Die Nothing Headphone (1) (zum Test) kennt ihr bereits, doch der Hersteller hat vor ein paar Wochen neue Over-Ear-Kopfhörer veröffentlicht. Die Nothing Headphone (1) Pro sind eine Weiterentwicklung des Vorgängers, intern aber an vielen kleinen und großen Stellen neu gedacht. Dazu gehören 10 Mikrofone sowie drei Treiber und ein ANC, das endlich auf konkurrenzfähigem Niveau arbeitet. Dafür ruft Nothing aber auch einen gesalzenen Preis auf. Wir klären im Test, ob die Nothing Headphone (1) Pro ihn wert sind.
Design & Verarbeitung
Äußerlich hat sich auf den ersten Blick nicht viel getan. Nothing behält etwa seine Steuerung bei. Ihr habt also ein sehr leichtgängiges Rollrad für eine Hälfte der Mediensteuerung, eine Schaltwippe für die andere Hälfte, einen richtigen Schiebeschalter als Power-Button und eine extra Taste für den Sprachassistenten. Neu ist ein weiterer Schalter, der den „Flat EQ“ aktiviert. Dazu später mehr. Eine weiße Status-LED zeigt euch, ob die Kopfhörer eingeschaltet sind und in welchem Zustand sie sich befinden.
Bei den Details hat Nothing jedoch an allen möglichen Stellschrauben gedreht. Das Basisgehäuse besteht weiterhin aus gefrästem Aluminium, das Fenster fertigt Nothing statt aus Kunststoff nun laut eigenen Angaben aus Glas.
Das Gehäuse hängt an zwei Haken aus Titanlegierung, die neig-, dreh- und schwenkbar sind. Zusammenklappen lassen sich die Nothing Headphone (1) Pro jedoch nicht, dafür legt Nothing eine Art Schutzhülle und Tragetasche bei. Diese besteht aus Kunststoff und besitzt Vorbereitungen für ein Trageband sowie einen Knopf, der die Hülle öffnet. Der Kopfbügel bleibt außerhalb der Hülle, wodurch das Konstrukt wie eine Handtasche aussieht: ganz lustig und sicher auch ein effizienter Schutz. Optisch müsst ihr selbst entscheiden, ob diese Variante etwas für euch ist.
Weitere Änderungen betreffen die gesamte Polsterstruktur der Nothing Headphone (1) Pro. So ist das Kopfband breiter und deutlich dicker geworden. Die Ohrpolster sind spürbar weicher und schließen Lücken auf der Haut oder zwischen Haaren besser. Die Metallelemente wiegen in Summe merklich weniger. Nothing hat wirklich viel am Kopfhörer herumoptimiert: Trotz hochwertigerer und eigentlich schwererer Materialien und zwei zusätzlicher Treiber pro Seite ist der Pro mit 327 Gramm sogar etwas leichter als der direkte Vorgänger mit 329 Gramm. Auch die Abmessungen fallen etwas gediegener aus. 190 x 174 x 78 Millimeter misst der Kopfhörer im eingefahrenen Zustand.
Das Kopfband lässt sich natürlich verlängern und stufenlos um bis zu 3cm justieren. Hier gibt es gleich einen Kritikpunkt: Die Justierung ist nicht leichtgängig. Einfach auf dem Kopf ein bisschen reinschieben oder rausziehen geht mit den Nothing Headphone (1) Pro kaum. In der Regel musste ich die Kopfhörer dafür abnehmen, mindestens aber zwei Hände benutzen. Da ist also noch Luft nach oben. Schön ist der integrierte Näherungssensor: Die Wiedergabe stoppt automatisch, wenn ihr die Kopfhörer absetzt.
Bei der Verarbeitung liefert Nothing einwandfrei ab. Wer einmal an dem Rollrad gedreht hat, das quasi keinen Widerstand bietet und sanft in seiner Halterung gleitet, weiß, was ich meine. Dazu kommen hochwertige Materialien und ein fester Sitz, und Nothing schafft es sogar, neben dem USB-C-Anschluss eine 3,5mm-Klinkenbuchse zu verbauen. Top.
