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Xiaomi 18 Pro Max im Test

Getestet von Max Drechsel am Bewertung: 93%
Vorteile
  • astreines Display
  • megamäßige Akkulaufzeit (3 Tage+)
  • praktisches Display auf der Rückseite
  • überragende Triple-Lautsprecher
  • sehr starke Haupt und Zoom-Kamera
  • Hauptkamera nutzbar für Selfies
  • 100 + 50 Watt schnellladen
  • volle Netzfrequenzen für Einsatz in Europa
  • deutsch als Systemsprache (China Version)
  • sehr starke Performance (SD8 Elite Extrem Gen 6)
Nachteile
  • Video-Aufnahmen mit leichten Ungenauigkeiten
  • kein Android Auto + keine eSIM (China Version)
  • deutliches Thermal Throtteling
Springe zu:
CPU Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 - 2 x 5GHz + 3 x 4GHz + 3 x 3,7GHz
RAM 12GB RAM, 16GB RAM
Speicher 1 TB, 256GB, 512GB
GPU Adreno 850
Display 2624 x 1208, 6,9 Zoll 120Hz (AMOLED)
Betriebssystem HyperOS - Android 17
Akkukapazität 8500mAh
Ladegeschwindigkeit 100 Watt, 50 Watt (kabellos)
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera 200MP + 200MP (dual) + 50MP (triple)
Frontkamera 50MP
USB-Anschluss USB-C 3.0 (5GBit/s)
Kopfhöreranschluss Nein
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID
4G 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 29, 34, 66, 38, 39, 40, 41
5G 1, 2, 3, 5, 7, 8, 12, 20, 25, 28, 38, 40, 41, 66, 77, 78
NFC Ja
SIM Dual - nano
Gewicht 235g
Maße 163 x 77,6 x 8,4mm
Antutu (v11) 4407530
Benachrichtigungs-LED Nein
Updatezeitraum 4 Jahre (Android) + 6 Jahre (Sicherheit)
Hersteller
Getestet am 02.11.2026

Während die Mittel- und Einstiegsklasse mit immer höheren Preisen zu kämpfen haben und ein Feature nach dem anderen beschneiden, wird bei den Top-Smartphones einfach draufgeschlagen. Denn das Rennen um die beste Kamera und den neusten Prunk muss weitergehen. So kommt es, dass uns das günstigste Xiaomi 18 Pro Max selbst nach Umrechnungskurs vom chinesischen Yuan ca. 930€ kostet. Realistisch sind Preise knapp unter der 1.000€-Marke.

Xiaomi 18 Pro Max

Dafür bietet es weiterhin ein zweites Display auf der Rückseite, 12GB RAM sowie 256GB Massenspeicher, den aktuellen Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 und fette 200MP-Kamerasensoren samt Leica-Unterstützung. Auch sonst stehen viele große Zahlen in den Eckdaten. Wir hatten das Gerät gut zwei Wochen im Praxiseinsatz.

Design und Verarbeitung

Gespart hat Xiaomi beim Design. Das Xiaomi 18 Pro Max sieht, abgesehen von den Farbvarianten, genauso aus wie das 17er-Modell. Gut, der Leica-Schriftzug ist von der linken Seite neben dem LED-Blitz auf die rechte gewandert, das war’s dann aber auch. Das rückseitige AMOLED-Display bleibt uns erhalten und umschließt die beiden großen Kamerasensoren. Direkt unter dem Display liegt der dritte Sensor mit dem Blitz. Der Rest der Rückseite ist sauber. Überarbeitet hat Xiaomi jedoch die Farbauswahl: Das 18 Pro Max gibt es nun in Schwarz, Weiß, Rosa,  Blau und als Special Edition Transparent (Rot). Das Smartphone misst 163,4 x 77,6 x 8,4 Millimeter.

