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Die neue Hoymiles HiBattery 4020X bietet enorme Leistungsreserven, integriert erstmals MPPT-Eingänge und verfügt über eine hohe Kapazität. Mit einer MPPT-Eingangsleistung von 4.000W, einer Kapazität von 4.020Wh und einem bidirektionalen Wechselrichter mit 2.500W gehört die HiBattery zu den leistungsfähigsten Speichern für Balkonkraftwerke.
Hoymiles hat mit dem MS-A2 (zum Test) und der HiBattery 1920 AC (zum Test) bereits bewiesen, dass er über das nötige Know-how verfügt, um im Markt der Speichersysteme ganz vorne mitzumischen. Mit der neuen HiBattery 4020X präsentiert der Hersteller erstmals ein All-in-one-Gerät, das zusätzlich die exzellente Wechselrichtertechnik von Hoymiles integriert. Wir haben die neue HiBattery 4020X ausführlich unter die Lupe genommen und zeigen euch in unserem Test alle Stärken und Schwächen.
Technische Daten
Ein Blick auf die technischen Daten zeigt das beeindruckende Leistungsspektrum der HiBattery 4020X. Die Ausgangsleistung ist im Grundbetrieb auf die in Deutschland geltenden 800W limitiert. Allerdings könnt ihr diese in der App auf bis zu 2.500W heraufsetzen. Zwar erscheint ein entsprechender Warnhinweis in der App, dennoch ist eine Leistungsabgabe von über 800W möglich.
Hoymiles deklariert auf seinem Typenschild die maximale Ausgangsleistung von 800W, die mit dem derzeitigen Softwarestand nicht eingehalten wird. Somit muss das System wie auch schon die Anker Solarbank 4 Pro (zum Test) als reguläre PV-Anlage angemeldet werden.
Hoymiles verbaut in der HiBattery 4020X einen bidirektionalen Wechselrichter mit 2.500W. Das hat den Vorteil, dass ihr das System mit bis zu 2.500W über das Netz laden könnt, und ermöglicht zudem eine Off-Grid-Steckdose mit demselben Leistungsniveau. Ihr solltet allerdings beachten, dass ein Akkusystem nur mit jeweils 2.000W geladen/entladen werden kann. Für die volle Ladeleistung von 4.000W benötigt ihr daher noch mindestens einen Zusatzakku. Zusätzlich zu den MPPT-Eingängen könnt ihr auch einen externen Wechselrichter mit einer Leistung von bis zu 2.500W an die Off-Grid-Steckdose der HiBattery 4020X anschließen. Damit steigt die maximale Eingangsleistung auf beeindruckende 6.500W. Um diese hohe Leistung aufnehmen zu können, ist der Vollausbau mit drei Zusatzakkus Grundvoraussetzung.
Das System ist nach IP66 zertifiziert und lässt sich damit ganzjährig im Freien aufstellen. Dank der integrierten Heizfunktion ist der Betrieb selbst bei einer Temperatur von -20°C möglich. Mit einer Kapazität von 4.020Wh ist das Speichersystem selbst für größere Solaranlagen gut aufgestellt. Bei Bedarf lässt sich die Kapazität mit maximal drei Zusatzakkus (HiBattery 4020S) auf bis zu 16kWh anheben. Besonderen Wert legt der Hersteller auf das Thema Sicherheit. Hoymiles verbaut in der HiBattery 4020X ein redundantes BMS (Batterie-Management-System), das mit zwei unabhängigen Mikrocontrollern jederzeit den Batteriezustand überwacht. Zudem ist ein Feuerlöschsystem verbaut, das im Fehlerfall kritische Temperaturen verhindert. Selbst die MC4-Eingänge verfügen über eine Temperaturüberwachung, um eine Überhitzung der Anschlussstecker zu verhindern.
