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Trotz horrender Summen für Speicher aller Art schaffen es die chinesischen Hersteller noch, Mini-PCs zu einem adäquaten Preis anzubieten. Heute testen wir den CTONE Kron Mini K2. CTONE ist bei uns ein neuer Vertreter im Test. Hardware und Gehäuse machen Lust auf mehr: verbaut sind ein Intel i5-12450H, 24GB RAM und 512GB Speicher sowie zahlreiche Anschlüsse. Zeit für einen Test.
Design & Verarbeitung
Obwohl das komplette Gehäuse aus Kunststoff besteht, tut das dem Wertigkeitsgefühl keinen Abbruch. Ober- und Unterseite sind sauber verarbeitet und werden durch Schrauben und Klipse zusammengehalten. Die geriffelte Oberseite gibt dem Ganzen einen rustikalen und griffigen Touch.
Ein großer Teil der Fläche ist für die Belüftung vorgesehen. So ist fast die komplette Unterseite durchlöchert, außerdem befinden sich hinten, rechts und links Auslässe, durch die die Kühlrippen sichtbar werden. Der Lufteinzug findet durch einen Radiallüfter im Inneren, an der Unterseite statt und bläst die Luft durch alle Auslässe nach draußen.
Für genügend Bodenabstand sorgen vier Gummifüße, unter denen die einzigen äußerlichen Schrauben versteckt sind. Wollt ihr an das Innere des CTONE Kron Mini K2, müsst ihr diese vorsichtig lösen. Dank VESA-Bohrungen und beiliegender Platte lässt sich der Kron Mini K2 auch festmontieren.
An der Front achtete CTONE auf ein sauberes Bild. Hier findet ihr lediglich zwei USB-A-Anschlüsse sowie einen USB-C-Port, einen Klinkenanschluss und selbstverständlich den Power-Button. Letzterer beherbergt eine kleine, weiße LED, die im Betrieb konstant leuchtet und im Stand-by pulsiert.
Alle anderen Anschlüsse liegen gesammelt auf der Rückseite des Geräts. Neben HDMI und DisplayPort befinden sich hier auch ein RJ45-Anschluss sowie vier weitere USB-A-Steckplätze. Abgerundet wird das Ganze durch den Stromanschluss und ein Kensington-Schloss unterhalb vom DisplayPort.
Zwischen DP- und HDMI-Port liegt genügend Platz, um auch etwas breitere Kabel zu verwenden, die USB-A-Anschlüsse sind deutlich dichter gedrängt. Sehr ausladende USB-Sticks oder Kabel könnten sich hier gegenseitig behindern.
Upgrade-Möglichkeiten des CTONE Kron Mini K2
Sind die Gummifüße vorsichtig abgelöst, kommen vier Kreuzschlitzschrauben zum Vorschein. Habt ihr diese entfernt, lässt sich das Gehäuse öffnen. Die hintere Wand bleibt dabei am Bodenteil. Aber noch habt ihr keinen Zugriff auf die M.2-SSD von Netac und den zweiten M.2-2280-NVME-Platz direkt daneben. Erst müsst ihr den Lüfter mit Kühlkörper entfernen, denn der Kühlkörper ist unter Kunststoffnoppen fixiert. Dafür müsst ihr die Tapes lösen, die den Luftstrom durch die Kühlrippen leiten, denn darunter befindet sich eine versteckte Schraube.
Ist beides gelöst und entfernt, lässt sich die restliche Platine herausheben. Auf der Rückseite befinden sich dann beide M.2-Slots. Eine Schraube für die zweite SSD ist bereits eingesetzt, ihr müsst die Karte also nur noch einstecken. Ein SATA-Anschluss für 2,5-Zoll-SSDs entfällt dafür. Leichte Kühlung erfahren die SSDs durch eine Metallplatte innen am Deckel. CTONE hat sogar einen Streifen zur Wärmeleitung angebracht, für die zweite M.2 fehlt dieser jedoch.
Sollte das WiFi-Modul mal den Geist aufgeben oder wollt ihr ein Upgrade durchführen, müsst ihr die erste M.2-Karte vorher entfernen. Das Modul liegt darunter, ebenso wie die BIOS-Batterie. Das haben wir bei anderen Modellen schon einfacher gesehen.
Der Kühler kommt mit zwei mächtigen Kupferheatpipes. Weitere Wärmeleitpads und ein Klecks Paste helfen beim Verteilen der Hitze. Leider erfasst der Kühler den RAM nicht, dafür aber die Stromversorgung der CPU. Der RAM ist fest verlötet, was ein Upgrade in der Regel ausschließt. Summa summarum handelt es sich um einen verhältnismäßig mächtigen Kühlblock mit einem handelsüblichen Laptop-Radiator.
Lieferumfang des CTONE Kron Mini K2
Im Lieferumfang befindet sich alles, was ihr für den sofortigen Einsatz benötigt. Wie üblich ist das Netzteil ausgelagert. CTONE kombiniert den Kron Mini K2 mit einem 19V/4,74A Netzteil von BSY. Rechnerisch ergibt das 90 Watt. CTONE gibt an, dass die CPU mit 45-Watt-TDP Dauerlast spezifiziert ist. Im Test war die Stromversorgung kein Problem.
