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Vor gut einem halben Jahr habe ich mit dem BiNavi das damalige Top-Modell von iGPSport getestet und wollte es danach nicht mehr aus der Hand geben. Jetzt gibt es mit dem BiNavi Air ein neueres, leichteres und vor allem günstigeres Geschwistermodell: 70 Euro weniger auf dem Preisschild, dafür ein kleineres Display. Ich hatte das Air die letzten vier Wochen am Lenker und will hier gar nicht alles nochmal durchkauen, was ich beim iGPSport BiNavi (zum Test) schon geschrieben habe, sondern mich auf das konzentrieren, was wirklich anders ist.
Falls Ihr es eilig habt: Das BiNavi Air ist im Angebot für 150€ ein Nobrainer, solltet Ihr aktuell etwa mit einem Smartphone navigieren. Ihr habt ein großes, helles Display zur Navigation längerer Strecken und auch die Übertragung neuer Strecken in zwei Schritten, anstatt per Klick wie bei Garmin, ist wohl kaum ein Deal-Breaker. Wenn Ihr also navigieren und nicht nur tracken wollt, dann greift direkt zum BiNavi Air und nicht zum günstigeren iGPSport BSC300 (zum Test). Das kann zwar auch navigieren, aber das Display macht hier schon einen riesigen Unterschied.
| Modell | Display | Auflösung | Abmessungen (mm) | Gewicht | Speicher | Akkulaufzeit (Herstellerangabe) | GPS | Preis (UVP) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| iGPSport BiNavi Air | 3,0 Zoll (transflektiv, Farbe, Touch) | 240 x 400 Pixel | 91,2 x 51,3 x 13,8 | 77g | 32GB | 30h | Dual-Band (L1/L5) | 169,90€ |
| iGPSport BiNavi | 3,5 Zoll (transflektiv, Farbe, Touch) | 320 x 480 Pixel | 101 x 60 x 14,5 | 103g | 32GB | 35h | Dual-Band (L1/L5) | 239,90€ |
| iGPSport BSC300 | 2,4 Zoll | 320 x 240 Pixel | 82 x 53 x 14,5 | 67g | 8GB | 20h | Single-Band | 69,99€ |
Gleich geblieben ist das meiste Drumherum: Das Air und BiNavi haben einen Farb-Touchscreen plus sechs physische Tasten, 32GB Speicher, USB-C, IPX7 gegen Regen und dasselbe GPS-Paket. Auch bei den Sensoren und der Schaltungsanbindung nehmen sich die beiden nichts: Herzfrequenz, Trittfrequenz, Geschwindigkeit, Powermeter, Smart-Trainer, Radar/Licht und Di2/eTap/EPS/AXS laufen über ANT+ und Bluetooth. Strava, Komoot und TrainingPeaks sind ebenfalls dabei.
In der Praxis heißt das konkret: Mein SR Mini Radar-Rücklicht (zum Test) ließ sich problemlos koppeln und mein Polar-Brustgurt (zu Amazon) ist automatisch immer sofort mit am Start. ANT+-kompatible Geräte sind mit dem Air also überhaupt kein Thema.
Kleiner, leichter, schlanker – die Bauform
Der offensichtlichste Unterschied: Das Air ist deutlich kompakter. 77 statt 103 Gramm, gut einen Millimeter flacher und rundum kleiner. iGPSport bewirbt das Ganze klar unter dem Stichwort Aero und Leichtbau, also eher Richtung Wettkampf und Rennrad. Genau das merkt Ihr auch am Lenker: Das kleinere Gerät passt bei mir schlicht besser, gerade in Kombination mit einem Auflieger.
Dabei passt natürlich auch die alte Halterung noch und die Verarbeitung ist auf Top-Niveau. Im Lieferumfang sind nur Haltepads enthalten, die iGPSport-Lenkerhalterung wie auf dem Bild müsst Ihr Euch gesondert oder im Paket direkt mit Eurem neuen Navi bestellen.
Hier liegt für mich der eigentliche Knackpunkt: Das Air kommt mit 3,0 Zoll und 240 x 400 Pixeln, das BiNavi hat 3,5 Zoll und 320 x 480 Pixel. Beim BiNavi war das große Display der Hauptgrund, warum ich es überhaupt ausprobieren wollte. Und trotzdem: Der kleinere Bildschirm des Air gefällt mir richtig gut. Er passt besser an meinen Lenker, auch mit Auflieger, und für die Navigation reicht die Fläche.
