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iFLYTEK AINOTE 2 im Test – Kann das KI-Tablet meinen Notizblock ersetzen?

Getestet von Holger Becker am
Vorteile
  • sehr natürliches, papierähnliches Schreibgefühl
  • schnelle Bedienung für ein E-Ink-Gerät
  • extrem dünnes und leichtes Gehäuse
  • hervorragend funktionierender Fingerabdrucksensor
  • umfangreiche Notizfunktionen und Google Play Store
  • viele KI-Grundfunktionen ohne Abonnement nutzbar
Nachteile
  • hoher Anschaffungspreis
  • keine integrierte Displaybeleuchtung
  • erweiterte Funktionen kostenpflichtig
  • Datenschutz und Cloud-Verarbeitung prüfen
  • keine automatische Bildschirmausrichtung
iFLYTEK AINOTE 2 Test
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Ein digitales Notizbuch, das sich wie Papier anfühlt, handschriftliche Aufzeichnungen in digitalen Text umwandelt, Gespräche transkribiert und anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz zusammenfasst? Genau mit diesem Konzept möchte das iFLYTEK AINOTE 2 den klassischen Notizblock ersetzen. Dabei geht das Gerät deutlich über die Möglichkeiten eines gewöhnlichen E-Readers hinaus. Neben der handschriftlichen Eingabe stehen unter anderem eine Diktierfunktion, Mind-Maps, ein Kalender, verschiedene KI-Werkzeuge und sogar der Google Play Store zur Verfügung.

iFLYTEK AINOTE 2 mit Eingabestift im Freien

Mich interessiert dabei weniger, wie viele Funktionen der Hersteller auf seiner Produktseite aufzählt. Ich möchte wissen, ob ich das AINOTE 2 tatsächlich im Alltag verwenden kann. Als Dozent, Redakteur und Techniktester mache ich mir regelmäßig Notizen, halte Ideen fest, dokumentiere Arbeitsabläufe und sammle Informationen für spätere Artikel. Bisher erledige ich vieles davon ganz klassisch mit Stift und Papier. Genau diesen Notizblock soll das AINOTE 2 möglichst ersetzen.

iFLYTEK AINOTE 2 Kalender

Schon beim ersten Kontakt fallen zwei Eigenschaften auf: Das Tablet ist außergewöhnlich dünn und das Schreiben fühlt sich erstaunlich natürlich an. Auch die Geschwindigkeit der Bedienung hat mich positiv überrascht. Allerdings hat ein solches Gerät nicht nur Stärken. Die fehlende Displaybeleuchtung, die Abhängigkeit bestimmter Funktionen von Cloud-Diensten und mögliche Abonnementkosten gehören ebenfalls zu einer unbeschönigten Bewertung. Wie sich das AINOTE 2 in meinem Praxistest schlägt, kläre ich in diesem Artikel.

iFLYTEK AINOTE 2 Büro

Technische Daten des iFLYTEK AINOTE 2

Eigenschaft Technische Daten
Display 10,65 Zoll, flexibles E-Ink-Display
Auflösung 1920 x 2560 Pixel, 300ppi
Prozessor Rockchip RK3576, Octa-Core
Arbeitsspeicher 4GB
Interner Speicher 64GB
Betriebssystem Android 14
WLAN Wi-Fi 6
Bluetooth Version 5.4
Akku 4.000mAh
Abmessungen 247 x 178 x 4,2 Millimeter
Herstellergewicht ca. 295g, ohne Stift
Eigene Gewichtsmessung 309g inklusive Stift, ohne Schutzhülle
Eingabe Touchscreen und Eingabestift
Entsperrung Fingerabdrucksensor im Powerbutton
Anschluss USB-C
Mikrofone Vier
Lautsprecher Nicht vorhanden
Displaybeleuchtung Nicht vorhanden
Kamera Nicht vorhanden
Mobilfunk Kein SIM-Slot
Apps Google Play Store unterstützt

iFLYTEK AINOTE 2 Herstellerangaben

Die technischen Angaben stammen überwiegend vom Hersteller. Das Gewicht habe ich zusätzlich selbst gemessen. Wichtig ist dabei, dass die 309 Gramm ausdrücklich für das Tablet einschließlich des magnetisch befestigten Eingabestifts gelten. Die separat erworbene Schutzhülle war bei dieser Messung nicht montiert.