Bei “Galaxy” Blau schimmert die Rückseite wie ein Sternenhimmel, was zugegebenermaßen sehr schick aussieht. Die Farbe legt auch das Material der Rückseite fest: Bei Transparent und Galaxy Blau erhaltet ihr gehärtetes Glas, bei den restlichen Farben einen Glasfaserverbund (also Kunststoff), der das Gesamtgewicht um 5 Gramm senkt. Der Rahmen besteht aus Aluminium, ebenso wie die Tasten an der rechten Seite.

Zur weiteren äußeren Ausstattung gehören ein 3-Wege-Speaker-Setup, ein USB-C-3-Anschluss (5Gbit/s & Display-Port) und ein Dual-SIM-Einschub. Ihr seht: nicht viel Neues. Die Anpassungen haben eher unter der Haube stattgefunden. Dennoch ist das Xiaomi 18 Pro Max einwandfrei verarbeitet und erlaubt sich keine Blöße. Dazu gehört auch der obligatorische IP68-Staub- und Wasserschutz.

Lieferumfang des Xiaomi 18 Pro Max

Xiaomi 18 Pro Max

Wie schon das Xiaomi 17 Pro Max kommt auch das 18 Pro Max in einer absurd langen Verpackung. Nett ist jedoch, dass Xiaomi neben einer vorab aufgebrachten Schutzfolie und einem durchsichtigen Schutzhülle auch ein Netzteil (chinesisch) beilegt. Das seht ihr heutzutage nicht mehr so oft. Der Rest, ein USB-C-Ladekabel und die SIM-Nadel, ist recht unspektakulär.

Display des Xiaomi 18 Pro Max

Xiaomi 18 Pro Max

Xiaomi verbaut ein 6,9 Zoll großes AMOLED-Display. Dank LTPO-Panel regelt es zwischen 1 und 120Hz. Die super krummen 2624 x 1208 Pixel im 19,5:9-Format kommen auf gestochen scharfe 418 Pixel pro Zoll. Auch 12 Bit Farbtiefe sind natürlich wieder mit von der Partie. Nachgemessen haben wir 790 Lux bei manueller Regelung und 1730 Lux im Automatikmodus. Xiaomi verspricht 4000 Lux. Davon ist man weit entfernt. Zumindest wir konnten dem 18 Pro Max diese hohen Helligkeitswerte nicht entlocken, wodurch es wieder einen der hinteren Ränge im Vergleich bezieht.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
3.200
3.600
4.000

HDR10+ und Dolby Vision werden vollumfänglich unterstützt, ebenso Widevine L1. Damit könnt ihr die bekannten Streamingdienste in Full-HD und mit HDR genießen.

Xiaomi 18 Pro Max Widevine L1PWM-Flimmern ist bei Xiaomi Schnee von gestern: Schon das 17er bot 2.160Hz, die Xiaomi für das 18 Pro Max übernommen hat. Dazu gesellt sich DC-Dimming. Sollte euch das nach BT.2020-Spezifikation abgestimmte Display nicht zusagen, könnt ihr euch in vielen Einstellungen selbst um die Abstimmung kümmern.

Schön ist auch die volle Integration eines Always-On-Displays, nicht nur für die Front, sondern in abgespeckter Form auch für die Rückseite. Gebt ihr die Berechtigungen frei, werden euch dort rudimentäre Benachrichtigungen eingeblendet. Softwareseitig gibt es hier einen Fortschritt gegenüber dem Vorgängermodell: Es werden mehr Funktionen unterstützt, die wir mit HyperOS 4 eventuell aber auch noch auf dem alten Modell zu sehen bekommen.

Rückseitig verbaut Xiaomi das gleiche Panel, nur kleiner, also ein AMOLED-LTPO-Panel. Dieses misst „nur“ 2,9 Zoll, bietet aber ebenfalls 120Hz bei 976 x 596 Pixeln, woraus 394 Pixel pro Zoll werden.