Lieferumfang der Nothing Headphone (1) Pro
Die Verpackung ist rudimentär. Die Kopfhörer kommen in einem gescheiten, wertig wirkenden Karton und stecken dort bereits im Hartschalen-Case. Bisher verkauft Nothing die Headphone (1) Pro in Schwarz (Black) und Silber (White), ließ aber durchblicken, dass weitere Farben, insbesondere auch für das Case, nicht ausgeschlossen sind. Im Lieferumfang enthalten sind:
- Headphone (1) Pro
- Hartschalen-Case
- Zwei Trageschlaufen
- 3,5mm-Klinkenkabel (ein Ende mit Winkelstecker, ca. 1,3m)
- USB-C-auf-USB-C-Kabel (ca. 50cm)
- Mehrsprachige Schnellstartanleitung
Tragekomfort
Mehr Auflagefläche, weichere und dickere Polster, weniger Gewicht: Die Nothing Headphone (1) Pro sind in jeder Hinsicht eine Verbesserung gegenüber dem direkten Vorgänger. Perfekt sind sie allerdings nicht. Ich hatte die Kopfhörer viele Stunden am Stück auf, und irgendwann begannen sie am Scheitelpunkt zu drücken. Durch leichtes Verschieben auf dem Kopf zögert ihr das Unvermeidliche noch etwas hinaus, auf Dauer braucht ihr aber eine Pause.
Das klingt schlimmer, als es ist, denn die wenigsten werden die Kopfhörer 6 oder 8 Stunden am Stück auf dem Kopf behalten. Zudem ist diese Einschätzung sehr individuell, erwähnen wollte ich es trotzdem. Ansonsten sitzen sie stabil und verrutschen bei heftigen Bewegungen nur wenig. Damit eignen sie sich auch für Sport und zum Joggen. Die Kopfhörer entwickeln eine gewisse Wärme, ich habe aber schon Schlimmeres erlebt. Im Sommer werdet ihr vermutlich dennoch schwitzen, das lässt sich bei geschlossenen Kopfhörern jedoch kaum vermeiden. Jetzt im Oktober war die Wärme locker auszuhalten.
Mit IP52 sind die Kopfhörer zumindest irgendwie gegen Wasser und Staub geschützt. Die 2 ist kaum der Rede wert, bei Wasser müsst ihr also Obacht geben. Mit der 5 für Staubschutz sind sie solide aufgestellt und halten auch ein paar Tage in einer rumpligen Tasche aus.
Soundqualität der Nothing Headphone (1) Pro
Drei Treiber sind für Over-Ear-Kopfhörer nicht komplett neu, selbst In-Ears haben zuweilen zwei oder drei davon. Nicht zu vergessen kabelgebundene Kopfhörer wie die neulich getesteten Kiwi Ears Stardust, die gleich 5 pro Seite beherbergen. Nothing kombiniert hier jedoch eine besondere Art von Treibern.
Die Haupteinheit ist ein herkömmlicher 40mm-Dynamiktreiber. Er übernimmt die tiefen Frequenzen und Bässe. Ein lediglich 13 x 8 Millimeter messender dynamischer Präzisionstreiber ist für die Mitten und einige Details zuständig. Am spannendsten ist aber der xMEMS-Treiber, der nur 3,2 x 6 x 1,15 Millimeter misst und sich ausschließlich um den Hochtonbereich kümmert. xMEMS ist eine recht neue Technologie, die einen Festkörper als Treiber nutzt und piezoelektrisch arbeitet. Das alles kombiniert mit SBC, AAC, LC3 oder besser LDAC und topaktuellem Bluetooth 6.1 sorgt für glückliche Gesichter bei Technikbegeisterten. Auracast ist ebenfalls mit von der Partie. Der LC3-Codec lässt sich allerdings nicht manuell aktivieren, er steht nur für Auracast zur Verfügung.
Damit sind die Nothing Headphone (1) Pro interessante Kopfhörer mit sehr aktueller Technik, die gerade bei den hochpreisigen Konkurrenten ihresgleichen sucht.
| Frequenz: | 20 bis 40.000Hz |
| Bluetooth: | 6.1 |
| Chipsatz: | – |
| Treibergröße: | 40mm + 13 x 8mm + 3,2 x 6 x 1,15mm |
| Anschlussart: |
3,5mm Klinke (AUX) / USB-C |
| Adapter: | – |
| Reichweite: | 10m |
| Modellnummer: | B192 |
| Widerstand: | k.A. |
| Einzelnutzung: | – |
| Hochauflösender Codec: | Ja, LDAC |
| ANC-Dämpfung: | 46dB |
| Gewicht: | 327g |
| Lautstärke: | 107dB |
| Profile/Codecs: | AVRCP 1.6, A2DP 1.3, HFP 1.7, HSP, SBC, AAC, LC3, LDAC, Auracast |
| Zertifikate: | Hi-Res Audio/Wireless |
| Wasserresistenz: | IP52 |
Sound
Eins ist klar: Die Nothing Headphone (1) Pro klingen schon über Bluetooth sehr gut, ihre wahre Stärke zeigen sie aber erst, wenn die Hardware harmoniert. Das heißt: Ihr schließt die Kopfhörer per Klinke oder USB-C an. Mit dem „Flat EQ“ könnt ihr zudem jegliche Audiobearbeitung vor der Ausgabe deaktivieren. Damit arbeiten die Headphone (1) Pro fast analytisch. Das ist aber nicht immer die beste Art, Musik zu hören, zumindest nicht via Bluetooth. Dafür zeigt der Modus schön, wie die Treiber abgestimmt sind.