Verpackung, Lieferumfang und Verarbeitung

Verpackung und Zubehör

Bereits die Verpackung vermittelt einen hochwertigen Eindruck und passt zum Anspruch des Geräts. Das AINOTE 2 ist schließlich ein vergleichsweise kostspieliges Arbeitsgerät. Entsprechend wichtig finde ich, dass auch die Präsentation und das mitgelieferte Zubehör zum Gesamtbild passen.

Zum Lieferumfang gehört der Eingabestift. Besonders erfreulich finde ich, dass zusätzlich zwei Ersatzspitzen beiliegen. Die Spitze verschleißt beim regelmäßigen Schreiben. Mit den beiden Ersatzspitzen muss ich mich zumindest nicht unmittelbar um die Beschaffung dieses Zubehörs kümmern.

Außergewöhnlich dünnes Gehäuse

Mit einer Gehäusedicke von lediglich 4,2 Millimetern ist das AINOTE 2 ausgesprochen schlank. Auf dem Papier klingt das zunächst nach einer technischen Spielerei. Sobald ihr das Tablet in die Hand nehmt, fällt die geringe Dicke jedoch sofort auf. Das Gerät wirkt fast wie eine dünne Schreibunterlage. Gleichzeitig ist die große Displayfläche von 10,65 Zoll ausreichend, um längere Notizen anzufertigen oder Dokumente zu lesen.

iFLYTEK AINOTE 2 Dicke

Der Hersteller gibt das Gewicht mit rund 295 Gramm an. Meine eigene Waage zeigte 309 Gramm, allerdings habe ich das Tablet einschließlich des magnetisch befestigten Stifts gewogen. Die beiden Angaben beschreiben deshalb unterschiedlich ermittelte Werte und keine Abweichung von der Herstellerangabe. Für die praktische Nutzung ist das Gesamtgewicht mit Stift interessant, denn schließlich möchte ich beide Komponenten unterwegs dabeihaben.

iFLYTEK AINOTE 2 Gewicht

So beeindruckend die geringe Gehäusedicke auch ist, sie hat mich anfangs etwas vorsichtig gemacht. Vor allem beim Transport wollte ich vermeiden, dass das Tablet durch Druck oder Verwindung beschädigt wird. Deshalb habe ich mir direkt eine Schutzhülle eines Drittanbieters besorgt. Diese gehört nicht zum Lieferumfang, ihr müsst sie separat kaufen. Mit der Hülle fühlt sich das Gerät für mich beim Transport besser geschützt an, verliert allerdings einen Teil seiner außergewöhnlich schlanken Erscheinung. Ohne Hülle ist das AINOTE 2 deutlich eleganter und leichter.

Bedienelemente und Fingerabdrucksensor

Die Bedienelemente sind auf das Wesentliche reduziert. Hervorzuheben ist der Powerbutton, der zugleich den Fingerabdrucksensor enthält. Die verfügbare Fläche ist erstaunlich klein. Deshalb war ich zunächst skeptisch, ob die Erkennung im Alltag zuverlässig funktionieren würde. Diese Sorge hat sich nicht bestätigt. Der Fingerabdrucksensor funktioniert bei meinem Testgerät hervorragend. Trotz der kleinen Fläche erkennt das Gerät meinen Finger zuverlässig, und das Entsperren gelingt unkompliziert.

iFLYTEK AINOTE 2 Fingerabdrucksensor

Das AINOTE 2 lade ich über den USB-C-Anschluss. Auf eine eigene Mobilfunkverbindung muss ich dagegen verzichten. Für Online-Funktionen ist deshalb eine WLAN-Verbindung oder unterwegs ein Smartphone-Hotspot erforderlich.

iFLYTEK AINOTE 2 Ladebuchse

Display, Eingabestift und Schreibgefühl

Das AINOTE 2 besitzt ein 10,65 Zoll großes E-Ink-Display mit einer Auflösung von 1920 x 2560 Pixeln. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 300ppi. Vor allem bei der Darstellung kleiner Schriften und feiner Linien ist das ein sinnvoller Wert. Texte erscheinen klar und kontrastreich, und die Oberfläche erinnert eher an bedrucktes Papier als an ein gewöhnliches Tablet-Display.

Der größte Vorteil dieser Technik liegt in der guten Lesbarkeit bei ausreichendem Umgebungslicht. Hinzu kommt der geringe Energiebedarf beim Anzeigen unveränderter Inhalte. Allerdings besitzt das AINOTE 2 keine integrierte Displaybeleuchtung. Während ich bei normalem Tageslicht oder unter einer Schreibtischlampe problemlos arbeiten kann, benötige ich bei Dunkelheit eine externe Lichtquelle. Wer häufig abends im Bett liest oder bei schwacher Beleuchtung Notizen anfertigt, sollte diese Einschränkung vor dem Kauf berücksichtigen.

