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Samsung Galaxy Watch Ultra 2 im Praxistest

Getestet von Erik Schmid am
Vorteile
  • endlich Snapdragon mit Co-Prozessor
  • hochwertiges Titangehäuse mit Saphirglas
  • GPS auf dem Niveau eines Radcomputers
  • sehr helles Display, immer gut ablesbar
  • 5 Systemupdates, Sicherheit bis 2031
  • läuft auch ohne Samsung-Smartphone gut
  • Tauchzertifizierung nach EN13319
  • dünner als der Vorgänger
Nachteile
  • nur 2 bis 3 Tage Akkulaufzeit
  • OnePlus schafft mehr mit kleinerem Akku
  • proprietäre Armbandanbindung
  • kein reguläres Qi-Laden
  • WLAN nur nach WiFi 4
  • Blutdruck nur mit Samsung-Smartphone
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Samsung vermarktet die Galaxy Watch Ultra 2 als Uhr für Taucher, Trailrunner und Outdoor-Abenteurer. Nach drei Wochen am Handgelenk ist es eher die Premium-Uhr für alle, die etwas Exklusiveres wollen als die normale Galaxy Watch. Bei Apple läuft die Aufteilung zwischen Apple Watch und Apple Watch Ultra ja ganz ähnlich. Viel spannender sind aber die technischen Neuerungen: der Wechsel von Exynos zu Snapdragon und ein größerer Akku!

Samsung Galaxy Watch Ultra 2 Test Head 2

Interessanter ist also die Frage, die wir in unserer Ankündigung offengelassen haben: Löst der Wechsel vom Exynos auf den neuen Snapdragon zusammen mit dem 35% größeren Akku endlich das leidige Ausdauerproblem der Samsung-Uhren? Und wird die Standortbestimmung besser, die bei der Samsung Galaxy Watch 7 (zum Test) noch eine Katastrophe war? Beides haben wir selbst nachgemessen.

Zum Preis vorweg: Bei Samsung kostet die Galaxy Watch Ultra 2 unverändert 750€, die guten Vorbesteller-Aktionen sind vorbei. Auf der Straße zahlt ihr inzwischen rund 540€. Das ist immer noch richtig viel Geld, aber in dieser Größenordnung urteilen wir auch.

Galaxy Watch Ultra 2, Watch Ultra und Watch 9 im Vergleich

Die Ultra 2 ist die einzige Samsung-Uhr mit Titangehäuse, Tauchzertifizierung und 47mm Gehäusegröße. Wer nur eine schicke Alltagsuhr sucht, bekommt mit der Galaxy Watch 9 denselben Prozessor für deutlich weniger Geld. Und wer den Aufpreis scheut, findet die erste Galaxy Watch Ultra noch im Handel, muss dann aber mit dem kleineren Akku und dem dickeren Gehäuse leben.

Samsung Galaxy Watch Ultra 2

Samsung Galaxy Watch Ultra2 Beitragsbild

Samsung Galaxy Watch Ultra

Samsung Galaxy Watch Ultra 2025 Titelbild I

Samsung Galaxy Watch 9 (44mm)

Samsung Galaxy Watch 9 Beitragsbild

AMOLED-Display: 1,52 Zoll, 498 x 498 Pixel 1,5 Zoll, 480 x 480 Pixel 1,5 Zoll, 480 x 480 Pixel
Helligkeit (Herstellerangabe): 5.000 Lux 3.000 Lux 3.000 Lux
Prozessor: Snapdragon Wear Elite Exynos W1000 Snapdragon Wear Elite
Akku: 800mAh 590mAh 445mAh
Preis (UVP): 750€ 699€ 439€

Design & Verarbeitung

Samsung Galaxy Watch Ultra 2 Test ARm

Optisch bleibt Samsung sich treu: ein rundes Display in einem kantigen Gehäuse mit abgerundeten Ecken. Über diese Formensprache lässt sich streiten, mir gefällt sie, und am Handgelenk sieht die Uhr wirklich gut aus. Verfügbar ist sie nur in Titanium Silver und Titanium Gray, unser Testgerät ist das silberne.

Der wichtigste Unterschied zum Vorgänger steckt in der Bauhöhe. Statt 12,1 misst die Ultra 2 nur noch 10,7 Millimeter, also rund 12% weniger. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist am Arm aber sofort spürbar. Die Uhr trägt deutlich weniger klobig auf. Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil gleichzeitig der Akku um 35% gewachsen ist. Beim Gewicht ändert sich mit 61,5 Gramm praktisch nichts.

