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Der Bereich der Outdoor-Tablets ist noch weitgehend unerschlossenes Terrain. Das Hotwav TAB R9 Pro Max möchte sich dort etablieren. Die Spezifikationen verraten uns schon, dass Hotwav keine halben Sachen möchte. Neben dem üppigen 20.080mAh-Akku, der IP68/IP69K-Zertifizierung sowie 256GB Speicher verfügt das Tablet über eine Nachtsichtkamera und eine Campinglampe. Was das Gerät noch zu bieten hat und ob es letztendlich überzeugt, erfahrt ihr im Test.
Design und Verarbeitung
Zunächst solltet ihr euch davon verabschieden, dass es sich um ein gewöhnliches Tablet handelt. Schon die Abmessungen und das Gewicht sprechen eher Käufer an, die ein robustes und stabiles Gerät suchen. Ein Gerät, das ihr ohne Bedenken fallen lassen könnt. Das Tablet verfügt über ein Gehäuse aus Kunststoff und Metall. Dabei bezieht sich der Kunststoff nur auf den Rahmen, während die Rückseite aus einem großen Metalldeckel besteht. Die Vorderseite schützt Gorilla Glas.
Das Gewicht beträgt 1.065 Gramm. Die Abmessungen betragen 269,6 x 182,0 x 17,8 Millimeter. Hotwav war sich dessen aber bewusst. Deshalb wurde vor allem die Rückseite angeraut. Insgesamt hat das Tablet für seine Größe und sein Gewicht ein gutes Handling und wirkt im ersten Moment gar nicht so massiv, wie es die Daten vermuten lassen. Neben der Power-Taste und der Lautstärketaste gibt es noch einen USB-2.0-Anschluss.
Außerdem gibt es einen Einschub für zwei SIM-Karten oder eine SIM-Karte und eine Speicherkarte. Die Stereo-Lautsprecher sitzen auf der Rückseite. Selbstverständlich ist das Gerät auch nach IP68/69K zertifiziert. Laut Hotwav wurden auch über 5.000 Stürztests durchgeführt. Die Robustheit vermittelt auf jeden Fall das Gefühl, dass es auch mal runterfallen kann, ohne dass etwas passiert. Auf der Rückseite befinden sich zudem die Hauptkamera und die Nachtsichtkamera. Die 350 Lumen starke Taschenlampe sitzt ebenfalls auf der Rückseite.
- Dunkel
- Hell
- Heller
- Am Hellsten
- Dunkel
- Hell
- Heller
- Am Hellsten
Die Verarbeitung ist tadellos. Trotz seiner Massivität hat das Tablet problemlos in alle Smartphone-/Tabletständer gepasst. Allerdings wurde das Gerät während der Fototour beim Halten schon unangenehm. Die zusätzliche Halterung verschafft etwas Abhilfe. Aber spätestens, wenn ihr das Tablet ein paar Mal mit einer Hand hochgenommen habt, ist es vergleichbar mit einer guten Trainingseinheit. Abgesehen davon haben wir nichts zu beanstanden.
Lieferumfang des Hotwav TAB R9 Pro Max
- Hotwav Tab R9 Pro Max
- Halterung
- Anbaubarer Ständer
- Schraubendreher, Schrauben, Schienen
- 20W Netzteil
- Ladekabel
- Stylus, Extra Panzerfolie
Der Lieferumfang ist genauso üppig und enthält alles, was ihr braucht, um direkt loszulegen. Neben dem Tablet, dem Netzteil und dem Ladekabel findet ihr noch die Halterung und das Zubehör, um die Halterung anzubringen, also Schraubendreher, Schrauben, Schienen und einen Ständer. Eine zusätzliche Panzerfolie liegt bei, eine weitere normale Folie ist vorinstalliert. Ein Stylus ist ebenfalls enthalten, dieser hat aber keine besonderen Funktionen.
Display
Hotwav verbaut ein 120-Hertz-IPS-Display. Bei der Bildwiederholrate könnt ihr zwischen 60, 90 oder 120 Hz wählen. Die Auflösung beträgt 1920 x 1200 Pixel, was zu einer Pixeldichte von 207 Pixel pro Zoll führt. Die maximal gemessene Helligkeit beträgt 395 Lux. Damit ist das Tablet in Innenräumen ausreichend hell. Bei direkter Sonneneinstrahlung werdet ihr jedoch so gut wie nichts mehr auf dem Display erkennen können.
Das ist besonders für ein Outdoor-Tablet sehr wichtig. Immerhin ist Widevine L1 vorhanden, sodass ihr Streaming-Inhalte von Amazon oder Netflix in Full-HD schauen könnt. Das Display selbst ist sehr nüchtern kalibriert, wodurch es an Frische fehlt. Farben wirken gedämpft und matt. IPS-Displays sind zwar dafür bekannt, dass sie Schwarz nicht so gut darstellen können und es eher gräulich wirkt, aber bei diesem Display ist es besonders extrem.
