Balkonkraftwerke
Das Thema Energiewende bewegt seit vielen Jahren unsere Gesellschaft. Für unsere Zukunft hat sich Europa das klare Ziel gesetzt, nachhaltige und klimafreundliche Energie zu erzeugen. Neben der Windenergie gehört die Solartechnik zu den Eckpfeilern dieser Energiewende. Die Verbreitung von Balkonkraftwerken hat diese Technik nicht nur nachhaltig verändert, sondern auch für fast jeden Haushalt zugänglich gemacht. Aus diesem Grund testen wir laufend die neuesten Wechselrichter und Speichersysteme. Wir geben euch einen Überblick über die wichtigsten technischen Eckpunkte und versuchen, das perfekte System für euch zu ermitteln.
Zur Balkonkraftwerks-Speicher-Bestenliste
Balkonkraftwerke sind nicht nur günstig in der Anschaffung, sondern lassen sich selbst von Laien ohne größere Vorkenntnisse installieren. Somit könnt ihr ein Teil der Energiewende werden und eure Stromkosten effektiv senken.
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In den vergangenen Jahren rückten zudem Energiespeicher für Balkonkraftwerke zunehmend in den Fokus. Sogenannte All-in-One-Geräte vereinen den Wechselrichter, eine smarte Steuerung, künstliche Intelligenz und den Energiespeicher in einem einzigen Gerät. Zudem ermöglichen sie in Kombination mit einem Smart-Meter eine dynamische (bedarfsgerechte) Einspeisung und lassen sich über dynamische Stromtarife intelligent laden. In unserer Bestenliste der Speicher für Balkonkraftwerke (zur Liste) ordnen wir die Systeme in verschiedene Klassen ein und geben euch Empfehlungen passend zu eurem jeweiligen Bedarf. Zusätzlich haben wir für euch in unserer Bestenliste der Wechselrichter (zur Liste) das passende Modell für eure Bedürfnisse parat.
Unsere Testkategorien
Neben den klassischen Wechselrichtern testen wir für euch auch Speichersysteme für Balkonkraftwerke. Diese unterteilen sich in AC- (Wechselstrom) und DC-gekoppelte (Gleichstrom) Systeme.
Wechselrichter
Ein Wechselrichter ist das Gerät, das den Strom aus den Solarmodulen für den Haushalt nutzbar macht. Die Module erzeugen Gleichstrom, der durch den Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird. Handelsübliche Wechselrichter für Balkonkraftwerke bieten in der Regel die Möglichkeit, bis zu zwei Solarmodule anzuschließen. Zudem ist die Ausgangsleistung auf 800W begrenzt, um die gesetzlichen Vorgaben für eine vereinfachte Anmeldung einzuhalten. In unseren Tests untersuchen wir vorrangig die Leistungsfähigkeit, die Effizienz, das Temperaturverhalten und die Einhaltung der Herstellerangaben (Anzahl der MPPTs, Spannungsniveau, Funktionalität). Natürlich spielen auch sicherheitsrelevante Faktoren eine entscheidende Rolle.
Hier gehts zu allen Infos der aktuellen VDE-Norm AR-N 4105.
AC-Speicher (zur Kategorieseite)
Der Zusatz AC (Alternating Current) steht für die Wechselstromtechnik. Das bedeutet, dass bei diesen Speichersystemen keine Solarmodule direkt angeschlossen werden können. Ein AC-Speicher lädt seine Akkus direkt über das heimische Stromnetz auf. Dennoch können diese Speichersysteme mit einem Balkonkraftwerk interagieren. In Kombination mit einem Smart-Meter erkennt das Speichersystem, wenn im Haus mehr Solarenergie erzeugt als verbraucht wird, und schaltet automatisch in den Lademodus. Ist der Energiebedarf höher als die erzeugte Solarenergie, aktiviert der AC-Speicher den integrierten Wechselrichter und gleicht diesen Bedarf dynamisch aus. Einige Hersteller wie Hoymiles oder Marstek bieten zudem eine integrierte Steckdose, an der ihr den Wechselrichter des Balkonkraftwerks direkt anschließen könnt. AC-Speicher bieten in der Regel einen sehr unkomplizierten Betrieb, da sie unabhängig vom eigentlichen Balkonkraftwerk agieren und an jede freie Haushaltssteckdose angeschlossen werden können. In unseren Tests bewerten wir vorrangig die real nutzbare Kapazität, die Effizienz, das Regelverhalten der dynamischen Einspeisung und die Zuverlässigkeit des Systems.
