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Wir haben den mobilen Beamer Wanbo ToGo Pro mit integriertem Akku im Test. Wanbo bleibt damit seinem Ständer-Design bei den Modellen ToGo und ToGo Pro treu und setzt trotz des erhöhten Energiebedarfs des integrierten Akkus weiterhin auf LED. Mit 500 ANSI Lumen, Google TV, einem portablen Design (mit Red Dot Award 2026 ausgezeichnet), einem 8-Watt-Mono-Lautsprecher und dem integrierten Akku soll der Beamer eine Laufzeit von mindestens 2 Stunden mitbringen, und das zu einem Preis von unter 300€. Ist der Wanbo ToGo Pro damit die mobile Empfehlung für den kleinen Geldbeutel oder könnt ihr den Beamer wegen der geringen Helligkeit oder der kurzen Akkulaufzeit kaum gebrauchen? Findet es hier im Test heraus.
Design und Verarbeitung
Der Wanbo ToGo Pro verfügt über ein für Wanbo typisches Ständerdesign, bei dem der hochkant installierte Quader nach oben und unten geschwenkt werden kann. Insgesamt wirkt er wie ein anthrazitfarbener Wanbo Dali 1 auf einem Ständer, der sich mit einem Ledergriff hochheben lässt. Dieses Design hat dem Wanbo-Beamer dieses Jahr den Red Dot Award 2026 eingebracht. Mit 166 x 159 x 230 Millimetern ist der ToGo Pro einigermaßen handlich und mit seinen 2,6 Kilogramm auch am Ledergriff gut über längere Strecken transportierbar.
Die Vorderseite des Beamers wird durch die Klavierlackoptik der Umrahmung der präsenten Linse und die auffälligen Lüftungsschlitze bestimmt. Mittig im Lüftereinlass ist der Sensor zur automatischen Bildanpassung verbaut. Die beiden Seiten und die Oberseite sind sehr schlicht gehalten. Lediglich das breite, braune Lederband und der Ständer, mit dem das Gerät um 360 Grad gedreht werden kann, fallen ins Auge.
Auf der Rückseite des ToGo Pro hat Wanbo die Anschlüsse verbaut. Im oberen Bereich befinden sich ein Kopfhörerausgang, ein HDMI-Eingang, ein USB-2.0-Anschluss und die Ein-/Aus-Taste. Darunter befindet sich unter einer perforierten Fläche der Mono-Lautsprecher, gefolgt vom Lüfterauslass und dem AC-Stromanschluss. Leider verzichtet Wanbo auf eine DC-Stromzufuhr bzw. einen USB-C-Eingang, wodurch sich die Laufzeit mit einer Powerbank nicht erweitern lässt. Auf der Unterseite befinden sich vier Gummifüße und in der Mitte ein ¼-Zoll-Gewinde.
Lieferumfang
Der Lieferumfang zum Wanbo ToGo Pro ist recht spärlich. Neben einem 1,5 Meter langen Netzkabel mit AC-Anschluss findet sich lediglich eine englischsprachige Kurzanleitung, ein Quick-Start-Guide und die Fernbedienung.
Auf ein Transportcase oder zumindest einen Linsenschutz verzichtet Wanbo bei dem portablen Gerät leider. Auch beim Hersteller direkt könnt ihr dies nicht nachordern, was für mich die Mobilität bei dem Gerät etwas einschränkt.
System und Software
Der ToGo Pro läuft mit Google TV und ist mit einer „schnellen, intelligenten CPU“, 1GB RAM (wahlweise auch 2GB RAM) sowie 32GB internem Speicher ausgestattet. Der Beamer unterstützt WLAN 5 und Bluetooth 5.0, die WLAN-Verbindung blieb im Test selbst durch mehrere Wände hindurch stabil. Chromecast ist wie gewohnt integriert. Auch Bluetooth funktionierte zuverlässig. Die Version 5.0 ist zwar nicht mehr brandneu, sorgt aber für eine stabile Verbindung, egal ob im selben Raum oder nebenan. Bei der Nutzung eines Bluetooth-Lautsprechers traten keine Verzögerungen auf.
