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Baseus Spacemate RD1 Pro Test – Dock mit Qi2 und Smart-Display

Getestet von Joscha am
Vorteile
  • aufklappbares Qi2-Ladepad mit 25W
  • Kamerabuckel hält auch Android-Phones
  • 15 Anschlüsse, viele Ladeoptionen
  • Smart-Display mit Watt-Anzeige
  • 100W Notebook-Laden, 160W gesamt
  • Gigabit-Ethernet und Kartenleser
Nachteile
  • nur USB-C 10Gbit/s, kein Thunderbolt
  • kein PowerDelivery PPS
  • am Mac kein echtes Dual-Display
  • fest verbautes Netzteilkabel
  • Kunststoffgehäuse zum Premium-Preis
  • hoher Preis von rund 300€
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Eine Dockingstation für rund 300€ heißt in den allermeisten Fällen eines: Thunderbolt. Für dieses Geld bekommt ihr normalerweise 40Gbit/s über ein einziges Kabel, genug Bandbreite für mehrere 4K-Displays, schnelle externe SSDs und Netzwerk gleichzeitig. Die Baseus Spacemate RD1 Pro 15-in-1 geht bewusst einen anderen Weg.

Sie kostet mit 300€ ziemlich genau dasselbe, verzichtet aber auf Thunderbolt und setzt stattdessen auf eine USB-C-Anbindung mit 10Gbit/s, 15 Anschlüsse und eine Funktion, die ihr sonst so gut wie nie findet: ein magnetisches Qi2-Ladepad mit bis zu 25W, das sich zum Ständer aufklappen lässt. Genau hier setzt die RD1 Pro an. Sie will nicht das schnellste Dock sein, sondern das praktischste auf dem Schreibtisch.

Im folgenden Test schauen wir uns an, was die 15 Anschlüsse im Alltag taugen, wann der fehlende Thunderbolt-Standard eine Rolle spielt und wie gut das kabellose Ladepad wirklich funktioniert, sogar mit Android-Smartphones, die gar kein MagSafe besitzen.

Design und Verarbeitung

Die Baseus Spacemate RD1 Pro ist kein flaches Pad, das unter dem Monitor verschwindet, sondern ein kompakter, hochkant stehender Block in mattem Anthrazit. Das spart Stellfläche auf dem Schreibtisch und hält die Anschlüsse gut erreichbar. In der Hand wirkt das Kunststoffgehäuse sauber verarbeitet, mit gleichmäßigen Spaltmaßen und einem gummierten Boden, der das Dock auch beim Ein- und Ausstecken nicht verrutschen lässt.

Die Vorderseite dominiert ein kleines Farbdisplay, das im Betrieb die aktuelle Ladeleistung und den Status der Anschlüsse anzeigt. Auf der Oberseite sitzt das klappbare Ladepad, das sich flach einklappen oder zu einem schrägen Ständer aufstellen lässt. Einen Lüfter gibt es nicht, das Dock arbeitet vollständig lautlos und verteilt seine Abwärme passiv über das Gehäuse.

Insgesamt ist die RD1 Pro ordentlich verarbeitet und durchdacht aufgebaut, auch wenn ihr für 300€ kein Aluminium, sondern Kunststoff bekommt.

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist übersichtlich. Im Karton liegen neben der Dockingstation selbst:

  • 180W-GaN-Netzteil mit wechselbarem Netzstecker
  • 0,8m langes USB-C-Kabel (überträgt Daten, Bild und Strom)
  • Bedienungsanleitung

Das externe Netzteil fällt mit 180W entsprechend groß aus, ist aber nötig, um Notebook, Peripherie und das Ladepad gleichzeitig zu versorgen. Anzumerken ist, dass das Kabel fest mit dem Netzteil verbunden ist. Das mitgelieferte USB-C-Kabel zum Rechner ist mit 0,8m angenehm lang und voll ausgestattet, ein zusätzliches Kabel braucht ihr also nicht.

Anschlüsse und Smart-Display

Das „15-in-1″ trägt die RD1 Pro selbstbewusst im Namen, und die Anschlussvielfalt ist tatsächlich üppig. Wichtig ist die Aufteilung zwischen Vorder- und Rückseite, denn sie entscheidet im Alltag über die Bequemlichkeit.

Auf der Vorderseite sitzen das Smart-Display, zwei USB-C-Ports mit bis zu 100W und zwei USB-A-Ports mit 5Gbit/s. Die beiden vorderen USB-C-Buchsen sind reine Ladeports und übertragen keine Daten.