Leistung

Xiaomi setzt auf den neuen Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6. Unterstützt wird er von einer Adreno 850 GPU, gefertigt wird das Ganze im winzigen 2nm-Verfahren. Folgendermaßen setzt sich der Chip zusammen:

  • 2x 5,01GHz Prime
  • 3x 4,03GHz Performance
  • 3x 3,74GHz Performance
  • Adreno 850
  • 16MB Oryon Flex Cache

Beim Speicher stehen 12/256GB, 12/512GB, 16/512GB oder 16GB/1TB zur Auswahl. Transparent (Rot) gibt es dabei nur in der höchsten Ausbaustufe. Schon mit 12GB LPDDR5X-Speicher seid ihr bestens gewappnet. Der Massenspeicher arbeitet nach UFS 4.1 und kommt auf 4,4GB/s beim Lesen und 4,1GB/s beim Schreiben.

Der neue Prozessor erreicht natürlich wieder neue Leistungsspitzen, Xiaomi sichert sich hier und da den ersten Platz in Benchmarks, und wir sehen zum ersten Mal Taktraten über 5GHz, wenn auch nur knapp. Der wahre Fokus liegt jedoch auf einer stark gesteigerten Effizienz. Qualcomm selbst spricht von lediglich 13% Mehrleistung, aber 37% weniger Energieverbrauch.

Antutu (v11)
smartzone logo
Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 4.407.530
Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 4.218.039
MediaTek Dimensity 9600 Pro 4.213.519
MediaTek Dimensity 9600 Pro 4.198.091
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.945.888
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.918.182
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.864.000
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.791.684
Snapdragon 8 Elite Gen 5 3.536.583
Snapdragon 8 Gen 5 3.010.029
Google Tensor G6 1.524.640
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
3.500.000
4.000.000
4.500.000
5.000.000
Antutu (v10)
smartzone logo
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.852.530
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.813.763
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.758.902
Snapdragon 8 Elite 2.714.198
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.668.000
Snapdragon 8 Elite Gen 5 2.657.881
Snapdragon 8 Gen 5 2.314.011
0
300.000
600.000
900.000
1.200.000
1.500.000
1.800.000
2.100.000
2.400.000
2.700.000
3.000.000
Geekbench Single (v6)
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
Geekbench Multi (v6)
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
3D Mark (Wildlife Extreme)
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
9.000
10.000

Die Benchmarks machen vor allem deutlich, dass der Leistungssprung gegenüber dem direkten Vorgänger nur moderat ausfällt. Das Xiaomi 18 Pro Max läuft absolut flüssig. Apps öffnen super schnell, und selbstverständlich sind mit so viel Leistung auch Gaming und Multitasking gar kein Problem. Kommt ihr von einem vorherigen High-End-Smartphone, werdet ihr allerdings keinen Unterschied feststellen.

Thermal Throtteling: Ein weiterer Punkt ist das Hitzemanagement. Die überzüchteten Chips haben oft Probleme, ihre Leistung länger als ein paar Minuten zu halten. Das Xiaomi 17 Pro Max fing nach rund 5 Minuten an zu drosseln, nach 10 Minuten lagen nur noch rund 50% der Leistung an. Grafisch dargestellt sieht das beim Xiaomi 18 Pro Max komplett anders aus. Statt eine durchgängig möglichst hohe und konstante Leistung abzurufen, reagiert das Gerät mit kurzen Leistungsschüben. Diese erreichen erneut den Grenzwert, worauf das Gerät direkt hart drosselt. Kurzzeitig liegt immer wieder eine hohe Leistung an, im Durchschnitt sinkt die Performance aber auf 44% und damit noch tiefer als beim Vorgänger.

Was in der Grafik sehr wüst aussieht, hat abseits von Benchmarks aber kaum Auswirkungen. Selbst Spiele fordern das Gerät nicht so sehr, dass ihr von der Drosselung etwas mitbekommt. Es wird sehr warm, aber gerade so noch nicht unangenehm heiß. Langfristig leidet ein Chip jedoch unter zu hohen Temperaturen. Die Entwicklung ist bedenklich. Die Kühlung platzt aus allen Nähten und entwickelt sich nicht ansatzweise so schnell wie die Leistung der Chips. Ihr habt also von den immer stärkeren CPUs gar nicht viel, weil sie sich nicht ausfahren lassen. Das betrifft alle High-End-Boliden, Xiaomi tut sich aber besonders schwer.