An den Materialien gibt es nichts auszusetzen. Das Gehäuse besteht aus Titan der Güteklasse 4, vorne sitzt Saphirglas, die Rückseite kombiniert Keramik und Saphir. Die statische Lünette steht einen Hauch über und schützt das Glas, wenn ihr mit dem Handgelenk irgendwo anstoßt. Nach drei Wochen ist am Glas kein einziger Kratzer zu finden.

Samsung Galaxy Watch Ultra 2 Test Tasten

Bei den Zertifizierungen legt Samsung nach. Zu 10 ATM und MIL-STD-810H kommt jetzt IP69K, also zusätzlich Schutz gegen Hochdruck und Heißwasser bis 80 Grad. Neu und deutlich relevanter ist die Zertifizierung nach EN13319: Die Uhr muss in 40 Metern Tiefe nicht nur überleben, sondern funktionieren. Display, Tasten und Sensoren arbeiten dort weiter, damit taugt die Ultra 2 offiziell als Tauchinstrument.

Eine drehbare Lünette gibt es weiterhin nicht. Zum Scrollen bietet Samsung den „Touch-Bezel” an, bei dem ihr mit dem Finger am Displayrand entlangfahrt. Das Haptik-Feedback dabei ist hervorragend, aber der eigene Finger verdeckt eben genau den Inhalt, den ihr lesen wollt. Rechts sitzen drei Tasten: Home, der orange Quick Button und Back. Der Quick Button ist frei belegbar, bei mir startet er das Krafttraining. Haltet ihr ihn lange gedrückt, geht eine ziemlich laute Sirene los.

Lieferumfang & Tragekomfort

Im Karton liegen neben der Uhr nur das gewählte Armband und ein kabelloses Ladepad mit USB-C-Anschluss. Ein Netzteil müsst ihr selbst stellen. Ich habe das normale Marine Band in Olive getragen und habe daran nichts auszusetzen, weder im Alltag noch beim Sport. Es ist flexibel, nimmt keinen Schweißgeruch an und lässt sich auch nachts problemlos tragen.

Der Haken beim Armband ist die Befestigung. Das Band ist zwar 22 Millimeter breit, die Anbindung ans Gehäuse ist aber komplett proprietär. Der Wechsel per Knopfdruck geht damit blitzschnell, gewöhnliche Uhrenarmbänder passen aber schlicht nicht. Ihr seid also auf Samsungs Auswahl aus Marine, PeakForm und Trail Band festgelegt.

Und dann ist da noch eine Sache, die mich im Fitnessstudio wirklich genervt hat. Bei Kniebeugen drückt das angewinkelte Handgelenk die Tasten von ganz allein. Home, Back und Quick Button sitzen so dicht beieinander und so weit vorn am Rahmen, dass ihr sie beim Abknicken zwangsläufig erwischt. Heute habe ich damit mitten im Satz die SOS-Funktion ausgelöst. Die Sirene ist so laut, dass das halbe Studio hergeschaut hat, und zwar nicht wegen der 180kg auf der Stange. Wer viel mit angewinkeltem Handgelenk trainiert, sollte den Quick Button umbelegen. Sonst ist die Watch Ultra 2 klar eine große Smartwatch und für schmale Handgelenke vermutlich auch etwas zu groß. Die Größe ist gut vergleichbar mit einer Huawei Watch GT 6 Pro:

Display der Samsung Galaxy Watch Ultra 2

Das AMOLED-Panel wächst leicht auf 1,52 Zoll und löst mit 498 x 498 Pixel auf. Auf dem Papier ist das kaum mehr als beim Vorgänger, in der Praxis passen aber spürbar mehr Werte auf ein Zifferblatt, ohne dass es überladen wirkt. Saphirglas schützt die Anzeige.

Nebenbei: Das ist meine Lieblingseigenschaft von WearOS! Eine Anwendung, die ihr auf dem Android-Phone startet, läuft automatisch auf der Smartwatch mit. Das ist wirklich super, z.B. zum Navigieren unterwegs per Google Maps oder zur Spotify Medienwiedergabe.