Ein weiterer Punkt ist die Geschwindigkeit. E-Ink-Displays gelten nicht gerade als besonders schnell, weil der Bildaufbau technisch anders funktioniert als bei LCD- oder OLED-Bildschirmen. Umso positiver hat mich das AINOTE 2 überrascht. Die Bedienung ist ausgesprochen flott. Das Gerät reagiert schnell auf Eingaben, und die gesamte Oberfläche vermittelt einen deutlich dynamischeren Eindruck, als ich es zunächst erwartet hatte. Natürlich ersetzt aber auch ein schnelles E-Ink-Display kein gewöhnliches Farbdisplay. Bewegte Inhalte, aufwendige Animationen und schnelle Bildwechsel gehören nicht zu den Stärken dieser Technik. Für Notizen, Dokumente und Texte passt sie dagegen sehr gut.

Eine weitere Einschränkung betrifft die automatische Bildschirmausrichtung. Das AINOTE 2 besitzt keinen G-Sensor, der die Lage des Geräts erkennt. Drehe ich das Tablet vom Hoch- ins Querformat, passt sich die Darstellung deshalb nicht automatisch an. Beim Lesen größerer Dokumente oder bei der Verwendung bestimmter Android-Apps wäre diese Funktion praktisch gewesen. Die fehlende automatische Bildschirmdrehung ist für mich zwar kein gravierender Nachteil, bei einem Gerät dieser Preisklasse hätte ich einen entsprechenden Sensor allerdings erwartet.

Schreiben wie auf Papier

Die wichtigste Eigenschaft des AINOTE 2 ist für mich das Schreiben mit dem Eingabestift. Genau hier hat mich das Gerät besonders überzeugt. Die Oberfläche vermittelt tatsächlich das Gefühl, auf Papier zu schreiben. Der Stift gleitet nicht widerstandslos über eine glatte Fläche. Er bietet eine angenehme, papierähnliche Rückmeldung.

Zusammen mit der schnellen Umsetzung meiner Stiftbewegungen entsteht ein sehr natürliches Schreibgefühl. Ich muss mich nicht erst mühsam an eine ungewohnte Eingabemethode gewöhnen. Stattdessen kann ich unmittelbar mit meinen Aufzeichnungen beginnen. Für ein Gerät, das meinen bisherigen Notizblock ersetzen soll, ist das ein entscheidender Vorteil.

Der Eingabestift besitzt außerdem eine zusätzliche Taste, die ihr unter anderem zum Radieren nutzen könnt. Dadurch lassen sich handschriftliche Einträge korrigieren, ohne ständig zwischen verschiedenen Werkzeugen wechseln zu müssen. Diese Bedienung ist im Alltag deutlich angenehmer, als jedes Mal ein Symbol auf dem Display anzutippen.

iFLYTEK AINOTE 2 Stift

Das AINOTE 2 bietet unterschiedliche Schreibwerkzeuge und Möglichkeiten zur Bearbeitung handschriftlicher Inhalte. Neben normalen Textnotizen lassen sich auch Skizzen und einfache Zeichnungen anfertigen. Dabei ist das Gerät für mich allerdings in erster Linie ein Werkzeug zum Schreiben und Strukturieren von Informationen und kein Ersatz für ein professionelles Grafiktablet.

iFLYTEK AINOTE 2 Radieren mit der Stiftrückseite

Radieren mit der Stiftrückseite

Für das natürliche Schreibgefühl setzt iFLYTEK auf die bewährte EMR-Technologie (Electromagnetic Resonance) von Wacom. Der passive Eingabestift benötigt weder einen eigenen Akku noch eine Bluetooth-Verbindung und muss deshalb auch nicht aufgeladen werden. Die Energie für die Stifterkennung liefert das elektromagnetische Feld des Tablets. Laut externen Tests unterstützt der Stift 4.096 Druckstufen und acht verschiedene Pinselarten, wodurch sich Strichstärke und Schreibstil variieren lassen. Ein weiterer Vorteil der Wacom-EMR-Technik ist die Kompatibilität mit anderen geeigneten EMR-Stiften. Allerdings ist nicht jeder Wacom-Stift automatisch kompatibel. Wer bereits einen passenden Stift besitzt, kann diesen möglicherweise auch am AINOTE 2 verwenden.