System

Das Xiaomi 18 Pro Max wird direkt mit HyperOS 4.0 ausgeliefert. Das System basiert bereits auf Android 17 und ist damit topaktuell. Das gilt auch für den Sicherheitspatch, der im Testzeitraum auf den Stand von Oktober aktualisiert wurde. Wie üblich dürft ihr bei Xiaomi von 4 großen OS-Updates und 6 Jahren Sicherheitspatches ausgehen, offiziell versprochen wird jedoch nichts.

Eine Neuheit ist das deutsche System. Ja, richtig gelesen: HyperOS kann jetzt offiziell Deutsch. Vorbei sind die Zeiten, in denen ihr bei einem China-Import nur zwischen Englisch und Chinesisch wählen konntet. Das macht die Sache natürlich attraktiver. Allerdings poppen immer wieder einzelne Menüs und Kleinigkeiten auf Chinesisch auf. Darauf stoßt ihr aber eher, wenn ihr euch durch diverse Untermenüs wühlt, kaum im normalen Alltag.

Für die Einrichtung legen wir euch unsere Xiaomi-Smartphones aus China Anleitung ans Herz. Was sich nicht geändert hat, sind die zahlreichen chinesischen Apps und die allgemeine Bloatware, die vorinstalliert daherkommt. In der Regel lassen sich alle Apps ohne großes Murren deinstallieren. Noch besser durchwischen könnt ihr mit unserer Debloat-Anleitung. Ein Ummünzen auf Deutschland ist nicht mehr im gleichen Maße wie zuvor nötig. Durch das deutsche System werden Apps standardmäßig auch auf Deutsch installiert.

Während die Google Wallet ohne Probleme funktioniert, sieht das beim Standortverlauf, WearOS-Smartwatches und bei Android Auto anders aus. Abgesehen davon ist das Gerät aber 100% problemlos im Alltag nutzbar.

HyperOS hat optisch nicht so viele Neuerungen erhalten. Die beeindruckendste ist wohl die „Privacy-View“, die sich Xiaomi von Samsung abgeschaut hat und die im Zusammenspiel mit dem neuen Display wie eine Sichtschutzfolie funktioniert. Ein paar Animationen wirken noch mal flüssiger, und der rückseitige Bildschirm ist tiefer ins System integriert. Ihr könnt darauf nun kleine Minigames spielen oder euch aktuelle und anstehende Kalendereinträge anzeigen lassen. Allerdings ist die Freiheit beschränkt und bezieht sich auf die Xiaomi-eigenen Apps. Der Google-Kalender z.B. ist somit außen vor.

Kamera des Xiaomi 18 Pro Max

Ein weiteres Mal tauscht Xiaomi die Kameras der Max-Klasse. Reicht das, um die Lücke zur Ultra-Serie weiter zu schließen? So weichen etwa die 50MP-Sensoren aus dem 17 Pro Max 200MP-Pendants. Teilweise werden Blenden größer, teilweise wird der Hardware-Zoom geringer. Selfie- und UWW-Kamera sind wohl identisch zum Vorgänger.

Kamera-Setup

  • Hauptkamera: 200 Megapixel (Light Hunter 960L), f/1.7, 1/1.28 Zoll, 23mm, Autofokus, OIS
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 50 Megapixel (OmniVision OV51D), f/2.4, 17mm, 102˚, 1/2.88 Zoll, Autofokus
  • Zoom-Kamera: 200 Megapixel (Samsung ISOCELL HP5), f/2.4, 75mm, 1/1.56 Zoll, Autofokus (12cm – ∞), OIS, 3,2-fach-Zoom
  • Selfie-Kamera: 50 Megapixel (OmniVision OV51D), f/2.2, 21mm, 1/2.88 Zoll, Autofokus

Hauptkamera Tageslicht

Machen wir uns nichts vor: Bei Tageslicht rücken die meisten Top-Smartphones eng zusammen. Die Aufnahmen sind toll, um nicht zu sagen exzellent. Ein guter, dezent gesättigter Farbraum, extreme Details und ein hoher Schärfegrad, der auch in Innenräumen nicht von hässlichem Bildrauschen begleitet wird. Sind euch die Farben zu krass (besonders Rottöne werden sehr kräftig dargestellt), könnt ihr mit anderen Modi wie „Leica Authentic“ gegensteuern.

