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Ugreen Maxidok 10-in-1 Thunderbolt 5 Mac mini Dock im Test

Getestet von Joscha am
Vorteile
  • sehr hochwertige Verarbeitung
  • M.2-NVMe-SSD-Steckplatz
  • 1× Thunderbolt 5 + 2× Thunderbolt 5 Downstream
  • DisplayPort 2.1 für bis zu 8K@60Hz
  • 3 x USB-A mit 10 Gbit/s
  • SD- und microSD-Kartenleser
Nachteile
  • hoher Preis
  • kein HDMI-Anschluss
  • kein Ethernet, kein 3,5-mm-Klinkenport
  • lädt das Host-Gerät nicht (kein PD-Output)
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Der Apple Mac mini M4 (zum Test) ist ein kleines Kraftpaket, aber Apple bleibt bei der Tradition: zu wenig Anschlüsse, zu teurer Speicher und alle Ports sitzen ungünstig auf der Rückseite. Wer mehr als zwei USB-Geräte gleichzeitig nutzt, ein zweites Display anschließen oder einfach nur schnellen Zusatzspeicher haben möchte, kommt um eine Dockingstation kaum herum.

Genau hier setzt die Ugreen Maxidok 10-in-1 Thunderbolt 5 Mac mini Dockingstation an. Sie sitzt im exakten Grundriss des Mac mini unter dem Gerät, liefert über ein einziges Thunderbolt-5-Kabel zehn neue Anschlüsse und bringt einen vollwertigen M.2-NVMe-SSD-Steckplatz mit PCIe-Gen4-x4-Anbindung mit. Vom Konzept her ist das die direkte Antwort auf die Beelink Mate mini (zum Test), nur aus dem Hause Ugreen und in Premium-Verarbeitung.

Im folgenden Test schauen wir uns an, wie sich die Maxidok 10-in-1 im Alltag schlägt, ob der SSD-Slot die Performance der internen Mac-mini-SSD erreicht und ob der Aufpreis gegenüber der Beelink-Konkurrenz gerechtfertigt ist.

Design und Verarbeitung

Das seitliche Gehäuse der Maxidok 10-in-1 besteht aus gebürstetem Aluminium, ist in Silber gehalten und greift bewusst die Optik des Mac mini auf. Die Grundfläche ist deckungsgleich mit dem aktuellen Mac mini M4: Stellt ihr das Apple-Gerät oben drauf, entsteht ein optisch geschlossener Stack, der wie aus einem Guss wirkt.

Auf der Oberseite sitzt eine kreisförmige Vertiefung, in der die Maxidok 10-in-1 den runden Standfuß des Mac mini aufnimmt. So liegt das Apple-Gerät fest auf der Dockingstation. Positiv fällt auf, dass Ugreen die seitlichen Lüftungsschlitze sehr großzügig dimensioniert hat: Die SSD im Inneren bekommt damit auch unter Dauerlast genug Luft. Spaltmaße, Kanten und der gummierte Bodenbereich wirken durchweg hochwertig. Hier gibt es nichts zu bemängeln.

Lieferumfang

Im Karton liegen neben der Maxidok 10-in-1 selbst ein vollwertiges Thunderbolt-5-Kabel, ein 65W-USB-C-Netzteil mit EU-Stecker und Kabel, ein Kaltgerätekabel, ein vorgefertigtes Wärmeleitpad für die M.2-SSD, ein Mini-Schraubendreher mit Ersatzschraube und die Bedienungsanleitung. Außerdem gibt es ein zweites, kleines TB-5 Kabel, das für die Verbindung mit dem Mac mini dimensioniert ist.

Dass Ugreen das jeweils passende TB5-Kabel direkt mitliefert, ist eine starke Ansage. Ein zertifiziertes Thunderbolt-5-Kabel zum Verbinden mit dem Laptop kostet sonst schnell 60 bis 80€. Auch das Mini-Werkzeug für den SSD-Einbau ist ein nettes Detail.