Vom zweipoligen Stecker bis zum Netzteil messe ich rund einen Meter, zur Steckdose geht es via Mickymaus-Stecker, dessen Länge sich durch Kabeltausch anpassen lässt. Mitgeliefert werden zwei Meter an Kabel. Zur weiteren Ausstattung gehören eine 80 x 80mm und 100 x 100mm Vesa-Halterung mit Schrauben, ein kurzes Handbuch und ein HDMI-2.0-Kabel (1,5m).
Anschlüsse und Konnektivität
CTONE setzt auf eine Vielzahl von Anschlüssen, besonders wenn es um USB-Unterstützung geht. Insgesamt kommt ihr auf sieben Ports, das dürfte für die meisten Anwendungsfälle dicke ausreichen. Die Geschwindigkeit liegt für alle USB-A-Anschlüsse auf der Rückseite bei 5 Gbit/s. Die vorderen Ports, inklusive des USB‑C‑Anschlusses, kommen auf 10 Gbit/s. Gleichzeitig ist der USB-C-Anschluss DisplayPort-fähig, so lässt sich ein 4K-Monitor mit 60Hz anschließen. Insgesamt lassen sich bis zu drei Monitore betreiben, dafür stehen noch ein HDMI-2.0- und ein DisplayPort-1.4b-Anschluss bereit. Die Spezifikation sieht hier ebenfalls 4K bei 60Hz vor.
Der LAN-Anschluss ist nach dem Auspacken mit einem gelben Warnsticker überklebt. Das soll verhindern, dass sich der erste Start durch das Anlegen eines Microsoft-Kontos und die anstehenden Updates in die Länge zieht. Nicht ganz zu Unrecht: Trotz schneller Internetleitung dauerte der erste Start mit Updates über eine halbe Stunde.
Hier nochmal die Anschlüsse im Überblick. Vorn:
- Power-Button + weiße Status-LED
- 2 x USB-A 3.1-Anschluss
- 1x USB-C 3.2 Gen 2(Daten und Display)
- 3,5mm Aux-Anschluss (Lautsprecher & Mikrofon)
Hinten:
- 4 x USB-A 3.1-Anschluss
- 1x HDMI 2.0 Anschluss
- 1x DisplayPort 1.4b Anschluss
- Stromanschluss (DC In)
- Kensington Schloss
Schön wäre noch ein Mini-DisplayPort-Anschluss gewesen, ansonsten ist alles Notwendige vorhanden. Auf einen SD-Kartenleser wurde verzichtet, ebenso auf eine Möglichkeit für einen leichten CMOS-Reset. Dafür müsst ihr das Gerät auseinandernehmen.
Ein kurzer Test der USB-Anschlüsse bescheinigt die angegebenen Leistungsdaten. Für hinten und vorne gibt es stellvertretend jeweils ein Bild, die Ergebnisse waren an allen Anschlüssen immer gleich.
- Interne M.2
- Hinten
- Vorne
- Interne M.2
Weiter geht es mit dem W‑LAN‑Modul. Der Chip stammt von Realtek. Verbaut wird ein RTL8852BE Modul. Verbaut sind somit WiFi 6 (AX1800) und Bluetooth 5.0 oder 5.2. Laut CTONE wird 5.2 verwendet, die ausgelesenen Spezifikationen deuten allerdings auf 5.0 hin. Die Geschwindigkeit mit Kabel liegt bei einer Gigabit-Leitung voll an. Über W-LAN benötigt ihr eine gewisse Nähe zum Router, dann kommt auch hier eine hohe Bandbreite von ca. 700 Mbit/s an. Müsst ihr Wände und eine gewisse Reichweite überwinden, sackt die Übertragungsrate etwas ab.
Leistung des CTONE Kron Mini K2
Die Leistung des CTONE Kron Mini K2 wird maßgeblich von der verbauten Intel i5-12450H-CPU bestimmt. Dabei wird schon klar: Verbaut ist nicht die aktuellste CPU. Stattdessen versucht CTONE, den Preis etwas zu regulieren, und greift zu einem Modell von 2022.
- Interne M.2

Für einfaches Surfen, Streamen oder Office-Arbeiten ist jedoch mehr als genug Power vorhanden. Auch leichtes Gaming lässt sich bewerkstelligen, dann aber eher ältere Titel oder mit stark reduzierten Details. Die Navigation durchs System ist jedenfalls ruckelfrei, die meisten Anwendungen starten zügig und reaktionsschnell. Dank der 24GB-RAM im Dual-Channel ist Multitasking (5200MHz) kein Problem. Als Emulator für ältere Konsolen eignet sich der Kron Mini K2, hat aber durch die eher schwache Grafikeinheit ein paar Limitierungen.