Lieferumfang der HiBattery 4020X
Der Lieferumfang der HiBattery 4020X beschränkt sich auf das Wesentliche und beinhaltet folgendes Zubehör:
- HiBattery 4020X Speichersystem
- Anschlusskabel 150cm
- MC4-Trennhilfe
- Bedienungsanleitung
- Fixierungen für die Wandmontage
- Gummidichtung für die Schuko-Steckdose
Das Anschlusskabel ist mit 150 Zentimetern deutlich zu kurz geraten. Hoymiles hat in diesem Zusammenhang erläutert, dass zukünftig ein 5 Meter langes Anschlusskabel optional erhältlich sein wird. Die Fixierungen für die Wandmontage sind keine vollwertige Wandhalterung. Sie dienen dazu, das System sicher an der Wand zu verankern, um ein eventuelles Umfallen oder Verschieben des Speichersystems zu verhindern. Mit der Gummiabdichtung für die Schuko-Steckdose bleibt der IP66-Wetterschutz selbst bei eingestecktem Stecker in der Off-Grid-Steckdose erhalten.
Design und Verarbeitung
Mit der HiBattery 4020X orientiert sich der Hersteller am Design moderner Heimspeichersysteme. Mit Abmessungen von 520 x 384 x 199 Millimeter, 42 Kilogramm ist die HiBattery vergleichsweise lang, aber dafür flach aufgebaut. Das schlanke Design fügt sich damit selbst in einen Wohnraum perfekt ein, ohne aufdringlich zu wirken. Die Oberseite bietet zwei Tragegriffe, die einen Transport des Speichersystems ermöglichen. Die übrige Fläche nimmt ein breiter Kühlkörper ein, der die Abwärme des Wechselrichters abtransportiert.
Das Gehäuse besteht aus silbergrauem Aluminium und wird im oberen Teil durch eine schwarze Hochglanzblende mit dem dahinterliegenden Display ergänzt. Dieses ist selbst bei direktem Sonnenlicht noch gut ablesbar und liefert euch Informationen zum Ladestand, zur Eingangs- und Ausgangsleistung sowie zum Betriebsstatus. Zudem integriert Hoymiles einen Touchscreen, der drei Funktionen („Power on/off“, „Bluetooth/WLAN zurücksetzen“, „Off-Grid on/off“) bietet.
Auf der rechten Seite befinden sich neben der Off-Grid-Steckdose der Anschluss für das Netzkabel, ein RS485-Port und ein Lüfteranschluss. Bei letzterem handelt es sich um einen 8-poligen Anschluss für ein spezielles Lüftersystem von Hoymiles, das in naher Zukunft verfügbar sein soll. Der RS485-Port ermöglicht lediglich eine lokale Kommunikation der HiBattery 4020X mit den hauseigenen Smart-Metern des Herstellers. Das darunterliegende Überdruckventil sorgt im unwahrscheinlichen Fehlerfall für einen sicheren Druckausgleich der verbauten LiFePO4-Akkuzellen. Die MPPT-Eingänge verortet der Hersteller auf der linken Seite. Auch auf dieser Seite sorgen Kühlrippen für den Abtransport der Wärme.
Auf der Unterseite bietet das System vier gummierte Standfüße, die einen sicheren Stand gewährleisten. Zudem verbaut Hoymiles hier den Anschluss für die Zusatzakkus des Herstellers. Nach Entfernen der Schutzabdeckung könnt ihr die HiBattery 4020X einfach auf die Zusatzakkus stapeln, um die Kapazität und Ladeleistung zu erhöhen. Die Verarbeitung des Gehäuses gibt wenig Anlass zur Kritik. Sowohl die Funktionselemente als auch Spaltmaße und Lackierung sind makellos.
Dennoch mussten wir feststellen, dass unser Testgerät nicht unbedingt mit Liebe zum Detail zusammengebaut wurde. Sowohl der RS485-Port als auch der Anschluss für das Netzkabel sind nicht ganz gerade ausgerichtet. Ein noch größeres Problem betrifft die MC4-Eingangsbuchsen. Diese sind nicht ausreichend gegen Verdrehen gesichert. Dreht ihr sie nach links, lösen sie sich von der Kontermutter auf der Innenseite. Das Ergebnis sind lose MC4-Buchsen, die das dahinterliegende Anschlusskabel beschädigen könnten. Laut Hoymiles handelt es sich bei diesen Mängeln lediglich um Fehler unseres frühen Testmusters, die in der Serienversion nicht mehr auftreten werden.
Inbetriebnahme und Steuerung
Dank der IP66-Zertifizierung spielt der Standort des Speichersystems eine untergeordnete Rolle. Wir empfehlen dennoch, einen sonnengeschützten Standort mit guter WLAN-Abdeckung zu wählen.