Handschrift in digitalen Text umwandeln

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber Papier besteht darin, dass handschriftliche Aufzeichnungen nicht zwangsläufig handschriftlich bleiben müssen. Das AINOTE 2 bietet eine Funktion, mit der ich meine Notizen in digitalen Text umwandeln kann. Damit entfällt im Idealfall das spätere Abtippen.

Nützlich ist diese Möglichkeit vor allem für längere Aufzeichnungen, Besprechungsnotizen oder vorbereitende Texte. Ein handschriftlicher Entwurf lässt sich nach der Umwandlung in digitalen Text deutlich einfacher weiterbearbeiten und auf anderen Geräten verwenden. Wie zuverlässig die Handschrifterkennung arbeitet, hängt allerdings auch von der Schreibweise ab. Sauber geschriebene Wörter lassen sich naturgemäß leichter erkennen als hastig notierte Abkürzungen, Zahlen oder technische Fachbegriffe. Insbesondere bei wichtigen Dokumenten würde ich das Ergebnis deshalb immer kontrollieren.

Bei der KI-gestützten Interpretation von Skizzen zeigt das AINOTE 2 allerdings noch Schwächen. Um die Funktion auszuprobieren, zeichnete ich das bekannte „Haus vom Nikolaus“. Das Ergebnis war wenig überzeugend: Statt des Hauses erkannte die KI lediglich den Buchstaben „A“. Offenbar kann die Software einfache geometrische Zeichnungen nicht immer richtig interpretieren. Das eigentliche Zeichnen funktioniert problemlos, bei der automatischen Erkennung und Weiterverarbeitung besteht jedoch noch Verbesserungsbedarf. Für meinen Arbeitsalltag bleibt die Umwandlung handschriftlicher Aufzeichnungen dennoch eine interessante Funktion. Ich kann meine Gedanken zunächst wie gewohnt mit dem Stift festhalten und anschließend entscheiden, welche Inhalte ich als digitalen Text weiterverwenden möchte.

Software und KI-Funktionen im Praxistest

Notizen und Memo-Funktion

Die eigentliche Stärke des AINOTE 2 liegt in der Verbindung klassischer Notizen mit digitalen Werkzeugen. Ich kann handschriftliche Informationen festhalten und anschließend bearbeiten, organisieren oder weiterverwenden. Dazu gehört auch eine Memo-Funktion, die sich besonders für kurze Einträge eignet.

iFLYTEK AINOTE 2 Memo

Vor allem solche kurzen Notizen spielen bei mir eine große Rolle. Ein Telefonanruf, eine Idee für einen Testbericht oder eine Information, die ich später noch benötige: Dafür möchte ich nicht jedes Mal eine umfangreiche Dokumentenstruktur anlegen. Ein digitaler Notizblock muss in solchen Situationen schnell einsatzbereit sein.

Die hohe Geschwindigkeit des AINOTE 2 ist hier ein echter Vorteil. Das Gerät wirkt nicht träge, und die Eingabe mit dem Stift funktioniert unmittelbar. Entscheidend ist anschließend auch, wie gut ich meine Aufzeichnungen wiederfinde. Anders als bei einem Papierblock bietet ein digitales System die Möglichkeit, Notizen zu organisieren und mit weiteren Funktionen zu verknüpfen.

Diktieren, aufnehmen und transkribieren

Neben der Handschrift gehört die Sprachverarbeitung zu den wichtigsten Funktionen des AINOTE 2. Das Gerät besitzt vier Mikrofone und kann gesprochene Inhalte aufzeichnen und in Text umwandeln. Damit eignet es sich für Diktate, Interviews und Besprechungen.

iFLYTEK AINOTE 2 Diktieren

Besonders interessant finde ich die Möglichkeit, nach einer Aufnahme nicht nur das Transkript zu erhalten, sondern daraus mithilfe der KI eine strukturierte Zusammenfassung erstellen zu lassen. Der Hersteller sieht dafür unter anderem die Erkennung verschiedener Sprecher und die Aufbereitung wichtiger Gesprächsinhalte vor.