Die Bootzeit beträgt 24 Sekunden. Nicht absonderlich schnell, aber solide. Das kommt sicher zum Teil auch daher, dass die verbaute Netac 500GB M.2 SSD nicht die vollen PCIe-4.0 Geschwindigkeiten ausnutzt, letztlich reichen die 3,5GB/s (Lesen) und die 2,1GB/s (Schreiben) aber locker für alle sonstigen Spielereien.
Lüfter und Hitzeentwicklung
Ihr schaut einen Film, egal ob als Datei oder per Stream, surft im Internet oder bearbeitet ein paar Fotos? Dann ist der CTONE Kron Mini K2 kaum hörbar. Der Lüfter dreht zwar immer, arbeitet jedoch angenehm leise.
Bei den durchgeführten Benchmarks musste dieser allerdings ordentlich schuften und die Abwärme abtransportieren. In diesem Fall erreicht der Lüfter bis zu 50 dB(A) aus einem Meter Entfernung. Kurzes Aufheulen kommt gelegentlich vor, allerdings nur unter Last, nicht sporadisch im Leerlauf. Gemessen haben wir unter Last an die 90°C. Thermal Throttling war, wenn überhaupt, nur mild im Einsatz.
Aktiviertes Windows 11 Pro als System
Wie bei diesen Modellen üblich, ist ein aktiviertes Windows 11 Pro vorinstalliert. Offensichtlich kommt eine etwas veraltete Version zum Einsatz, da der erste Start mit Netzwerk recht lange dauert und viele Updates nachgeschoben werden. Ein TPM 2.0-Chip ist vorhanden.
Womit wir zur ersten unangenehmen Sache kommen: Es gibt bislang keine Produktseite zum Kron Mini K2. Das heißt auch, dass es weder eine Downloadseite für Treiber noch für eine BIOS-Aktualisierung gibt. Dazu kommt noch, dass die Einstellungen im BIOS recht rudimentär ausfallen. Interessant ist vor allem die Möglichkeit, den RAM zu übertakten, viel wird da aber nicht möglich sein. Ansonsten lässt sich der Speicher für die GPU direkt zuweisen, Passwörter setzen und ein paar Hitzesensoren auslesen. Die meisten Treiber lassen sich über Windows Updates oder Drittanbietertools auslesen und automatisch aktualisieren. Es sind wenige Komponenten mit speziellen Anforderungen verbaut. Eine Softwarebasis des Herstellers wäre dennoch wünschenswert.
Stromverbrauch des CTONE Kron Mini K2
Mit 45 Watt Dauerlast ist der Kron Mini K2 angegeben. Im Idle-Betrieb sind es 5 bis 10 Watt, er eignet sich also für die Dauernutzung. Videos in 4K oder Browsing treiben die Last leicht nach oben, wir landen nun bei ca. 25W für das Video und 15 bis 20W fürs einfache Browsen. Lastspitzen sind in diesen Bereichen noch nicht aufgetreten. Beim Spielen mit einem Emulator stehen dann die vollen 45 Watt an, manchmal etwas mehr. Erst bei Benchmarks zieht die CPU überdeutlich den Saft aus der Leitung. Einzelne Spitzen von 95 Watt können kurzzeitig gemessen werden, womit das Netzteil trotz etwas niedrigerer Leistung offensichtlich zurechtkommt, denn Abstürze gab es keine.
Testergebnis
In der kleinsten, hier getesteten Ausführung setzt CTONE eine UVP von 700€ an. Realistischer sind die Angebote, die das Gerät auf 490€ drücken. Ein großer Teil des Preises kommt bereits durch den Arbeitsspeicher und die Festplatte zustande. Die 24GB RAM allein kosten schon rund 150€. Dabei trickst CTONE an allen Ecken. Denn verbaut ist DDR4-Speicher und die verlöteten 12GB-Module sind eher ungewöhnliche Größen.
In Anbetracht dessen macht der CTONE Kron Mini K2 eine gute Figur als günstige Lösung mit viel Speicher, vielen Anschlüssen und angemessener Leistung. Rekorde bricht er wohl eher nicht. Das Gesamtpaket ordnet sich zwischen einem Ninkear M7 (zum Test) und dem Geekom A7 2026 (zum Test) ein. Ein klassischer Wohnzimmer-PC für die Mediathek oder ein Office-Rechner mit Multitasking-Kapazitäten. Auch für ältere Spiele oder Emulationen ist er geeignet. Dank bis zu drei anschließbaren Bildschirmen lässt sich ordentlich Displayfläche nutzen.
Der fehlende Support auf Herstellerseite ist allerdings Stand jetzt ein echter Minuspunkt und kann auch nicht wegdiskutiert werden. Wer also nicht mit Treibern über Drittanbieter herumfummeln will, für den ist der CTONE Kron Mini K2 nichts. Dabei ist aber zu erwähnen, dass der PC im Testzeitraum absolut reibungslos lief und auch die bescheinigte Leistung erzielte. Daher bekommt der Mini-PC eine vorsichtige Kaufempfehlung. Er eignet sich eher für Personen, die wissen, wie sie sich helfen können, dann aber einen guten Kompromiss aus Preis, Leistung und Flexibilität erhalten.
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