Nach einigen Monaten mit der Google Pixel Watch 4 (zum Test) habe ich jetzt das Upgrade auf die Google Pixel Watch 5 gemacht. Für mich kommt keine andere Smartwatch in Frage, weil die Mitbewerber deutlich größer und klobiger sind, an meinen schmalen Handgelenken lächerlich aussehen würden. Doch auch die umfangreiche Ausstattung und gute Software haben die Pixel Watch über die vergangenen Jahre zu einer spannenden Wahl gemacht.
Und so habe ich die letzten Wochen mit der Pixel Watch 5 mit 41 Millimeter Durchmesser verbracht. Ob ich wieder eine gute Zeit mit der WearOS-Smartwatch hatte und wie Google den, im Vergleich mit dem sehr ähnlichen Vorgänger, höheren Preis von mindestens 419€ rechtfertigt, erfahrt ihr in diesem Testbericht!
Design & Verarbeitung
Erstmals hat sich beim Gehäuse der Pixel Watch überhaupt nichts getan. Ich konnte keine Unterschiede zwischen der Pixel Watch 4 und 5 feststellen. Ebenso sind die Abmessungen und das Gewicht mit 41 x 12,3 Millimeter und 31 Gramm exakt identisch. Ich habe das als eine sinnvolle Entscheidung empfunden.
Genau wie beim Vorgänger sind die Materialien und Verarbeitungsqualität auf einem sehr hohen Niveau. Es bleibt auch bei den Pins an der Seite, die zum Aufladen der Smartwatch verbaut sind. Endlich hat Google mal kein neues Ladesystem mit einer neuen Generation eingeführt. Das beiliegende Ladegerät endet auf USB-C.
Weiterhin besteht das Gehäuse aus 100% Aluminium-Rezyklat. Eine Neuerung versteckt Google dann doch im Datenblatt: Das Sportarmband besteht jetzt aus hydriertem Nitril-Butadien-Kautschuk, was auch immer das ist, und nicht mehr aus Fluorelastomer. Das Armband fühlt sich etwas weicher an, aber sonst konnte ich nach einigen Wochen noch keinen Unterschied feststellen.
Es bleibt bei der dreh- und drückbaren, haptischen Krone, deren Klick sich jetzt aber ein bisschen taktiler anfühlt. Außerdem steht ein Knopf bereit. Das Displayglas ist wie eine Kuppel geformt und besteht aus Gorilla Glass 5. Insgesamt sind Verarbeitung, Design und Tragekomfort wieder hervorragend. Hier hat Google den Dreh raus.
Sensoren & Ausstattung
Die Auswahl an Sensoren ist umfangreich, wurde aber von der Pixel Watch 4 übernommen:
- Kompass
- Höhenmesser
- Rot- und Infrarotsensoren zur Überwachung der Sauerstoffsättigung (SpO2)
- mit der EKG-App kompatible elektrische Mehrzwecksensoren
- optischer Mehrwege-Herzfrequenzsensor
- 3-Achsen-Beschleunigungsmesser
- Gyroskop
- Umgebungslichtsensor
- elektrischer Sensor zur Messung der Hautleitfähigkeit (cEDA) für das Tracking von Körperreaktionen
- Fernfeld-Hauttemperatursensor
- Barometer
- Magnetometer
Die Konnektivität ist ebenfalls auf sehr hohem Niveau unverändert und umfasst WiFi 6, Dual Band-GPS, NFC, Ultrabreitband und Bluetooth 6.0. Die Variante mit LTE- und eSIM-Support kann außerdem Notrufe über Satellit absetzen. Der Snapdragon W5 Gen 2 Accelerated sollte eine etwas bessere Performance als der W5 Gen 2 des Vorgängers aufweisen.
Tatsächlich ist die Systemleistung merklich besser, was aber wohl eher an WearOS 7 sowie den 3GB anstelle von 2GB RAM liegen dürfte. Der Speicher ist mit 64GB nun doppelt so groß.