Aus einer längeren Besprechung erstellt das AINOTE 2 auf Wunsch ein übersichtliches Protokoll mit den wesentlichen Aussagen, Entscheidungen und nächsten Schritten. Diese Funktion habe ich ausführlich ausprobiert und die Ergebnisse auch mit Bildern dokumentiert. Insgesamt hat mich die Qualität der KI-generierten Texte überzeugt. Die wichtigsten Gesprächsinhalte fasst das Gerät sinnvoll zusammen und bereitet sie übersichtlich auf. Allerdings ist das Ergebnis nicht immer sofort veröffentlichungs- oder versandfertig. Gelegentlich sind kleinere sprachliche Korrekturen notwendig, und insbesondere Namen, Zahlen oder Fachbegriffe sollte ich noch einmal kontrollieren. Der Zeitgewinn bleibt dennoch erheblich, da die aufwendige manuelle Erstellung eines Protokolls weitgehend entfällt.

iFLYTEK AINOTE 2 KI-Protokoll einer Besprechung

Auch die Übersetzung gesprochener Inhalte habe ich praktisch ausprobiert und für gut befunden. Laut Hersteller unterstützt das Gerät 18 Transkriptionssprachen und 14 Übersetzungssprachen. In meinem Test lieferte die Funktion brauchbare Ergebnisse, die den ursprünglichen Inhalt gut wiedergaben. Auch hier gilt allerdings, dass die automatisch erzeugten Texte nicht immer sprachlich perfekt sind. Mit einer kurzen Korrektur lassen sie sich jedoch gut weiterverwenden. Für mich ist das eine sinnvolle Ergänzung, insbesondere wenn ich Gespräche dokumentieren oder fremdsprachige Inhalte für meine weitere Arbeit aufbereiten möchte.

Mind-Maps und Strukturierung von Ideen

Eine weitere Funktion, die ich für meine Arbeit ausprobiert habe, ist die Erstellung von Mind-Maps. Dabei lassen sich Gedanken und Themen nicht nur als fortlaufender Text festhalten, sondern in einer grafischen Struktur anordnen.

Für die Vorbereitung eines Testberichts hat sich das im Praxistest bewährt. Statt sofort eine fertige Gliederung zu schreiben, sammle ich zunächst einzelne Themen wie Verarbeitung, Bedienung, Software, Akkulaufzeit und Kritikpunkte. Anschließend lassen sich die Informationen strukturieren und miteinander in Beziehung setzen.

Das AINOTE 2 bietet hierfür sowohl manuelle Bearbeitungsmöglichkeiten als auch KI-gestützte Funktionen. Besonders die Kombination aus freier handschriftlicher Eingabe und späterer Strukturierung passt zum Konzept eines digitalen Notizbuchs. In meinem Test hat das gut funktioniert: Die automatisch erzeugte Mind-Map lieferte eine sinnvolle Grundstruktur, die sich anschließend von Hand weiter anpassen lässt.

Kalender und Aufgabenverwaltung

Ein Notizblock wird im Alltag häufig auch für Aufgabenlisten und Termine verwendet. Das AINOTE 2 bietet dafür eine eigene Kalenderfunktion und Möglichkeiten zur Aufgabenorganisation.

Damit kann ich Informationen, die ich sonst auf verschiedene Zettel verteilen würde, an einer Stelle sammeln. Für mich ist dabei besonders wichtig, dass sich Termine und Aufgaben schnell eintragen lassen. Schließlich möchte ich während eines Gesprächs nicht erst mehrere Menüs durchsuchen müssen. Interessant ist außerdem die Verbindung zwischen handschriftlichen Einträgen und digitaler Weiterverarbeitung. Ein Gerät wie das AINOTE 2 kann seine Stärken besonders dann ausspielen, wenn aus einer kurzen Notiz eine konkrete Aufgabe oder ein Kalendereintrag wird. Im Test ließen sich Termine schnell anlegen. Die Synchronisation mit meinem Google-Kalender auf dem Smartphone hat zuverlässig funktioniert.

KI-Assistent und weitere Werkzeuge

Zusätzlich zu den spezialisierten Funktionen bietet das AINOTE 2 einen KI-Assistenten. Welche KI-Modelle zur Verfügung stehen, hängt vom gewählten Tarif ab. Damit lassen sich beispielsweise Fragen zu Texten stellen, Inhalte zusammenfassen oder Informationen weiterverarbeiten. Die Bedienung ist dabei nicht auf die Bildschirmtastatur beschränkt: Fragen und Anweisungen lassen sich auch handschriftlich oder per Sprache eingeben. Das passt zum Grundgedanken des Geräts: Informationen möglichst natürlich erfassen und anschließend digital nutzen.

iFLYTEK AINOTE 2

Bei solchen Funktionen dürft ihr allerdings nicht übersehen, dass KI-generierte Inhalte Fehler enthalten können. Eine überzeugend formulierte Antwort ist noch kein Beleg für sachliche Richtigkeit. Bei beruflichen Unterlagen würde ich deshalb wichtige Aussagen, Zahlen und Zusammenfassungen immer kontrollieren.