Für die Inbetriebnahme stehen zwei Varianten zur Auswahl. Ihr könnt die Solarmodule entweder direkt mit den MPPT-Eingängen der HiBattery 4020X verbinden oder ein bereits vorhandenes Balkonkraftwerk mit einer maximalen Wechselrichterleistung von 2.500W an die Off-Grid-Steckdose der HiBattery anschließen. Beide Anschlussvarianten lassen sich zudem kombinieren. Abschließend müsst ihr nur noch das Anschlusskabel in eine freie Schuko-Steckdose einstecken und die Einrichtung über die Hoymiles-App starten.
Steuerung mit der S-Miles Home App
Für die grundlegende Konfiguration und die Anbindung an ein Smart-Meter ist die hauseigene S-Miles Home App für Android oder iOS zwingend erforderlich. Nach erfolgreicher Installation müsst ihr ein Nutzerkonto (E-Mail und Passwort) anlegen und die HiBattery 4020X mittels Bluetooth-Suche hinzufügen. Im Anschluss konfiguriert ihr euer heimisches WLAN und koppelt das System mit einem vorhandenen Smart-Meter. Die HiBattery 4020X unterstützt neben den hauseigenen Hoymiles Smart-Metern auch den Shelly Pro 3EM und den Everhome Ecotracker (zum Test).
Die Startseite liefert euch zahlreiche Informationen zum Energiefluss, zur Eingangsleistung der Solarmodule (oder externer PV-Anlage), zur Ausgangsleistung, zur Ladeleistung des Akkus, zum Netzbezug sowie zum aktiven Betriebsmodus. Zudem stehen Diagramme und historische Daten für den Tagesertrag sowie für die Lade- und Entlademenge zur Verfügung. Wählt ihr auf dem Bildschirm einzelne Bereiche wie die HiBattery oder die Solarmodule an, erhaltet ihr nähere Informationen zum Ladestand des Akkus und zur Leistung der einzelnen Solarmodule.
Grundlegend bietet Hoymiles für die HiBattery 4020X zwei Betriebsmodi an, die wir euch kurz erläutern:
Eigenverbrauchsmodus
In diesem Betriebsmodus könnt ihr die Einspeiseleistung entweder vollautomatisch durch ein Smart-Meter steuern lassen oder manuell einen Zeitplan erstellen, indem ihr festlegt, wann und wie viel Leistung in das Hausnetz abgegeben werden soll. Verwendet ihr ein Smart-Meter, ist die zeitgesteuerte Einstellung in diesem Betriebsmodus nicht mehr verfügbar. Dann übernimmt das Smart-Meter die Erfassung des Hausverbrauchs und regelt die Einspeisung je nach Bedarf.
TOU-Modus (Time of use)
Der TOU-Modus kombiniert den Eigenverbrauchsmodus mit zeitgesteuerter Ladung des Akkus und richtet sich vornehmlich an Nutzer von dynamischen Stromtarifen. Wählt ihr hier die empfohlenen Einstellungen aus, analysiert die Hoymiles HiBattery 4020X euren Stromverbrauch und bezieht Wetter- und Strompreisdaten mit ein. Somit entscheidet die HiBattery selbstständig, wann und wie viel Energie aus dem Netz bezogen werden soll. So kann sie an ertragsschwachen Tagen in Niedrigpreisphasen aus dem Netz laden, um für die Hochpreisphasen genügend Energie vorzuhalten.
Ihr habt zudem die Möglichkeit, in den „Allgemeinen Einstellungen“ einen vordefinierten Lade- und Entladeplan zu nutzen und diesen individuell anzupassen. In den „Erweiterten Einstellungen“ könnt ihr außerdem beliebig viele verschiedene Tages- oder Wochenpläne erstellen.