Es fehlt an jeder Ecke das gewisse Etwas. Zwar ist das Tablet nicht dafür konzipiert, Inhalte schön wiederzugeben, sondern nur, um etwas erkennen zu können, aber etwas mehr hätte es schon sein dürfen. Auch bei den Eingaben ist das Display nicht immer genau und registriert die Eingabe erst beim mehrmaligen Drücken. Alles etwas unbefriedigend.
Leistung
Als SoC dient ein Unisoc S713 (also mit dem Unisoc T765), ein Mittelklasse-Chip mit acht Prozessorkernen in zwei Clustern. Die zwei großen ARM Cortex-A76-Kerne takten mit bis zu 2,3 GHz. Die sechs kleinen Kerne erreichen eine Taktrate von bis zu 2,1 GHz. Zudem verfügt das Gerät über 256 Gigabyte internen Speicher, der sich kostengünstig mit einer Speicherkarte erweitern lässt. Der Arbeitsspeicher hat 8 Gigabyte.
Beim Speicher setzt Hotwav auf UFS 3.1, der in unseren Tests Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von 1.081MB/s bzw. 774MB/s erreichte, was sehr unbeeindruckend ist. Die allgemeine Performance war durchwachsen. Auffallend ist, dass es bei längerer Benutzung einer App oder dem Starten einer neuen App zu sehr langen Ladezeiten oder sogar Abstürzen kommt. Selbst bei etwas Einfachem wie dem Wechsel von der Kamera zu YouTube. Die Videos laden bei YouTube sehr lange, bevor sie irgendwann starten. Andersherum braucht die Kamera ewig, um ein Bild anzuzeigen.
Ob es sich um einen Bug handelt oder das System einfach überfordert ist, können wir an dieser Stelle nur vermuten. Auch wenn das Tablet tagelang unbenutzt bleibt, solltet ihr euch erst einmal darauf einstellen, dass es nicht rund läuft. Irgendwann ist das aber vorbei. Wenn sich das Tablet eingespielt hat, ist die Performance gut und dank des 120-Hertz-Displays fühlt sich auch alles recht flüssig an.
System
Gleich zum Start erhalten wir Android 16, ein Update-Versprechen gibt Hotwav jedoch leider nicht. Während des Testzeitraums sind auch keine Updates eingetroffen. Zwar legt Hotwav seine eigene optische Oberfläche darüber, die etwas verspielter als Stock Android aussieht, im Kern ist es aber dennoch Stock Android, was spätestens nach zwei oder drei Untermenüs auffällt. Es gibt auch eigene KI-Programme und vom Zusammenfassen von Texten oder Dokumenten bis hin zur Foto-Retusche ist alles dabei.
Allerdings findet ihr die gleichen Features auch über Google. Wie bei allen Outdoor-Geräten gibt es zudem einen Werkzeugkasten und natürlich eine separate App für die Taschenlampe. Leider sind auch Social-Media-Apps wie Instagram und Facebook vorinstalliert, die sich aber alle deinstallieren lassen. Leider kommt das System nicht ganz ohne Probleme aus. Es kam zu App-Abstürzen und Apps, die sich nicht starten ließen oder kein Bild anzeigten. Diese Probleme waren spätestens beim Neustart meistens behoben, tauchten aber Tage später vereinzelt wieder auf. Das ist etwas ärgerlich und wäre vermeidbar gewesen.
Kamera des HOTWAV TAB R9 Pro Max

- Hauptkamera: 64MP (Omnivision OV64B), PDAF, f/1.8
- Nachtsichtkamera: 20MP
- Frontkamera: 16MP, f/2.0
Die Auslösezeit ist recht schnell, sodass selbst bei schnell beweglichen Motiven noch scharfe Bilder gelingen. Auf einen Ultraweitwinkelsensor oder eine Makrokamera müsst ihr allerdings verzichten. Auch wenn es im Einstellungsmenü angeblich einen Reiter gibt, mit dem sich die Stabilisation aktivieren lässt, ist in der Praxis davon nichts zu sehen.
Kameraqualität
Leider ist das gesamte Kamerasystem eher ernüchternd und wirklich gute Ergebnisse sind nur schwer zu erzielen. Sowohl bei der Nachtsichtkamera als auch bei der Hauptkamera ist der Fokus sehr träge und pumpt mehr, als dass er wirklich fokussiert. Außerdem ist die allgemeine Bildqualität bei Nacht und auch am Tage einfach nicht gut.