Android, E-Reader und Konnektivität

Google Play Store statt geschlossenem System

Eine Besonderheit des AINOTE 2 ist die Verwendung von Android 14 einschließlich Unterstützung für den Google Play Store. Damit beschränkt sich das Gerät nicht auf die vom Hersteller vorinstallierten Anwendungen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen spezialisierten E-Ink-Notizgeräten. Ich kann zusätzliche Anwendungen installieren und damit den Funktionsumfang erweitern. Allerdings bedeutet die Verfügbarkeit des Play Stores nicht, dass jede Android-App auf einem E-Ink-Display gleichermaßen sinnvoll nutzbar ist. Anwendungen für Texte, Dokumente, E-Mails und Organisation passen wesentlich besser zum Gerät als Programme mit aufwendigen Animationen oder ständig wechselnden Bildinhalten. Die fehlende Farbdarstellung und die Eigenheiten der E-Ink-Technik setzen hier natürliche Grenzen.

iFLYTEK AINOTE 2 Play Store

Ein gutes Beispiel dafür ist die E-Mail-Verwaltung. Dank Android und der Unterstützung des Google Play Stores kann ich das Tablet ähnlich wie ein gewöhnliches Android-Tablet für die tägliche E-Mail-Kommunikation verwenden. Der Funktionsumfang hängt dabei von der eingesetzten E-Mail-App ab. Nachrichten lassen sich empfangen, lesen, beantworten und weiterleiten. Ebenso kann ich neue E-Mails verfassen und Anhänge verwalten. Für längere Nachrichten steht neben der Bildschirmtastatur auch die Möglichkeit zur Verfügung, Texte zunächst handschriftlich zu erfassen und anschließend umzuwandeln. Damit eignet sich das AINOTE 2 nicht nur zum Festhalten von Notizen, sondern auch für die gewöhnliche Bürokommunikation. Lediglich die Darstellung auf dem monochromen E-Ink-Display unterscheidet sich deutlich von einem klassischen Tablet mit LCD- oder OLED-Panel. Vor allem bei umfangreich formatierten E-Mails oder grafischen Inhalten muss ich deshalb Einschränkungen in Kauf nehmen.

 

Lesen und Markieren von E-Books

Natürlich lässt sich das AINOTE 2 auch als E-Reader verwenden. Das große, hochauflösende Display eignet sich gut zur Darstellung längerer Texte. Die integrierte Lesefunktion ermöglicht darüber hinaus die Bearbeitung von Inhalten.

Praktisch finde ich die Möglichkeit, Textstellen in einem E-Book zu markieren. Damit kann ich wichtige Passagen hervorheben und beim späteren Lesen schneller wiederfinden.

iFLYTEK AINOTE 2 Markieren im E-Book

Für mich steht allerdings weniger das Lesen von Romanen im Mittelpunkt. Interessanter ist die Arbeit mit technischen Dokumentationen, Unterrichtsmaterialien und anderen Fachtexten. Dort können Markierungen und handschriftliche Ergänzungen einen echten Mehrwert bieten. Die fehlende Displaybeleuchtung bleibt allerdings auch beim Lesen ein Nachteil. Während das E-Ink-Display bei guter Beleuchtung seine Stärken zeigt, ist es in dunkler Umgebung ohne zusätzliche Lichtquelle nicht sinnvoll nutzbar.