Samsung bewirbt eine Spitzenhelligkeit von 5.000 Lux. Mit unserer Taschenlampenfunktion, bei der das komplette Display weiß leuchtet, messen wir 2.310 Lux. Das ist weniger als bei der Samsung Galaxy Watch 8 Classic (zum Test), die auf 2.770 Lux kam. Praktisch ist das aber völlig egal: Die Taschenlampe wird bei der Ultra 2 offenbar bewusst zurückgeregelt, im Alltag überstrahlt das Panel jede Sonne. Ich hatte in drei Wochen keine einzige Situation, in der ich etwas nicht ablesen konnte.

Ein Always-on-Display ist an Bord und kostet erwartungsgemäß Laufzeit. In der Wear-App stehen zahlreiche Zifferblätter bereit, die sich größtenteils frei anpassen lassen.

Konnektivität & Sensoren

Die Galaxy Watch Ultra 2 gibt es ausschließlich mit eSIM, eine reine Bluetooth-Version wie bei der Watch 9 existiert nicht. Ihr könnt also unabhängig vom Smartphone telefonieren und Nachrichten empfangen, braucht dafür aber einen passenden Tarif.

Samsung Galaxy Watch Ultra 2 Test SensorenAn Sensoren ist alles da, was Samsung zu bieten hat: Beschleunigungssensor, Gyroskop, Barometer, Höhenmesser, Kompass, Helligkeitssensor sowie Sensoren für Körper- und Wassertemperatur. Dazu kommt der bekannte BioActive-Sensor mit Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Blutsauerstoff, EKG und bioelektrischer Impedanzanalyse.

Bei der Funkausstattung gibt es einen Aufreger. Bluetooth 6.0 ist top, das WLAN beherrscht aber nur 802.11 a/b/g/n und damit Wi-Fi 4. Bei einer Uhr für 750€ UVP im Jahr 2026 ist das mager. NFC fürs Bezahlen per Google Wallet oder Samsung Pay ist an Bord. Für die Standortbestimmung nutzt die Uhr Dual-Band-GPS mit GLONASS, BeiDou, Galileo und QZSS.

Wichtig für die Einordnung der Akkuwerte weiter unten: Ich habe im gesamten Testzeitraum keine SIM-Karte in der Uhr genutzt, weil ich mein Smartphone ohnehin immer dabei habe.

Prozessor

Zum ersten Mal verbaut Samsung in einer Galaxy Watch einen Qualcomm-Chip statt eines Exynos. Der Snapdragon Wear Elite SW6100 wird wie der Exynos W1000 in 3 Nanometer gefertigt und setzt auf fünf Kerne: einen Leistungskern mit 2,1GHz und vier Effizienzkerne mit 1,95GHz. Qualcomm verspricht 32% mehr CPU- und 19% mehr GPU-Leistung.

Entscheidender als die Rohleistung ist eine andere Zutat: Der Snapdragon bringt endlich einen sparsamen Co-Prozessor und eine NPU mit. Genau das hat Samsung beim Exynos jahrelang gefehlt, und genau das ist seit jeher das Geheimrezept der OnePlus-Uhren. Ob es hier ähnlich gut aufgeht, klären wir im Akku-Kapitel.

Im Octane-2.0-Benchmark erreicht die Galaxy Watch Ultra 2 über 20.000 Punkte. Der Benchmark ist zwar längst eingestellt, er ist aber der einzige Wert, den wir seit Jahren über alle Smartwatch-Generationen hinweg vergleichen können. In der Praxis merkt ihr von der Mehrleistung nicht viel, weil schon die Vorgänger flüssig liefen. Es ruckelt nichts, Apps öffnen sofort, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. So bleibt genug Rechenleistung für die nächsten Jahre.

Beim Speicher gibt es nur noch eine Variante: 2GB Arbeitsspeicher und 64GB interner Speicher, von denen nach der Einrichtung noch 49,4GB frei sind. Das reicht locker für Offline-Karten und heruntergeladene Playlists, wenn ihr ohne Smartphone laufen oder Rad fahren wollt. Zum Musikstreaming braucht ihr das Smartphone ohnehin nicht, weil die Ultra 2 eigenen Mobilfunk mitbringt.

System

Auf der Uhr läuft WearOS 7.0 mit Samsungs One UI 9.0 Watch darüber. Optisch und in der Bedienung ändert sich gegenüber der Vorgängerversion wenig, das System ist aufgeräumt und schnell.

