Mit günstigen Verstärkern und Regallautsprechern hat sich Aiyima in den letzten Jahren einen guten Namen gemacht. Die S700 sind die großen Aktivlautsprecher der Marke und bringen 5,25-Zoll-Tieftöner, Seitenwangen in Holzoptik und einen HDMI-ARC-Anschluss für den Fernseher oder PC-Arbeitsplatz mit. Damit zielen sie gleichermaßen auf den Schreibtisch und aufs Sideboard unter dem TV. Bei Amazon kosten die schicken Holzklötze aktuell ca. 145€, bei AliExpress im Angebot nur ca. 120€. Damit platzieren sie sich im unteren Preissegment, das derzeit stark umkämpft ist.
Die kleineren Aiyima S400 V2 (zum Test) haben uns mit kräftigem Klang für ihre Größe überzeugt. Die S700 kosten etwa das Doppelte und treten gegen Lautsprecher wie die Edifier M90 (zum Test) an, die ebenfalls HDMI ARC und einen Subwoofer-Ausgang haben. Auch klanglich liefern die Aiyima S700 ein sehr gutes Ergebnis. Ob und für wen diese Lautsprecher interessant sein können, erfahrt ihr im Folgenden.
| Bestellt | 6. Oktober 2026 bei AliExpress (Aiyima Audio Store) |
|---|---|
| Angekommen | 10. Oktober 2026 |
| Lieferzeit | 4 Tage |
| Versand ab | Lager in Polen, Zustellung per DHL |
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Lieferumfang der Aiyima S700
Der Lieferumfang der Aiyima S700 ist vollständig und umfangreich. Neben den beiden Lautsprechern liegt folgendes Zubehör bei:
- Lautsprecherkabel 3m
- 48W-Netzteil
- Infrarot-Fernbedienung
- Toslink-Kabel
- Adapterkabel von RCA auf Klinke
- PC-Kabel von USB-A auf USB-A
- 2 Lautsprecherabdeckungen
Das PC- und das Lautsprecherkabel wirken hochwertig und langlebig. Das Netzteil, das Toslink- und das RCA-Kabel machen dagegen eher einen durchschnittlichen Eindruck. Die Fernbedienung ist ebenfalls nichts Besonderes. Zudem sind die im Datenblatt angegebenen 100W RMS mit einem 48W-Netzteil schwer zu erreichen.
Design und Verarbeitung
Im Test haben wir bereits die neue Version der S700-Reihe. Die Vorgängerversion unterschied sich optisch nur minimal. Das neue Design gefällt mir allerdings ein bisschen besser. Jede Box misst 190 x 227 x 310 Millimeter. Die Seitenwangen haben eine braune Holzoptik, die Front und der restliche Korpus sind schwarz foliert. Vorne sitzen laut Hersteller ein 3,5-Zoll-Hochtöner mit Seidenkalotte und ein 5,25-Zoll-Tieftöner mit einer Glasfasermembran. Jeder Lautsprecher wiegt ca. 4 Kilogramm.
Beim Gehäuse verwendet Aiyima ein hochwertiges Holzdekor. Die Verarbeitung ist astrein. Es gibt keine unsauberen Kanten oder erkennbaren Spalten. Eine magnetische Lautsprecherabdeckung schützt die beiden Membranen. Hinter der Schutzabdeckung der aktiven Box schaut uns auch ein recht markantes Infrarotmodul an, das mit einer farbigen LED beleuchtet ist. Die LED zeigt an, welcher Eingang gerade gewählt ist.
Schauen wir auf die Rückseite der beiden Lautsprecher, finden wir dort ein kleines Bassreflexrohr. Am aktiven Lautsprecher befinden sich zusätzlich zahlreiche Anschlüsse und Knöpfe. Dazu gehören:
- USB-Anschluss für den PC
- HDMI-Anschluss für ARC
- Toslink-Buchse
- RCA-Anschluss
- Subwoofer-Anschluss
- Lautsprecherausgang
Folgende Bedienelemente stehen zur Verfügung:
- „P/M“ zum Ein- und Ausschalten sowie zur Eingangswahl
- der Lautstärkeregler, der zugleich die EQ-Auswahl steuert
- 12-stufige Höhen- und Bassregler
- Vor- und Zurückschalter für die Musiksteuerung
Auf der Unterseite sitzen ordentliche gummierte Standfüße. Sie sorgen für einen sicheren Stand und übertragen die tiefen Frequenzen nicht auf die Abstellfläche. Die Füße sind 7,5mm hoch und haben einen Durchmesser von ca. 30mm.
- im Vergleich mit den R1700BT
Das Design ist dabei sehr klassisch gehalten, wirkt aber keineswegs altmodisch. Die Kombination aus Seitenflächen aus Holzdekor und schwarzem Korpus ist wenig innovativ, aber ein schlichter und zeitloser Kompromiss. Insgesamt leistet sich Aiyima bei den S700 keine groben Schnitzer, auch wenn der Infrarotempfänger auf der Vorderseite etwas unpassend wirkt.
Anschlüsse und Bedienung

