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Nothing Ear 3a Test – Günstige In-Ears mit Aufnahme-Trick

Getestet von Erik Schmid am
Vorteile
  • druckvoller Bass – Sound für die breite Masse
  • globale Aufnahme von Telefonaten und Audio
  • Silikon-Ohrstöpsel mit integriertem Schutzgitter
  • angenehmer Tragekomfort und sicherer Halt
  • IP54 für Ohrhörer und Case
  • unempfindlich gegen Wind und Schritthall
  • Bluetooth 6.0, LDAC/Hi-Res, Multipoint
Nachteile
  • ANC nur oberes Mittelfeld
  • Case nicht super hochwertig
  • Audio-Snapshot auf kurze Schnipsel begrenzt
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Nothing bringt selten einfach nur „noch ein Paar In-Ears”, es muss immer ein besonderes Feature an Bord sein, an dem sich die Marke ausprobiert. Bei den neuen Nothing Ear 3a ist es diesmal wirklich hilfreich: Die günstigen True-Wireless-Ohrhörer können Telefonate und Audio-Schnipsel direkt aufzeichnen, und das systemweit über so ziemlich jede App hinweg. Wir haben die Nothing Ear 3a im Praxistest.

Nothing Ear 3a Test Head

Die Ear 3a sind der Nachfolger der beliebten Nothing Ear (a) (zum Test) und die preiswerte Alternative zu den teureren Nothing Ear 3 (zum Test) für 180€. Für 99€ bekommt ihr hier einen 12mm-Treiber mit spürbar mehr Bass, ANC bis 45 Dezibel, Static Spatial Audio, Bluetooth 6.0 und eben die neuen Aufnahmefunktionen Audio Snapshot und Call Recording.

Design & Verarbeitung

Nothing bleibt sich treu: Das transparente Design, das den Blick auf die Technik im Inneren freigibt, ist und bleibt das Markenzeichen. Bei den Ear 3a gibt es die Farben Transparent/Weiß, Schwarz, Gelb und erstmals ein auffälliges Pink. Gefertigt ist alles aus Kunststoff, das Case soll wie eine kleine Pillendose in der Hand liegen. Auch in der Hosentasche trägt es nicht zu dick auf, aber verkratzt leicht.

Nothing Ear 3a Test Farben 1

Die Earbuds wiegen je 4,5 Gramm und sind damit angenehm leicht. Der rechte Hörer trägt einen roten, der linke einen schwarzen Punkt zur Orientierung im Case. Neu und praktisch: Das Ladecase hat jetzt zum ersten Mal drei LEDs für den Status bekommen. Über verschiedene Leuchtmuster zeigt es euch Akkustand, Pairing-Status und ob das Case offen ist, ein nettes Detail, das zuverlässig hilft.

An der Verarbeitung der Ohrhörer selbst gibt es nichts zu meckern, die sitzen wertig und sauber zusammengebaut. Beim Case muss ich allerdings einen kleinen Kritikpunkt loswerden: Der Deckel wackelt minimal und dürfte gerne noch einen Tick stabiler sein. Auf die eigentliche Nutzung hat das keinen Einfluss, aber ganz so satt wie beim teureren Alu-Case der Ear 3 wirkt es eben nicht.

Auch die Ohrhörer und das Case sind nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt – und zwar beide. Das ist ein Upgrade gegenüber den Ear (a), bei denen das Case nur IP52 hatte. Beim Sport, im Regen und gegen Schweiß seid ihr damit auf der sicheren Seite.

Lieferumfang & Tragekomfort

Im Karton liegen neben den Ohrhörern und dem Case ein USB-C-Ladekabel, eine Kurzanleitung und Silikon-Ohrstöpsel in vier Größen (XS, S, M und L). Und die Ohrstöpsel muss ich loben: Sie haben ein integriertes Zusatzgitter. Dadurch landet Schmutz und Ohrenschmalz im Gitter des Aufsatzes und kommt gar nicht erst an das feine Alu-Gitter des Ohrhörers, denn dort bekommt ihr den Dreck praktisch nie wieder heraus. Die Silikonaufsätze lassen sich dagegen ganz einfach unter Wasser reinigen.

Der Tragekomfort ist top. Der Teil im Ohr lässt sich schön eindrehen, ohne dass der Stiel drückt. Beim Sport und Joggen saßen die Ear 3a sicher im Ohr und verrutschten nicht. Auf der Seite liegen könnt ihr mit ihnen allerdings nicht. Beim Radfahren gibt es einen erfreulichen Punkt: Fahrtwind erzeugt kein störendes Rauschen, das den Klang beeinträchtigt. Hier gibt es deutlich schlechtere Umsetzungen.