Laut Wanbo unterstützt der ToGo Pro mit der 2GB-Variante auch 4K-Inhalte bei YouTube, allerdings nur gegen einen Aufpreis von 40€. Da der Beamer nativ sowieso nur in 1080p auflöst, lohnt sich der Aufpreis nur, wenn ihr über USB 4K-Inhalte anzeigen lassen wollt. Die Software ist eines der stärksten Argumente des Wanbo ToGo Pro. Die Anmeldung des Beamers bei Google verlief erstmals problemfrei, was auch an der Software liegt. Der ToGo Pro verfügt über Google TV auf Basis der neueren Android-Version 14, die uns beim Wanbo Vali 1 Pro (zum Test) vollends überzeugte. Das System läuft durchgehend butterweich auf dem Beamer und bietet damit das schnellste und beste Bedienerlebnis, das ich bisher erlebt habe. Google TV bleibt eine starke Wahl, da es Zugriff auf alle wichtigen Streaming-Apps bietet. Dank Widevine L1 können Inhalte großer Streamingdienste in hoher Qualität wiedergegeben werden. Die Benutzeroberfläche wirkt aufgeräumt und ist leicht verständlich.
Die Medienwiedergabe über USB funktioniert größtenteils, sobald ihr den vorinstallierten IM-Player startet. Dieser dekodiert jedoch einige Formate nicht, weshalb ich schnell den VLC Player aus dem Play Store installiert habe.
Bildqualität
Der Wanbo ToGo Pro soll mit seiner LCD-Linse 500 ANSI Lumen in einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel bieten. Selbstverständlich kann der Beamer das Bild auch automatisch anpassen. Er kann Projektionen von 40 bis 120 Zoll erzeugen. Für ein 70-Zoll-Bild benötigt der ToGo Pro 1,2 Meter Abstand und für ein 100-Zoll-Bild 2,9 Meter.
Nach dem ersten Einschalten wunderte ich mich an einem bewölkten Tag über das recht dunkle Bild. Direkt nach dem Systemstart führt der Beamer die automatische Bildanpassung durch. Nach rund 4–5 Sekunden erhaltet ihr eine Projektion, die in der Bildmitte schön scharf ist und im richtigen Format angepasst wurde. Zu den Bildecken hin nimmt die Schärfe etwas ab, was bei LED-Beamern aber normal ist.
- Tageslicht 60 Zoll
- (bewölkter Tag)
- Bildeinstellungen
- im
- Bildvergleich
Nach der automatischen Bildanpassung erzeugt der ToGo Pro eine schöne, recht natürliche und farbenfrohe Projektion. Vor allem die Kontraste können sich sehen lassen. Wenn ihr tagsüber schaut, bietet sich der Bildmodus „lebendig“ am meisten an. In dunkler Umgebung gefiel mir die „Standard“-Einstellung am besten.
- 70 Zoll Dunkelheit
- 70 Zoll abgedunkelt
Wie bei Wanbo erwartet, bleibt die reale Helligkeit des Beamers etwas hinter den Erwartungen zurück. Wir haben in der Bildmitte 280 Lumen, seitlich 250 Lumen und an den Bildecken 225 Lumen gemessen. Damit ist die Ausleuchtung gleichmäßiger als bei unserem Preis-/Leistungssieger, dem kompakten Beamer Wanbo T2 Ultra (zum Test). Dadurch kommen wir auf eine gemessene Helligkeit von 245 ANSI Lumen beim Wanbo ToGo Pro. Im „Eco“-Modus schafft der Beamer 130 ANSI Lumen. Die Helligkeit des Projektors reicht für eine 70-Zoll-Projektion in einem abgedunkelten Raum oder für die angegebene maximale Bildgröße von 120 Zoll in einem dunklen Raum. Bei Tageslicht kann ich den Beamer hingegen nicht empfehlen, es sei denn, ihr benötigt ihn für eine provisorische 40-Zoll-Projektion.