Hauptkamera Nachtaufnahmen

Bei Nacht trennt sich nach wie vor die Spreu vom Weizen. Ein vollautomatisch zugeschalteter Nachtmodus zeigt, was der neue 200MP-Sensor draufhat. Der Himmel bleibt  schwarz, die Belichtung liegt auf hohem Niveau, Schatten und Lichter werden sauber getrennt und kommen gut zur Geltung. Bildrauschen sucht ihr auf den Aufnahmen vergebens. Auch der Kontrast macht Fortschritte, und die Schärfe ist selbst beim Hereinzoomen ins Bild wirklich stark.

Ultraweitwinkel-Kamera

Bei der Ultraweitwinkelkamera tut sich im Vergleich leider recht wenig. Tagsüber sind die Ergebnisse schön anzusehen. Schärfe und Details sind schick, der Dynamikumfang kann erneut überzeugen. Die Nachtaufnahmen liegen dagegen weiterhin nicht ganz auf Spitzenniveau. Details werden verwaschen, die Schärfe lässt zu wünschen übrig, und auch der Farbabgleich trifft nicht immer ins Schwarze.

Zoom-Aufnahmen

Xiaomi hat die Zoom-Kamera komplett überarbeitet. Statt 5-fach-Zoom rudert der Hersteller auf 3,2-fache Vergrößerung zurück, dafür vervierfachen sich die Megapixel, und die Blende wird größer. Das Ergebnis sind sehr schöne Zoom-Aufnahmen bei Tageslicht. Details sind in Hülle und Fülle vorhanden, die Schärfe bleibt komplett erhalten, und auch der Farbabgleich zeichnet ein natürliches Bild. Egal ob 3,2- oder 6,4-fach, das Bild bleibt qualitativ auf hohem Niveau. Erst ab 10-facher Vergrößerung nimmt die Qualität stärker ab, bis 16-fach bleibt sie mit kleinen Einbußen auf einem guten Stand.

Absurde Fortschritte macht Xiaomi jedoch bei den Nachtaufnahmen. Gelungene Bilder sind scharf und detailreich, ein verwaschenes Bild findet ihr nur noch selten. Selbst schwierige Lichtverhältnisse meistert die Kamera mit einer ausgewogenen Dynamik. Quasi ein Unterschied wie Tag und Nacht zum Vorgänger.

Porträt-Aufnahmen

Wer besonders gelungene Porträts knipsen will, aktiviert mindestens den 3,2-fach-Zoom, auch 6,4-fach ist ordentlich. Die Abtrennung der Bildbereiche gelingt nahezu perfekt, Hauttöne wirken getroffen. Mit Zoom fließt etwas mehr, aber natürlich wirkende Wärme ein. Den nötigen Abstand zum Motiv dürft ihr mit Zoom jedoch nicht unterschätzen.

Selfies

Wer das Xiaomi 17 oder 18 Pro Max eine Weile verwendet, wird die Selfie-Kamera mit der Zeit etwas einstauben lassen. Denn für Einzelaufnahmen ist der rückseitige Sensor immer die bessere Wahl, die Vorschau liefert euch das ebenfalls rückseitige Display. So genutzt schießt das Xiaomi 18 Pro Max mit Abstand die besten Selfies, auch im Vergleich zur Konkurrenz. Das grenzt fast schon an Cheaten.

Und das, obwohl sich die eigentliche Selfie-Kamera nicht zu verstecken braucht. Dynamik und Farben sind klasse, Details und Schärfe können sich sehen lassen, und dank Autofokus gelingt nahezu jeder Schnappschuss. Selbst die Abtrennung der Bildbereiche für Porträts kann überzeugen. Gegen die rückseitige Kamera kommt sie aber nicht an.