Klang der Nothing Ear 3a

Beim Sound hat sich am meisten getan. Nothing verbaut einen neuen 12mm-Treiber (statt 11mm bei den Ear (a)) mit einer leichten PMI-Membran. Unterm Strich sorgt das für bis zu 5 Dezibel mehr Bass, und das hört ihr sofort.

Der Klang gefällt mir richtig gut. Die Ear 3a sind klar tiefenbetont, der Bass ist die große Stärke dieser Ohrhörer. Er kommt druckvoll und prominent, ohne dabei zu matschen. In Hip-Hop, EDM, Pop oder elektronischer Musik macht das einfach Laune. Über die Bass-Enhancement-Funktion in der App könnt ihr die Tiefen bei Bedarf noch weiter anheben.

Nothing Ear 3a Test Earbud In Hand 2

Ganz ehrlich: Das ist kein Klang für audiophile Fanatiker, die eine völlig neutrale, analytische Wiedergabe suchen. Wer bei filigranem Akustik-Jazz oder Orchester jede einzelne Nuance heraushören will, ist hier falsch. Aber genau das ist auch gar nicht der Anspruch. Die Ear 3a sind für die breite Masse gemacht, und für diesen Mainstream-Geschmack liefern sie einen mitreißenden, satten Sound, der zum Preis hervorragend passt.

Als Codec steht neben AAC auch das hochwertige LDAC bereit, dazu ist die Hi-Res-Zertifizierung mit Übertragung bis 24-bit/96 kHz an Bord. iPhone-Nutzer müssen sich wie üblich mit AAC begnügen. Einen praktischen Vorteil gibt es obendrein: Anders als bei der teureren Ear 3 bleibt der Klang bei den Ear 3a auch dann gleich gut, wenn ihr das ANC ausschaltet oder den Transparenzmodus nutzt.

Wer möchte, kann außerdem Static Spatial Audio aktivieren – eine reine Software-Lösung ohne Headtracking, die den Klang räumlicher wirken lässt. Das ist Geschmackssache: Bei Filmen kann es die Immersion erhöhen, bei Musik klingt es schnell etwas hohl und hallig.

Active Noise Cancelling

Das ANC der Nothing Ear 3a leistet gute Arbeit, spielt aber nicht in der absoluten High-End-Liga, was bei diesem Preis aber auch niemand ernsthaft erwartet. Technisch handelt es sich um ein Wideband-ANC, das Umgebungsgeräusche um bis zu 45 Dezibel reduzieren soll, in drei Stufen plus einem adaptiven Modus.

In der Praxis heißt das: Der allgemeine Grundpegel verschwindet zuverlässig und ist nicht mehr wahrnehmbar. Das monotone Brummen im ÖPNV, das Rauschen im Hintergrund, all das blendet das ANC sauber aus. Bei plötzlichen, lauten Geräuschen stößt es aber an seine Grenzen. Im Fitnessstudio zum Beispiel kommen laute Rufe durchaus noch durch. Das schaffen deutlich teurere Ohrhörer besser, in dieser Preisklasse geht die Vorstellung aber völlig in Ordnung.

Zwei Dinge gefallen mir richtig gut: Das ANC ist unempfindlich gegenüber Wind, es gibt draußen also kein nerviges Pfeifen, und auch Schritthall beim Gehen ist kein Thema. Der Transparenzmodus klingt zudem angenehm natürlich, um kurz die Umgebung durchzulassen.

Aufnehmen von Telefonaten und Audio

Jetzt zum spannendsten Teil, dem Feature, das die Ear 3a wirklich heraushebt. Nothing probiert sich ja bei jedem neuen Produkt an einer besonderen Funktion aus, und das Aufnehmen ist für mich diesmal eines der praktischsten Extras seit Langem. Der Clou: Es funktioniert on-device auf den Ohrhörern und damit global über alle Anwendungen hinweg. Ganze 32MB Speicher stecken dafür in den Buds, was für 2 Stunden reicht. Dann wird einfach auf das Smartphone übertragen.