Und sie sind sauber abgestimmt. Im „Flat EQ“ drückt sich kein Bereich in den Vordergrund. Tiefe Trommelschläge donnern zwar ordentlich, halten aber ihre vorgesehene Position. Stimmen treten im Mittenbereich in den Fokus und fügen sich elegant in die Klangkulisse ein. Die Höhen bleiben bis in die Spitzen pegelstabil.
Verzerrungen sind selten, denn die Kopfhörer trennen die einzelnen Frequenzen sauber und leiten sie an den jeweils vorgesehenen Treiber weiter. Die Headphone (1) Pro geben guten alten Rap genauso wieder wie klassische Stücke, wenn die Audioquelle passt.
Über Bluetooth ist das Klangbild nicht ganz so differenziert wie per Kabel. Auf einem hohen Niveau, ja, aber ihr hört einfach, dass die Komprimierung manch ein Detail verschluckt, auch bei LDAC, auch mit dem „Flat EQ“. Das lässt sich schwer beschreiben, aber es klingt weniger weit. Es geht um Kleinigkeiten wie das Luftholen vor dem nächsten Satz oder Halleffekte, die länger nachwirken und mehr schwingen. Viele nebensächliche Effekte, die das Hören über Kabel natürlicher, voller und spannender machen.
All das bemerkt ihr nur, wenn ihr euch wirklich auf das Stück konzentriert. Unterwegs, in Bewegung und mit äußeren Einflüssen ist das eine so gut wie das andere. Wer sich die Headphone (1) Pro zulegt, sollte aber zumindest mal in Erwägung ziehen, die Over-Ears an einen Verstärker oder wenigstens an einen potenten PC anzustöpseln und ein hochauflösendes Lied abzuspielen.
Packen wir noch schnell Gaming an. Die Headphone (1) Pro sind nicht extra darauf ausgelegt, doch wenn ihr die Kopfhörer an einen PC oder eine Konsole anschließen könnt, lässt sich damit auch daddeln. In Battlefield 6 konnte ich nahende Gegner frühzeitig erkennen und die Richtung genau bestimmen. Soundeffekte, Schritte, das Knirschen von Glas, Schüsse: Die Immersion funktioniert super. In anderen Titeln gab es in der einen oder anderen Situation sogar einen Jumpscare, bei dem ich mich in echt umgedreht habe. 😀 Einen kleinen Kritikpunkt gibt es aber: Bei Bewegung überträgt das Kabel teilweise Geräusche auf das Gehäuse.
ANC, Spatial Audio & Game Mode
Damit wären wir beim ANC. Die aktive Geräuschunterdrückung war ein Manko der Nothing-Kopfhörer: nicht schlecht, aber mit einem respektablen Abstand zu den Platzhirschen. Die Nothing Headphone (1) Pro ändern das. Das ANC saugt Umgebungsgeräusche förmlich aus eurem Klangfeld heraus. Natürlich dringen immer noch gewisse Frequenzbereiche durch, etwa besonders hohe, ansonsten ist das aber absolutes Top-Niveau. Im Flugzeug war der Effekt so stark, dass ich die laufenden Turbinen eine Weile vergessen habe. Diese Leistung fordert allerdings ihren Tribut: Mit stärkerer Einstellung hebt das ANC den Tieftonbereich deutlich an. Das kann gefallen. Ich mag es aber immer, wenn der Eingriff in die Klangabstimmung so gering wie möglich ausfällt.
Der Game Mode an sich ist nur die halbe Miete und erfüllt seinen Zweck lediglich rudimentär. Die Latenz sinkt zwar, mit 120ms aber nicht auf wettbewerbsfähiges Niveau, und der Akkuverbrauch steigt. Erst mit dem „Flat EQ“ und einem Kabel erreicht ihr eine Latenz von unter 20ms, da die Audioaufbereitung schon vor der Berechnung wegfällt.