- Dunkelheit 90 Zoll
- abgedunkelt 90 Zoll
Der Wanbo ToGo Pro hat keine spürbare Eingabeverzögerung, weshalb er sich auch für Spiele von anderen Endgeräten eignet. Kamerafahrten oder schnellere Bewegungen werden flüssig ausgegeben.
- Gaming
- Performance
Soundqualität und Emissionen
Ein DSP-Verstärker optimiert den Sound des Beamers. Der 8-Watt-Mono-Lautsprecher soll „kristallklare Höhen und Tiefen sowie einen resonanten Bass“ bieten.
Der Lautsprecher des Wanbo ToGo Pro überraschte mich mit seinem ziemlich natürlichen Sound bereits im „Standard“-Profil. Die Tiefen waren dabei auch dezent wahrnehmbar und die Höhen klangen für einen Mono-Lautsprecher wirklich gut. Die anderen Soundeinstellungen klangen nicht natürlicher als das „Standard“-Profil.
Laut Wanbo hat der ToGo Pro mit 99Wh die längste Akkulaufzeit aller LCD-Projektoren und soll im Eco-Modus eine Laufzeit von über 3,5 Stunden erreichen. Das hat einen einfachen Grund: Die meisten Beamer mit integriertem Akku sind energieeffizientere DLP-Beamer. Im normalen, hellsten Modus hielt der Beamer bei mir 102 Minuten und im dunkleren „Eco“-Modus 192 Minuten durch, bis der Akku bei 0 Prozent war.
Der Stromverbrauch des ToGo Pro ist für die erzeugten 245 ANSI Lumen angemessen. Mit 74 Watt liegt der Verbrauch im Durchschnitt vergleichbarer LED-Beamer. Der Lüfter des Geräts ist mit 39dB(A) allerdings dezent wahrnehmbar und störte mich auch bei leisen Filmpassagen manchmal. Lediglich die warme, nach hinten abgeführte Abluft könnte bei geringem Abstand störend wirken.
Testergebnis
Der Wanbo ToGo Pro punktet mit seinem schicken Design unter 300€, der sehr starken Google-TV-Umsetzung (Android 14, flüssige Bedienung, Widevine L1) und einer stabilen WLAN- sowie Bluetooth-Performance. Die automatische Bildanpassung funktioniert zuverlässig, das Bild wirkt farbenfroh und kontrastreich, und der natürliche Klang des Mono-Lautsprechers überrascht positiv. Der integrierte 99-Wh-Akku liefert im „Eco“-Modus bis zu 192 Minuten, was für mobile Filmabende bei Dunkelheit ausreicht. Auch Gaming ist dank geringer Eingabeverzögerung problemlos möglich.
Leider steht sich Wanbo mit dem ToGo Pro teilweise selbst im Weg. Der Beamer-Hersteller versucht, einen Outdoor-Beamer mit Akku herzustellen, verzichtet aber auf eine Stromzufuhr über USB-C (oder zumindest einen DC-Anschluss), womit ihr über eine Powerbank die Laufzeit hättet ausbauen können. Auch ein möglicher Linsenschutz oder ein Transportcase ist nicht einmal bei Wanbo direkt verfügbar. Die gemessene Helligkeit des Wanbo ToGo Pro ist leider deutlich niedriger als angegeben und der Lüfter kann bei leisen Sequenzen etwas störend wirken.
Mit unter 300€ ist der Wanbo ToGo Pro der günstigste, mobile Beamer, den ich kenne. Solltet ihr einen kompakten Projektor ohne Akku brauchen, wäre der Wanbo T2 Ultra (zum Test) für unter 200€ vielleicht etwas für euch. Wollt ihr einen helleren, kompakteren Beamer, schaut am besten mal in unsere Bestenliste (zur Bestenliste).
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