Display der Google Pixel Watch 5
Keine Überraschungen liefert der Bildschirm, denn auch der ist auf dem Papier und bei mir im Alltag nicht von dem Display des Vorgängermodells zu unterscheiden. Das bedeutet: An Bord ist ein AMOLED-Display mit 3.000 Lux Spitzenhelligkeit, LTPO und 320 Pixel pro Zoll. Das klingt nicht nur gut, sondern macht im Alltag einen jederzeit tollen Job. Ebenso klappt die automatische Regelung der Helligkeit bei mir gut.
Das Always On-Display ist dank WearOS 7 hilfreicher denn je. Live-Benachrichtigungen vom Smartphone gibt es jetzt auch auf der Uhr. Ob Lieferando, Uber, ein Timer oder ein Telefonat; alles wird jetzt sofort sichtbar in einer kleinen Blase angezeigt. Würden wir bei Gadgets wie der Pixel Watch 5 eine Wertung ausstellen, wäre es beim Display eine 10/10.
Einrichtung & Kompatibilität
Um die Google Pixel Watch 5 verwenden zu können, braucht ihr ein Smartphone mit Android 12 oder höher, ein Google-Konto und die Pixel Watch-App auf dem Smartphone. Auf Google-Smartphones ist die natürlich schon vorinstalliert. Exklusive Features, die ihr nur zusammen mit einem Pixel-Smartphone bekommt, gibt es meines Wissens nach aber nicht. Außerdem empfiehlt sich die Installation von Google Health, ehemals Fitbit.
Die alte Fitbit-App ist Geschichte. Erst wurde der Personal Health Coach als Beta innerhalb von Fitbit eingefügt, bis die App mit der Veröffentlichung des Fitbit Air (zum Test) endgültig umbenannt wurde. Klingt alles ein bisschen verwirrend und ist es auch. Für euch ist einfach nur wichtig, dass es eine komplett neue App für Gesundheitsdaten und Aktivitäten gibt, die von der Pixel Watch synchronisiert wurden.
Zurück zur Ersteinrichtung: Die ist in wenigen Minuten erledigt, führt euch durch die Pixel Watch-App und die Google Health-App. Wie sich die Software im Alltag verhält, gucken wir uns jetzt genauer an.
WearOS 7 & Sport-Tracking
Auf der Pixel Watch 5 läuft WearOS 7 auf Basis von Android 17. Das ist soweit super, aber weiterhin verspricht Google nur drei Jahre Updates. Samsung bietet mittlerweile fünf Jahre. Vor allem in Zusammenspiel mit der Reparierbarkeit der Pixel Watch 5 hätten wir uns das auch hier gewünscht. Abgesehen davon gefällt mir WearOS 7 auf der Pixel Watch 5 jedoch ausgesprochen gut.
Die Bedienung ist intuitiv und wenn ihr ein Android-Smartphone habt, werdet ihr euch mit WearOS schnell anfreunden. Es gibt viele systemeigene Widgets mit sinnvollem Design. Außerdem kann die Performance voll überzeugen. Kleine Ruckler, zum Beispiel wenn ich einen Timer starte, hatten den Vorgänger noch geplagt. Hier läuft alles flüssig. Im Google Play Store steht allerhand Software von Drittanbietern bereit.
Die ziemlich smarte Gestensteuerung aus dem Vorgänger wurde verbessert und aktiviert sich bei mir jetzt quasi gar nicht mehr ungewollt.
Über die neue Google Health-App haben wir schon an anderer Stelle ausführlich berichtet. Kurzum: Gegen monatliche Gebühr gibt es einen KI-Assistenten, auf den man aber sehr gut verzichten kann. Im kostenlosen Modell steht eine sehr umfangreiche Auswahl an Daten jeglicher Art zur Verfügung und sie werden in der App sehr übersichtlich aufbereitet. Und Daten aus euren anderen Apps könnt ihr über Health Connect synchronisieren.
Ich bin weit entfernt von einem Profisportler, aber mir hat das Sporttracking insgesamt wirklich gut gefallen. Beim Laufen werden mehr Messwerte ausgegeben, als ich sinnvoll interpretieren kann und auch das GPS-Tracking ist sehr präzise und schnell. In der Pixel Watch 5 arbeitet Google mit KI, um die Routen zu präzisieren.