Grundeinstellungen
Hoymiles bietet für die HiBattery zahlreiche Möglichkeiten an, um das System individuell an eure Bedürfnisse anzupassen. Wir haben die wichtigsten Funktionen für euch zusammengefasst:
- Betriebsmodus (Eigenverbrauch, TOU-Modus)
- Hauslasteinstellung (manuelle Einspeiseleistung und temporäre Last)
- Einstellungen der Ausgangsleistung (100-2.500W)
- Backup-Modus (manuelle Ladung des Systems für den Inselbetrieb)
- Batterieheizung (on/off)
- Netzgebundene Eingangseinstellung (Eingangsleistung AC 100-2.500W)
- Einstellung Netzprofil
- Systeminformation (Name, Standort, Zeitzone)
- Firmware-Aktualisierung
- Erträge (Ertragsberechnung in Euro)
- MQTT-Service (on/off)
In der Hauslasteinstellung lässt sich neben der momentanen Einspeiseleistung auch eine temporäre Last definieren. Hier könnt ihr festlegen, dass die HiBattery 4020X über einen festgelegten Zeitraum eine von euch bestimmte Leistung in das Hausnetz einspeist (zum Beispiel 1.000W für eine Stunde). Die Ausgangsleistung ist werkseitig auf 800W festgelegt, um die in Deutschland geltenden Normen für Balkonkraftwerke zu erfüllen. Dennoch lässt sich die Leistung unter Beachtung eines Warnhinweises auf bis zu 2.500W anheben. Solltet ihr Ausgangsleistungen von mehr als 800W nutzen wollen, ist zwingend eine Installation und Abnahme durch eine Elektrofachkraft vorgeschrieben. Hoymiles bietet zudem eine MQTT-Schnittstelle an, über die sich das Speichersystem in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant einbinden lässt.
Geräteeinstellungen
In den Geräteeinstellungen findet ihr noch mehr Informationen zum Speichersystem und der erzeugten Energie. Ihr könnt die momentane Solarleistung, historische Leistungsdaten, den Verlauf der Akkuladung sowie die Leistungsdaten zur Netzeinspeisung und zur Off-Grid-Steckdose einsehen. Zudem zeigt euch das System hier die interne Temperatur des Speichersystems an. Dieser Wert spiegelt allerdings nur die Temperatur des internen Akkus wider. Das System kann an den Kühlkörpern und im Leistungsteil deutlich wärmer werden.
Hoymiles bietet auch eine EPS-Funktion an, die sich hier aktivieren oder deaktivieren lässt. Es handelt sich dabei um den USV-Modus (unterbrechungsfreie Stromversorgung). Dieser versorgt Geräte an der Off-Grid-Steckdose selbst bei einem Stromausfall nahtlos weiter (20ms Umschaltzeit).
Zusammenfassend ist die Hoymiles-App sehr umfangreich gestaltet. Wer bereits die Vorgängermodelle Hoymiles MS-A2 (zum Test) oder die HiBattery 1920 AC (zum Test) besitzt, wird sich allerdings sofort zurechtfinden. Alle Neueinsteiger sollten sich in jedem Fall genügend Zeit nehmen, um alle Funktionen kennenzulernen.
Hoymiles HiBattery 4020X im Testbetrieb
Bevor wir den Realbetrieb starten, überprüfen wir an dieser Stelle die technischen Daten der HiBattery 4020X an insgesamt drei Labornetzteilen (je 0-60V/21A).
Ab einer Eingangsspannung von 18V startet die HiBattery 4020X ihren Ladebetrieb. Die maximale Stromaufnahme beträgt dabei beachtliche 32A, die wir im Test auch nahezu (31,5A) erreicht haben. Die volle Leistung von 1.000W pro Eingang erreicht ihr damit an einer Spannung von rund 32V. Ihr könnt dementsprechend auch mit Solarmodulen, die in einem niedrigen Spannungsbereich arbeiten, das volle Potenzial der Eingänge ausschöpfen.
Allerdings ist uns am Labornetzteil ein merkwürdiges Verhalten bei hohen Spannungen aufgefallen. Ab einer Eingangsspannung von 54V greift die Strombegrenzung der HiBattery nicht mehr zuverlässig. Dadurch sind Leistungen von bis zu 2.000W an nur einem MPPT-Eingang möglich. Das führt nach kurzer Zeit zur Abschaltung des Eingangs. Dennoch sollte hier Hoymiles nachbessern, zumal der Speicher bis zu einer Spannung von 60V freigegeben ist.