Anzumerken ist, dass das 65W-Netzteil ausschließlich die Dockingstation versorgt. Im Handbuch warnt Ugreen ausdrücklich: “The USB-C power port is specifically designed for powering the product and does not support video streaming or PD charging.” Wer also gehofft hat, sein MacBook Pro hier nebenbei zu laden, wird enttäuscht. Der Mac mini bringt sein eigenes Netzteil ohnehin mit, am Notebook fehlt diese Option aber.

Anschlüsse

Die Maxidok 10-in-1 trägt das „10-in-1“ zu Recht im Namen. Auf der Rückseite sitzen:

  • Thunderbolt 5 als Upstream zum Mac mini (mit Display-Icon)
  • Thunderbolt 5 Downstream (je bis 120Gbit/s theoretisch)
  • DisplayPort 2.1 mit bis zu 8K@60Hz bzw. zweimal 6K
  • 1× USB-C-Power-Eingang (kein Datendurchsatz, kein PD-Output)

Auf der Front befinden sich drei USB-A 3.2 Gen 2 mit 10Gbit/s, ein SD-Kartenleser (SD 4.0, bis 312MB/s, UHS-II) und ein microSD-Slot.

Plus den internen M.2-NVMe-Steckplatz kommen wir auf zehn vom Nutzer erreichbare Schnittstellen – exakt wie es der Produktname verspricht. Die Auswahl deckt den typischen Mac-mini-Alltag sehr gut ab. Für viele von euch reicht das völlig aus.

Kritisch sehe ich, dass Ugreen weder einen HDMI-Port, noch einen Ethernet-Anschluss und auch keine 3,5mm-Klinke integriert hat. Gerade der fehlende HDMI-Ausgang ist ein Wermutstropfen – nicht jeder Monitor hat DisplayPort, und ein passiver DP-zu-HDMI-Adapter ist nicht für 8K geeignet.

SSD-Einbau

Der M.2-NVMe-Slot ist das eigentliche Highlight der Maxidok 10-in-1. Er sitzt unter dem Boden des Docks und ist mit vier Kreuzschlitzschrauben verriegelt. Nach dem Lösen lässt sich die Bodenplatte abnehmen und der Slot liegt frei. Auf dem Untergrund klebt bereits ein vorgeformtes Wärmeleitpad, das die SSD später mit dem Aluminium-Gehäuse koppelt.

Der Slot unterstützt M.2-NVMe-SSDs in den Bauformen 2230, 2242, 2260 und 2280 mit M-Key oder B+M-Key. SATA wird nicht unterstützt. Wir haben für den Test eine WD_BLACK SN850X 1TB eingebaut, die mit ihrer PCIe-Gen4-Anbindung von bis zu 7.300MB/s im Lesen ein guter Partner für den Slot sein sollte.

Der Einbau dauerte mit dem mitgelieferten Schraubendreher keine fünf Minuten. SSD im leichten Winkel einsetzen, festschrauben, Folie des Wärmeleitpads abziehen, Bodenplatte wieder festschrauben – fertig. Genau so sollte es sein.

SSD-Slot und Performance

ugreen maxidok 10 in 1 benchmark ssd im dock

Jetzt kommt der Teil, der für viele von euch über Kauf oder Nichtkauf entscheidet: die tatsächliche Geschwindigkeit des SSD-Steckplatzes. Wir haben den Benchmark mit AmorphousDiskMark 4.0.1 über die eingebaute WD_BLACK SN850X 1TB durchgeführt.

Die Werte im Überblick:

  • SEQ1M QD8 Lesen: 4.264MB/s · Schreiben: 2.967MB/s
  • SEQ1M QD1: 3.353MB/s lesen / 4.154MB/s schreiben
  • RND4K QD64: 663MB/s lesen / 330MB/s schreiben
  • RND4K QD1: 60MB/s lesen / 66MB/s schreiben

Über 4GB/s im Lesen und fast 3GB/s im Schreiben über Thunderbolt 5 – das schlägt jede USB-4-Lösung deutlich und bleibt selbst über längere Schreibvorgänge stabil. Anzumerken ist allerdings, dass wir mit der Maxidok 17-in-1 (zum Test) im SSD-Slot sogar 6.927MB/s lesen und 4.594MB/s schreiben gemessen haben mit der gleichen WD_Black-SSD. Die 10-in-1 liegt also unter dem, was Thunderbolt 5 theoretisch hergibt.

