Tenniix auf der IFA 2026: günstigster Tennis-Roboter mit KI-Unterstützung
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Tenniix zeigte auf der IFA 2026 in Berlin in Halle 15 an Stand 128 etwas, das bei uns bisher in keine Kategorie gepasst hat: einen Tennis-Roboter. Das Gerät ist im Kern eine Ballwurfmaschine, es schießt euch Bälle über das Netz zu, damit ihr ohne Trainingspartner auf dem Platz üben könnt. Der Unterschied zu den Geräten, die seit Jahrzehnten in den Vereinsheimen stehen: Tenniix beobachtet mit zwei Kameras, wo ihr steht und wohin euer Ball fliegt, und entscheidet danach, wie der nächste Ball kommt. Am Stand standen vier Modelle, Tenniix Basic und Tenniix Pro fürs Tennis sowie Pickle Basic und Pickle Pro für Pickleball.
Im deutschen Shop des Herstellers kostet der Basic 909€, der Pro 1.349€, das Kameramodul einzeln 499€. Erfreulich ist, dass das Basismodell mit Features wie der Kamera aufgerüstet werden kann und der Hersteller auch noch weitere Module für die Zukunft plant. Einen beweglichen Untersatz könnt ihr auf dem Bild schon sehen. Dieser ist allerdings noch nicht im Verkauf.
Am Stand haben wir uns die Kameraverfolgung im Betrieb angesehen.
Tenniix Pro: zwei Kameras bestimmen den nächsten Ball
Der Tenniix Pro ist das Kernprodukt. Auf dem Gerät sitzt ein Kameramodul mit einer 4K- und einer 1080p-Kamera, das eure Position und die Flugbahn des Balls in Echtzeit verfolgt. Der Roboter feuert daraufhin nicht die immer gleiche Folge ab, sondern spielt dorthin, wo ihr gerade nicht steht. Tenniix nennt das Match-Modus, daneben gibt es einen Trainingsmodus und von beiden je eine Smart-Variante, insgesamt also vier Betriebsarten.
Gesteuert wird das über die App: Neben fertigen Programmen gibt es Level, die ihr nacheinander durchspielt. Wer gezielt an einem Schlag arbeiten will, stellt sich das stattdessen selbst zusammen, also ob die Bälle auf die Vorhand oder die Rückhand kommen und wie hoch oder flach sie fliegen.
Die Werte dahinter: bis zu 120km/h Ballgeschwindigkeit, ±5.000 Umdrehungen pro Minute Drall, neun voreingestellte Schlagarten und Platz für 100 Bälle. Angetrieben wird das von Quasi-Direct-Drive-Motoren, wie sie sonst in Robotergelenken stecken. Der Akku fasst 7.000mAh und soll bis zu vier Stunden durchhalten, wechseln lässt er sich auch. Mit rund 8,5kg und Maßen von 392x232x416mm tragt ihr das Gerät in einer Hand zum Platz. Gängige Ballmaschinen wiegen deutlich mehr, Tenniix nennt für die schwersten Vertreter 36kg. Bedient wird per App oder über ein Armband mit Sprachsteuerung, das bei beiden Modellen dabei ist. Der Schläger bleibt dabei in der Hand.
Wo die Grenze der Gerätegattung liegt
Tenniix steht fest an einer Stelle und spielt euch die Bälle zu, statt selbst über den Platz zu fahren. Einen anderen Ansatz haben wir beim Tennis-Roboter von Switchbot (zur IFA 2025) gesehen, der auf vier Mecanum-Rädern fährt und die Bälle in einem Netz auffängt. Ganz vom Tisch ist das Thema bei Tenniix aber nicht: Im Video und auf unseren Bildern steht das Gerät auf einer Plattform mit Rollen, die noch dieses Jahr in den Handel kommen und auch zu den jetzt verkauften Modellen passen soll. Das Modul kann dann später nachgerüstet werden, falls ihr euch das Gerät jetzt schon kauft. Tenniix setzt seine Technik aktuell ins Zuspiel, und dort steckt bei einem Trainingsgerät auch der Nutzen.
Tenniix Pro im Herstellershop für 1.349€
- kleines unscheinbares Gerät
- aber mit der zugehörigen App sehr funktionsreich
- das hat wirklich richtig Spaß gemacht!
