puls Redmi Watch 6 Max Brustgurt Max Redmi Watch 6
Tour 1 (hügelig, 30km) 141bpm 140bpm (-1) 181bpm 184bpm (+3)
Tour 2 (flach, 21km) 135bpm 134bpm (-1) 182bpm 183bpm (+1)
Tour 3 (flach, 28km) 141bpm 142bpm (+1) 174bpm 174bpm (0)
Tour 4 (hügelig, 45km) 141bpm 141bpm (0) 179bpm 181bpm (+2)

Beim Durchschnittspuls liegt die Redmi Watch 6 sehr nah an der Referenz und pendelt praktisch um null herum. Beim Maximalpuls neigt sie dagegen zum leichten Überschießen (+1 bis +3), vor allem bei kurzen, harten Intervallen. Auf der flachen Runde mit niedrigem Spitzenpuls traf sie den Maximalwert hingegen exakt. Unterm Strich sind das für den Alltag und das Training belastbare Werte, auch wenn das schlankere Mi Band 10 Pro den Maximalpuls einen Tick präziser trifft.

Schlaf

Das Schlaftracking hat mich in der Praxis durchaus überzeugt, wobei die Erkennung von Mittagsschlaf definitiv schlechter ist als beim Xiaomi Smart Band 10 Pro. Da fehlten im direkten Vergleich einfach ein kurzer und ein längerer Powernap der letzten 30 Tage. Zudem ist die Uhr etwas träger beim Aufstehen, wodurch ich in der App immer ein paar Minuten mehr Schlaf angezeigt bekomme. Die restliche Analyse der Daten ist aber nahezu identisch mit dem Xiaomi Smart Band 10 Pro.

Sport / Kalorien

Redmi Watch 6 GPS Test und falsche KalorienDie Redmi Watch 6 deckt über 150 Sportarten ab. Beim Kalorienbedarf zeigt sich allerdings eine Schwäche: Die Watch setzt die Werte deutlich zu hoch an und liegt über alle vier Ausfahrten konstant rund 30 bis 60 Prozent über der iGPSPORT-Referenz, ein Muster, das an die ebenfalls sehr hohen Werte des Mi Band 9 Pro erinnert.

Wenn Ihr also Wert darauf legt, dann ist die Redmi Watch 6 definitiv nicht die richtige Wahl, weil die Werte einfach zu hoch sind. Wobei das natürlich auch motivierend wirken kann.

GPS-Genauigkeit

Auch beim GPS musste sich die Redmi Watch 6 gegen den iGPSPORT-Radcomputer beweisen. Dank Dual-L1-Antennen ist die Ortung grundsätzlich stabil, über alle vier Ausfahrten fiel jedoch auf, dass die Watch die Distanz durchgehend leicht zu kurz misst.

Fahrt Distanz iGPSPORT Distanz Redmi Watch 6 Abweichung
Tour 1 (hügelig) 29,54km 28,84km -0,70km
Tour 2 (flach) 21,19km 20,91km -0,28km
Tour 3 (flach) 28,01km 27,72km -0,29km
Tour 4 (hügelig) 45,18km 44,70km -0,48km

Die Abweichung bleibt in einem vertretbaren Rahmen und der Streckenverlauf stimmt, ohne ausgefranste Kurven oder Ausreißer über Felder. Für Alltag und Tourenaufzeichnung reicht die Ortung locker aus. Im direkten Vergleich misst das Mi Band 10 Pro die Distanz allerdings näher an der Referenz.

Akkulaufzeit der Redmi Watch 6

Nach 5 Tagen Einsatz inklusive vier GPS-Radtouren mit Dauer-Pulsmessung zeigte die Redmi Watch 6 noch 76% Restakku. Und letztendlich musste die Redmi Watch 6 erst nach 20 Tagen ans Ladekabel, wohingegen das Smart Band 10 Pro schon lange leer war. Möglich macht das der große 550mAh-Akku. Xiaomi selbst gibt bis zu 7 Tage bei intensiver, 12 Tage bei normaler und bis zu 24 Tage bei sparsamer Nutzung an. Wieder voll einsatzbereit war die Uhr nach etwa 90 Minuten am Ladekabel. Kabelloses Laden wird hier nicht unterstützt, Ihr seid also auf das 2-Pin-Ladekabel angewiesen.

Redmi Watch 6 Akkulaufzeit

Damit hält die Redmi Watch 6 klar länger durch als das kompaktere Mi Band 10 Pro, das eben nur rund 2 Wochen Laufzeit mitbringt. Gerade wenn Ihr wirklich lange Touren macht und viel GPS nutzt, könnte die Redmi Watch 6 die bessere Wahl sein.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Die Redmi Watch 6 punktet mit längerer Laufzeit, größerem Display, Bluetooth-Telefonie (wer auch immer das braucht…) und lokaler Musikwiedergabe. Also schlicht mehr Smartwatch-Erlebnis, das dem Fitnessarmband fehlt. Beide Geräte können bezahlen, aber den Funktionsumfang einer Wear-OS-Smartwatch, mit Antworten auf Nachrichten etc., erreicht auch die Redmi Watch 6 bei Weitem nicht.

Spielverderber sind dann ggf. die Schwächen oder zumindest das etwas ungenauere GPS, die minimal abweichenden Pulswerte und die deutlich zu hoch angesetzten Kalorien. Zumindest die Kalorien sollte Xiaomi mit einem Update aber locker in den Griff bekommen. Wenn Musikhören ohne Smartphone zu Eurem Alltag gehört, dann ist die Redmi Watch 6 eine nachvollziehbare Wahl, ansonsten sind die meisten von Euch wahrscheinlich mit dem Band 10 Pro (wahlweise NFC) besser bedient. Noch mehr Smartwatch gibt es dann bei der Watch S5 und schließlich, mit deutlich weniger Akkulaufzeit, bei einer Wear-OS-Uhr wie der OnePlus Watch 4 (zum Test). Für unter 100€ mit NFC ist die Xiaomi Redmi Watch 6 jedenfalls fair bepreist!

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Grotte
Gast
Grotte
2 Monate her

Stimmt es, dass hier in Deutschland nur wenig Banken mit MC und Visa mit Xiaomi Pay arbeiten? Mich würde interessieren ob die ING klappt ..

Bernt
Gast
Bernt
2 Monate her

Kann man mit der NFC Version, hier in DE zahlen ?
Sie hat 512MB speicher, kann sie also auch Musik speichern und das über tws lokal wiedergeben ?

hirti-muenchen
Gast
Helmut
2 Monate her

Ich finde sie wegen des NFC und der damit verbundenen Bezahlfunktion sehr interessant.

Torben
Gast
Torben
2 Monate her

Danke für die News! Ich würde mich sehr über einen Test freuen, ist da etwas geplant?

Zumindest in China soll man mittlerweile auch auf WeChat Benachrichtigungen antworten können per QuickReply oder Emojis. Wäre super wenn ihr herausfinden könntet, ob dies auch hier mit WhatsApp funktioniert.

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