Auf der Rückseite sitzt der Rest:

  • USB-C mit 10Gbit/s (nur Daten)
  • HDMI mit bis zu 4K@60Hz
  • HDMI mit bis zu 4K@120Hz
  • 1× Host-USB-C zum Rechner (Daten, Bild und bis zu 100W Laden)
  • SD- und microSD-Kartenleser (UHS-I, bis 104MB/s)
  • 2× USB-A 2.0 mit 480Mbit/s (für Maus, Tastatur, Dongles)
  • Gigabit-Ethernet (1000Mbit/s)
  • Stromeingang für das 180W-Netzteil

Dazu kommt das Qi2-Ladepad auf der Oberseite. Das Smart-Display auf der Front ist mehr als Spielerei. Es zeigt in Echtzeit pro Port und als Gesamtsumme, wie viel Watt gerade fließen. Im Test waren das beim Laden eines fast vollen Smartphones nur 3W, beim Schnellladen über einen vorderen USB-C-Port dagegen bis zu 36W. Per längerem Druck auf die Taste daneben wechselt es zwischen dem Hybrid-Modus mit voller Daten- und Bildübertragung und einem reinen Lade-Modus, der die Datenkanäle abschaltet und nur noch Strom liefert.

Kritisch sehen wir die Platzierung des Kartenlesers. Wer als Fotograf ständig Karten einliest, hätte den Slot lieber vorne als hinten. Auch die schnellen 10Gbit/s-USB-C-Ports sitzen hinten, während vorne nur die Ladebuchsen liegen. Die gut erreichbare Front ist vor allem zum Laden da.

USB-C statt Thunderbolt

Jetzt zum Punkt, der bei diesem Preis am meisten wiegt. Die RD1 Pro ist nicht über Thunderbolt mit dem Rechner verbunden, sondern über eine USB-C-Leitung mit 10Gbit/s. Baseus schreibt das im Handbuch sogar ausdrücklich hin. Das ist kein Drama, aber es hat Folgen, die ihr kennen solltet.

Erstens teilen sich alle Datenports diese 10Gbit/s. Eine schnelle externe SSD erreicht an einem solchen Port real rund 1.000MB/s. Das ist flott, aber eine echte Thunderbolt- oder USB4-Lösung mit 40 oder 80 Gbit/s liegt um ein Vielfaches darüber und lässt mehrere schnelle Laufwerke gleichzeitig zu.

Zweitens das Thema Displays. Das Bildsignal läuft über dasselbe USB-C-Kabel zum Rechner. An einem modernen Windows-Notebook könnt ihr darüber zwei 4K-Monitore mit jeweils 60Hz betreiben oder einen einzelnen mit 4K und 120Hz.

Am Mac wird es allerdings eng, und zwar aus einem bekannten Grund: macOS beherrscht kein MST, die Technik, mit der so ein USB-C-Dock ein Bildsignal auf zwei unabhängige Monitore aufteilt. Am Mac laufen die beiden HDMI-Ausgänge deshalb nur im Spiegelmodus, beide zeigen dasselbe Bild. Ein einzelner erweiterter 4K-Monitor klappt, zwei verschiedene Arbeitsflächen nicht. Das ist keine Eigenheit dieses Docks, sondern gilt für praktisch alle USB-C-Hubs mit Doppel-HDMI. Wer am Mac zwei echte Bildschirme will, braucht ein Thunderbolt-Dock, das die Signale getrennt durchschleift.

Wer Thunderbolt mit voller Bandbreite und echtes Dual-Display am Mac sucht, ist mit einem Dock wie der Ugreen Maxidok 10-in-1 (zum Test) besser bedient, das für ähnliches Geld Thunderbolt 5 bietet, dafür aber kein kabelloses Ladepad. Genau das ist die Abwägung, vor die euch die RD1 Pro stellt.

Für alle, die das Dock an einem Windows-Notebook nutzen und „nur” zwei Office-Monitore, Netzwerk, Kartenleser und eine schnelle SSD anschließen wollen, reichen die 10Gbit/s in der Praxis problemlos aus.

kabelloses Ladepad

Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal der RD1 Pro sitzt oben drauf. Das Qi2-Ladepad lädt mit bis zu 25W, ist Qi2-zertifiziert und lässt sich vom flachen Pad zu einem schrägen Ständer aufklappen, sodass ihr das Handy beim Laden noch ablesen könnt.

Qi2 arbeitet wie Apples MagSafe mit einem Magnetring. Genau hier lag unsere Erwartung: Magnete fürs kabellose Laden bieten eigentlich nur iPhones sowie einige Samsung- und Pixel-Modelle. Unsere Android-Smartphones von Xiaomi, Vivo und Oppo haben diesen Magnetring nicht, also dachten wir, das Pad im Ständer-Modus wäre für sie nutzlos.

Interessanterweise ist genau das Gegenteil der Fall, und zwar aus einem kuriosen Grund. Jedes dieser Foto-Flaggschiffe hat einen riesigen Kamerabuckel auf der Rückseite. Stellt ihr das Handy hochkant auf das aufgeklappte Pad, hakt sich genau dieser Kamerabuckel oben an der Kante ein und hält das Gerät sicher in Position. Nicht der Magnet hält das Smartphone, sondern der Buckel. Wir haben das mit dem Xiaomi 17 Ultra, dem Vivo X300 Ultra (zum Test), dem Oppo Find X9 Ultra (zum Test) und dem Xiaomi 17T Pro ausprobiert, und bei allen vier Geräten klappt das ohne Probleme.