Synchronisation und Datenschutz

Das AINOTE 2 bietet Möglichkeiten, Inhalte über Cloud-Dienste und andere Geräte hinweg zu verwenden. Der Hersteller nennt hierfür unter anderem eine auf AWS basierende Cloud-Infrastruktur. Damit soll das Gerät Notizen, Aufzeichnungen und weitere Inhalte sichern und synchronisieren. Bei beruflichen Informationen ist das allerdings auch eine Datenschutzfrage. Eine verschlüsselte Übertragung oder Speicherung allein beantwortet noch nicht, wer unter welchen Bedingungen Zugriff auf die Daten erhält, wo diese verarbeitet werden und welche Dienste bei der KI-Auswertung beteiligt sind.

iFLYTEK AINOTE 2 Büro

Für vertrauliche Gespräche, personenbezogene Informationen oder interne Dokumente würde ich deshalb nicht allein auf allgemeine Sicherheitsversprechen vertrauen. Vor einer beruflichen Verwendung müsst ihr die jeweiligen Datenschutzbedingungen und gegebenenfalls erforderliche Einwilligungen beziehungsweise rechtliche Grundlagen prüfen. Die Kombination aus Mikrofonaufzeichnung, Transkription und cloudbasierter KI-Verarbeitung verlangt einen bewussten Umgang mit sensiblen Informationen. Das gilt unabhängig davon, wie komfortabel die Funktionen im Alltag sind.

Preis, Abonnement und Folgekosten

Das AINOTE 2 ist kein günstiges Notizgerät. Auf der europäischen Herstellerseite kostet es derzeit 669 Euro. Das ist eine beträchtliche Investition, besonders wenn ich das Gerät zunächst nur als Ersatz für meinen bisherigen Papiernotizblock betrachte. Die zusätzlichen Funktionen müssen deshalb einen erkennbaren Mehrwert bieten.

iFLYTEK AINOTE 2 Kosten

Hinzu kommt ein Punkt, den ich bei einem KI-Gerät besonders kritisch betrachte: mögliche laufende Kosten. iFLYTEK unterscheidet zwischen dem kostenlosen Starter-Tarif und einer kostenpflichtigen Pro-Mitgliedschaft, die 5,99 Euro im Monat oder 59,90 Euro im Jahr kostet. Erfreulicherweise ist der kostenlose Umfang größer, als ihr zunächst vermuten könntet. Insbesondere die Sprachtranskription ist laut aktueller Tarifübersicht in beiden Varianten ohne zeitliches Kontingent verfügbar. Auch Handschrifterkennung, Übersetzung und Sprecherzuordnung bleiben kostenlos.

Funktion Starter (kostenlos) Pro (kostenpflichtig)
Preis Kostenlos 5,99 Euro im Monat oder 59,90 Euro im Jahr
Handschriftliche Notizen und Texterkennung Enthalten Enthalten
Sprachtranskription über Online-Dienste Unbegrenzt Unbegrenzt
Transkriptionssprachen 18 18
Übersetzungssprachen 14 14
Sprechererkennung Enthalten Enthalten
Notizvorlagen Über 80 Über 80
KI-Modelle GPT-5.2 laut Tarifübersicht Zusätzliche Modelle, darunter GPT-5.5 und Gemini-Varianten
Offline-Transkription Nicht enthalten Englisch, Chinesisch, Japanisch und Koreanisch
Cloud-Speicher Ohne angegebenes Speicherlimit; Synchronisation auf kürzlich bearbeitete Notizen beschränkt Erweiterte Synchronisation ohne diese Zeitgrenze
Notizen auf Smartphone/PC ansehen Ja Ja
Notizen auf Smartphone/PC erstellen und bearbeiten Nicht enthalten Enthalten
Teilen und Exportieren Enthalten Enthalten
AINOTE Care+ Nicht enthalten Beim jährlichen Pro-Abonnement

Tarifumfang nach offizieller AINOTE-Übersicht, abgerufen im Oktober 2026. Die verfügbaren KI-Modelle können sich mit Software- und Tarifänderungen ändern.

Besonders wichtig finde ich die Einschränkung der Cloud-Synchronisation. Im kostenlosen Tarif synchronisiert das Gerät nur Notizen, die innerhalb der vergangenen 50 Tage bearbeitet wurden. Zwar nennt der Hersteller für Starter keinen begrenzten Cloud-Speicherplatz, aber diese zeitliche Einschränkung kann bei langfristig angelegten Aufzeichnungen relevant werden. Bereits vorhandene Notizen löscht das Gerät dadurch nicht zwangsläufig. Es geht um die Bedingungen der Synchronisation. Die Pro-Mitgliedschaft erweitert außerdem die Auswahl der KI-Modelle und ermöglicht die Offline-Transkription. Letztere ist für mich allerdings weniger attraktiv, solange Deutsch nicht zu den ausdrücklich unterstützten Offline-Sprachen gehört. Wer überwiegend deutsche Besprechungen aufzeichnet, sollte sich von dieser Funktion also nicht in die Irre führen lassen. Außerdem bewirbt iFLYTEK eine 90-tägige Pro-Testphase für neue Nutzer. Dabei ist Vorsicht geboten: Nach den Tarifbedingungen können bei der Anmeldung Zahlungsdaten verlangt werden. Ist die automatische Verlängerung aktiviert, entstehen nach Ablauf der Testphase Kosten. Ich würde deshalb bereits bei der Aktivierung prüfen, welche Zahlungsbedingungen tatsächlich angezeigt werden.