DC-Speicher (zur Kategorieseite)
Die wohl meistverbreiteten Speichersysteme für Balkonkraftwerke sind die sogenannten DC-gekoppelten Speicher. Hier sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass aktuelle DC-Speicher eher eine Mischform aus DC- und AC-Speicher darstellen. Sie bieten die Möglichkeit, Solarmodule direkt anzuschließen, und verfügen dennoch über einen bidirektionalen Wechselrichter, der direkt in euer Hausnetz (AC) einspeist. Aktuelle Modelle wie die Anker Solarbank 4 Pro (zum Artikel), das Zendure Solarflow 2400 Pro (zum Test) oder das Marstek Venus D (zum Test) bieten die Möglichkeit, Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 3.500W-5.000W anzuschließen. Zudem sind die Systeme in der Lage, Leistungen von bis zu 2.500W in euer Hausnetz einzuspeisen. Auch hier spielt das Thema bedarfsgerechte Einspeisung sowie die Ladung über das Hausnetz (dynamische Stromtarife) mittels Smart-Meter eine entscheidende Rolle. Wie auch bei den AC-gekoppelten Systemen bewerten wir vorrangig die real nutzbare Kapazität, die Effizienz, das Regelverhalten der dynamischen Einspeisung, die Zuverlässigkeit des Systems und ob die Herstellerspezifikationen eingehalten werden.
Welcher Speicher passt zu mir?
Um diese Frage beantworten zu können, müsst ihr im Vorfeld einige Punkte abklären. Der passende Speicher hängt in der Regel von eurem durchschnittlichen Stromverbrauch, aber auch von der verfügbaren Solarmodulfläche ab. Es ist in der Regel wenig sinnvoll, einen extrem leistungsfähigen und teuren Speicher zu kaufen, wenn lediglich die Grundlast in der Nacht abgedeckt werden soll. Im Gegenzug können Systeme wie das Anker Multisystem (zum Test) euren Stromverbrauch im Sommer nahezu eliminieren. Genau aus diesem Grund bietet euch diese Kategorie in Verbindung mit unseren Bestenlisten einen Gesamtüberblick, der euch bei dieser Auswahl unterstützen soll.
So testen wir Speichersysteme und Wechselrichter
Um euch einen möglichst objektiven Testbericht bieten zu können, werden die Speichersysteme und Wechselrichter nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch umfangreich im Realbetrieb getestet. Nachdem wir die Herstellerspezifikationen (Startspannung, Regelverhalten, Temperaturentwicklung, Leistungstest) überprüft haben, werden die Geräte mindestens 14 Tage an einer realen Solaranlage betrieben, die nach Möglichkeit nahe an der Leistungsgrenze der Herstellerangaben dimensioniert ist. Somit stellen wir sicher, dass die jeweiligen Geräte auch im Realbetrieb unter hoher Last zuverlässig und fehlerfrei arbeiten. Selbstverständlich gehören auch fest definierte Standards zu unseren Anforderungen, die wir euch hier genauer erläutern möchten.
Lieferumfang (Gewichtung 5%)
Der Lieferumfang sollte nicht nur vollständig, sondern auch funktional ausgelegt sein. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass einige Hersteller (vor allem bei Wechselrichtern) keine oder nur sehr kurze Netzanschlusskabel beilegen, die eine unkomplizierte Installation erschweren. Zusätzliches Zubehör wie Wandhalterungen oder MC4-Verlängerungskabel wird positiv gewertet.