Eine Einschränkung gibt es: Im Ständer-Modus funktioniert das nur hochkant. Quer hält der Kamerabuckel nicht, und ohne Magnet rutscht das Handy dann weg. Wer das Smartphone flach laden will, klappt das Pad einfach ein und legt es in beliebiger Ausrichtung auf.

Und noch eine ehrliche Einordnung zur Geschwindigkeit: Diese Android-Geräte laden auf einem fremden Qi-Pad nur mit Standard-Tempo, nicht mit ihrer proprietären Schnellladetechnik. Baseus bestätigt im Handbuch, dass das Pad ausschließlich den Qi-Standard unterstützt. Das kabellose Laden ist hier also eher bequemes Laden über den Arbeitstag als echtes Schnellladen. Für iPhones mit Magnet schnappt das Pad dagegen sauber ein. Das haben wir aber nicht getestet.

Insgesamt ist das aufklappbare Qi2-Pad der eigentliche Kaufgrund für dieses Dock, und der Kamerabuckel-Trick macht es überraschend auch für Android-Nutzer brauchbar.

Ladeleistung und Alltag

Unter Volllast verteilt die RD1 Pro bis zu 160W auf alle angeschlossenen Geräte, gespeist aus dem 180W-Netzteil. Das Notebook am Host-Port bekommt dabei bis zu 100W, genug für die allermeisten Ultrabooks und auch für die kleineren MacBook-Pro-Modelle. Wichtig zu wissen: Die 160W sind ein gemeinsames Budget. Zieht das Notebook bereits 100W, bleibt für die beiden vorderen Ladeports und das Pad entsprechend weniger übrig, das Dock verteilt die Leistung dann automatisch. Zudem unterstützt das Baseus Dock kein PowerDelivery PPS, sondern nur reines PowerDelivery. Smartphones, die ihre höchste Geschwindigkeit über PPS aushandeln, etwa viele Samsung-Modelle oder neuere Xiaomi-Smartphones, laden hier nur mit fester PD-Stufe und damit langsamer als am eigenen Netzteil. Proprietäre Standards wie SuperVOOC oder Xiaomi HyperCharge unterstützt das Dock ohnehin nicht. Das ist schade, denn hier hätte Baseus die Möglichkeit gehabt, den fehlenden Thunderbolt-Standard auszugleichen.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Die Baseus Spacemate RD1 Pro 15-in-1 ist ein gut gemachtes Dock mit einer klaren Zielgruppe. Wer einen aufgeräumten Schreibtisch will, viele Anschlüsse braucht und das integrierte kabellose Ladepad zu schätzen weiß, bekommt hier ein rundes Paket mit einem echten Mehrwert, den die Thunderbolt-Konkurrenz so nicht bietet.

Das Highlight ist und bleibt das aufklappbare Qi2-Ladepad mit 25W. In Kombination mit dem informativen Smart-Display, dem 100W-Notebookladen und der großen Anschlussauswahl ergibt das ein Dock, das im Alltag richtig praktisch ist. Dass es dank Kamerabuckel sogar magnetlose Android-Flaggschiffe hält, ist das Sahnehäubchen.

Kritik gibt es trotzdem. Bei rund 300€ ist der wichtigste Punkt der Standard: Hier bekommt ihr USB-C mit 10Gbit/s, kein Thunderbolt. Für viele reicht das, aber wer maximale Bandbreite oder am Mac zwei unabhängige Monitore will, zahlt bei dieser Station denselben Preis für deutlich weniger Tempo. Dazu kommen der ungünstig hinten platzierte Kartenleser und das fest verbaute Netzteilkabel.

So bleibt am Ende ein klares, ehrliches Urteil: Die RD1 Pro ist eine gute Dockingstation, aber kein Pflichtkauf. Sie lohnt sich genau dann, wenn euch das kabellose Ladepad und die Anschlussfülle wichtiger sind als der Thunderbolt-Standard. Geht es euch dagegen vor allem um Bandbreite und Display-Flexibilität, bekommt ihr für dasselbe Geld mit einem Thunderbolt-Dock wie der Ugreen Maxidok 17-in-1 (zum Test) das technisch stärkere, wenn auch nüchternere Gesamtpaket.

Im Endeffekt ist die Baseus Spacemate RD1 Pro ein cleveres Lifestyle-Dock für den Schreibtisch: stark bei Komfort, Anschlüssen und kabellosem Laden, schwächer bei der reinen Datengeschwindigkeit. Wer diesen Tausch bewusst eingeht, bekommt ein gutes Gerät.

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