- den Akku kann man schnell wechseln
- mit Tragegriff und zwei Händen, ist das Gerät nicht zu schwer zu tragen
- der Ballkorb kann auch vergrößert werden
Tenniix Basic: dieselbe Mechanik für 909€
Tenniix Basic im Herstellershop für 909€
Der Basic hat dasselbe Gehäuse, denselben Antrieb und dieselbe Kapazität von 100 Bällen wie der Pro, ihm fehlt das Kameramodul. Er arbeitet damit wie eine gewöhnliche Ballmaschine, allerdings mit App, Spracharmband und nach Herstellerangabe über 1.000 abrufbaren Übungen. Für 909€ ist das der Einstieg in die Reihe.
Tenniix wirbt damit, dass ihr klein anfangen und später aufrüsten könnt, das KI-Vision-Modul kostet einzeln 499€. Nachgerüstet wird modulweise, ihr müsst euch beim Kauf also nicht auf den ganzen Funktionsumfang festlegen. Wer von vornherein weiß, dass er die Kameras haben will, fährt mit dem Pro für 1.349€ am günstigsten. Ein zweiter Wechselakku kostet 219€, im Bündel mit dem Basic ruft Tenniix 1.128€ auf.
Pickleball jetzt, Padel ab September
Neben den Tennis-Modellen hat Tenniix zwei Geräte für Pickleball im Programm. Umrüsten lässt sich die Tennis-Ausführung dafür nicht, der Hersteller schreibt selbst, dass sie mit Pickleball nicht kompatibel ist. Pickle Basic und Pickle Pro kosten in den USA 899 und 1.299 Dollar, im deutschen Shop stehen sie bislang nicht. Sie arbeiten mit anderen Werten: rund 105km/h Höchstgeschwindigkeit statt 120km/h, 75 Bälle statt 100, dazu ein Abwurfwinkel von 12 bis 50 Grad und Abstände von 1,5 bis 15 Sekunden zwischen zwei Bällen. Das Gehäuse fällt mit 392 x 271 x 448mm etwas größer aus.
Die eigentliche Neuigkeit zur Messe steckt aber in der Software. Ab September 2026 sollen Tenniix Basic und Pro neben Tennis auch Padel beherrschen, und zwar über ein Firmware-Update ohne neue Hardware. Dazu gehören laut Tenniix padelspezifische Zonen auf dem Platz und eine Ballzuführung, die den Abpraller von der Glaswand einrechnet. Weil sich Tennis- und Padelball kaum unterscheiden, reicht dafür die vorhandene Mechanik. Padel bezeichnet der Hersteller als die am schnellsten wachsende Rückschlagsportart der Welt. Dass ein vorhandenes Gerät die zweite Sportart per Update dazubekommt, ist für Käufer der angenehmere Weg als ein weiteres Gerät.
Unsere Einschätzung
Weil die Gerätegattung bei uns neu ist, hilft ein Vergleich: Eine klassische Ballwurfmaschine wie die Slinger Bag liegt im deutschen Fachhandel bei rund 1.200€, wiegt 15kg und schießt Bälle nach Zeitplan aus dem Korb. Tenniix bewegt sich im selben Preisrahmen, wiegt gut die Hälfte und bringt die Kameras mit. Der Aufschlag für die Technik hält sich also in Grenzen. Wer regelmäßig auf den Platz will und nicht immer einen Trainingspartner findet, bekommt für 909€ bis 1.349€ ein Gerät, das mitdenkt und sich in einer Hand zum Platz tragen lässt.
Hinter Tenniix steht Enhanced Robotics, ein Unternehmen aus der Robotik, und man sieht den Quasi-Direct-Drive-Motoren an, woher sie kommen. Am Stand haben wir vor allem darauf geachtet, wie schnell das Gerät reagiert, wenn sich der Spieler bewegt. Der Platz dafür war knapp, ein paar Meter Messehalle sind kein Tennisplatz. Spaß gemacht hat der Dreh trotzdem wie kein zweiter Termin auf dieser IFA. Ein Testgerät ist unterwegs, testen wird es unser Autor Torsten, der selbst Tennislehrer ist.
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