Die Lesbarkeit ist grundsätzlich gut. Ein bisschen heller dürfte es aber schon sein, wobei das exakt derselbe Kritikpunkt ist, den ich auch beim normalen BiNavi hatte. Ein Rückschritt gegenüber dem großen Modell ist das Air bei der Helligkeit also nicht.
Bedienung über Touch oder Tasten
Auch beim Air kombiniert iGPSport den Touchscreen mit sechs Tasten. Beim BiNavi hat mich der Touch mit „Glove-Touch“ positiv überrascht: selbst mit Handschuhen ließ sich alles bedienen. Mittlerweile bin ich ohnehin an die Touch-Bedienung gewöhnt und das klappt astrein auf dem BiNavi Air. Auch mal rein- oder rauszoomen auf der Karte ist problemlos möglich. Der zeitweise etwas träge Touchscreen macht es einfach und sorgt für wenige Fehlbedienungen. Wer aber ein echter Touchscreen-Muffel ist, kann nach wie vor auf die Tasten setzen.
An meinem Workflow ändert sich nichts: Komoot-Route bauen → als GPX exportieren → in die iGPSport-App importieren → aufs Gerät schieben → losfahren. Route am Gerät selbst erstellen geht weiterhin nicht, das läuft über die App. Und natürlich direkt aus Komoot per One-Klick aufs Navi geht auch nicht!
Als neueres Modell bringt das Air mit iClimb 3.0 die frischere Version der Anstiegsplanung mit. Ehrlich gesagt habe ich zur iClimb-Pro-Variante des BiNavi keinen großen Unterschied gemerkt. Das ist aber gar nicht schlimm, denn die Bergdarstellung finde ich nach wie vor richtig gelungen. Genau zu wissen, was noch vor Euch liegt und wie lange sich der Anstieg zieht, macht auf der Bergetappe einfach Spaß.
Beim GPS gibt es nichts zu meckern: Das Air liegt mit Full GNSS und Dual-Band (L1/L5) genau wie das normale BiNavi auf Top-Niveau. Die Abweichungen zu meinen Referenzgeräten sind minimal und im Alltag nicht der Rede wert. Den Vorteil von Dual-Band merkt Ihr am ehesten im Wald und bei richtig schlechtem Wetter.
Akku & Laden
Auf dem Papier gibt iGPSport 30+ Stunden an, fünf weniger als beim BiNavi, was zur kleineren Batterie passt. In der Praxis war das für mich absolut unkritisch: Touren mit 5–6 Stunden und einigen Unterbrechungen sind locker drin. Hochgerechnet lande ich bei rund 20–25 Stunden reiner Fahrzeit, dazu kommen nochmal einige Pausen im Standby.
Einen kleinen Extra-Boost bei der Laufzeit hätte ich trotzdem gerne gesehen. Aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau. Ans Kabel müsst Ihr das Air nach wenigen Fahrten jedenfalls nicht.
Was dem iGPSport BiNavi Air fehlt
Damit’s fair bleibt, die Punkte, wo das Air gegenüber dem BiNavi zurücksteckt: kleineres und niedriger auflösendes Display und etwas weniger Akku. Dafür spart Ihr je nach Angebotslage richtig viel Geld ein. Im Alltag habe ich nichts direkt vermisst. Bei meinen zwei längeren 100-km-Touren hätte ich aber auch gerne das größere Display genutzt.
Testergebnis
Air oder nicht? Ich gebe es offen zu: Ich bin mittlerweile ein kleiner iGPSport-Fanboy. Der Hersteller liefert durchdachte und günstige Produkte fürs Rad, die teure Garmin-Geräte für viele schlicht überflüssig machen. Mit dem BiNavi Air bekommt Ihr ein Top-Navi für deutlich unter 200 Euro und müsst dabei kaum Kompromisse eingehen.
Auch bei den Updates tut sich regelmäßig etwas: Selbst mein zuerst getestetes 60-Euro-Billignavi BSC300 ist nach wie vor aktuell. Wer aufs Gewicht schaut, einen Auflieger fährt oder einfach sparen will, ist mit dem Air bestens bedient; das größere BiNavi bleibt die Wahl für alle, denen das große Display wichtiger ist.
Und es geht weiter: In den nächsten Tagen folgt Eriks Test zu einem weiteren iGPSport-Navi, und im Team haben wir gerade die neue iGPSport-Smartwatch im Test. Wenn die ähnlich gut abschneidet wie das Navi, bin ich wirklich begeistert.
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