Das Merach UltraWalk W60 Plus ist ein flaches Walking Pad mit elektrischer Steigung. Es soll Bewegung an den höhenverstellbaren Schreibtisch bringen und lässt sich nach der Arbeit platzsparend verstauen. Solche Walking Pads sind fürs Gehen während der Arbeit gedacht, nicht fürs Laufen. Das sollte euch vorm Kauf bewusst sein. Im deutschen Hersteller-Shop kostet das dunkelgraue Gerät aktuell rund 380€. Dafür bekommt ihr eine breite Lauffläche, eine Fernbedienung und sogar einen Bluetooth-Lautsprecher mit Musikbeleuchtung.
Merach vertreibt Fitnessgeräte für das Training zu Hause, darunter Laufbänder, Rudergeräte und Heimtrainer. Wenn ihr euch das Markensortiment anschauen möchtet, findet ihr es im eigenen Hersteller-Shop, im Amazon-Markenstore sowie bei MediaMarkt und Decathlon.
Wir haben das Gerät ausgepackt, aufgebaut und im Alltag ausprobiert, unter anderem an einem höhenverstellbaren Schreibtisch. Die positiven Eindrücke von Laufgefühl, Verarbeitung und Bedienung haben sich auch bei weiterer Nutzung bestätigt. Wie gut das Merach UltraWalk W60 Plus Gehen und Arbeiten verbindet und wo seine Grenzen liegen, erfahrt ihr im Test.
Lieferumfang und Aufbau
Merach liefert das UltraWalk W60 Plus in einer sehr gut gesicherten Verpackung: stabiler Karton, viel Schaumstoff und zusätzliche Transportsicherungswinkel schützen das Gerät zuverlässig. Auch das Zubehör wie Fernbedienung, Sicherheitsclip, Schlüssel und Netzkabel ist ordentlich verstaut und macht einen durchdachten Eindruck.
Beim Auspacken beginnt die einzige echte Hürde: Mit rund 31 Kilogramm Nettogewicht lässt sich das Band allein nur mit spürbarer Kraft tragen, zu zweit geht es deutlich angenehmer. Aufgestellt misst das Gerät 1306 x 558 x 165 Millimeter.
Der Aufbau selbst ist dagegen kaum der Rede wert, denn das Band kommt weitgehend vormontiert an. Einzig die zwei Gummi-Transportrollen müssen mit den mitgelieferten Schlüsseln und selbstsichernden Muttern angebracht werden, dieser Handgriff dauert weniger als eine Minute. Danach Netzkabel anschließen, den Powerbutton vorn am Gerät betätigen und den Sicherheitsclip einsetzen. Die erste Einheit startet ihr per Fernbedienung.
Design und Verarbeitung
Das dunkelgraue Gehäuse wirkt hochwertig und robust, das Design bleibt angenehm schlicht. Mit 105 x 42 Zentimetern bietet das UltraWalk eine großzügige Lauffläche für ein Walking Pad dieser Klasse, beim Gehen wackelt nichts, und das Gerät steht satt auf dem Boden.
Der Rahmen ist nicht faltbar, dafür liegt die Bauhöhe bei flachen 16,5 Zentimetern. So lässt sich das Band unter ausreichend hohe Möbel schieben oder aufrecht an der Wand lagern, bei angehobener Steigung braucht es allerdings mehr Raum.
Einen Haltegriff sucht ihr vergeblich. In unserem eigenen Gebrauch haben wir ihn nicht vermisst, das freie, flache Design passt sogar besonders gut unter einen höhenverstellbaren Schreibtisch. Wer sich ohne Halt unsicher fühlt, sollte diesen Punkt vor dem Kauf aber bewusst bedenken.
Insgesamt wirkt das UltraWalk W60 Plus wie ein durchdachtes, solides Gerät mit stabilem Stand und sauberer Verarbeitung.