Neu ist ein konkretes Update-Versprechen: Samsung sagt fünf große Systemupdates zu, Sicherheitsupdates laufen bis zum 31. Juli 2031. In der Wearable-Welt ist das ungewöhnlich lang und ein handfestes Kaufargument.

Der eigentliche Wert von WearOS bleibt der volle Zugriff auf den Play Store. Spotify, Strava, Komoot, Google Maps und Google Wallet laufen eigenständig auf dem Handgelenk. Genau das ist der Unterschied zu Uhren mit eigenem Betriebssystem wie der Huawei Watch GT6 Pro (zum Test), die beim Tracking mindestens ebenbürtig ist, aber keine echten Apps auf der Uhr bietet.

Als Sprachassistent ist Gemini an Bord, neu ist die Funktion „Raise to Talk”: Handgelenk heben, sprechen, fertig. Über die obere Taste oder „Okay Google” funktioniert der Assistent zuverlässig.

Smartphone-App

Wie gehabt braucht es mehrere Apps. Über „Wear” richtet ihr die Uhr ein und ändert Zifferblätter oder passt Einstellungen auf dem großen Display an. „Samsung Health” sammelt alle Gesundheits- und Sportdaten, dazu installiert Android ein Samsung-Plug-in. Beide Apps wurden überarbeitet und sind jetzt aufgeräumter, mit anpassbaren Widgets auf der Startseite.

Spannender war für mich eine andere Frage: Wie viel Samsung-Handy braucht diese Uhr? Ich habe sie deshalb erst mit dem Samsung Galaxy Z Fold 8 und danach mit einem OnePlus 15 genutzt.

Mit dem Fold 8 bekommt ihr die exklusiven Extras. Modi und Routinen synchronisieren sich automatisch zwischen Uhr und Smartphone, und die Blutdruckmessung gibt es überhaupt nur in dieser Kombination. Das ist ganz nett, und die künstliche Sperre der Blutdruckmessung bleibt unnötig, aber sie ist zu verschmerzen.

Am OnePlus 15 lief die Ultra 2 genauso rund. Wer also kein Samsung-Smartphone besitzt, muss sich diese Uhr nicht ausreden lassen. Das war bei früheren Generationen schon mal deutlich schmerzhafter.

Gesundheits- & Sporttracking

Beim Gesundheitstracking deckt die Ultra 2 alles ab, was Samsung Health hergibt: durchgehende Pulsmessung, Blutsauerstoff, Stress, Hauttemperatur, Zyklustracking, dazu manuelle Messungen von EKG und Körperzusammensetzung. An neueren Werten sind Gefäßbelastung, AGE-Index und die Antioxidantien-Bestimmung dabei.

Mit One UI Watch 9 will Samsung stärker vorbeugen statt nur zu protokollieren. Die App vergleicht eure Werte mit der eigenen Baseline und meldet sich, wenn etwas deutlich abweicht. Dafür müsst ihr die Uhr allerdings eine volle Woche durchgehend tragen, auch nachts. Neu sind außerdem ein zusammengefasster Wert für die Herzgesundheit und ein Fitnessindex.

Bei der Körperzusammensetzung bleibe ich skeptisch. Die Messung per bioelektrischer Impedanz schwankt je nachdem, wann ihr zuletzt gegessen und getrunken habt. Das betrifft nicht nur Samsung, sondern alle Uhren mit dieser Methode.

Der Trail-Run-Modus erfasst im Gelände Höhendaten, den Aufstiegsfortschritt und die Belastung beim Laufen und leitet daraus Tempovorschläge ab. Dazu kommt ein Trinkalarm, der den geschätzten Flüssigkeitsverlust ins Verhältnis zum Körpergewicht setzt und meldet, wann ihr nachlegen solltet. GPX-Routen, etwa aus Strava, lassen sich auf die Uhr laden und am Handgelenk verfolgen.

Beim Tauchen hat Samsung sich den Tauchausrüster Mares an Bord geholt. Eine Auto-Dive-Funktion erkennt selbstständig, wenn die Uhr untertaucht, und zeigt Tiefe, Wassertemperatur und Tauchzeit in Echtzeit an, dazu Auf- und Abstiegsgeschwindigkeit sowie sichere Tauchzeiten. Wichtig zu wissen: Der volle Funktionsumfang ist zum Marktstart noch nicht freigeschaltet, er soll im Laufe des Jahres nachgereicht werden und kostet dann ein kleines Monatsabo ohne Laufzeitbindung. Wer die Ultra 2 vor allem als Tauchcomputer kaufen will, sollte das im Hinterkopf behalten.