Beachtet: Die Funktion ist nicht verfügbar, wenn ihr auf „LDAC” umgestellt habt! Es geht nur bei AAC, und das wird auch nirgends erklärt (oder ist derzeit noch ein Sof

Call Recording: Haltet ihr während eines Anrufs beide Ohrhörer gedrückt, startet die Aufnahme des Telefonats. Und genau hier zeigt sich die Stärke: Es funktioniert nicht nur bei normalen Handy-Anrufen, sondern auch bei WhatsApp, FaceTime, Google Meet und anderen Diensten – also anwendungsübergreifend. Bis zu zwei Stunden könnt ihr am Stück aufzeichnen. Aus Datenschutzgründen wird dabei automatisch eine Sprachansage inklusive Countdown an alle Gesprächsteilnehmer abgespielt, bevor die Aufnahme beginnt.

Audio Snapshot: Damit könnt ihr das, was ihr gerade hört, direkt mitschneiden – Podcast-Passagen, eine Vorlesung, ein Musik-Schnipsel. Das Besondere: Ihr könnt sogar bis zu 30 Sekunden rückwirkend speichern, ohne vorher zurückspulen zu müssen. Hier gibt es aber eine klare Einschränkung: Ein Segment ist auf maximal 60 Sekunden begrenzt, ganze Songs lassen sich damit also bewusst nicht aufnehmen, das ist aus Urheberrechtsgründen so gewollt. Für kurze Merkzettel ist das top.

Zwei Dinge solltet ihr noch wissen: Call Recording ist innerhalb der EU aktuell nur in Deutschland, der Schweiz und Frankreich verfügbar, standardmäßig deaktiviert und wird über IP-Standort und SIM-Region freigeschaltet. Und: Am Laptop wird der Gesprächspartner nicht automatisch über die Aufnahme informiert, hier solltet ihr also selbst Bescheid geben.

Wichtig: Das Transkriptionsmodell soll laut Aussage von Nothing kostenlos bleiben. Es ist auch kein Bezahlmodell geplant, mit dem ihr längeren Zugang zum Pro-Modell bekommt.

Die Aufnahmen werden anschließend mit der Nothing X App synchronisiert. Dort könnt ihr sie teilen, bearbeiten und sogar transkribieren lassen. Drei Monate lang ist die genauere Pro-Transkription mit 120 Minuten pro Monat kostenlos, danach wird auf das Standard-Modell umgeschaltet. Für die Pro-Variante werden die Daten mit eurer Zustimmung auf einem Server in Paris verarbeitet und laut Nothing weder gespeichert noch fürs KI-Training genutzt. Ab August soll ein Update zusätzlich Zusammenfassungen, Sprecher-Erkennung und Kalender-Erinnerungen bringen.

Für mich ist das genau die Art von Feature, die im Alltag wirklich etwas bringt – ein kurzes Gespräch festhalten, sich eine Info aus einem Podcast merken, ein Meeting mitschneiden. Dass es global über alle Apps läuft, macht es so praktisch.

Sprachqualität

Pro Ohrhörer sind drei Mikrofone verbaut, dazu filtert die Clear Voice Technology Störgeräusche beim Telefonieren heraus. Beim Laufen und Joggen konnte ich problemlos telefonieren, die Stimme wurde sauber und verständlich übertragen, Windgeräusche werden dabei wirksam unterdrückt. Beim Radfahren wird es dagegen schwierig, hier ist der Fahrtwind für den Gesprächspartner zu präsent, um noch komfortabel telefonieren zu können. Für Telefonate im Alltag und als Headset am PC eignen sich die Ear 3a aber uneingeschränkt. In der App lässt sich die doppelte Verbindung aktivieren, z.B. zu Laptop und Smartphone gleichzeitig.

App der Nothing Ear 3a

Zur Steuerung dient die Nothing X App, die es für Android und iOS gibt und die mit allen gängigen Android-Smartphones und iPhones gleichermaßen funktioniert. Sie ist übersichtlich, schick gestaltet und einfach zu bedienen, für mich eine der besten Kopfhörer-Apps auf dem Markt. Praktisch: Sie braucht weder ein Nutzerkonto noch aktiviertes GPS, nur für die Aufnahmefunktion ist ein Nothing-Konto nötig.

