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GMKtec EVO-X5 Pro: Mini-PC mit bis zu 192GB für 300-Milliarden-Modelle – IFA 2026

GMKtec hat für die IFA 2026 in Berlin ein eigenes Launch-Event veranstaltet und dort den EVO-X5 Pro gezeigt, den ersten Mini-PC mit AMDs neuem Spitzenchip. Der Ryzen AI Max+ PRO 495 löst den Ryzen AI Max+ 395 ab, der bislang in den EVO-Rechnern des Herstellers steckt. Angekündigt hatte GMKtec den Auftritt bereits am 21. August, den Produktnamen aber bis zur Präsentation zurückgehalten. Am Stand in Halle 5.2, Nummer 455, stehen daneben der EVO-X3 und die Gaming-Rechner der NEO-X1-Serie.

GMKtec IFA 2026

GMKtec EVO-X5 Pro: erster Mini-PC mit Ryzen AI Max+ PRO 495

Vorgestellt hat GMKtec das Gerät am 5. September unter dem Motto „The Agent Era Arrives”. Die Ansage dahinter: Sprachmodelle mit bis zu 300 Milliarden Parametern sollen komplett offline auf dem Rechner laufen, ohne dass sensible Daten das Haus verlassen.

Auf der Bühne stand GMKtec dabei nicht allein: Den EVO-X5 Pro hat der Hersteller gemeinsam mit AMD vorgestellt.

GMKtec und AMD auf der Bühne des EVO-X5-Pro-Launch-Events auf der IFA 2026

Was der PRO 495 gegenüber dem 395 kann

An der Rechenleistung ändert sich wenig. AMD gibt für den PRO 495 wie beim Vorgänger 16 Kerne und 32 Threads auf Zen-5-Basis an, gefertigt bei TSMC im 4nm-Verfahren. Der Basistakt liegt bei 3,1GHz, in der Spitze sind bis zu 5,2GHz möglich, dazu kommen 16MB L2- und 64MB L3-Cache bei einer Standard-TDP von 55W.

Die Zugewinne stecken in den Einheiten daneben. Die integrierte Grafik heißt jetzt Radeon 8065S und taktet mit 3.000MHz statt 2.900MHz, die Zahl der Recheneinheiten bleibt bei 40. Die KI-Einheit steigt von 50 auf 55 TOPS, für das Gesamtsystem nennt AMD bis zu 131 statt bisher 126 TOPS.

Entscheidend ist aber der Speicher. Der PRO 495 spricht LPDDR5X mit 256 Bit und bis zu 8.533MT/s an, der 395 kam auf 8.000MT/s. Wer lokal große Sprachmodelle laufen lassen will, gewinnt hier mehr als durch jedes Taktplus, denn bei dieser Arbeit entscheidet der verfügbare Speicher darüber, welches Modell überhaupt in den Rechner passt.

192GB Arbeitsspeicher, davon 160GB als Grafikspeicher

Genau da setzt GMKtec an. Der EVO-X5 Pro fasst bis zu 192GB LPDDR5X mit 8.533MT/s, von denen sich bis zu 160GB fest als Grafikspeicher zuweisen lassen. Der EVO-X3 endet bei 128GB. Die Speicherbandbreite gibt der Hersteller mit rund 273GB/s an.

Diese Zahl ordnet das Versprechen ein. Ein Modell mit 300 Milliarden Parametern passt nur stark quantisiert in 160GB, und 273GB/s liegen deutlich unter dem, was eine Grafikkarte an ihren Speicher anbindet. Antworten in Echtzeit solltet ihr bei einem Modell dieser Größe also nicht erwarten. Der Punkt ist ein anderer: Auf klassischem Weg bräuchte es dafür mehrere Grafikkarten und damit eine völlig andere Preisklasse.

Anschlüsse, Kühlung und Verwaltung

GMKtec EVO X5 Pro IFA 2026 2

An der Front sitzen zwei USB4-Anschlüsse, hinten zwei weitere nach USB4 V2 mit vollem Funktionsumfang. Über USB-C lässt sich eine externe Grafikkarte anbinden, die Bildausgabe reicht bis 8K. Dazu kommen zwei Netzwerkbuchsen, eine davon mit 10Gbit/s. Bis zu vier Geräte lassen sich zu einem Rechenverbund zusammenschalten.

Gekühlt wird über eine Vapor Chamber mit drei Lüftern, dazu kommen drei wählbare Leistungsmodi. GMKtec gibt den EVO-X5 Pro für den Dauerbetrieb rund um die Uhr frei. Für den Einsatz in Firmen sind AMD DASH zur Fernwartung mit eigenem Netzwerkadapter und ein separater dTPM-2.0-Chip an Bord, womit sich die Rechner auch ohne laufendes Betriebssystem verwalten lassen. Damit zielt GMKtec ausdrücklich auf Behörden, Kliniken, Kanzleien und Finanzdienstleister, also auf Umgebungen, in denen sensible Daten nicht in die Cloud dürfen.

GMKTec Innovation Award smartzone

Bis zu 24 TB Festspeicher sind vorgesehen. Die genauen Kaufvarianten nennt GMKtec aber noch nicht. Der Verkauf soll im Oktober starten. Der Preis liegt dabei schon klar im Premium-Segment. Um einen Mini-PC in dieser Preisklasse auf den Markt zu bringen, braucht es viel Mut, insbesondere für eine eher kleine chinesische Marke. Da GMKTec uns in unseren bisherigen Tests überzeugen konnte und wir dieses Projekt unterstützen möchten, haben wir dem Hersteller unseren IFA Innovation Award verliehen.