Akkulaufzeit & Aufladen
Damit kommen wir zur Akkulaufzeit. WearOS-Smartwatches halten grundsätzlich nicht so lange durch wie einige Alternativen mit proprietären Systemen. Für meinen Alltag mit der 41 Millimeter-Variante der Pixel Watch 5 hat das genau zwei Tage Laufzeit bedeutet. Ich habe das Always On-Display tagsüber durchgehend eingeschaltet und nutze die Uhr aktiv. Dazu kommen Schlaf und Bewegung, aber keine mehrstündigen Trainingssessions oder ähnliches.
In Anbetracht des recht kleinen Akkus im verhältnismäßig kleinen Gehäuse ist das eigentlich gar nicht schlecht. Allerdings ist auch keine Verbesserung zum Vorgänger zu erkennen. Zum Vergleich: Die weit größere Galaxy Watch Ultra 2 mit 800mAh-Akku hat bei uns im Test rund zwei bis drei Tage geschafft.
Mich hat die Laufzeit im Alltag nicht gestört. Das liegt vor allem daran, dass die Pixel Watch 5 sehr schnell lädt. Google verspricht 50% in 15 Minuten und 80% in 25 Minuten. Das ist beides leicht pessimistisch, aber sonst akkurat. Bis 100% vergehen gut 40 Minuten.
Das heißt: Wenn ihr absolut alle Features der Uhr aktiviert und nutzt, inklusive Always On-Display, müsst ihr mit zwei Tagen Akkulaufzeit rechnen. Wenn ihr euch für die Version mit eSIM entscheidet oder oft lange GPS-Tracks aufzeichnet, müsst ihr mit weniger rechnen. Genügsame Nutzer, die vielleicht kein Always On-Display nutzen, können mit mehr rechnen.
Testergebnis
Wie auch schon die Pixel Watch 4 ist die Pixel Watch 5 eine der besten Smartwatches mit WearOS. Die Ausstattung ist mit Bluetooth 6.0, WiFi 6, NFC, Ultrabreitband und Dual Band-GPS sehr umfangreich. Auch die verbauten Sensoren können auf ganzer Linie überzeugen und die sekündliche Pulsmessung ist weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal. Lautsprecher und Mikrofon sind solide, der Speicher wurde auf 64GB verdoppelt und es sind jetzt 3GB statt 2GB RAM verbaut.
Der Akku ist mit 332mAh beim 41 Millimeter-Modell nicht riesig, aber zwei Tage Laufzeit gehen in Ordnung. Das 45 Millimeter-Modell soll nochmal etwas mehr bieten. Auf sehr hohem Niveau ist hingegen die Ladedauer: 25 Minuten dauert das Laden bis 80%. Weiter sehr stark ist auch die Reparierbarkeit, denn die Pixel Watch 5 ist verschraubt und somit kann der Akku mit einfachen Mitteln ausgetauscht werden.
Beim Prozessor gibt es keine größeren Neuerungen. Die Performance profitiert aber von WearOS 7 und dem größeren Arbeitsspeicher, sodass die Systemleistung im Vergleich mit der Pixel Watch 4 etwas besser geworden ist. Das Display ist zwar nicht besser als beim Vorgänger, aber immer noch eines der besten Smartwatch-Displays auf dem Markt mit sehr starken 3.000 Lux Spitzenhelligkeit, die vor allem im Freien ein Segen sind.
Für mich ist die Pixel Watch 5 mit 41 Millimeter eine fast perfekte Smartwatch. Für einen Nachfolger würde ich mir vier Dinge wünschen: Updates für fünf statt drei Jahre, noch ein bisschen mehr Leistungsreserven, 5G statt nur LTE und drei oder vier Tage Akkulaufzeit.
Mindestens 419€ sind dennoch sehr hoch angesetzt. Momentan bietet die Pixel Watch 4 das bessere Preis-/Leistungsverhältnis. Und wenn euch die WearOS-Features egal sind und eine größere Uhr euch nicht stört, kriegt ihr anderswo deutlich mehr Laufzeit für deutlich weniger Geld geboten.
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