Schlaftracking

Das Schlaftracking läuft zuverlässig, unterscheidet die Schlafphasen nachvollziehbar und erkennt auch ein Nickerchen am Nachmittag. Nach sieben Nächten spuckt Samsung Health das Schlaftier aus, mit dem der Konzern eure Schlafgewohnheiten zusammenfasst. Bei mir war es der Löwe, in den Jahren zuvor noch der Pinguin. Die Uhr soll außerdem Anzeichen einer Schlafapnoe erkennen, das ersetzt aber keine ärztliche Diagnose.

Sporttracking

Mein Testprofil waren rund zwei Stunden Sport pro Tag: eine halbe Stunde mit GPS draußen, der Rest Krafttraining, bei dem nur der Puls mitläuft. Samsung Health deckt als vorinstallierte App den vollen Funktionsumfang ab, wer lieber Strava oder Komoot nutzt, holt sie sich aus dem Play Store. Die automatische Trainingserkennung funktioniert weiterhin gut, Spaziergänge und Radtouren erkennt und beendet die Uhr von selbst.

Bei vielen Sportarten wie Stepper oder Rudergerät zeichnet die Uhr nur den Puls auf. Erweiterte Metriken zeichnet die Konkurrenz umfassender auf. Die wichtigsten Modi sind bei Samsung selbstredend an Bord. Für viele nützlich dürfte auch der Lauf-Coach sein oder die vorinstallierten Fitnessprogramme.

GPS-Genauigkeit

Hier kommt die deutlichste Verbesserung dieser Generation. Zur Erinnerung: Die Samsung Galaxy Watch 7 lief permanent zwei bis vier Meter neben dem Weg und packte bis zu 5% zusätzliche Strecke drauf. Die Watch 8 Classic lag mit rund 2% Abweichung schon im akzeptablen Bereich.

Die Galaxy Watch Ultra 2 ist auf einer 90km langen Radtour gerade einmal 150 Meter von meinem Fahrradnavi abgewichen. Das sind etwas mehr als 0,2%, und das Referenzgerät ist das Hammerhead Karoo 3 (zum Test), dem wir im Langzeittest eine sehr präzise Aufzeichnung bescheinigt haben. Die Strecke ging dabei auch durch Wälder und Städte, wo der Empfang schwieriger ist. Beim Schwimmen im See (Outdoor) gingen ca. 100m auf 800m verloren, was leider normal ist. Unter Wasser funktioniert die Ortung mit der Smartwatch nicht. Auf den Meter genau ist die Watch Ultra 2 beim klassischen Bahnenschwimmen. Hier vermisse ich nur die Erkennung des Schwimmstils.

Damit hat Samsung sein Versprechen zur besseren Ortung tatsächlich eingelöst. Für Outdoor-Sportarten ist die Ultra 2 uneingeschränkt zu gebrauchen, und das konnten wir von den Vorgängern lange nicht sagen.

Akkulaufzeit der Samsung Galaxy Watch Ultra 2

Kommen wir zur wichtigsten Frage. Mit 800mAh verbaut Samsung in der Ultra 2 den bislang größten Akku einer Galaxy Watch, 35% mehr als in der ersten Ultra. In meinem Alltag mit rund zwei Stunden Sport pro Tag, davon eine halbe Stunde mit GPS, durchgehender Pulsmessung und allem sonstigen Tracking komme ich damit auf zwei bis drei Tage.

Das ist für eine Android-Uhr in Ordnung und macht die Ultra 2 uneingeschränkt alltagstauglich. Ein Knaller ist es nicht. Der harte Kontrast zwischen WearOS-Uhren und Uhren mit eigenem Betriebssystem bleibt bestehen: Eine Huawei Watch GT6 Pro hält bei mir gut zehn Tage durch.