Der interne Akku der HiBattery lässt sich mit maximal 2.000W laden. Im Test erreichten wir sogar rund 2.150W Ladeleistung. Solltet ihr höhere Ladeleistungen benötigen, könnt ihr dies mithilfe der Zusatzakkus realisieren. Mit einem Zusatzakku liegt die maximale Ladeleistung bei 4.000W, während mit zwei oder drei Akkus sogar 6.000W/6.500W möglich sind. Da die MPPT-Eingänge maximal 4.000W Gesamtleistung zulassen, müsst ihr für diese enorme Ladeleistung die Off-Grid-Steckdose zusätzlich mit einem externen Mikrowechselrichter belegen, der dann bis zu 2.500W zusätzlich liefert.
Auch wenn der interne Wechselrichter der HiBattery 4020X bis zu 2.500W bereitstellen kann, so limitiert der verbaute Akku die maximale Ausgabeleistung (sofern keine zusätzliche PV-Eingangsleistung zur Verfügung steht). Dieser lässt sich ebenfalls nur mit 2.000W entladen. In der Praxis bedeutet das, dass ohne Zusatzakku lediglich 1.850W Einspeiseleistung und Off-Grid-Leistung möglich sind. Die 1.850W ergeben sich aus 2.000W Akkuleistung abzüglich der Wandlungsverluste durch den internen Wechselrichter. Versorgt ihr die HiBattery zusätzlich mit PV-Leistung (mindestens 650W), könnt ihr auch ohne Zusatzakku die volle Ausgabeleistung von 2.500W nutzen.
Kapazität und Temperaturverhalten
Um die tatsächlich nutzbare Kapazität zu ermitteln, haben wir die HiBattery 4020X über das Hausnetz aufgeladen und mit 400W/800W/2.500W und in einem weiteren Durchgang dynamisch mit Smart-Meter entladen. Interessanterweise lag die real nutzbare Kapazität in allen Durchgängen auf einem ähnlichen Niveau. Im Durchschnitt konnten wir 3.550Wh Energie entnehmen. Hierbei verbleibt eine Sicherheitsreserve von 10% im Akku. Ausgehend von der Herstellerangabe von 4.020Wh liegt die nutzbare Kapazität bei 88%. Unter Berücksichtigung der Sicherheitsreserve sind sogar 98% der Designkapazität nutzbar. Für eine vollständige Ladung werden 4.331Wh aus dem heimischen Stromnetz benötigt. Damit stehen 3.550Wh nutzbare Energie einem Energiebedarf von 4.331Wh gegenüber. Die kombinierten Lade- und Entladeverluste belaufen sich auf 18% (82% Gesamteffizienz). Mit diesem Wert liegt die HiBattery 4020X im durchschnittlichen Bereich. Einige Systeme der Konkurrenz schaffen hier Werte von bis zu 87%. Laut Hersteller bietet das System bei einer Entladung/Ladung mit 800W die beste Gesamteffizienz und erreicht Werte von bis zu 87%. In unserem Test konnten wir in dieser Konstellation 84% ermitteln. Aufgrund der hohen Außentemperaturen zum Testzeitpunkt ist die Angabe von Hoymiles unter Laborbedingungen durchaus realistisch.
Im Normalbetrieb liegt der Stand-by-Verbrauch bei rund 7,5W und somit im höheren Bereich. Im Gegensatz zur Konkurrenz entnimmt Hoymiles allerdings keine Energie aus dem Akku, um den Stand-by-Verbrauch aus dem Netz zu reduzieren. Für ein Speichersystem dieser Größe ist das insgesamt ein ausgezeichneter Wert. Bei Erreichen der unteren SoC-Grenze ist uns aufgefallen, dass die HiBattery (trotz Stand-by) gelegentlich den Akku mit rund 50W nachlädt. Dieses Verhalten konnten wir allerdings nicht zuverlässig reproduzieren, da es nicht bei jedem Durchgang auftrat.
Temperaturverhalten
Um eine möglichst hohe Temperaturentwicklung zu provozieren, haben wir die HiBattery 4020X im AC-Volllastbetrieb und im Realbetrieb verglichen.
- oberer Kühlkörper
- seitlicher Kühlkörper
Im reinen AC-Betrieb (22°C Raumtemperatur) haben wir die HiBattery mit 2.000W vollständig aufgeladen und im Anschluss sofort wieder mit 2.000W entladen. Nach rund 2 Stunden Ladebetrieb konnten wir an den Kühlrippen bereits Temperaturen von bis zu 60°C messen. Nach 4 Stunden Lade- und Entladebetrieb erreichte der Kühlkörper bis zu 66°C. Der interne Sensor des Akkus erreichte hierbei Temperaturen von maximal 42°C. Das System drosselte die Leistung während des gesamten Tests nicht.