Videos

Auch bei Videoaufnahmen ist das Xiaomi 18 Pro Max ein Monster. Maximal stehen 8K mit 30FPS zur Verfügung. 4K mit 120FPS wirken in der Regel jedoch gelungener. Die Aufnahmen sind HDR10+- und 10-Bit-Dolby-Vision-HDR-fähig. Der Selfie-Sensor schafft ebenfalls 4K mit 60FPS.

Nutzt ihr 8K oder die 120FPS-Option, könnt ihr während der Aufnahme nicht zwischen den Sensoren wechseln. Zoomen ist möglich, erfolgt aber rein digital. Bei 4K mit 60FPS ist ein dynamischer Wechsel zwischen allen drei Sensoren möglich.

Der Xiaomi-Fokus-Bug und das damit zusammenhängende Fokuspumpen scheinen beim Xiaomi 18 Pro Max passé zu sein. Wir konnten es in unserem Testvideo nicht heraufbeschwören. Dafür gibt es minimale Unfeinheiten im Bild, die etwas flimmern. Wir hoffen, dass die Softwareabteilung hier noch etwas richten kann. Die Stabilisierung arbeitet bei Schwenkbewegungen sehr gut, eliminiert Schritte aber nicht ganz so effizient wie manch ein Konkurrent. Ausnahme ist die Zoom-Kamera, die absolut stabil aufnimmt. Witzigerweise wird das Bild in der Displayvorschau nicht stabilisiert und wobbelt fröhlich vor sich hin. Die fertige Aufnahme ist dann aber schön anzusehen.

Zwischenfazit Kamera

Kaum zu glauben, aber es hat sich einiges getan. Während die Hauptkamera nur leicht zulegt und der Ultraweitwinkelsensor weiterhin nicht auf Spitzenniveau landet, kann der neue Zoom-Sensor trotz niedrigerem Zoomfaktor vollkommen überzeugen, insbesondere bei Nachtaufnahmen. Für viele dürfte das die wichtigere Verbesserung sein. Selfies befinden sich weiterhin auf einem sehr guten Weg, wobei ihr durch das zweite Display ohnehin das wohl beste Selfie-Handy überhaupt in der Hand haltet.

Auch bei den Videos gibt es Fortschritte zu vermelden. Fokuspumpen ade, und schon sind die Aufnahmen nicht mehr für die Tonne. Dass es allerdings immer noch kleine Ungereimtheiten mit unruhigem Bild und sichtbaren Schritten gibt, ist für diese Preisklasse nach wie vor nicht akzeptabel.

Konnektivität und Kommunikation

Xiaomi 18 Pro Max

Mit einem Dual-SIM-Einschub seid ihr in Empfangsfragen gut gerüstet. Speichererweiterung oder eSIM sind nicht vorgesehen. Den zweiten Slot könnt ihr jedoch mit einer eSIM-Karte nachrüsten.

Für die Netzwerkfrequenzen ist wichtig, dass auch die chinesische Version Band 20 unterstützt. Insgesamt fällt die Abdeckung der 4G- und 5G-Frequenzen recht üppig aus:

  • 4G: B1 / B2 / B3 / B4 / B5 / B7 / B8 / B12 / B13 / B14 / B17 / B18 / B19 / B20 / B25 / B26 / B28 / B29 / B34 / B38 / B39 / B40 / B41 / B42 / B43 / B48 / B66 / B71
  • 5G: N1 / N2 / N3 / N5 / N7 / N8 / N12 / N13 / N14 / N18 / N20 / N25 / N26 / N28 / N29 / N38 / N40 / N41 / N48 / N66 / N70 / N71 / N77 / N78 / N79 / N80 / N81 / N83 / N84 / N89

Auch wenn bei uns nicht alle dieser Bänder genutzt werden, kann ich sagen: Empfangsqualität und -stärke waren zu jeder Zeit wirklich top. Dementsprechend steht der Nutzung von VoLTE und VoWiFi nichts im Weg.