iFLYTEK AINOTE 2 Kosten

Positiv bewerte ich, dass das AINOTE 2 auch ohne Pro-Mitgliedschaft sinnvoll nutzbar bleibt. Wer hauptsächlich handschriftlich arbeitet, Notizen digitalisiert und gelegentlich Gespräche transkribiert, erhält bereits im Starter-Tarif viele der entscheidenden Funktionen. Wer dagegen sämtliche KI-Modelle, die erweiterte geräteübergreifende Bearbeitung und die Offline-Funktionen nutzen möchte, muss mit zusätzlichen Ausgaben rechnen.

Akkulaufzeit

Der 4.000mAh-Akku soll laut iFLYTEK eine Laufzeit von bis zu 14 Tagen ermöglichen. Eine eigene Langzeitmessung habe ich nicht durchgeführt. Externe Praxistests berichten von etwa 8% Akkuverbrauch pro Stunde beim Schreiben und rund 1% beim Lesen. Bei gemischter Nutzung erreichen diese Tests teilweise drei bis vier Tage. Diese Werte sind allerdings stark vom Nutzungsverhalten abhängig. Die beworbenen 14 Tage dürften daher eher unter günstigen Bedingungen erreichbar sein als bei intensiver täglicher Nutzung.

 

Testergebnis

Getestet von
Holger Becker

Kann das AINOTE 2 meinen Notizblock ersetzen?

Das iFLYTEK AINOTE 2 hat mich vor allem dort überzeugt, wo ich zunächst die größten Zweifel hatte: beim eigentlichen Schreiben. Die Oberfläche vermittelt ein erstaunlich natürliches Papiergefühl, und die schnelle Umsetzung der Stiftbewegungen macht das Arbeiten angenehm. Auch die gesamte Bedienung reagiert für ein E-Ink-Gerät ausgesprochen flott. Hinzu kommt der hervorragend funktionierende Fingerabdrucksensor, der trotz seiner geringen Fläche zuverlässig arbeitet. Das außergewöhnlich dünne Gehäuse ist ein weiterer Pluspunkt. Mit nur 4,2 Millimetern wirkt das Tablet beinahe wie eine Schreibunterlage. Allerdings war mir die Konstruktion für den ungeschützten Transport zunächst etwas zu filigran, weshalb ich eine separat erhältliche Schutzhülle angeschafft habe. Das nimmt dem Gerät zwar einen Teil seiner Eleganz, ist für meinen Einsatzzweck aber eine sinnvolle Ergänzung.

Der Funktionsumfang geht weit über das klassische Schreiben hinaus. Handschrifterkennung, Diktierfunktion, Kalender, Mind-Maps, E-Reader und Google Play Store machen aus dem AINOTE 2 ein vielseitiges Arbeitsgerät. Besonders interessant ist die Möglichkeit, handschriftliche Informationen später digital weiterzuverarbeiten. Genau darin liegt für mich der entscheidende Unterschied zum Papierblock. Bei den Abonnementkosten fällt mein Urteil differenzierter aus. Zwar gibt es eine kostenpflichtige Pro-Mitgliedschaft, doch bleiben erfreulich viele Funktionen kostenlos. Vor allem die unbegrenzte Online-Transkription und die Handschrifterkennung sind bereits im Starter-Tarif enthalten. Die kostenpflichtigen Erweiterungen sind daher nicht für jeden Nutzer zwingend erforderlich.

Kann das AINOTE 2 meinen Papiernotizblock ersetzen? Für das eigentliche Schreiben lautet meine Antwort eindeutig: ja. Das Schreibgefühl ist überzeugend, und die Geschwindigkeit macht die Bedienung flüssig. Wer lediglich handschriftliche Notizen festhalten möchte, findet sicherlich günstigere Lösungen. Wer dagegen ein sehr schlankes E-Ink-Gerät sucht, das handschriftliches Arbeiten mit digitalen Organisations- und KI-Funktionen verbindet, sollte sich das AINOTE 2 genauer ansehen.

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