- oberer Kühlkörper
- seitlicher Kühlkörper
Im Realbetrieb mit einer Solarmodulleistung von 3.600W und einer dynamischen Einspeisung (800W) mittels Smart-Meter konnten wir selbst bei Außentemperaturen von fast 30°C nicht mehr als 60°C an den Kühlrippen messen. Auch hier lief das System vollkommen unauffällig und störungsfrei.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Temperaturniveau der HiBattery 4020X im Vergleich zur Konkurrenz sehr hoch ist. Allerdings liegen hier die Drosselungsschwellen auch deutlich höher und der interne Akkusensor meldete stets unkritische Temperaturen. Für den reinen AC-Betrieb mit PV-Überschussladung oder den dauerhaften Volllastbetrieb würden wir dennoch eine aktive Kühlung empfehlen. Hoymiles wird hierfür zukünftig ein entsprechendes Lüfterkit anbieten, das ihr direkt über den FAN-Anschluss der HiBattery steuern könnt.
Die Hoymiles HiBattery 4020X im Realbetrieb
Für unseren Test unter realen Bedingungen verbinden wir die Hoymiles HiBattery 4020X mit einer Solaranlage mit insgesamt 3.600W Modulleistung. Zudem testen wir auch die Ladung mittels PV-Überschuss über das heimische Stromnetz. Dafür steht eine weitere Solaranlage (4.000W) bereit, die direkt in das Stromnetz einspeist. Für die dynamische Einspeisung kommen ein Shelly Pro 3EM und der Everhome Ecotracker zum Einsatz.
Bereits in den frühen Morgenstunden beginnt die HiBattery 4020X, aus den Solarmodulen Strom zu erzeugen. Aufgrund der hohen Solarmodulleistung erreicht sie die maximale Ladeleistung des internen Akkus (2.150W) bereits vor den Mittagsstunden. Überschüssige Energie, die der Akku nicht aufnehmen kann, fließt direkt in euer heimisches Stromnetz. Diese Funktion könnt ihr im Bedarfsfall auch in der App deaktivieren. In dem Fall drosselt das System die MPPT-Eingänge bei Erreichen der maximalen Ladeleistung (zuzüglich Hausverbrauch). Ist der Akku vollständig geladen, speist die HiBattery überschüssigen Strom der Solarmodule direkt in das Hausnetz ein (bis zu 2.500W).
Die Geschwindigkeit der Einspeiseregelung mittels Smart-Meter (Shelly Pro 3EM) ist wie auch schon bei der HiBattery 1920 AC exzellent. Die HiBattery erkennt Laständerungen im Haus in 1 bis 2 Sekunden und gleicht sie augenblicklich aus. Selbst ein Induktionskochfeld mit ständig schwankenden Lasten kompensiert sie fast vollständig. Zudem trifft sie den Nullpunkt nahezu perfekt. Der Netzbezug schwankt lediglich um -5W bis 5W. Eine Steuerung mittels Everhome Ecotracker funktioniert ebenso zuverlässig, arbeitet im Realbetrieb aber etwas langsamer. Die Reaktionszeit steigt gegenüber dem Shelly um rund 1 Sekunde an. Dennoch ist auch das Regelverhalten mit dem Ecotracker vorbildlich. Im Bereich der dynamischen Einspeisung hat Hoymiles alles richtig gemacht und ist selbst Spitzenprodukten wie der Anker Solarbank 4 Pro (zum Test) noch einen kleinen Schritt voraus.
In der Grundkonfiguration arbeitet die HiBattery 4020X mit einer Einspeiseleistung von maximal 800W. Diese hält sie exakt ein und eliminiert den Verbrauch bis zu dieser Leistungsgrenze. Mit einer fachgerechten Installation durch eine Elektrofachkraft (inkl. Anmeldung als PV-Anlage) können versierte Nutzer auch den Leistungsbereich bis 2.500W freischalten. In dieser Konfiguration könnt ihr nahezu den gesamten Stromverbrauch im Haushalt kompensieren, sofern genügend Solarleistung zur Verfügung steht.