Weiter geht’s mit dem WLAN: Das Smartphone unterstützt Wi-Fi 7 im Dual-Band-Betrieb. Bluetooth steht nun endlich in Version 6 bereit, der Vorgänger hatte noch 5.4. Auch die Audiocodecs fallen sehr umfangreich aus. Neben dem Minimum aus SBC und AAC stehen aptX bis Lossless, LDAC, LHDC, MIHC und LC3 bereit, zudem ist das Gerät Auracast-fähig.

Für Navigation und Standortbestimmung greift das Smartphone auf Dual-GPS zurück und nutzt dabei Satelliten von BeiDou, GPS, Galileo, GLONASS, QZSS, AGNSS und NavIC. Im Test war binnen Sekunden eine hohe Genauigkeit erreicht.

Zur weiteren Sensorik zählen Helligkeit, Näherung, Beschleunigung, Gyroskop, E-Kompass, IR-Sender, Barometer, Hall-Sensor und UWB. Dazu gesellen sich NFC und der Ultraschall-Fingerabdrucksensor, der astreine Entsperrzeiten mit kaum wahrnehmbarer Verzögerung und hoher Treffergenauigkeit erreicht.

Neu ist ein 3-Wege-Setup. Ein dritter Speaker befindet sich an der oberen Kante des rückseitigen Displays und hebt die Klangqualität für Smartphone-Lautsprecher noch mal auf eine neues Level. Der Ton wirkt richtig plastisch und geräumig und man kann das Smartphone aufs Display legen ohne den Klang einzubüßen. Das ist Definitiv eines der am besten klingenden Top-Smartphones, das auch bis zur vollen Lautstärke stabil bleibt. Es ist sogar ein wenig Bass vorhanden. Xiaomi hat eigenen Angaben zufolge auch am Vibrationsmotor gearbeitet. Ich kann die stärkere Vibration im Vergleich zum Vorgängermodell absolut bestätigen.

Endlich befindet sich die Konnektivität auch bei Kleinigkeiten wie Bluetooth auf einem angemessenen Niveau, wobei schon das Vorgängermodell ordentlich ablieferte. Besonders für den Import ist bei den Frequenzbändern alles Wichtige vorhanden.

Akkulaufzeit des Xiaomi 18 Pro Max

Xiaomi 18 Pro Max Unterseite USB C

Mehr Akku ist mehr Akku. So oder so ähnlich muss die Argumentation ausgefallen sein, und prompt verbaut Xiaomi nun satte 8.500mAh im neuen Gerät. Und das wohlgemerkt, obwohl es minimal dünner ausfällt.

Jedenfalls zeigt die Silizium-Kohlenstoff-Technik, wohin die Reise geht. Ich bin schon auf die nächsten Outdoor-Handys mit solchen Akkus gespannt. Aber zurück zum Xiaomi: Gegenüber dem Vorgänger sollte sich der Akkuzuwachs bemerkbar machen. Die angeblich deutlich gesteigerte Effizienz der CPU und die höhere Kapazität müssten dafür sorgen, dass wir auch mit 120Hz deutlich über 24 Stunden herauskitzeln.

Wie ihr seht, geht die Rechnung auf. Zumindest mit 60Hz sind 1:15 Stunden mehr drin als beim Vorgänger, bei 120Hz bleiben dafür lediglich 10 Minuten, jeweils bei 200Lux. Die CPU scheint trotz der hohen Abwärme effizienter zu arbeiten. Die Laufzeit ist einfach super, bei normaler, aber abwechslungsreicher Nutzung kommt ihr ohne Probleme drei Tage am Stück durch.