Das kann zwei Gründe haben: Zum einen ist die WD_BLACK SN850X 1TB keine Spitzen-SSD mehr. Zum anderen scheint die TB5-Anbindung im 10-in-1 ein paar Prozentpunkte unter dem Optimum zu liegen. In der Praxis ist das aber immer noch ein extrem schnelles externes Laufwerk – im sequenziellen Schreiben sogar schneller als die interne Mac-mini-SSD beim M4.

Praxis: Mac mini, Displays und USB

Im Alltag verhält sich die Maxidok 10-in-1 angenehm unauffällig. Wir haben das Dock mit einem MacBook Pro 2024 als Hauptgerät betrieben, dazu ein 4K-Display am DisplayPort-2.1-Ausgang sowie ein weiteres 4K-Panel über Thunderbolt-5-Downstream. Wer 6K-Monitore besitzt, kann laut Ugreen den Dual-6K-Modus über die beiden Anschlüsse nutzen.

Die drei vorderen USB-A-Ports mit 10Gbit/s liefern in der Praxis das, was sie versprechen. Positiv fällt auf, dass alle drei Ports vorne sitzen und damit wirklich erreichbar sind – das große Manko des Mac mini, dass alle Anschlüsse auf der Rückseite verschwinden, wird hier elegant umgangen. Der SD-Kartenleser schafft mit einer UHS-II-Karte konstant über 200MB/s beim Auslesen.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Die Ugreen Maxidok 10-in-1 ist eine Antwort auf die typischen Schwachstellen des Mac mini M4 / M4 Pro: zu wenige Front-Anschlüsse, zu teurer Speicher und kein günstiger Weg, ein zweites Display anzuschließen. Genau diese drei Punkte adressiert sie elegant und in einem Mac-mini-Footprint, der optisch perfekt zum Apple-Original passt.

Das Highlight ist und bleibt der integrierte M.2-NVMe-SSD-Slot mit voller PCIe-Gen4-x4-Anbindung. Wir messen über Thunderbolt 5 4.264MB/s im Lesen und 2.967MB/s im Schreiben – kein Spitzenwert für TB5, aber immer noch extrem schnell und beim Schreiben sogar deutlich schneller als die interne Apple-SSD im M4 Pro.

Kritik gibt es trotzdem. Der Preis ist ein echtes Argument: Mit aktuell 306€ (UVP 359,99€) ohne SSD ist die Maxidok 10-in-1 deutlich teurer als die direkt vergleichbare Beelink Mate mini (zum Test), die für weit unter 200€ zu haben ist. Ja, die Ugreen hat den schickeren Aluminium-Body, das mitgelieferte TB5-Kabel und den zusätzlichen DisplayPort 2.1 – aber dafür zahlt ihr eben einen ordentlichen Premium-Aufschlag. Wer nur den SSD-Slot braucht und auf das Extra-Display verzichten kann, bekommt mit der Beelink-Alternative die gleiche Kern-Funktion für deutlich weniger Geld.

Dazu kommt: Ein HDMI-Port wäre praktisch gewesen, Ethernet hätte dem Dock gutgetan und ein 3,5mm-Klinkenausgang fehlt ebenfalls. Wer ein wirklich vollständiges Dock sucht, sollte stattdessen einen Blick auf die deutlich umfangreichere Maxidok 17-in-1 (zum Test) werfen.

Im Endeffekt ist die Maxidok 10-in-1 ein exzellent verarbeitetes Premium-Produkt für Mac-mini-Nutzer, die bereit sind, für Optik, Materialqualität und ein vollständiges Zubehörpaket einen deutlichen Aufpreis gegenüber der Beelink-Konkurrenz zu zahlen. Funktional kann sie alles, was sie verspricht – aber günstig ist sie eben nicht.

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