Off-Grid-Betrieb
Hoymiles verbaut in der HiBattery 4020X eine Off-Grid-Steckdose mit einer maximalen Ausgangs- und Eingangsleistung von bis zu 2.500W. Um das volle Potenzial nutzen zu können, wird auch hier ein Zusatzakku oder genügend PV-Leistung zusätzlich zum Akkubetrieb benötigt. Ohne Zusatzakku und PV-Eingang beträgt die maximale Ausgangsleistung lediglich rund 1.850W. Für unseren Test haben wir verschiedene Geräte in unterschiedlichen Leistungsklassen angeschlossen. Ohne Verbindung zum Stromnetz konnten wir handelsübliche Verbraucher wie mehrere Kühlschränke, einen Trennschleifer oder eine Heißluftpistole problemlos versorgen. Im netzgekoppelten Betrieb könnt ihr sogar Verbraucher mit einer Leistung von bis zu 3.600W betreiben. Diese speisen sich dann anteilig aus dem Akku und dem heimischen Stromnetz.
Die HiBattery bietet zusätzlich eine USV-Funktion mit einer Umschaltzeit von 20 Millisekunden. Damit laufen angeschlossene Verbraucher im Falle eines Stromausfalls unterbrechungsfrei weiter. Im Testbetrieb funktionierte diese Umschaltung absolut zuverlässig. Sowohl eine Heißluftpistole als auch eine Lampe und ein Kompressor wurden nahtlos weiterversorgt. Die Umschaltung von Netzbetrieb auf Akkubetrieb macht sich lediglich durch ein kurzes Flackern der Lampe bemerkbar.
Durch die Möglichkeit, einen externen Wechselrichter an die Off-Grid-Steckdose anzuschließen, könnt ihr die HiBattery auch im reinen Inselbetrieb nutzen. Allerdings solltet ihr beachten, dass der Speicher mit aktivierter Off-Grid-Steckdose zusätzliche Energie benötigt, die der angeschlossene Wechselrichter erst einmal kompensieren muss. Dementsprechend solltet ihr die Off-Grid-Steckdose aufgrund des zusätzlichen Stand-by-Verbrauchs nur aktivieren, wenn ihr sie auch braucht. Unter Verwendung einer Mehrfachsteckdose ist es sogar möglich, den Speicher im Off-Grid-Betrieb gleichzeitig über einen Mikrowechselrichter zu laden und zeitgleich mit bis zu 2.500W zu entladen.
Die Hoymiles HiBattery 4020X im Winterbetrieb
Für den Test der Heizfunktion haben wir die HiBattery auf -10°C heruntergekühlt und im Anschluss den Ladevorgang gestartet.
Leider müssen wir euch an dieser Stelle enttäuschen. Weder mit PV-Eingangsleistung noch mit Ladung über das heimische Stromnetz ließ sich die Heizfunktion aktivieren. Auf Nachfrage antwortete Hoymiles, dass die Heizfunktion bislang nicht implementiert ist. Die Funktion soll im September/Oktober 2026 per Firmware-Update nachgereicht werden.
Testergebnis
Mit der Hoymiles HiBattery 4020X liefert der Hersteller ein exzellentes Speichersystem ab, das sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss. Dank der hohen Eingangsleistung von 4.000W und der modularen Kapazitätserweiterung lässt sich das System flexibel an jede Situation anpassen. Vor allem das Thema Sicherheit steht bei Hoymiles an oberster Stelle. Ein integriertes Feuerlöschsystem in Kombination mit Überdruckventil, Temperaturüberwachung der Anschlüsse und einer redundanten Zellüberwachung lassen ein hohes Sicherheitsgefühl aufkommen. Dazu bietet die HiBattery eine der schnellsten und besten dynamischen Einspeisungen (Smart-Meter-gesteuert), die ihr auf dem Markt finden könnt. Abzüge gibt es maximal in der B-Note für die hohe Temperaturentwicklung und die Verarbeitungsmängel der MC4-Buchsen, die hoffentlich an den Seriengeräten nicht mehr auftreten werden.
Mit nur 999€ für das Hauptgerät und 899€ für die Zusatzakkus bietet die Hoymiles HiBattery zudem ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und bekommt von uns eine klare Kaufempfehlung.
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