Bedienung und Sicherheit
Die intuitive Fernbedienung reagierte in unserem Test zuverlässig: Start, Stopp, Geschwindigkeit und Steigung lassen sich direkt einstellen. Auf dem Gerät findet sie einen magnetischen Ablageplatz, und die Signal-Pieptöne lassen sich separat stummschalten, wenn sie stören.
Das Display setzt auf drei gut lesbare LED-Fenster. Es zeigt sechs Trainingswerte im Wechsel an: Steigung und Kalorien, Zeit und Schritte sowie Geschwindigkeit und Distanz. Die Kalorienangabe ist dabei nur eine Schätzung, keine genaue Messung.
Für Sicherheit sorgt der beiliegende Sicherheitsclip mit rotem Band: Ihr befestigt ihn an der Kleidung. Wird der Clip herausgezogen, stoppt das Band laut Anleitung. Ohne eingesetzten Clip startet das Gerät gar nicht erst. Dazu kommen eine Kindersicherung, ein Countdown vor dem Start und ein sanftes, reguläres Abbremsen. Das Tempo lässt sich von 1 bis 6km/h in feinen 0,1km/h-Schritten regeln.
Gehen und elektrische Steigung
Das Laufgefühl ist angenehm und natürlich, der bürstenlose Motor läuft gleichmäßig und wechselt die Geschwindigkeit sanft. Ausprobiert haben wir das Band bis zur Höchstgeschwindigkeit von 6km/h. Es ist klar fürs Gehen gedacht und ersetzt kein Jogging-Laufband. Merach gibt für den Motor 1,25CHP Dauerleistung und 3,5HP Spitzenleistung an. Das sind Herstellerangaben und keine Messung des Stromverbrauchs.
Das eigentliche Highlight ist die elektrische Neigung: zwölf Stufen bis maximal 8,75% (etwa 5 Grad). Die zwölf Stufen sind also nicht mit zwölf Prozent gleichzusetzen. Die Steigung lässt sich mitten im Gehen verstellen und funktionierte in unserem Einsatz problemlos.
Bei der Lautstärke gibt es aus unserer Sicht wenig zu beanstanden: Das Band läuft angenehm leise, am eigenen Aufstellort spürten wir kaum Vibrationen im Boden. Musik hören und Telefonieren nebenbei funktionierten problemlos. Wie stark Schritte und Motor im Raum auffallen, hängt allerdings von Tempo, Boden und Aufstellort ab. Angenehm leise bedeutet außerdem nicht unhörbar. Für ein geteiltes Büro solltet ihr deshalb mit den Kollegen klären, ob das Laufgeräusch stört.
Merach empfiehlt das UltraWalk W60 Plus für Personen bis 150kg. Merach bezeichnet die 180kg auf dem Geräteaufkleber als technische Tragfähigkeit, nicht als empfohlene Nutzergrenze. Für den Gebrauch bleibt die niedrigere Grenze von 150kg aus der Anleitung maßgeblich. Die maximale Belastbarkeit haben wir nicht selbst geprüft.
Unklar bleiben die Vorgaben zum Dauerbetrieb: Der Hersteller wirbt mit bis zu drei Stunden am Stück, die gedruckte EU-Anleitung warnt auf Seite 20 dagegen ausdrücklich vor langer Nutzung, weil elektrische Komponenten überhitzen und ausfallen könnten. Eine sichere Freigabe für stundenlange Einheiten lässt sich daraus nicht ableiten. In unserem eigenen Einsatz trat kein entsprechender Fehler auf, und die positiven Eindrücke haben sich über die gesamte Nutzungszeit bestätigt.
Unter einem höhenverstellbaren Schreibtisch entfaltet das Konzept seine Stärke: Ihr wechselt im Arbeitsalltag zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, ohne Platz für ein großes Laufband zu brauchen.
App, Lautsprecher und Beleuchtung
Die App-Kopplung funktionierte bei uns problemlos, die Einrichtung ging schnell, und die wichtigen Funktionen taten, was sie sollen. Pflicht ist die App nicht: Die komplette Grundbedienung läuft per Fernbedienung, ganz ohne Konto, App oder Abo.