GMKtec EVO-X3 mit Ryzen AI Max+ 395

Im aktuell verkauften EVO-X3 arbeitet noch der Ryzen AI Max+ 395 mit Radeon 8060S und einer XDNA-2-NPU mit 50 TOPS. Der Arbeitsspeicher ist mit 128GB LPDDR5X bei 8.000MT/s fest verlötet und nicht erweiterbar, beim Festspeicher habt ihr die Wahl zwischen 2TB und 4TB. Zwei M.2-Steckplätze nehmen zusammen bis zu 16TB auf.

Auffällig ist die Bauform. Mit 353 x 186 x 41 Millimetern und rund 2,3 Kilogramm ist der EVO-X3 kein Würfel, sondern ein flacher Metallriegel. Hinten sitzen HDMI 2.1, ein USB4-Anschluss mit 40Gbit/s, ein USB-A mit 10Gbit/s, ein OCuLink-Anschluss für externe Grafikkarten und 2,5G-Ethernet. Gefunkt wird über WiFi 7 und Bluetooth 5.4, vorinstalliert ist Windows 11 Pro.

Was der EVO-X3 gegenüber dem EVO-X2 ändert

Hier lohnt der genaue Blick, denn den Ryzen AI Max+ 395 verbaut GMKtec bereits im EVO-X2. In der identischen Ausstattung mit 128GB und 2TB kostet der ältere EVO-X2 im Shop des Herstellers 3.360€, der neue EVO-X3 3.500€.

Für die 140€ Aufpreis bekommt ihr das flache Gehäuse und den OCuLink-Anschluss, der beim EVO-X2 nicht zur Ausstattung gehört. Ihr verliert dafür Bildausgänge: Der EVO-X2 treibt vier Displays über HDMI 2.1, DisplayPort 1.4 und zwei USB4-Anschlüsse, beim EVO-X3 sind es HDMI 2.1 und ein USB4. Wer mehr als zwei Monitore anschließen will, fährt mit dem älteren Modell besser.

GMKtec EVO X2 IFA 2026

Als Software liegt GMK Claw bei, mit der sich quelloffene Sprachmodelle ohne Kommandozeile starten lassen. Die vielzitierte Angabe, das Gerät sei in LM Studio 2,2-mal schneller als eine NVIDIA GeForce RTX 4090, stammt aus AMDs eigenen Tests und beschreibt einen Sonderfall: Der Vergleich funktioniert nur, weil in die 128GB Arbeitsspeicher Modelle passen, die in den 24GB der Grafikkarte keinen Platz finden.

Mit 4TB steigt der Preis auf 3.700€. Auf Amazon Deutschland stehen für dasselbe Gerät 5.200€ auf der Seite, von denen ein Coupon 21 Prozent abzieht. Bleiben rund 4.100€, also gut 600€ mehr als beim Hersteller direkt.

GMKtec EVO-X3 im Herstellershop ab 3.500€   GMKtec EVO-X3 bei Amazon

GMKtec NEO-X1-Serie am Stand

GMKtec Neo X1 Pro IFA 2026 2

Ebenfalls in Halle 5.2 steht die NEO-X1-Serie, die wir Mitte August ausführlich vorgestellt haben. GMKtec kombiniert dort einen Prozessor aus AMDs HX-Notebookreihe mit einer vollwertigen Desktop-Grafikkarte, im Pro-Modell einen Ryzen 9 9955HX3D mit einer GeForce RTX 5070. Untergebracht ist das in einem 14,6 Liter großen Stahlgehäuse mit Flüssigkeitskühlung. Neue Technik gibt es dort auf der Messe nicht zu sehen.

GMKtec NEO-X1 im Herstellershop ab 1.999€

Unsere Einschätzung

Der Sprung vom 395 auf den PRO 495 ist keiner, den ihr in Benchmarks groß wiederfinden werdet. Takt und Kernzahl bleiben praktisch gleich, die fünf zusätzlichen TOPS bei der KI-Einheit sind eine Randnotiz. Der eigentliche Fortschritt liegt beim Speicher, und genau darauf zielt GMKtec mit dem Launch. Ein Mini-PC, in den ein Modell komplett hineinpasst, schlägt einen schnelleren Rechner, in den es nicht passt.

Damit bleibt aber die Preisfrage, und die ist bei GMKtec unangenehm. Schon der EVO-X3 mit dem älteren Chip kostet 3.500€ und liegt nur 140€ über dem EVO-X2, bei zwei Bildausgängen weniger. Was der Hersteller für die neue Generation aufruft, entscheidet darüber, ob das für jemanden außerhalb von Entwicklerbüros interessant ist.

Wie sich die Rechner unter Dauerlast schlagen, lässt sich am Messestand nicht beurteilen. Beim flachen EVO-X3 ist die Frage nach Temperatur und Lautstärke offen, beim EVO-X5 Pro mit drei Lüftern und Freigabe für den Dauerbetrieb stellt sie sich genauso. Beantworten lässt sich das erst in einem Test.

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