Spatial Audio ist bei den Nothing Headphone (1) Pro vollständig integriert. Ihr habt die Wahl, ob die Kopfhörer eure Kopfbewegungen verfolgen oder nur den räumlichen Effekt anwenden. Zudem gibt es mehrere Soundprofile mit deutlich unterschiedlicher Abstimmung und Herangehensweise. „Standard“ fügt effektiv einen Hall hinzu und macht den Raum weiter. „Studio B“ dreht die Tiefenregler auf Anschlag und erzeugt ein spürbar volleres Klangbild, bei dem die Ausgabe näher an den Hörer rückt. Dazu kommen einige weitere Profile. Ein gewisser Qualitätsverlust ist leider immer vorhanden.
Pairing & App
Das Pairing ist dank Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair superschnell und einfach. Wer die Nothing-App bereits auf dem Handy hat oder ein Nothing-Smartphone nutzt, ist bei der Einrichtung noch etwas zügiger unterwegs.
Dank vieler Tasten bleibt die Steuerung simpel. Dreht ihr das Rollrad nach rechts oder links, erhöht oder verringert ihr die Lautstärke. Das Rad selbst macht absolut keine Geräusche, ihr hört aber ein kleines, digitales und natürlich wirkendes Klicken als Signalton. Ein Druck auf das Rad stoppt die Audioausgabe. Langes Drücken wechselt zwischen ANC und Transparenzmodus. Mit der Wippe springt ihr zum nächsten oder vorherigen Titel. Ein eigener Power-Schieberegler schaltet die Kopfhörer an oder aus. Müsst ihr die Headphone (1) Pro neu koppeln, findet ihr dafür einen Button auf der rechten Innenseite des Kopfhörers. Gegenüber auf der linken Seite liegt der Flat-EQ-Schieber. Rechts außen sitzt ein zusätzlicher Knopf, den ihr weitgehend frei belegen könnt, sogar als Auslöser für die Kamera.
Nothings Tastenlösung ist wirklich gut umgesetzt, und nach ein paar Anwendungen wollt ihr nicht mehr zurück zu dreifach belegten Lautstärkewippen und Multifunktionsknöpfen.
Nothing-App

Das ist aber nur Augenwischerei, diesen EQ hätte Nothing auch weglassen können. Mithilfe von Metropolis integriert der Hersteller nämlich einen weiteren EQ. Über den Schriftzug „Fortgeschritten“ bekommt ihr das Frequenzband von 20 bis 20.000Hz präsentiert. Hier könnt ihr mit bis zu 8 Equalizer-Reglern deutlich freier zu Werke gehen und diese beliebig auf dem Frequenzband platzieren. Zusätzlich legt ihr für jeden Regler den Q-Faktor fest, also die Breite, auf die der jeweilige Punkt wirkt.
So richtig glänzt Nothing aber an anderer Stelle und zieht damit selbst dem EQ von Edifier davon: Über einen weiteren 4-Band-EQ regelt ihr auch die beiden zusätzlichen Treiber, unabhängig vom Haupttreiber. Deren Frequenzgang reicht von 5 bis 15.000Hz, auch hier lässt sich der Q-Faktor einstellen.
Ist euch das zu viel, könnt ihr zwischen fünf weiteren Profilen von Metropolis wählen, die allesamt deutlich besser klingen als Nothings eigene Audioprofile. Jetzt habe ich viel über den brachialen EQ palavert, die App bietet aber noch mehr: ein an euer Hörvermögen angepasstes Soundprofil, ein Spatial-Audio-Menü, eine gute ANC-Steuerung, ein Menü, um zumindest manche Bedienelemente anzupassen (die meisten Funktionen sind aber fix), duale Verbindung, Firmware-Updates und sogar Auracast.
Die Nothing Headphone (1) Pro können dabei auch als Sender dienen. Ihr könnt also beliebige Musik abspielen, und euer Kumpel, der rein zufällig auch die Headphone (1) Pro oder ein anderes Auracast-fähiges Paar Kopfhörer besitzt, hört mit. Klar, das nutzt ihr nicht täglich, grundsätzlich ist es aber eine sehr coole Sache.
Wer die App nicht nutzt, ist selber schuld und verpasst Features in Hülle und Fülle. Zumal ich euch empfehlen würde, den EQ zu bemühen oder zumindest eines der vorgefertigten Profile von Metropolis zu wählen.
Sprachqualität
Mit satten 10 Mikrofonen liefern die Kopfhörer nicht nur ein sehr gutes ANC, sondern auch bei Telefonaten einen sehr guten Klang, und zwar bei Aufnahme und Wiedergabe gleichermaßen.