Noch unangenehmer ist der Vergleich innerhalb der WearOS-Welt. Die OnePlus Watch 4 (zum Test) schafft mit 646mAh, also einem deutlich kleineren Akku, bei praktisch identischem Nutzungsprofil fünf Tage. Samsung löst das Problem also über die Kapazität, nicht über die Effizienz. Der Co-Prozessor ist zwar endlich da, an OnePlus mit seinem zusätzlichen Echtzeit-Betriebssystem reicht das aber nicht heran. Samsung ist immerhin zugutezuhalten, dass hier ein sehr leistungsstarker Prozessor mitversorgt werden will und dass endlich ein richtig fetter Akku verbaut ist.

Ein Punkt, der in anderen Testberichten gerne untergeht: Ich habe ohne SIM-Karte gemessen. Wer die eSIM aktiviert und die Uhr regelmäßig ohne Smartphone nutzt, muss von diesen Werten deutlich abziehen. Die auffällig weit auseinanderliegenden Laufzeiten anderer Redaktionen lassen sich damit vermutlich erklären.

Samsung Galaxy Watch Ultra 2 Test AufladenBeim Laden macht Samsung es besser als früher. Von 30 auf 95% braucht die Ultra 2 eine Stunde, und gemessen an der Akkugröße ist das flott. Geladen wird magnetisch auf dem beiliegenden Pad, reguläres Qi-Laden unterstützt die Uhr nicht. Ihr seid also auf das mitgelieferte Ladegerät angewiesen und solltet es auf Reisen nicht vergessen.

Testergebnis

Getestet von
Erik Schmid

Die Samsung Galaxy Watch Ultra 2 ist die beste Smartwatch, die Samsung bisher gebaut hat. Tauchen und Trailrunning sind nette Zugaben, aber die allermeisten Käufer werden die Ultra 2 aus einem anderen Grund wählen: Sie ist die exklusivere, hochwertigere und schlicht schönere Galaxy Watch.

Der Wechsel auf den Snapdragon Wear Elite zahlt sich an einer Stelle richtig aus. Die Standortbestimmung ist auf einer 90km langen Radtour gerade einmal 200 Meter vom Fahrradnavi abgewichen, und damit ist ein jahrelanger Kritikpunkt an den Samsung-Uhren endlich erledigt. Dazu kommen ein hervorragendes Titangehäuse mit Saphirglas, ein Display, das in jeder Sonne ablesbar bleibt, ein spürbar dünneres Gehäuse als beim Vorgänger und fünf zugesagte Systemupdates. Erfreulich ist außerdem, dass die Uhr an einem OnePlus 15 genauso gut lief wie am Galaxy Z Fold 8. Ein Samsung-Smartphone braucht ihr für die Ultra 2 nicht zwingend.

Beim Akku bleibt es dagegen kompliziert. Zwei bis drei Tage sind für eine WearOS-Uhr in Ordnung und machen die Ultra 2 im Alltag problemlos nutzbar. Mit dem größten Akku, den Samsung je verbaut hat, hatten wir aber mehr erwartet. Die OnePlus Watch 4 (zum Test) schafft mit kleinerem Akku fünf Tage. Samsung löst das Problem über die Kapazität, nicht über die Effizienz.

Zur UVP von 750€ würden wir abwinken. Für die inzwischen üblichen 540€ ist die Galaxy Watch Ultra 2 eine Empfehlung, wenn ihr eine Premium-Smartwatch mit WearOS und präzisem GPS sucht und mit zwei bis drei Tagen Laufzeit leben könnt. Wem die Laufzeit wichtiger ist als das Prestige einer Ultra-Uhr, der bekommt bei OnePlus für weniger Geld mehr Ausdauer.

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Gast
Gast
Gast
6 Stunden her

Super Test, danke Euch! Schade, mich hatte die Akkulaufzeit mit dauerhaft aktivierter E-Sim sehr interessiert, da ich die SmartWatch häufiger autonom nutzen möchte und das Handy Zuhause lassen (z.b. beim Sport). Da könnte man ja fast vermuten, dass das gar nicht getestet werden soll, übrigens bei jedem Technikportal, nicht nur bei euch. Ich vermute weil Samsung nicht möchte dass die schlechte Laufzeit publik wird und man lieber die 3-4 Tage als Referenz angeben möchte.

Letzte Änderung 6 Stunden her von Gast
Grotte
Gast
Grotte
5 Stunden her
Antwort an  Gast

Denke ich ähnlich. Wenn du in der Uhr ne eSim drin hast, könnte ich mir vorstellen ist bei Sport, telefonieren etc nach einem Tag der Akku platt.

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