Wer den analogen RCA-Eingang wählt, bekommt eine rauschfreie Verbindung mit einem Signal-Rausch-Abstand von 85dB. Der USB-A-Anschluss ist ebenfalls eine gute Wahl, wenn ihr die großen Brocken auf eurem Schreibtisch unterbringt. Dann arbeiten die Aiyima S700 als separates Wiedergabegerät mit eigener Soundkarte.
Auch wenn es bei diesem Lautsprecherpaar kaum nötig ist, könnt ihr zusätzlich einen Subwoofer anschließen. So stellt ihr euch ein sehr leistungsstarkes 2.1-System zusammen. Kabellos verbinden sich die S700 per Bluetooth 5.0. Leider unterstützen sie nur SBC, hochwertigere Codecs fehlen.
Bedienung
Aiyima verzichtet weiterhin konsequent auf eine eigene App und konzentriert sich auf die klassische Bedienung am Bedienfeld des Lautsprechers oder per Fernbedienung. Beides funktioniert einwandfrei, die Fernbedienung schränkt den Funktionsumfang aber enorm ein. Zum einen stehen nur wenige EQ-Modi zur Verfügung („Musik“, „Kino“ und „Dialog“), zum anderen fühlt sich die Bedienung nicht mehr zeitgemäß an.

Eine App könnte noch ein paar zusätzliche Features bieten, etwa eine klangliche Feinabstimmung, eine Steuerung der LED (die ohne Schutzabdeckung echt nervt) oder Einstellungen für den Subwoofer-Ausgang. Vielleicht schafft es Aiyima ja bald, eine eigene App zu entwickeln, um die bereits guten Produkte noch ein wenig besser zu machen.
Klang der Aiyima S700

Um die Bässe zu tunen, könnt ihr die Reflexrohre etwas dämpfen. Dadurch wird der Bass präziser und im Tiefgang etwas eingebremst. Mit einem ordentlichen Subwoofer habt ihr ein brachiales 2.1-System für ein kompaktes Heimkino am Start.
Die digitale Tonverarbeitung übernimmt ein BP1048B2. Der Chip hat einen integrierten DAC, der mit 24 Bit und 48kHz auflöst. Das ist ein akzeptabler Standard für einen DAC.
Verpackungsschwindel

Dieses Schummelpaket kennen wir bereits zur Genüge, allerdings stört es mich immer wieder. Der Vorteil, sofern es einer ist: Selbst bei maximaler Lautstärke gerät der Verstärker nicht in einen Bereich, in dem er verzerrt. Im Monobetrieb der beiden Verstärker bleibt der THD+N-Wert laut Datenblatt bei bis zu 24W pro Seite (maximale Leistung des Netzteils) unter 0,02%. Auf dem Papier klingt das wenig, doch echte 24W RMS haben es in sich. Über zu geringe Lautstärke dürfte sich also kaum jemand beschweren.
Für ein kompaktes Heimkinosystem sind die Aiyima S700 damit perfekt geeignet. Selbst in größeren Wohnzimmern bis ca. 20m² bieten sie genügend Leistung, um den Raum zum Beben zu bringen. Für den PC-Einsatz sind die S700 schon fast overpowered.
Insgesamt sind die Aiyima S700 gut klingende Lautsprecher mit leicht überbetonten Bässen. Der Klang bleibt dabei eher verschwommen als detailreich. Für das Heimkino sind sie optimal geeignet, für HiFi-Enthusiasten einfach nicht präzise genug. Für den Preis sind sie aber absolut empfehlenswert und jeden Euro wert.
Stromverbrauch und Standby
Leider haben die Aiyima S700 keinen Auto-Standby. Der Stromverbrauch im eingeschalteten Zustand ist mit 3W aber noch zu verkraften. Ausgeschaltet ist der Verbrauch mit unter 1W kaum der Rede wert.
Testergebnis
Die Aiyima S700 sind zwei leistungsstarke Holzblöcke mit einer Vielzahl an Eingängen und einem kraftvollen Klang. Die Verarbeitung ist einwandfrei, allerdings sind die 4kg schweren Blöcke mit 31cm Höhe nicht unbedingt klein geraten. Klanglich gehören die Lautsprecher definitiv zu den besseren Vertretern dieser Branche, auch wenn es für einen HiFi-Klang nicht komplett ausreicht. Der Bass ist allerdings sehr präsent und kraftvoll, an einigen Stellen aber auch zu dominant.
Die Bedienung über die IR-Fernbedienung wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen und weniger hochwertig. Allerdings glänzt das System mit einem guten DAC und diversen digitalen Eingängen. Dazu zählen im Heimkino primär der HDMI-ARC-Anschluss oder auch der Toslink-Anschluss. Für die PC-Umgebung bietet sich eher der USB-Eingang an, über den die Lautsprecher dann als eigenständiges Wiedergabegerät arbeiten.
Alles in allem sind die beiden Lautsprecher für einen Preis unter 150€ wirklich jeden Euro wert und es wird schwer, eine nennenswerte Konkurrenz ausfindig zu machen. Auf ähnlichem Niveau spielen hier die Lautsprecherpaare Edifier M90 (zum Test) oder die Edifier MR4 (zum Test). Allerdings sind alle diese Lautsprecher deutlich kleiner und leichter und teilweise deutlich teurer.
Wer es noch kleiner und günstiger haben möchte, kann sich alternativ auch gerne die Aiyima S400 V2 (zum Test) anschauen.
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