Hier bekommt ihr Zugriff auf alle Funktionen: einen einfachen Equalizer mit Presets sowie einen fortschrittlichen 8-Band-EQ für die detaillierte Klanganpassung, die volle ANC- und Transparenz-Kontrolle, die Verwaltung eurer Aufnahmen, einen Low-Lag-Modus fürs Gaming, Bluetooth Multipoint für zwei Geräte gleichzeitig sowie „Finde meine Ohrhörer”. Über die EQ-Library könnt ihr auch Profile aus der Nothing-Community laden. Mit einem Nothing Phone lässt sich zusätzlich ChatGPT per Sprache aktivieren.

Bedient werden die Ohrhörer per Pinch, also durch Zusammendrücken des Stiels. Super, denn normales Tippen wird bei mir zu leicht versehentlich ausgelöst. Einmal für Play/Pause, zweimal für den nächsten Titel, dreimal zurück, Halten wechselt den ANC-Modus. Ein Vorteil dieser Drucksteuerung: Sie funktioniert auch mit Handschuhen. Die Belegung lässt sich in der App anpassen. Weniger überzeugend ist die Trageerkennung: Sie pausiert zwar korrekt, nehmt ihr die Ohrhörer aber länger als drei Minuten heraus, wird die Wiedergabe nicht mehr automatisch fortgesetzt. Das ist leider auch bei manchen anderen In-Ears so.

Akkulaufzeit der Nothing Ear 3a

In jedem Ohrhörer stecken nun 55mAh Kapazität, das Ladecase bietet 500mAh. Ohne ANC sollen die Ohrhörer bis zu 10 Stunden durchhalten, zusammen mit dem Case kommt ihr auf bis zu 42 Stunden. Mit aktiviertem ANC sind es realistisch rund 6 Stunden am Stück und etwa 25 Stunden mit Case. Das ist ein solider, alltagstauglicher Wert, aber kein Ausdauer-Rekord.

Nothing Ear 3a Test Case Geschlossen Freigestellt 2

Geladen wird per USB-C, ein drahtloses Laden gibt es nicht, in dieser Preisklasse aber verschmerzbar. Dafür ist die Schnellladefunktion stark: 5 Minuten am Strom reichen bereits für eine Stunde Wiedergabe. Wer die Ohrhörer über Nacht zu laden vergessen hat, ist damit schnell wieder einsatzbereit.

Testergebnis

Getestet von
Erik Schmid

Die Nothing Ear 3a machen für 99€ verdammt viel richtig. Der Klang gefällt mir sehr gut: tiefenbetont, mit einem druckvollen Bass als klarer Stärke. Das ist kein Sound für audiophile Puristen, sondern einer für die breite Masse, und für die passt er hervorragend. Die Verarbeitung der Ohrhörer ist top, der Tragekomfort stimmt, und die Silikon-Ohrstöpsel mit integriertem Schutzgitter sind ein Detail, das ich im Alltag wirklich zu schätzen gelernt habe.

Das ANC ist brauchbar, aber kein High-End: Der Grundpegel verschwindet zuverlässig, laute Rufe im Gym kommen aber durch. Bei diesem Preis ist das absolut in Ordnung. Beim Case dürfte der Deckel gerne einen Tick stabiler sein, die Trageerkennung ist etwas eigenwillig und beim Telefonieren stößt ihr auf dem Rad an Grenzen, ansonsten leisten sich die Ear 3a aber kaum echte Schwächen.

Das Highlight bleibt für mich das globale Aufnehmen von Telefonaten und Audio-Schnipseln inklusive Transkribierung. Nothing hat wie immer ein besonderes Feature an Bord, aber diesmal ist es keine nette Spielerei, sondern wirklich praktisch, vor allem, weil es global über alle Anwendungen hinweg funktioniert. Dass Audio Snapshot bewusst nur kurze Schnipsel erlaubt und Call Recording aktuell auf Deutschland, die Schweiz und Frankreich beschränkt ist, solltet ihr wissen, schmälert den Nutzen im Alltag aber kaum.

Der Preis ist fair. Erfahrungsgemäß dürften die Ear 3a in den kommenden Monaten noch etwas im Preis fallen, spätestens für rund 80€ würde ich hier bedenkenlos zugreifen. Wer schicke, bassstarke In-Ears mit einem echt nützlichen Extra-Feature sucht, macht mit den Nothing Ear 3a nichts falsch.

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Steinlaus
Gast
Steinlaus
1 Minute her

Kommt ein Artikel bezüglich Nothings Rückzug? Man liest ja gerade, dass das Unternehmen in massiven finanziellen Schwierigkeiten steckt, fast die Hälfte aller Angestellten gehen muss und der europäische Markt de facto aufgegeben werden soll.

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