Akkulaufzeit Einheit: Stunden
smartzone logo
8.500 mAh 23,2 Std
7.500 mAh 23,1 Std
6.800 mAh 21,7 Std
6.600 mAh 19,9 Std
8.800 mAh 19,7 Std
5.115 mAh 16,4 Std
6.100 mAh 15,5 Std
5.200 mAh 15,2 Std
0
5
10
15
20
25
30
Akkulaufzeit (60Hz) Einheit: Stunden
smartzone logo
8.000 mAh 29,9 Std
8.000 mAh 29,8 Std
8.500 mAh 27,5 Std
7.300 mAh 27,2 Std
7.500 mAh 26,1 Std
8.800 mAh 25,9 Std
6.800 mAh 24,5 Std
6.100 mAh 21,5 Std
6.600 mAh 20,6 Std
5.115 mAh 19,8 Std
5.200 mAh 19,7 Std
5.000 mAh 15,7 Std
0
5
10
15
20
25
30
Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten
smartzone logo
100 Watt 37 min
100 Watt 38 min
120 Watt 40 min
60 Watt 43 min
100 Watt 49 min
90 Watt 50 min
100 Watt 53 min
90 Watt 55 min
100 Watt 56 min
90 Watt 71 min
80 Watt 75 min
45 Watt 76 min
0
10
20
30
40
50
60
70
80

Am Xiaomi HyperCharge-Ladegerät mit 100 Watt ist das Handy vergleichsweise schnell aufgeladen. Nach rund 25 Minuten stehen 60% an, eine volle Ladung dauert 45 Minuten. Schon mit einer halben Ladung kommt ihr locker durch den Tag. Da Xiaomi jetzt auch 100W USB PPS Power Delivery (PD) unterstützt, könnt ihr auch mit entsprechenden Fremdnetzteilen in ca. 55 Minuten eine volle Ladung durchboxen.

Kabellos lädt das Gerät bei Bedarf mit satten 50 Watt, dann aber nur mit einem speziellen Wireless Charging Pad von Xiaomi. Da uns keines dieser Modelle vorlag, konnten wir die Ladezeit hierbei nicht messen. Dafür beherrscht das Gerät mit seinem annähernd powerbankgroßen Akku auch Reverse Wireless- oder kabelgebundenes Charging. Wer den Akku schonen will, findet in den Einstellungen entsprechende Optionen, die das Schnellladen deaktivieren oder ein manuelles Ladelimit erlauben.

Testergebnis

Getestet von
Max Drechsel

Potzblitz, das wollte ich schon immer mal schreiben. Denn das Xiaomi 18 Pro Max hat mich dieses Jahr echt begeistert. Ja, das Gehäuse ist vom Vorgänger recycelt, das war aber zum Glück auch ein schönes Design. Wirklich geschraubt hat Xiaomi am Innenleben.

Die Leistung ist sowieso brachial, echten Mehrwert bieten aber die neuen Kameras. Besonders die Zoom-Kamera kann nun endlich bei den anderen Top-Smartphones mitspielen. Die Ultraweitwinkel-Kamera zwar nicht, aber das kommt hoffentlich nächstes Jahr. Klar ist, dass ein Oppo Find X9 Ultra (zum Test), ein Xiaomi 17 Ultra (zum Test) und ein Vivo X300 Ultra (zum Test) noch krassere Fotos abliefern, dafür aber auch noch mal mehr kosten. Ausnahme sind Selfies, da ist das zweite Display einfach Gold wert.

Bedenklich ist nach wie vor der Stand der Videoqualität. Dass das Fokuspumpen weg ist, ist schon mal eine Verbesserung, das leichte Rauschen lässt sich vielleicht noch mit einem Softwareupdate beheben. Schön ab Werk ist das aber nicht. Ganz großartig ist die Möglichkeit, das Gerät direkt auf Deutsch zu nutzen. Die Einschränkungen für den deutschen Markt reduzieren sich damit auf Android Auto und den Google-Standortverlauf.

Dieses Jahr können wir das Xiaomi 18 Pro Max absolut empfehlen. Der Preis ist natürlich gesalzen, selbst die kleinste Version ist mit ca. 930€ schon teuer. Zumindest erlaubt es sich aber keine so groben Schnitzer mehr wie das 17er, und im Vergleich zu dem, was Oppo und Vivo so verlangen, ist es fast schon ein Schnapper.


Gesamtwertung
93%
Design und Verarbeitung
100 %
Display
90 %
Leistung und System
85 %
Kamera
85 %
Konnektivität
100 %
Akku
95 %

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