Eure Stimme klingt lebendig und klar verständlich. Hall oder blecherne Übertragung gibt es nicht. Zudem arbeitet die Geräuschunterdrückung hervorragend und rationalisiert fast alles weg. Selbst ein klirrendes Glas oder andere Stimmen direkt neben dem Kopfhörer sind auf der anderen Seite nicht zu hören. Das ist schon sehr krass und zeigt, dass Nothing seine ANC-Hausaufgaben gemacht hat.
Die Nothing Headphone (1) Pro eignen sich damit insbesondere für lange Telefonate, beide Gesprächsparteien profitieren dabei von einer starken Akustik. Einzige Einschränkung: Der Abstand zum Handy darf nicht zu groß werden. 10 Meter sind das Maximum, darüber hinaus bricht die Verbindung ab. Besonders Wände reduzieren die Reichweite noch weiter.
Akkulaufzeit
Bleibt noch der Akku, der das alles mitmachen und verkraften muss. Nutzt ihr den USB-C-Anschluss, laden die Kopfhörer während der Audioübertragung. Der Klinkenanschluss funktioniert dagegen nur, wenn ihr die Kopfhörer einschaltet. Der DAC benötigt also Strom und ist auf den Akku angewiesen. Für die maximale Spielzeit fällt die Klinkennutzung aber kaum ins Gewicht.
Der Akku mit 1.060mAh hält üppig viele Stunden durch, selbst wenn ihr alles aktiviert. Mit eingeschaltetem LDAC und ANC schaffen die Kopfhörer bei 50% Lautstärke in der Regel knapp 30 Stunden, also mehr als einen Tag. Deaktiviert ihr ANC, sind es direkt 20 Stunden mehr. Wer ANC nicht durchgehend aktiv lässt, steigert die Laufzeit also enorm.
Hört ihr bei 70 bis 80% Lautstärke Musik, kostet das gut 5 Stunden, allerdings seid ihr dann schon sehr laut unterwegs. Oft ist diese Lautstärke nicht nötig, weil das ANC die Umgebung so stark ausblendet.
Auch das Aufladen geht angemessen schnell. Nach 5 Minuten soll bei aktivem ANC schon wieder Saft für bis zu 2 Stunden vorhanden sein. Nach ca. 2 Stunden am Ladekabel sind die Kopfhörer wieder zu 100% aufgeladen.
Testergebnis
In unserem langen Test haben die Nothing Headphone (1) Pro sehr gut abgeschnitten. Sie waren mehrere Wochen meine Wegbegleiter und werden es noch eine ganze Weile bleiben. Ich kann sie nur wärmstens weiterempfehlen.
Klang und ANC sind auf Spitzenniveau und müssen sich nicht hinter Sony, Bose oder irgendeinem anderen etablierten Hersteller verstecken. Mit haufenweise Features und durchdachten Lösungen überflügeln sie viele Konkurrenten sogar. Die Technik ist aktuell, und die Entscheidung für drei Treiber macht sich auch bei den Anpassungsmöglichkeiten bemerkbar.
Es gibt nur zwei kleine Kritikpunkte. Der Mechanismus für den Kopfbügel ist an sich elegant gelöst, aber etwas störrisch in der Handhabung. Zwei Hände sind ein Muss, leichtes Nachjustieren ist kaum möglich. Der zweite Kritikpunkt ist der Preis.
350€ sind viel Geld. Dafür bekommt ihr erstaunliche Kopfhörer, die ihren Preis sicher wert sind. Dennoch liegen die Nothing Headphone (1) Pro damit in einem Bereich, in dem die Kundschaft zu Recht sehr kritisch ist. Auf lange Sicht wäre ein Preis von 299€ für die psychologische Kriegsführung vermutlich kein schlechter Ansatz.
Trotz allem: Sucht ihr einen durchdachten, aus hochwertigen Materialien bestehenden und sehr gut klingenden Kopfhörer, der auch im Alltag hervorragend performt, seid ihr bei den Nothing Headphone (1) Pro goldrichtig.
Alternativ sind die Nothing Headphone (1) (zum Test) mittlerweile etwas günstiger zu haben. Auch aus der Hi-Fi-Corner gibt es mit den HarmonicDyne Romantic (zum Test) starke Konkurrenz, allerdings nicht kabellos. Oder ihr greift zum langweiligen, aber soliden Sony WH-1000XM5 (zum Test).
Preisvergleich
Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
Alle News Updates über Telegram.










