Design und Verarbeitung (Gewichtung 10%)
Während das grundlegende Design nicht direkt in die Wertung mit einfließt, führen konstruktive Schwachstellen zur Abwertung. Beispiele hierfür sind schlecht erreichbare Anschlusskontakte, unzulässig hohe Belastungen des Materials oder unzureichende Ablaufmöglichkeiten für Regenwasser. Allgemeine Verarbeitungsmängel (Spaltmaße, kleine Kratzer), die die Funktion nicht beeinträchtigen, werden erwähnt, führen aber nicht zum Abzug. Sind diese allerdings sicherheitsrelevant (scharfe Kanten, elektrische Betriebssicherheit, unzureichender IP-Schutz), werden sie in die Bewertung mit einbezogen.
Inbetriebnahme und App-Steuerung (Gewichtung 15%)
In diesem Bereich spielen Faktoren wie ein einfacher Aufbau sowie Anschluss und eine funktionale, zuverlässige App eine entscheidende Rolle. Aufgrund der Tatsache, dass moderne Systeme meist auf die Cloud des jeweiligen Herstellers angewiesen sind, testen wir in diesem Bereich die Zuverlässigkeit der Anbindung, die Verfügbarkeit der Dienste und den Umfang der Einstellungen. Vor allem die Speichersysteme unterscheiden sich hier deutlich voneinander. Während einfache Systeme lediglich die nötigsten Grundeinstellungen bieten, können die etablierten Marken mit zahlreichen Einstellungen zur Automatisierung oder KI-Funktionen punkten. Somit können beispielsweise dynamische Stromtarife intelligent eingesetzt werden, um die Akkus in Tiefpreisphasen kostengünstig zu laden.
Der Testbetrieb (Gewichtung 20%)
Bevor wir die Systeme im Realbetrieb testen, überprüfen wir vorab die Herstellerspezifikationen. Hierzu werden die Geräte über ein Labornetzteil versorgt und verschiedene Faktoren wie Startspannung, Abschaltspannung, Stromaufnahme, MPPT-Regelbereich und die Schutzeinrichtungen überprüft. Weiterhin fließen in dieser Kategorie Faktoren wie Standby-Stromverbrauch, Effizienz, nutzbare Kapazität und das Temperaturverhalten mit ein.
Der Realbetrieb (Gewichtung 35%)
In diesem Bereich trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Wechselrichter oder das Speichersystem wird unter realen Bedingungen an einer Solaranlage getestet. In diesem Zusammenhang überprüfen wir die Zuverlässigkeit der Gesamtanlage, die Genauigkeit und Geschwindigkeit der dynamischen Einspeisung sowie das Lade- und Entladeverhalten. Selbstverständlich werden hier auch einige Punkte aus dem Testbetrieb wie das Temperaturverhalten oder der Wetterschutz (IP-Zertifizierung) mit berücksichtigt.
Off-Grid und Winterbetrieb (Gewichtung 10%)
Verfügt das System über eine Off-Grid-Steckdose, wird diese ebenfalls auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft. In diesem Bereich testen wir die maximale Leistungsabgabe, den Überlastfall oder den Betrieb mit externen Wechselrichtern. Die Kategorie Winterbetrieb spielt vorrangig für Speichersysteme eine Rolle. Die verbauten LiFePO4-Akkuzellen benötigen im Winterbetrieb (Temperaturen unter 0°C) in der Regel eine Akkuheizung oder eine spezielle Zellchemie, um geladen werden zu können. Wir überprüfen, wie gut und zuverlässig diese Systeme funktionieren und mit welcher Leistung bei welcher Temperatur geladen werden kann.
Preis-Leistungs-Verhältnis (Gewichtung 5%)
Hier vergleichen wir die jeweiligen Systeme mit Produkten der Konkurrenz und ordnen diese entsprechend dem Testergebnis ein.
Sonstiges
Besondere Features, die das entsprechende Modell von der Konkurrenz abheben, werden gesondert betrachtet. Hier wären Beispiele wie der Ausbau der Anker Solarbank 3 Pro zum Anker Multisystem (zum Test) oder die intelligente Vernetzung der Zendure-Systeme über ein Home Energy Management System erwähnenswert. Besondere Features fließen qualitativ in unsere Endempfehlung ein, ohne die Punktebewertung zu verändern.
Sollte es im Test allerdings zu sicherheitsrelevanten Mängeln kommen, führt dies zur sofortigen Abwertung des Testgeräts.






