Es gibt kaum Details und die Farben passen nicht oder sind zu gesättigt. Den Details lässt sich noch etwas abgewinnen, aber insgesamt ist die Kamera nicht der Rede wert. Die Nachtsichtkamera erfüllt ihren Zweck, aber leider waren die meisten Fotos aufgrund des schlechten Autofokus Ausschuss. Allerdings lassen sich damit schöne Schwarz-Weiß-Aufnahmen generieren.
Die Frontkamera ist von den drei Kameras die beste und liefert solide Ergebnisse. In Verbindung mit Filtern lassen sich damit sehr schöne Ergebnisse erzielen. Videos nimmt das Tablet in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Diese sind verwackelt und nicht schön anzusehen, zumal hin und wieder einfach der Ton ausfällt. Alles in allem ist die Kamera nur eine Dreingabe und sollte nicht ernst genommen werden.
Konnektivität und Kommunikation
Das Hotwav Tab R9 Pro Max unterstützt alle in Europa benötigten 4G-(LTE-) und 5G-Bänder.
- 4G: 1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/26/28/38/39/40/41/66
- 5G: 1/2/3/5/7/8/20/28/38/40/41/66/77/78
Für eine optimierte Sprachqualität unterstützt das Smartphone die Technologien VoLTE und VoWiFi. Zusätzlich sind WLAN 5 und Bluetooth 5.0 vorhanden. Zur Orientierung nutzt das Smartphone verschiedene Satellitensysteme wie GPS, Beidou, GLONASS und Galileo. Selbst in ländlichen oder forstwirtschaftlichen Gebieten war die Standortbestimmung präzise. Und das auch noch sehr schnell. Leider sind nicht viele Sensoren verbaut.
Die automatische Helligkeitsregelung reagiert beispielsweise sehr träge. Die Gesichtsentsperrung funktioniert hingegen tadellos, selbst wenn die Umgebung dunkel ist bzw. wenig Licht vorhanden ist. Da beide Stereo-Lautsprecher nach hinten abstrahlen, entsteht natürlich kein echter Stereo-Effekt. Die Lautsprecher klingen vernünftig, allerdings fehlt ihnen etwas Druck. Sie klingen nicht dünn, aber auch nicht kraftvoll. Zumindest werden sie ausreichend laut. Ein Vibrationsmotor ist vorhanden, allerdings ist dieser so sanft eingestellt, dass ihr ihn kaum bemerkt.
Akkulaufzeit
- 60 HZ
- 120 HZ
- 5 Stunden und 35 Minuten Ladezeit
Verbaut ist ein 20.080mAh großer Akku. Mit 200 Lux und 60 Hertz erreichten wir eine Laufzeit von 28 Stunden und 47 Minuten. Mit 120 Hertz und 200 Lux erreichten wir eine Laufzeit von 24 Stunden und 14 Minuten. Bei einem 24-Stunden-Stand-by-Test verbrauchte das Tablet kein Prozent. Ihr könnt euch also auf eine sehr lange Akkulaufzeit von mindestens drei bis vier Tagen freuen.
Das Tablet lädt mit dem beiliegenden 20-Watt-Netzteil in etwa 5 Stunden und 30 Minuten. Angesichts der langen Akkulaufzeit ist das akzeptabel, vor allem, wenn ihr das Tablet ohnehin über Nacht ladet und wisst, dass es euch sicher durch das Wochenende bringt. Auch Reverse Charging ist möglich, und da die Akkugröße es zulässt, könnt ihr euer Smartphone damit problemlos einmal aufladen.
Testergebnis
Das Hotwav Tab R9 Pro Max hat natürlich den Vorteil, dass es kaum Alternativen gibt. Allerdings muss es sich auch die Kritik gefallen lassen, dass es für den Preis etwas mehr sein könnte oder zumindest weniger Fehler machen sollte. Die Verarbeitung ist tadellos und selbst für ein so großes Tablet noch bedienbar und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Die Performance ist insgesamt sehr gut, wenn auch mit einigen kleineren Gedenksekunden hier und da. Es verfügt über 256 Gigabyte Speicher, der zudem erweiterbar ist. Es hat eine IP68/IP69K-Zertifizierung. Android 16, Widevine L1 und die rückseitige Taschenlampe sind wirklich nett. Der 20.080mAh große Akku sorgt für eine hervorragende Laufzeit. Erwähnenswert ist auch das Zubehör, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.
Dagegen spricht jedoch, dass das System schon einige Fehler aufweist und das Display für ein Outdoor-Tablet zu dunkel ist. Zudem gibt es kein Update-Versprechen. Das ist natürlich kein Beinbruch, aber für den aufgerufenen Preis, den der Hersteller verlangt, sollte das dennoch erwähnt werden.
Eine Alternative, mit der ihr auch noch richtig Geld sparen könnt, wäre das Oscal Spider 10 (zum Test). Leistungstechnisch kann es zwar nicht ganz mithalten, was die Outdoor-Features angeht, steht es dem Hotwav aber in nichts nach.
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