Wer zusätzliche Kurse oder virtuelle Trainings nutzen will, sollte wissen, dass solche Zusatzinhalte teilweise kostenpflichtig sind. Nach Angaben von Merach stehen rund 20% der Kurse kostenlos und ohne Abonnement zur Verfügung. Wenn ihr eure Trainingsdaten in der App sammeln wollt, startet die Einheit am besten dort und kontrolliert anschließend die Übernahme. Auf eine automatische Aufzeichnung bei alleiniger Bedienung per Fernbedienung solltet ihr euch nicht verlassen.
Der eingebaute Bluetooth-Lautsprecher mit 5W gibt Musik wieder, und die RGB-Beleuchtung reagiert auf den Rhythmus. Die Beleuchtung könnt ihr auch komplett abschalten. Für die Motivation beim täglichen Gehen ist das ein nettes Extra, mehr aber auch nicht.
Transport und Pflege
Zum Verschieben hebt ihr das Band an einem Ende an und rollt es auf den 50mm-Gummirollen durch die Wohnung, das funktioniert gut. Tragen ist etwas anderes: Beim Einladen oder auf Treppen sind die rund 31 Kilogramm deutlich spürbar, zu zweit ist das Ganze merklich praktischer.
Gelagert wird das Gerät flach unter ausreichend hohen Möbeln oder aufrecht an der Wand, klappbar ist es nicht. Mit 16,5 Zentimetern Bauhöhe passt es nicht unter jedes Sofa. Zum aufrechten Verstauen zieht ihr den Netzstecker. Das Kabel ist 2,5 Meter lang.
Die Pflege hält sich in Grenzen: Das ausgeschaltete, vom Netz getrennte Gerät reinigen, Staub entfernen und regelmäßig Gurtlauf, Zentrierung und Bandspannung prüfen. Bei Bedarf wird nach Anleitung nachjustiert. Wartungsfrei ist das Band nicht, der Aufwand bleibt aber überschaubar. In unserem bisherigen Einsatz sind keine Mängel oder Funktionsstörungen aufgefallen.
Testergebnis
Das Merach UltraWalk W60 Plus ist ein gelungenes Walking Pad für alle, die am höhenverstellbaren Schreibtisch mehr Bewegung in den Alltag holen und dabei auch bergauf gehen wollen. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und stabil, die Lauffläche ist großzügig, der Motor läuft gleichmäßig und leise, und die elektrische Steigung bis 8,75% bringt Abwechslung ins Gehtraining. Fernbedienung, Display und App funktionierten in unserem Einsatz zuverlässig, der Grundbetrieb kommt komplett ohne Konto und Abo aus.
Abstriche gibt es beim Gewicht: Rund 31 Kilogramm sind beim Tragen deutlich spürbar, und ein Haltegriff fehlt komplett. Dazu kommen unklare Herstellervorgaben zum Dauerbetrieb. Wer sich ohne Griff unsicher fühlt oder das Band häufig transportieren muss, sollte das einkalkulieren. Joggen ist mit maximal 6km/h generell nicht drin.
Für rund 380€ bekommt ihr ein hochwertiges Walking Pad, dessen praktische Stärken sich bei weiterer Nutzung bestätigt haben. Die widersprüchlichen Vorgaben zum Dauerbetrieb bleiben trotzdem offen. Wer neben dem Gehen auch joggen will, greift besser zum Moov Run Plus (zum Test) mit bis zu 14km/h und 15% Steigung. Wem Faltbarkeit wichtiger ist als die Neigung, für den ist das Jagjog JT57 (zum Test) eine Überlegung wert.
Vom 2. bis 30. November 2026 kostet das Merach UltraWalk W60 Plus 379,99€. Mit dem Gutscheincode SZ05 zahlt ihr 361€.
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